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Olive – Olea europaea

Olive

Olea europaea
Hoffnung, Frieden Wohlstand & Schönheit
Essbarkeit9Heilwirkung8Sonstiger Nutzen8
Baum9×8 mZone 8–11volle Sonne🍎 Essbar

Wächst das bei mir?

Olive ist nur bis Zone 8 winterhart und gedeiht dauerhaft im Freien nur in den mildesten Lagen – Weinbauklima, Ober- und Niederrhein, Küsten, Bodensee, Tessin. Sonst als Kübelpflanze mit geschützter Überwinterung. Zusätzlich braucht sie warme Sommer, wie sie hierzulande nur im Weinbauklima, in Stadtlagen oder an geschützten Südwänden zusammenkommen.

Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:

Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Oleaceae
Wuchsform
Baum
Wuchshöhe
9 m
Kronenbreite
8 m
Wachstum
langsam
Lebensdauer
2000 Jahre
Erster Ertrag
nach 8 Jahren
Vollertrag
nach 60–100 Jahren
Ertrag pro Pflanze
bis 200 kg im Jahr
Ertrag im Anbau
bis 5 t/ha
Energieertrag
150 kcal pro m² und Jahr
Winterhärte
Zone 8–11
Schattentoleranz
volle Sonne
Boden
Sand, Schluff, Lehm
Bodenfeuchte
sehr trocken – sehr feucht
pH-Wert
5,5 – 8
Synonyme
Olivenbaum
immergrünheckentauglich

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte
Fruchternte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Sorten (18)

18 Sorten von Olive sind im Permaplans-Sortenfinder hinterlegt — jede mit eigener Seite: Geschmack, Reifezeit, Resistenzen, Abstammung und Verwendung.

Nutzung

Essbar9 von 10
Heilkunde8 von 10
Sonstige Nutzung8 von 10

Essbar: Olivenfrüchte werden hauptsächlich im Mittelmeerraum als Genussmittel und Aromazutat für Lebensmittel verwendet. Die Früchte werden üblicherweise in Wasser, Salzlake, Öl, Salz oder Lauge eingelegt oder gepökelt. Sie können auch getrocknet und ohne Pökeln gegessen werden, wobei sie dann als "Fachouilles" bezeichnet werden. Gepökelte Oliven werden als Relish gegessen, mit Piment oder Mandeln gefüllt oder in verschiedenen Gerichten wie Brot, Suppen und Salaten verwendet. "Oliven schiacciate" sind Oliven, die grün gepflückt, zerkleinert, in Öl eingelegt und als Salat verwendet werden. Die Frucht enthält 20-50 µ Vitamin D pro 100 g und ist bis zu 4 cm lang. Der Samen ist reich an essbarem, nicht trocknendem Öl, das in Salaten und zum Kochen verwendet wird und aufgrund seines intensiven Geschmacks als Gewürz gilt. Es gibt verschiedene Qualitäten von Olivenöl, wobei das feinste als "Extra Virgin" bezeichnet wird und durch Kaltpressen der Samen ohne Verwendung von Hitze oder chemischen Lösungsmitteln hergestellt wird. Olivenöl ist einfach ungesättigt und wird angenommen, dass der regelmäßige Verzehr das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringert. Der Samen enthält Eiweiß, was ihn zu dem einzigen bekannten Samen macht, der dies tut. Aus dem Baum wird auch ein essbares Manna gewonnen.

Heilkunde: Die Pflanze hat harntreibende Eigenschaften. Es gibt keine Hinweise darauf, dass sie abführend wirkt, obwohl ein Alkaloid mit mydriatischer Wirkung vorhanden ist. Die Samen werden in der tibetischen Medizin verwendet und haben einen scharfen Geschmack sowie eine kühlende, sehr giftige Potenz. Sie besitzen analgetische, anthelmintische, antibakterielle, entzündungshemmende und fiebersenkende Eigenschaften. Regelmäßige Anwendung steigert die körperliche Vitalität und sie werden zur Behandlung von ansteckenden Erkrankungen, Zahnschmerzen, Darmschmerzen durch Würmer und Impotenz eingesetzt. Eine Abkochung der Samen wird zur Behandlung von Fieber verwendet.

