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Pflaume – Prunus domestica

Pflaume

Prunus domestica
alter Hybrid mit vielen Unterarten
Essbarkeit9Heilwirkung3Sonstiger Nutzen6
Baum11×10 mZone 5–9Halbschatten🍎 Essbar

Wächst das bei mir?

Pflaume ist bis Zone 5 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:

Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Rosaceae
Wuchsform
Baum
Wuchshöhe
11 m
Kronenbreite
10 m
Wachstum
mittel
Lebensdauer
120 Jahre
Erster Ertrag
nach 5 Jahren
Ertrag pro Pflanze
bis 60 kg im Jahr
Ertrag im Anbau
bis 12 t/ha
Energieertrag
550 kcal pro m² und Jahr
Winterhärte
Zone 5–9
Schattentoleranz
Halbschatten
Boden
Sand, Schluff, Lehm, Ton
Bodenfeuchte
halbfeucht – sehr feucht
pH-Wert
6 – 7,5
Synonyme
Pflaumenbaum
In Gärten geplant
4×
NektarquellePollenquelle

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte
Fruchternte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Sorten (32)

32 Sorten von Pflaume sind im Permaplans-Sortenfinder hinterlegt — jede mit eigener Seite: Geschmack, Reifezeit, Resistenzen, Abstammung und Verwendung.

Nutzung

Essbar9 von 10
Heilkunde3 von 10
Sonstige Nutzung6 von 10

Essbar: Pflaumen und Zwetschgen werden roh gegessen, zu Mus, Marmelade und Kuchenbelag verarbeitet, gedörrt oder zu Brand und Likör vergoren; Zwetschgen sind wegen ihres festen, steinlösenden Fleisches die klassischen Back- und Dörrfrüchte, während saftige Rundpflaumen eher frisch verzehrt werden. Beim Trocknen steigt der Zuckergehalt stark an, Dörrpflaumen halten sich lange. Die Blüten lassen sich als essbare Dekoration über Salate streuen, und aus Stammverletzungen tritt ein essbares Gummi aus. Die Samen im Steinkern enthalten rund zwanzig Prozent Öl; süßkernige Typen schmecken mandelartig, bitter schmeckende Kerne enthalten dagegen Amygdalin, aus dem beim Kauen Blausäure frei wird, und gehören nicht auf den Teller. Ertragsschätzungen gehen von etwa zwölf Tonnen je Hektar aus, umgerechnet rund 552 Kilokalorien je Quadratmeter.

Heilkunde: Getrocknete Pflaumen wirken mild abführend; verantwortlich sind der hohe Sorbit- und Ballaststoffgehalt, nicht ein einzelner Wirkstoff. Diese Wirkung ist gut belegt und der einzige verlässliche medizinische Nutzen der Art. Der Rindenaufguss als fiebersenkendes Mittel ist volksmedizinisch überliefert, aber nicht klinisch geprüft. Die Samen im Steinkern enthalten Amygdalin; bitter schmeckende Kerne setzen beim Kauen Blausäure frei und sind kein Lebensmittel. Für rohe Aprikosenkerne, chemisch vergleichbar, gilt in der EU ein Höchstgehalt von 20 Milligramm Blausäure je Kilogramm — ein brauchbarer Maßstab auch für Pflaumenkerne. Blätter und Rinde enthalten ebenfalls cyanogene Glykoside und gehören nicht in Tees.

Sonstige Nutzung: Färben: Blätter werden grün gefärbt, Früchte werden grau-grün gefärbt und die Rinde wird gelb gefärbt. Harz dient als Klebstoff. Die Samen enthalten Öl. Das Holz ist hart, dicht, spröde und schwer zu trocknen. Es schwindet stark und reißt leicht. Es eignet sich gut zum Drechseln.

