Esche
Wächst das bei mir?
Esche ist bis Zone 5 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
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Steckbrief
- Familie
- Oleaceae
- Wuchsform
- Baum
- Wuchshöhe
- 33 m
- Kronenbreite
- 17 m
- Wachstum
- sehr schnell
- Lebensdauer
- 300 Jahre
- Erster Ertrag
- nach 27 Jahren
- Winterhärte
- Zone 5–8
- Schattentoleranz
- Halbschatten
- Boden
- Sand, Schluff, Lehm
- Bodenfeuchte
- halbfeucht – am Wasser
- pH-Wert
- 5 – 8,5
Blüte & Ernte
| J | F | M | A | M | J | J | A | S | O | N | D | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Blüte | ||||||||||||
| Fruchternte |
Nutzung
Essbar: Unreife Samen, Gemüsefüllung, Gewürze, junge zarte Blätter, Hopfenersatz (Bier), Samen, Backgewürz (pulverisiert), Speiseöl. Die unreifen Samen wurden gekauft und entbittert. Die Gemüsefüllung wurde in Salz und Essig eingeweicht. Die Gewürze wurden hinzugefügt. Die jungen zarten Blätter können roh gegessen werden. Der Hopfenersatz wird für Bier verwendet. Die Samen können als Backgewürz (pulverisiert) und mit Speiseöl verwendet werden.
Heilkunde: Blätter - Schlangenbisse; Blätter abführend + Früchte/Holzspäne Tee - Rheuma; Holzspänetee - Syphilis; Rinde junger Äste blutstillend Tee - Fieber; Eschenasche + Essig - verstauchte/gebrochene Beine Blätter werden zur Behandlung von Schlangenbissen verwendet. Eine Mischung aus abführenden Blättern, Früchten und Holzspänen kann bei Rheuma helfen. Holzspänetee kann bei Syphilis eingesetzt werden. Tee aus der Rinde junger Äste kann blutstillend wirken und bei Fieber helfen. Eine Mischung aus Eschenasche und Essig kann bei verstauchten oder gebrochenen Beinen helfen.
Sonstige Nutzung: Blätter, Rinde und Holz sind wichtige Bestandteile des Baumes. Die Blätter dienen als Viehfutter und können zum Färben verwendet werden. Die Rinde enthält Tannin. Das Holz ist hart, zäh, flexibel, stark und belastbar. Es splittert nicht, ist jedoch wenig witterungsbeständig. Es wird für die Herstellung von Werkzeuggriffen, Speeren, Ruder, Ski, Wagen und Maschinenbau verwendet. Bäume bieten Lebensraum für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten.
Anbau
Standortwahl: Vor der Standortfrage steht die Gesundheitsfrage. Seit Anfang der 1990er Jahre breitet sich das Eschentriebsterben aus, verursacht durch den aus Asien eingeschleppten Pilz Hymenoscyphus fraxineus. In Dänemark waren bis 2013 mindestens 95 Prozent der Eschen befallen, und eine Studie von 2016 hält den Zusammenbruch der europäischen Bestände in den kommenden Jahrzehnten für möglich. Eine Esche neu zu pflanzen ist deshalb derzeit ein Risiko; wo es dennoch geschieht, sollte auf nachweislich toleranten Herkünften bestanden werden, an denen mehrere Forstinstitute züchten. Die Esche verlangt mineralische, tiefgründige, frische bis feuchte Böden und meidet pH-Werte unter 4,2; auch trockene Kalkrendzinen trägt sie, sofern die Wasserversorgung stimmt. Als Herzwurzler mit kräftigen, oberflächennahen Seitenwurzeln – eine 90-jährige Esche greift 350 cm weit aus – hebt sie Pflaster und Wege an und ist nichts für beengte Vorgärten. Sie transpiriert sehr viel Wasser und kann feuchtes Mauerwerk angreifen. Mit 30 m Höhe nach hundert Jahren braucht sie viel Raum, wirft dafür nur schwachen Schatten und treibt spät aus, sodass Frühjahrsblüher unter ihr gedeihen. Der windverbreitete Samen läuft überall im Garten auf. Ihre Blüten im März und April sind ein starker Pollenallergen-Träger und gehören nicht dicht an Schlaf- und Sitzplätze. Pflege: Junge Eschen sind schattenverträglich, brauchen mit zunehmendem Alter aber Licht und werden von der Buche auf guten Standorten verdrängt; an Extremstandorten mit Trockenheit, Nässe oder Steilhang behauptet sie sich besser. Gedüngt wird nicht. Verbiss durch Reh- und Rotwild ist in den ersten Jahren erheblich, ein Schutz lohnt. Geschnitten wird im Spätsommer, nicht im Saftfluss. Auf das Eschentriebsterben achtet man an abgestorbenen, schleimflussfreien Flecken an Stamm und Zweigen, welkendem und vorzeitig fallendem Laub sowie absterbenden Zweigspitzen; befallenes Holz wird herausgenommen, ein Mittel gegen den Pilz gibt es nicht, und ein Baum über einem Weg oder Sitzplatz muss dann regelmäßig auf Bruchgefahr kontrolliert werden. Die reichlich auflaufenden Sämlinge werden im Mai ausgerissen, solange es leicht geht. Die alte Nutzung als Schneitel- und Kopfbaum – regelmäßiger Rückschnitt für Laubheu – ist weiterhin möglich und hält den Baum klein. Die Esche wird 250 bis 300 Jahre alt.
