Mispel
Wächst das bei mir?
Mispel ist bis Zone 6 winterhart. Das reicht für fast alle Lagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz; nur in rauen Höhenlagen (Alpen, Mittelgebirgskämme) ist Winterschutz sinnvoll. Zusätzlich braucht sie warme Sommer, wie sie hierzulande nur im Weinbauklima, in Stadtlagen oder an geschützten Südwänden zusammenkommen.
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Steckbrief
- Familie
- Rosaceae
- Wuchsform
- Baum
- Wuchshöhe
- 6 m
- Kronenbreite
- 6 m
- Wachstum
- mittel
- Lebensdauer
- 150 Jahre
- Erster Ertrag
- nach 4 Jahren
- Ertrag pro Pflanze
- bis 50 kg im Jahr
- Ertrag im Anbau
- bis 15 t/ha
- Energieertrag
- 1300 kcal pro m² und Jahr
- Winterhärte
- Zone 6–10
- Schattentoleranz
- Halbschatten
- Boden
- Sand, Schluff, Lehm
- Bodenfeuchte
- halbfeucht – feucht
- pH-Wert
- 6 – 7,5
Blüte & Ernte
| J | F | M | A | M | J | J | A | S | O | N | D | |
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| Blüte | ||||||||||||
| Fruchternte |
Sorten (13)
13 Sorten von Mispel sind im Permaplans-Sortenfinder hinterlegt — jede mit eigener Seite: Geschmack, Reifezeit, Resistenzen, Abstammung und Verwendung.
- Apyrena
- Bredase Reus Großfrüchtige holländische Mispel aus der Region Breda.
- Große aus Holland Die klassische großfrüchtige Mispel – kräftig, robust und weithin erhältlich.
- Holländische
- Kurpfälzer / Süßmispel
- MacrocarpaSehr großfrüchtige Mispel-Form für kräftige Erträge.
- Metz
- Mondacce
- Musegg
- Nottingham Kleinfrüchtige englische Mispel mit reichem Aroma.
- Royal Mittelgroße Mispel mit besonders reichem, feinem Aroma.
- Szentesi rózsa Ungarische Mispelsorte.
- Westerveld Zuverlässige holländische Mispel mit gleichmäßigen Früchten.
Nutzung
Essbar: Obst - roh oder gekocht. In kühleren gemäßigten Zonen reifen die Früchte nicht immer vollständig aus. Sie können jedoch im Spätherbst (vorzugsweise nach etwas Frost) noch hart geerntet werden und müssen dann entkernt werden, bevor sie roh verzehrt werden können. Dazu werden sie mit dem Stielende nach oben für kurze Zeit an einem kühlen Ort gelagert, bis sie kurz vor der Fäulnis stehen, ein Zustand, der als beginnende Fäulnis bezeichnet wird. In diesem Stadium verfärbt sich das Fruchtfleisch von weiß nach braun, wird sehr weich und ist ziemlich süß mit einem absolut köstlichen Geschmack, der ein wenig an eine üppige tropische Frucht erinnert. Die Früchte der Wildarten haben einen Durchmesser von bis zu 25 mm, obwohl einige Sorten einen Durchmesser von 65 mm oder mehr haben können.
Sonstige Nutzung: Das Holz der Mispel ist hart, zäh und feinfaserig mit zerstreuter Porung; Drechsler und Tischler schätzen es seit jeher für Kleinarbeiten, Werkzeugteile und Intarsien, und als Brennholz oder zur Holzkohlegewinnung taugt es ebenfalls. Wirtschaftlich bedeutsamer ist der hohe Gerbstoffgehalt: Blätter und Rinde dienten zum Gerben von Leder, und die Pharmaindustrie verarbeitet Rinde, Blätter und junge Früchte bis heute wegen ihres Tanningehalts. Der Saft unreifer Früchte flockt Eiweiß aus und wird deshalb zum Schönen trüber Obstweine und Moste verwendet. Wegen der großen weißen Blüten, des dekorativen Laubs und der auffälligen Früchte pflanzt man sie außerdem als Ziergehölz.