Anbau

Die Pflaume benötigt einen gut durchlässigen, feuchtigkeitsspeichernden Boden und einen geschützten Standort. Sie gedeiht im Halbschatten, trägt jedoch besser Früchte an einem sonnigen Standort. Am besten wächst sie in einem lehmigen Boden, der kalkhaltig ist. Schwere Tonböden sind ebenfalls geeignet. Ein gewisser Anteil an Kalk im Boden wird bevorzugt, jedoch kann die Pflanze chlorotisch werden, wenn zu viel vorhanden ist. Der pH-Wert sollte zwischen 6 und 6,5 liegen. Die Pflaume wird in gemäßigten Zonen weit verbreitet für ihre essbaren Früchte kultiviert. Es gibt viele Sorten, die von Ende Juli bis November oder Dezember frische Früchte liefern können. Die meisten Sorten sind selbstfruchtbar, einige sind jedoch teilweise selbststeril und andere benötigen eine Fremdbestäubung. Bei begrenztem Platz oder in klimatisch herausfordernden Gebieten können Pflaumen an einer Mauer gezogen werden. Die meisten Sorten gedeihen gut an einer sonnigen Süd- oder Westwand, während einige der widerstandsfähigeren Sorten an einer Ostwand gedeihen und eine Nordwand nicht wirklich geeignet ist. Diese Art ist wahrscheinlich ein Hybrid von P. spinosa und P. cerasifera, kombiniert mit Chromosomenverdopplung. Sie kreuzt sich nicht mit der japanischen Pflaume, P. salicina. Pflaumen bevorzugen ein kontinentales Klima, milde Winter fördern eine frühere Blüte mit einem höheren Risiko für Frostschäden an den Blüten. Die besten Früchte werden abseits der westlichen Seite des Landes produziert. Die meisten Arten dieser Gattung haben flache Wurzeln und bilden Ausläufer, wenn die Wurzeln beschädigt werden. Pflanzen dieser Gattung sind besonders anfällig für den Hallimaschpilz.

Vermehrung

Pflaumensorten werden veredelt, weil Sämlinge nicht sortenecht fallen. Üblich ist die Okulation im August auf zehn bis zwanzig Zentimeter Höhe, im Spätwinter kommen Kopulation und Geißfußveredlung infrage. Die Unterlage entscheidet über Wuchsstärke, Bodenverträglichkeit und Ausläuferbildung: St. Julien A passt auf leichte Böden und in Anlagen ohne Bewässerung, WaVit und WeiWa auf gute Standorte; alle drei bilden kaum Wurzelbrut, was ältere Unterlagen wie 655/2 zum Problem machte. Für schwachen Wuchs im Hausgarten eignet sich Pixy. Eine Besonderheit ist die wurzelechte Vermehrung: Hauszwetschge und manche Landsorten treiben reichlich Wurzelbrut, die im Winter abgestochen und direkt verpflanzt werden kann — der traditionelle Weg im Streuobst. Die Aussaat dient nur der Unterlagenanzucht; die Steine brauchen dafür eine kaltfeuchte Stratifikation über Winter.

Wert für Tiere

Die früh im Jahr öffnenden Blüten der Pflaume zählen zu den ergiebigsten Nahrungsquellen des zeitigen Frühlings: Nektar- und Pollenangebot sind gleichermaßen hoch, und rund 46 Wildbienenarten wurden an ihnen nachgewiesen, überwiegend Sandbienen der Gattung Andrena. Für junge Hummel- und Bienenvölker fällt diese Tracht in eine Phase, in der sonst wenig blüht. Als Raupenfutter dient die Pflaume etwa 65 Schmetterlingsarten, von denen fünf enger an sie gebunden sind, darunter der Pflaumen-Zipfelfalter. Hinzu kommen mehrere Käferarten, die Holz, Rinde und Blüten nutzen. Reife und heruntergefallene Früchte werden von Drosseln, Staren, Finken und Rabenvögeln angenommen, älteres Astwerk bietet Höhlenbrütern Ansatzpunkte.

Besonderheiten

Besonderheiten: Hybrid [Kirschpflaume (P. cerasifera) x Schlehdorn (P. spinosa)]; Unterarten: Zwetschge(subsp. domestica), Hafer-Pflaume(insititia), Halbzwetsche(intermedia), Edel-Pflaume(italica), Spilling(pomariorum), Ziparte(prisca), Mirabelle(syriaca); blüht später als Kirschpflaume+Aprikose+Pfirsich → seltener Spätfrostschaden; keine Wildbestände (reine Kulturhybride); Vermehrung: Veredlung(St. Julien A, WaVit, WeiWa, Pixy) + Wurzelbrut(wurzelecht bei Hauszwetschge);