Sonstige Nutzung: Das aus dem Samen gewonnene Öl wird für verschiedene Zwecke verwendet, wie z.B. Seifenherstellung, Beleuchtung und als Schmiermittel. Es eignet sich auch gut als Haarwasser und zur Behandlung von Schuppen. Aus den frischen reifen Früchten können kastanienbraune und violette Farbstoffe gewonnen werden, während aus den Schalen blaue und schwarze Farbstoffe extrahiert werden. Die Blätter liefern einen gelbgrünen Farbstoff. Die Pflanzen werden zur Stabilisierung trockener, staubiger Hänge verwendet. Das Holz ist sehr hart, schwer und schön gemasert, lässt sich gut polieren und duftet leicht. Es wird in der Drechsler- und Schreinerei verwendet und von Holzarbeitern sehr geschätzt.

Anbau

Standortwahl: Durchlässig und eher mager — Staunässe tötet sie zuverlässiger als Frost. In Mitteleuropa entscheidet allein der Winter: Mit etwa -12 °C ist sie nur bedingt winterhart und gehört in den Kübel, an den wärmsten windgeschützten Platz, idealerweise vor eine Südwand. Ausgepflanzt gelingt sie nur in wintermilden Weinbaulagen. Beruhigend ist ihre Regenerationskraft: Aus den verholzten Knollen am Wurzelhals treibt sie nach Frost- oder Rückschnittschäden wieder aus — ein scheinbar toter Baum ist selten verloren. Pflege: Im Sommer lieber zu wenig als zu viel gießen. Gedüngt wird nur von Frühjahr bis etwa Juli; spätere Gaben treiben weiches Holz, das den Winter schlecht übersteht. Überwintert wird hell bei 5 bis 10 °C, keinesfalls warm im Wohnraum — dort wirft sie Blätter ab und zehrt aus; gegossen wird nur so viel, dass der Ballen nicht durchtrocknet. Im Winterquartier sind Schild- und Wollläuse das häufigste Problem, also regelmäßig die Blattunterseiten kontrollieren. Ausgelichtet wird im Frühjahr, da sie am vorjährigen Holz blüht.

Vermehrung

Kultursorten werden nicht aus Samen gezogen, denn Sämlinge fallen nicht sortenecht und tragen erst nach vielen Jahren. Üblich ist die vegetative Vermehrung: Stecklinge halbverholzter Triebe bewurzeln sich bei gleichmäßiger Feuchte und Bodenwärme und ergeben genetisch identische Pflanzen; im Erwerbsanbau wird darüber hinaus auf Sämlingsunterlagen gepfropft. Eine Besonderheit der Art sind die verholzten Knollen am Wurzelhals, aus denen sich ebenfalls neue Pflanzen ziehen lassen — dieselbe Fähigkeit lässt alte Bäume nach Frost oder Brand aus dem Stock wieder austreiben. Wildpflanzen verbreiten sich über Vögel, welche die Steinfrüchte fressen. Eine Aussaat gelingt nur nach vollständigem Entfernen des Fruchtfleischs und langer Stratifikation.

Wert für Tiere

Der Olivenbaum blüht mit unscheinbaren, duftenden Rispen und wird in erster Linie vom Wind bestäubt; für den Fruchtansatz ist Insektenbestäubung nicht erforderlich. Bienen und Wildbienen besuchen die Blüten dennoch, finden dort aber vor allem Pollen — als Nektarquelle ist die Olive von geringem Wert. Für die mitteleuropäische Insektenwelt spielt sie ohnehin kaum eine Rolle, da sie hier meist im Kübel steht und selten das Alter und die Blühfülle ihrer Herkunftsgebiete erreicht. Dort dagegen zählen alte Olivenhaine zu den wertvollsten Kulturlebensräumen überhaupt: Die knorrigen, höhlenreichen Stämme beherbergen Fledermäuse, Steinkauz und Wiedehopf sowie eine artenreiche Totholzfauna.