Vermehrung
Die Esche lässt sich leicht aus Samen ziehen, verlangt aber Geduld. Die Flügelnüsse reifen von Oktober bis November und fallen den ganzen Winter über ab; sie werden als Schraubenflieger bis 60 m, ausnahmsweise bis 125 m weit getragen. Das Saatgut ist tief keimruhend und liegt in der Regel zwei Winter im Boden, bleibt dafür bis zu sechs Jahre keimfähig. Wer nicht warten will, erntet grün: Vollständig entwickelte, aber noch nicht am Baum ausgetrocknete Samen werden im Spätsommer gepflückt und sofort ins Freilandbeet gesät, sie keimen dann meist schon im folgenden Frühjahr. Trocken gelagertes Saatgut braucht eine doppelte Schichtung – etwa acht bis zwölf Wochen warm bei 20 Grad, anschließend zwölf bis sechzehn Wochen feucht-kalt bei 2 bis 5 Grad. Die Keimung ist epigäisch, die netznervigen Keimblätter werden rund 5 cm lang. Sämlinge werden nach dem ersten oder zweiten Jahr verschult. Zierformen wie die Hänge- oder die Einblättrige Esche werden auf Sämlingsunterlagen der Art veredelt. Wegen des Eschentriebsterbens lohnt es, Saatgut von auffällig gesunden Altbäumen inmitten befallener Bestände zu sammeln.
Wert für Tiere
Die Esche ist eines der artenreichsten heimischen Gehölze überhaupt. Eine Untersuchung von 2014 schätzte rund tausend Arten, die mit der Esche oder mit Eschenwäldern vergesellschaftet sind, darunter 239 Wirbellose, 55 Säugetier- und 12 Vogelarten; 44 Arten sind obligat auf sie angewiesen und verschwinden mit ihr. Als Raupenfutterpflanze trägt sie etwa 35 Schmetterlingsarten, darunter zwei Spezialisten, dazu kommen drei Schwebfliegen- und zwei Käferarten. Für Blütenbesucher ist sie dagegen unergiebig: Sie ist die einzige windbestäubte Art der Ölbaumgewächse, ihre Blüten im März und April besitzen keine Nektarien und liefern nur Pollen. Die Geschlechtsausprägung schwankt von rein männlichen über zwittrige bis zu rein weiblichen Bäumen. Die Samenbüschel hängen den ganzen Winter und werden von Gimpel, Kernbeißer und Buchfink gefressen; Garten-baumläufer, Sumpf-, Kohl- und Blaumeise nutzen Rinde und Höhlen. Die grobrissige Altbaumrinde trägt reiche Moos- und Flechtengesellschaften.
Besonderheiten
Besonderheiten: Au-, Schlucht-, Stadt- & Kopfbaum, transpiriert sehr viel Wasser/ greift evtl. Mauerwerk an, lässt viel Sonne durch/wirft schwachen Schatten; Durch Pilze & co zurzeit großes Eschensterben; Kann Geschlecht wechseln; Produziert schnell Ableger; Kultbaum der Männer-Initiation; 2% des dt Waldes, Bw: 2100kWh/rm, 4,1kWh/kg; 80J. bis hiebreif;
Herkunft & Lebensraum
Europa bis Kaukasus und Kleinasien. Die Esche besiedelt fast ganz Europa: Im Norden reicht das Areal von Schottland über den Trondheimfjord und das südliche Norrland bis in die finnische Landschaft Satakunta, im Osten bis zur Wolga, auf die Krim und in den Kaukasus, wobei sie den russischen Steppengebieten fehlt. Im Süden ist sie auf der Balkanhalbinsel, in Italien und auf der Iberischen Halbinsel bis etwa zur Linie Mittelgalicien–Ebro vertreten. In den Gebirgen steigt sie in Tirol bis 1700 m, in den Bayerischen Alpen bis 1400 m und im Kaukasus bis 1800 m. In Mitteleuropa war sie bis in die 1990er Jahre eine der häufigsten Laubbaumarten; ihr Bestand geht seither durch das Eschentriebsterben stark zurück.
Wächst in verschiedensten Laubwaldgesellschaften, häufig in Mischwäldern mit Buche, Ahorn, Eiche und Erle. Bevorzugt frische bis feuchte, mineralische und tiefgründige Böden, oft basenreich und kalkhaltig, toleriert aber auch saisonal nasse Standorte. Kommt an Flussauen, Hanglagen und in Tälern vor, meist in Höhenlagen bis etwa 1000 bis 1700 Meter. Junge Pflanzen sind schattentolerant, ältere Bäume benötigen mehr Licht und offene Kronen. Die Art ist in gemäßigten Klimazonen mit mäßiger Luftfeuchtigkeit verbreitet.
⚠️ Gefahren
Reizung durch Holzstaub Eschenholzstaub reizt beim Sägen und Schleifen die Atemwege; hier lohnt eine Staubmaske.
Häufige Fragen
Esche: Wie groß wird die Pflanze?
Esche (Fraxinus excelsior) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 33 m Höhe bei rund 17 m Breite. Das Wachstum ist sehr schnell.
Esche: Welchen Standort braucht die Pflanze?
Esche verträgt Halbschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich halbfeucht – am Wasser liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5 und 8,5 liegen.
Esche: Ist die Pflanze winterhart?
Esche ist für die Winterhärte Zone 5–8 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.
Esche: Wächst die Pflanze in Deutschland?
Esche ist bis Zone 5 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
Esche: Wann ist die Blütezeit?
Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von April bis Mai.
Esche: Wann kann man ernten?
Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im August.
Esche: Ist die Pflanze giftig?
Für Esche sind einzelne Pflanzenteile als leicht bedenklich vermerkt — die Pflanze gilt nicht als giftig. Verlass dich bei Wildpflanzen nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.
Esche: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?
Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 4/10, Heilkunde 5/10, Sonstige Nutzung 9/10.
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