Herkunft & Lebensraum

Vorderasien und Kaukasus, heute weltweit in der gemäßigten Zone angebaut. Die Pflaume ist keine Wildart, sondern ein natürlicher Artbastard aus Schlehe und Kirschpflaume, der vermutlich zwischen Kaukasus und Kaspischem Meer entstand; neuere Untersuchungen sehen den Hauptanteil bei verschiedenen Ploidiestufen der Kirschpflaume. Über den Vorderen Orient — Damaskus gab der Zwetschge ihren Namen — gelangte sie in den Mittelmeerraum und mit den Römern nach Mitteleuropa. Verwildert findet man sie in Hecken und an Wegrändern, echte Wildbestände gibt es nicht. Größter Erzeuger ist heute China mit gut der Hälfte der Welternte, gefolgt von Rumänien, Serbien, Chile und der Türkei; in Deutschland stammen rund 71 Prozent aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

Die Pflaume ist eine Kulturhybride ohne natürliche Wildbestände; ihr Lebensraum ist die Kulturlandschaft. Klassisch steht sie auf Streuobstwiesen, in Bauerngärten und in Hecken, daneben verwildert sie an Feldrainen, Wegrändern, Bahndämmen und in lichten Gebüschen, wo sie über Wurzelbrut oft dichte Gruppen bildet. Sie verlangt einen mittelschweren, humosen, nährstoffreichen und gut durchlüfteten Boden, der frisch, aber nicht staunass ist; auf verdichteten Standorten leidet sie ebenso wie auf flachgründigen Trockenböden. Sonnige bis halbschattige, warme Lagen sind ihr am zuträglichsten. Weil sie später blüht als Kirschpflaume, Aprikose und Pfirsich, gerät ihre Blüte seltener in Spätfröste — das macht sie auch in raueren Lagen und höheren Tallagen anbauwürdig.

⚠️ Gefahren

Giftige Kerne und Blätter, giftig für Hunde, Katzen und Pferde Wie bei allen Prunus-Arten enthalten Samen, Blätter und Rinde cyanogene Glykoside, die beim Zerkauen oder Zerkleinern Blausäure freisetzen. Einzelne versehentlich mitverschluckte, unversehrte Kerne sind unbedenklich, größere Mengen zerkauter Kerne dagegen nicht; von selbst hergestellten Kernauszügen ist abzuraten. Für Hunde, Katzen und Pferde gelten dieselben Pflanzenteile als giftig. Das Fruchtfleisch selbst ist unbedenklich. Der bei Verletzungen austretende Gummifluss ist ein Zeichen für einen falschen Schnittzeitpunkt, keine Gefahr.

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Pflaume: Wie groß wird die Pflanze?

Pflaume (Prunus domestica) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 11 m Höhe bei rund 10 m Breite. Das Wachstum ist mittel.

Pflaume: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Pflaume verträgt Halbschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm, Ton. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich halbfeucht – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 6 und 7,5 liegen.

Pflaume: Ist die Pflanze winterhart?

Pflaume ist für die Winterhärte Zone 5–9 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Pflaume: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Pflaume ist bis Zone 5 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Pflaume: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Mai.

Pflaume: Wann kann man ernten?

Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von August bis September.

Pflaume: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?

Pflaume trägt erstmals nach 5 Jahren. Eine ausgewachsene Pflanze liefert bis zu 60 kg im Jahr, im Anbau bis 12 t pro Hektar. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.

Pflaume: Ist die Pflanze giftig?

Für Pflaume sind einzelne Pflanzenteile als leicht bedenklich vermerkt — die Pflanze gilt nicht als giftig. Verlass dich bei Wildpflanzen nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Pflaume: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 9/10, Heilkunde 3/10, Sonstige Nutzung 6/10.

Welche Sorten von Pflaume gibt es?

Im Permaplans-Sortenfinder sind 32 Sorten von Pflaume hinterlegt, darunter Angelina Burdett, Anna Späth, Auerbacher, Bellamira, Bluefre, Bühler Frühzwetschge, Čačanska Lepotica, Čačanska Najbolja, Čačanska Rodna, Fellenberg, Gelber Spilling, Graf Althans Reneklode und 20 weitere. Jede Sorte hat eine eigene Seite mit Geschmack, Reifezeit, Resistenzen und Abstammung.

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