Sauer-Kirsche
Wächst das bei mir?
Sauer-Kirsche ist bis Zone 3 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
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Steckbrief
- Familie
- Rosaceae
- Wuchsform
- Baum
- Wuchshöhe
- 6,5 m
- Kronenbreite
- 6 m
- Wachstum
- mittel
- Lebensdauer
- 50 Jahre
- Erster Ertrag
- nach 6 Jahren
- Winterhärte
- Zone 3–9
- Schattentoleranz
- leichter Schatten
- Boden
- Sand, Schluff, Lehm
- Bodenfeuchte
- trocken – feucht
- pH-Wert
- 6 – 7,5
Blüte & Ernte
| J | F | M | A | M | J | J | A | S | O | N | D | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Blüte |
Sorten (26)
26 Sorten von Sauer-Kirsche sind im Permaplans-Sortenfinder hinterlegt — jede mit eigener Seite: Geschmack, Reifezeit, Resistenzen, Abstammung und Verwendung.
- Achat Großfruchtige, monilia-tolerante Pillnitzer Morello-Sorte mit intensivem Aroma.
- Beutelspacher Rexelle
- Carmine Jewel Kompakte, sehr winterharte Sauerkirsche mit süßem, dunklem Fruchtfleisch.
- Csengődi Robuste ungarische Sauerkirsche mit hoher Monilia-Resistenz.
- Diemitzer Amarelle
- Filsener Glaskirsche
- Gerema Robuste dunkle Morello-Züchtung aus Geisenheim, ertragssicher und selbstfruchtbar.
- Heimanns Rubin
- Karneol Großfruchtige, milde Pillnitzer Sauerkirsche, auch zum Frischverzehr geeignet.
- Kelleris 16 Frühe, sehr winterharte dänische Weichsel für raue Lagen, selbstfruchtbar.
- Königin Hortense
- Köröser Weichsel Aromatische ungarische Pándy-Weichsel mit festem, dunklem Fleisch, hoher Qualität.
- Korund
- Ludwigs Frühe Frühe, selbstfruchtbare Amarelle mit saftig-süßsäuerlichem, aromatischem Fruchtfleisch.
- Meteor Winterharte kompakte Amarelle aus Minnesota, ideal für kleine Gärten in kalten Zonen.
- Minister von Podbielski
- Montmorency Weltweit wichtigste Amarelle mit hellem Fleisch und klarem Saft, Standard der US-Saftindustrie.
- Morellenfeuer
- Morina Sehr späte, platzregenfeste Pillnitzer Morello mit hoher Monilia-Toleranz.
- North Star Genetischer Zwerg-Morello aus Minnesota, extrem winterhart und platzsparend.
- Rote Maikirsche
- Safir Späte, monilia-tolerante Pillnitzer Morello mit intensivem Aroma für die Verarbeitung.
- Schattenmorelle Die klassische dunkle Morello-Sauerkirsche fürs Einkochen, selbstfruchtbar und schattentolerant.
- Schöne von Chatenay
- Stevnsbaer
- Ungarische Traubige Reichtragende ungarische Weichsel (Balaton) mit festem, dunklem Fruchtfleisch, selbstfruchtbar.
Nutzung
Essbar: Die Früchte werden 15 bis 20 Millimeter groß, sind hell- bis schwarzrot und deutlich säuerlicher als Süßkirschen. Die Sortengruppen unterscheiden sich stark: Amarellen und Glaskirschen haben helles Fleisch und ungefärbten Saft und sind mild genug für den Frischverzehr, Morellen und Süßweichseln sind dunkler und süßsauer, die Schattenmorelle ist dunkelrot und ausgesprochen sauer. Ihr eigentliches Feld ist die Küche: Kuchen, Kompott, Konfitüre, Saft und Kirschwasser. Neben Apfel- und Weinsäure enthalten die Früchte Anthocyane, Rutin und Chlorogensäure, dazu Vitamine A, B, C und E, Kalium und Folsäure. Bemerkenswert ist der Melatoningehalt von bis zu 13,5 Nanogramm je Gramm, bei der Sorte Montmorency deutlich höher als bei Balaton.