Besonderheiten

Besonderheiten: Dürreresistent, toleriert salzige Luft; stabilisiert trockene Hänge; Anbau: Bäume/ha: traditionell 30-200, intensiv 250-600, superintensiv 1500-3000; Es gibt selbst-fruchtbare Frucht-/Öl-Varianten; 100kg~15L Öl; Alte Bäume produzieren >200kg Oliven, aber nur jede 6./7. Saison; Zur Blütenbildung benötigt es 2 Monate unter 10°C;

Herkunft & Lebensraum

Mittelmeerraum und Vorderasien. Die Wildform Olea europaea subsp. sylvestris, der Oleaster, ist im gesamten Mittelmeergebiet heimisch — von der Iberischen Halbinsel bis an die östliche Mittelmeerküste. Genetische Untersuchungen weisen auf die nördliche Levante als primäres Domestikationszentrum hin; von dort verbreitete sich die Kulturolive über den ganzen Mittelmeerraum. Heute wird sie zusätzlich in Kalifornien, Südamerika, Südafrika und Australien angebaut. In Mitteleuropa gibt es kein natürliches Vorkommen; die nördlichste Anpflanzung Europas steht seit 2008 in Stommeln bei Köln mit über 170 Bäumen.

Die Olive gehört zur immergrünen Hartlaubvegetation des Mittelmeerraums und ist Kennart des Oleo-Ceratonion — jener wärmsten Stufe der Macchie, die an heiße, sommertrockene Küstenlagen gebunden ist. Sie wächst dort auf trockenen, steinigen und flachgründigen Böden, in lichten Gehölzbeständen und im Gestrüpp, überwiegend in Küstennähe bis etwa 200 m Höhe. Ihr Optimum liegt bei Jahresmitteltemperaturen von 15 bis 20 °C und Jahresniederschlägen von 500 bis 700 mm. Sommerliche Dürre ist Teil ihres Standorts und wird über tief reichende Wurzeln und hartes, kleinflächiges Laub abgepuffert. Begrenzend wirkt allein die Winterkälte: Strenge Fröste gefährden Ernte und Bestände.

⚠️ Gefahren

Frisch vom Baum gepflückte Oliven sind ungenießbar bitter. Verantwortlich dafür ist der Bitterstoff Oleuropein, der die Frucht vor Fressfeinden schützt. Vor dem Verzehr müssen Oliven daher entbittert werden — durch mehrwöchiges Wässern, Einlegen in Salzlake, Trockensalzung oder Behandlung mit Natronlauge. Reines Wässern ist das schonendste, aber langwierigste Verfahren.

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Olive: Wie groß wird die Pflanze?

Olive (Olea europaea) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 9 m Höhe bei rund 8 m Breite. Das Wachstum ist langsam.

Olive: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Olive verträgt volle Sonne. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich sehr trocken – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5,5 und 8 liegen.

Olive: Ist die Pflanze winterhart?

Olive ist für die Winterhärte Zone 8–11 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Olive: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Olive ist nur bis Zone 8 winterhart und gedeiht dauerhaft im Freien nur in den mildesten Lagen – Weinbauklima, Ober- und Niederrhein, Küsten, Bodensee, Tessin. Sonst als Kübelpflanze mit geschützter Überwinterung. Zusätzlich braucht sie warme Sommer, wie sie hierzulande nur im Weinbauklima, in Stadtlagen oder an geschützten Südwänden zusammenkommen.

Olive: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Mai.

Olive: Wann kann man ernten?

Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von September bis Oktober.

Olive: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?

Olive trägt erstmals nach 8 Jahren. Den Vollertrag erreicht sie nach 60–100 Jahren. Eine ausgewachsene Pflanze liefert bis zu 200 kg im Jahr, im Anbau bis 5 t pro Hektar. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.

Olive: Ist die Pflanze giftig?

Für Olive ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Olive: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 9/10, Heilkunde 8/10, Sonstige Nutzung 8/10.

Welche Sorten von Olive gibt es?

Im Permaplans-Sortenfinder sind 18 Sorten von Olive hinterlegt, darunter Arbequina, Arbosana, Ascolana Tenera, Chemlali, Coratina, Cornicabra, Empeltre, Frantoio, Gordal Sevillana, Hojiblanca, Kalamata, Koroneiki und 6 weitere. Jede Sorte hat eine eigene Seite mit Geschmack, Reifezeit, Resistenzen und Abstammung.

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