Und was reizt dich persönlich daran?
Ein Waldgarten ist nicht nur eine gute Rechnung. Er ist ein Ort, an dem man sein will.
Es fängt mit dem an, was man merkt, bevor man etwas weiß: Schatten an einem heißen Tag. Der Geruch, wenn im April die Kornelkirsche blüht und im Juni die Linde. Vogelstimmen, die es auf der Wiese nebenan nicht gibt. Etwas, das man im Vorbeigehen pflückt, ohne es geplant zu haben. Ein Waldgarten bedient Sinne, für die eine Monokultur keine Verwendung hat.
Dann kommt das, was über die Jahre wächst: Du legst etwas an, das länger hält als du. Du pflanzt einen Baum, dessen beste Jahre du vielleicht nicht mehr erlebst, und das stört dich nicht — es ist der Punkt. Und du arbeitest an einem System, das jedes Jahr etwas Neues zeigt, das nie fertig ist und nie langweilig wird.
Und schließlich das, was viele am wenigsten erwarten: Es tut gut, an etwas zu arbeiten, das eindeutig richtig ist. Kein Abwägen, kein Kompromiss. Boden wird besser, Wasser bleibt da, Tiere kommen zurück, Menschen essen davon. Wer einmal in einem fünfzehn Jahre alten Waldgarten stand, versteht, warum Leute dabei bleiben.
Taro, Permakultur-Designer, Waldgärtner und Gründer von Permaplans — mehr über mich