Heilkunde: In der Volksmedizin wurden Sauerkirschen seit der Antike bei Darmbeschwerden eingesetzt, getrocknete Fruchtstiele gelten traditionell als harntreibender Tee. In den letzten Jahren steht vor allem der Saft im Blickfeld der Forschung: Untersucht werden Wirkungen auf den Harnsäurespiegel bei Gicht und Hyperurikämie, auf Entzündungsmarker, auf Muskelkater nach Belastung und — wegen des vergleichsweise hohen Melatoningehalts — auf den Schlaf. Belastbare therapeutische Empfehlungen lassen sich daraus bislang nicht ableiten; die Studienlage ist uneinheitlich, und die untersuchten Mengen liegen deutlich über dem üblichen Verzehr.
Sonstige Nutzung: Neben dem Obst liefert die Sauerkirsche brauchbares Holz: rötlich, mittelhart und feinporig, wegen der geringen Stammstärke aber meist nur für Drechselarbeiten, Werkzeuggriffe und kleine Möbelteile geeignet. Als früh und reich blühender Strauch ist sie eine geschätzte Bienenweide; der Nektarzuckergehalt liegt zwischen knapp zehn und fünfzehn Prozent. Sämlinge und wurzelechte Herkünfte dienen im Obstbau als Unterlagen. Wegen ihrer Neigung zur Wurzelbrut eignet sich die Art für freiwachsende Hecken und zur Befestigung von Böschungen, wo sie mit der Zeit Kolonien bildet und Deckung schafft. Im Dezember geschnittene und ins Warme geholte Zweige treiben als Barbarazweige aus.
Anbau
Die Sauerkirsche ist anspruchsloser und frosthärter als die Süßkirsche und darum die Kirsche für raue Lagen. Sie will volle Sonne und einen lockeren, nährstoffreichen sandigen Lehm; Staunässe verträgt sie schlecht, anhaltende Trockenheit ebenso wenig, denn ihr Wasserbedarf liegt über dem der Süßkirsche. Weil sie erst im April bis Mai blüht, entgeht sie den meisten Spätfrösten. Fast alle Sorten sind selbstfruchtbar, ein zweiter Baum ist also nicht nötig. Der Ertrag setzt früh und regelmäßig ein. Entscheidend ist der Schnitt: Die Schattenmorellen-Gruppe fruchtet am einjährigen Langtrieb und verkahlt ohne jährliches Auslichten von innen heraus; abgetragene Triebe werden nach der Ernte auf junges Holz abgeleitet. Hauptproblem ist die Monilia-Spitzendürre, deren Befall bis weit ins gesunde Holz zurückgeschnitten gehört.
Vermehrung
Sorten werden ausschließlich veredelt, weil Sämlinge nicht sortenecht fallen. Üblich ist die Okulation im August auf zehn bis zwanzig Zentimeter Höhe, im Spätwinter kommen Kopulation und Geißfußveredlung infrage. Als Unterlagen dienen Sämlinge der Vogelkirsche für starkwüchsige Bäume, für Hausgärten eher schwachwüchsige Typen wie Gisela oder Weiroot, die kleinere Kronen und früheren Ertrag bringen. Manche Sorten, allen voran die Schattenmorelle, lassen sich auch wurzelecht halten: Sie bilden reichlich Wurzelbrut, die im Winter abgestochen und direkt an den endgültigen Platz gepflanzt werden kann — der traditionelle Weg im Bauerngarten. Generative Vermehrung bleibt der Unterlagenanzucht vorbehalten; die Steinkerne brauchen dafür eine mehrmonatige kaltfeuchte Stratifikation über Winter.
Wert für Tiere
Die Sauerkirsche blüht im April und Mai und liefert dann Nektar wie Pollen in reicher Menge; der Nektarzuckergehalt liegt zwischen knapp zehn und fünfzehn Prozent. Etwa 46 Wildbienenarten sind an ihr nachgewiesen, darunter die früh fliegende Gehörnte Mauerbiene, die Steinobstblüten bevorzugt — Spezialisten sind allerdings nicht darunter. Als Raupenfutter spielt sie eine kleinere Rolle als heimische Wildkirschen, doch fressen Falter wie Abendpfauenauge und Blaukopf an ihren Blättern. Der größte Wert liegt bei den Früchten: Amseln, Stare und Drosseln räumen einen Baum binnen Tagen leer, was im Obstgarten ärgerlich, im Naturgarten erwünscht ist. Als Strauch mit reichlich Wurzelbrut bildet sie dichte Kolonien, die in Hecken Deckung und Nistgelegenheit schaffen.