Anbau
Standortwahl: Die Mispel wird 3 bis 6 m hoch und oft breiter als hoch, braucht also Platz. Ihr sparriger Wuchs mit verdreht wachsenden Ästen macht sie als Solitär reizvoll, als Sichtschutz untauglich. Wildformen und Sämlinge tragen an den Kurztrieben Sprossdornen, was an schmalen Wegen und Sitzplätzen stört. Als Bienenweide ist sie ausgezeichnet: An ihren großen weißen Maiblüten wurden 41 Wildbienenarten nachgewiesen. Die Früchte reifen erst ab Oktober und fallen weich und teigig ab, weshalb man sie nicht über Terrasse oder Pflaster hängen lässt. Ob sie Feuerbrand überträgt, wird unterschiedlich beurteilt; nahe Kernobstanlagen ist Zurückhaltung geboten. Pflege: Sie ist selbstfruchtbar, ein einzelner Baum genügt. Geschnitten wird möglichst wenig, denn die Blüten entstehen endständig an den Trieben und jeder regelmäßige Rückschnitt kostet unmittelbar Ertrag: Es genügt, zu dicht stehende oder alte Äste herauszunehmen. Pflanzabstände liegen bei 3 x 3 m für kleinwüchsige Sorten und 6 x 5 m für auf Birne veredelte Halbstämme. Auf zu nassem Grund reifen die Triebe im Herbst schlecht aus. Pflanzenschutz erübrigt sich weitgehend; Rehe verbeißen und fegen aber an Jungbäumen, in Wildlagen lohnt ein Stammschutz. Geerntet wird ab Ende Oktober, genießbar werden die Früchte erst nach Frost oder rund 20 Tagen Lagerung.
Vermehrung
Sorten und Auslesen lassen sich nur vegetativ erhalten, üblich ist die Veredelung. Als Unterlage dient die Mispel selbst, häufiger aber Weißdorn, daneben Quitten-Typenunterlagen, Eberesche oder Birne; die Wahl steuert Wuchsstärke und Endgröße. Eine Aussaat ist möglich, verlangt aber Geduld: Die Samen haben eine sehr harte, wasserundurchlässige Schale und keimen in der Regel erst nach zwei Wintern. Am besten erntet man die Früchte dafür grün, solange die Samenschale noch nicht ausgehärtet ist, und sät sofort; gelagerte Samen weicht man einen Tag in warmem Wasser ein und stratifiziert sie anschließend zwei bis drei Monate kalt. Absenker gelingen ebenfalls, brauchen bis zur Bewurzelung aber rund 18 Monate. Stecklinge aus reifem Holz haben nur geringe Erfolgsaussichten.
Wert für Tiere
Die Mispel ist eine ausgesprochen gute Bienenweide: An ihren großen, einzeln stehenden weißen Blüten des Mai wurden 41 Wildbienenarten nachgewiesen — darunter zahlreiche Sand- und Schmalbienen, Masken-, Keulhorn- und Mauerbienen sowie fünf Hummelarten. Weil die Blüte spät und vergleichsweise lange anhält, überbrückt sie die Lücke zwischen der Obstblüte und dem Sommerflor. Als Raupenfutterpflanze fällt sie mit drei Arten, darunter Pflaumenglucke und Weißdorn-Wickler, deutlich bescheidener aus. Die Früchte bleiben bis in den Frost hängen und werden dann von Kernbeißer, Amsel und weiteren Drosseln angenommen. Als Archäophyt ist die Art hier seit Jahrhunderten eingebürgert.