Besonderheiten
Besonderheiten: Blüht später als die Süßkirsche → kaum spätfrostgefährdet; selbstfruchtbar, kein Befruchter nötig; Schattenmorelle fruchtet nur am einjährigen Holz → jährlicher Schnitt zwingend; Früchte lösen sich bei vielen Sorten nicht trocken → mit Stiel schneiden statt zupfen; Melatonin- und Anthocyangehalt deutlich über Süßkirsche; frosthärter und anspruchsloser als Süßkirsche, auch für raue Lagen;
Herkunft & Lebensraum
Vorderasien und Südosteuropa, heute weltweit in der gemäßigten Zone kultiviert. Die Sauerkirsche ist keine Wildart, sondern eine im Umfeld von Kaspischem und Schwarzem Meer entstandene Kreuzung aus Vogelkirsche und Steppenkirsche. Echte Wildbestände sind nicht bekannt; verwilderte Bäume finden sich vielerorts in Hecken und an Waldrändern. Der Anbau reicht bis 63 Grad nördlicher Breite in Finnland und 68 Grad in Norwegen, in den Südalpen bis 1600, in den Zentralalpen bis 1800 Meter Höhe. Größte Erzeugerländer sind Russland und die Türkei, in den USA vor allem Michigan. In Deutschland liegen die Schwerpunkte in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Sachsen.
Als Kulturpflanze ohne eigenen Naturstandort tritt die Sauerkirsche im mitteleuropäischen Offenland vor allem verwildert auf: in Schlehen- und Ligustergebüschen, an Weinbergsmauern und Böschungen, in lichten Eichenwäldern und auf Streuobstwiesen. Sie bevorzugt sommerwarme, eher trockene Lagen mit lockeren, nährstoff- und basenreichen sandigen Lehmböden. Gegenüber Staunässe ist sie empfindlich, verträgt sie aber besser als die Süßkirsche; ihr Wasser- und Stickstoffbedarf liegt höher. Weil sie strauchförmig wächst und über Wurzelbrut Kolonien bildet, findet sie ihren Platz in halboffenen Hecken- und Saumstrukturen — dort, wo mageres Grünland an Gehölzränder stößt.
⚠️ Gefahren
Giftige Kerne und Blätter, giftig für Hunde, Katzen und Pferde Wie bei allen Prunus-Arten enthalten Samen, Blätter und Rinde cyanogene Glykoside, die beim Zerkauen oder Zerkleinern Blausäure freisetzen. Einzelne versehentlich mitverschluckte, unversehrte Kerne sind unbedenklich, größere Mengen zerkauter Kerne dagegen nicht; von selbst hergestellten Kernauszügen ist abzuraten. Für Hunde, Katzen und Pferde gelten dieselben Pflanzenteile als giftig. Das Fruchtfleisch selbst ist unbedenklich. Der bei Verletzungen austretende Gummifluss ist ein Zeichen für einen falschen Schnittzeitpunkt, keine Gefahr.
Häufige Fragen
Sauer-Kirsche: Wie groß wird die Pflanze?
Sauer-Kirsche (Prunus cerasus) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 6,5 m Höhe bei rund 6 m Breite. Das Wachstum ist mittel.
Sauer-Kirsche: Welchen Standort braucht die Pflanze?
Sauer-Kirsche verträgt leichter Schatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich trocken – feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 6 und 7,5 liegen.
Sauer-Kirsche: Ist die Pflanze winterhart?
Sauer-Kirsche ist für die Winterhärte Zone 3–9 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.
Sauer-Kirsche: Wächst die Pflanze in Deutschland?
Sauer-Kirsche ist bis Zone 3 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
Sauer-Kirsche: Wann ist die Blütezeit?
Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im April.
Sauer-Kirsche: Ist die Pflanze giftig?
Für Sauer-Kirsche ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.
Sauer-Kirsche: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?
Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 7/10, Heilkunde 4/10, Sonstige Nutzung 5/10.
Welche Sorten von Sauer-Kirsche gibt es?
Im Permaplans-Sortenfinder sind 26 Sorten von Sauer-Kirsche hinterlegt, darunter Achat, Beutelspacher Rexelle, Carmine Jewel, Csengődi, Diemitzer Amarelle, Filsener Glaskirsche, Gerema, Heimanns Rubin, Karneol, Kelleris 16, Königin Hortense, Köröser Weichsel und 14 weitere. Jede Sorte hat eine eigene Seite mit Geschmack, Reifezeit, Resistenzen und Abstammung.
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