Besonderheiten
Besonderheiten: Archäophyt - von den Römern nach Mittel- und Westeuropa gebracht, im Mittelalter weit verbreitete Obstart, heute ohne Bedeutung im Fruchthandel; Früchte erst nach Frost oder ~20 Tagen Lagerung teigig+genießbar; unreife Frucht (~2,6% Tannin) flockt Eiweiß aus Schönen trüber Obstweine+Moste; Blüte erst im Mai und endständig -> praktisch keine Spätfrostgefahr; 'Kurpfalzmispel' fast gerbstofffrei, schon vor Frost roh essbar; selbstfruchtbar; bis 70 Jahre alt
Herkunft & Lebensraum
Kaukasus bis Nordiran und Kleinasien. Die Mispel stammt trotz ihres deutschen Namens nicht aus Mitteleuropa, sondern aus dem Raum zwischen Kaukasus und Nordiran, von wo sie über Kleinasien nach Griechenland gelangte; um 300 v. Chr. waren dort bereits verschiedene Typen in Kultur. Ab etwa 200 v. Chr. verbreiteten die Römer sie nach West- und Mitteleuropa bis nach Südskandinavien, wo sie sich als Archäophyt einbürgerte. Im Mittelalter zählte sie zu den verbreiteten Obstarten Europas. Heute beschränkt sich der Erwerbsanbau auf Italien, den Balkan, die Türkei, den Iran und Großbritannien; in Kalifornien und Japan ist sie eingebürgert.
Am Naturstandort wächst die Mispel an sonnigen Waldrändern, in Trockengebüschen und an anderen wärmebegünstigten Stellen. Sie ist ein Gehölz der Säume, nicht des geschlossenen Waldes. Bevorzugt werden vollsonnige bis halbschattige, eher trockene und windgeschützte Lagen auf tiefgründigen, gern kalkreichen Böden. Zu feuchte Standorte bekommen ihr schlecht: Dort schließen die Triebe im Herbst sehr spät ab und reifen schlecht aus. Im Kaukasus steigt sie bis in Höhen um 1.000 bis 1.200 m. In Mitteleuropa verwildert sie gelegentlich, die Vorkommen gehen meist auf Sämlinge einzeln stehender Bäume zurück.
⚠️ Gefahren
Die Samen enthalten das giftige Blausäure (die Substanz, die Mandeln ihren Geschmack verleiht) und sollten nicht in großen Mengen gegessen werden.
Häufige Fragen
Mispel: Wie groß wird die Pflanze?
Mispel (Mespilus germanica) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 6 m Höhe bei rund 6 m Breite. Das Wachstum ist mittel.
Mispel: Welchen Standort braucht die Pflanze?
Mispel verträgt Halbschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich halbfeucht – feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 6 und 7,5 liegen.
Mispel: Ist die Pflanze winterhart?
Mispel ist für die Winterhärte Zone 6–10 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.
Mispel: Wächst die Pflanze in Deutschland?
Mispel ist bis Zone 6 winterhart. Das reicht für fast alle Lagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz; nur in rauen Höhenlagen (Alpen, Mittelgebirgskämme) ist Winterschutz sinnvoll. Zusätzlich braucht sie warme Sommer, wie sie hierzulande nur im Weinbauklima, in Stadtlagen oder an geschützten Südwänden zusammenkommen.
Mispel: Wann ist die Blütezeit?
Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Mai.
Mispel: Wann kann man ernten?
Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im November.
Mispel: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?
Mispel trägt erstmals nach 4 Jahren. Eine ausgewachsene Pflanze liefert bis zu 50 kg im Jahr, im Anbau bis 15 t pro Hektar. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.
Mispel: Ist die Pflanze giftig?
Für Mispel sind einzelne Pflanzenteile als leicht bedenklich vermerkt — die Pflanze gilt nicht als giftig. Verlass dich bei Wildpflanzen nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.
Mispel: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?
Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 8/10, Heilkunde 6/10, Sonstige Nutzung 6/10.
Welche Sorten von Mispel gibt es?
Im Permaplans-Sortenfinder sind 13 Sorten von Mispel hinterlegt, darunter Apyrena, Bredase Reus, Große aus Holland, Holländische, Kurpfälzer / Süßmispel, Macrocarpa, Metz, Mondacce, Musegg, Nottingham, Royal, Szentesi rózsa und 1 weitere. Jede Sorte hat eine eigene Seite mit Geschmack, Reifezeit, Resistenzen und Abstammung.
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