Vogelkirsche
Wächst das bei mir?
Vogelkirsche ist bis Zone 3 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
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Steckbrief
- Familie
- Rosaceae
- Wuchsform
- Baum
- Wuchshöhe
- 19 m
- Kronenbreite
- 12 m
- Wachstum
- schnell
- Lebensdauer
- 100 Jahre
- Erster Ertrag
- nach 6 Jahren
- Ertrag pro Pflanze
- bis 30 kg im Jahr
- Ertrag im Anbau
- bis 6 t/ha
- Energieertrag
- 300 kcal pro m² und Jahr
- Winterhärte
- Zone 3–8
- Schattentoleranz
- Halbschatten
- Boden
- Sand, Schluff, Lehm
- Bodenfeuchte
- halbfeucht – sehr feucht
- pH-Wert
- 5,5 – 7
- Synonyme
- Kirschbaum
- In Gärten geplant
- 5×
Blüte & Ernte
| J | F | M | A | M | J | J | A | S | O | N | D | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Blüte | ||||||||||||
| Fruchternte |
Sorten (46)
46 Sorten von Vogelkirsche sind im Permaplans-Sortenfinder hinterlegt — jede mit eigener Seite: Geschmack, Reifezeit, Resistenzen, Abstammung und Verwendung.
- Adlerkirsche von Bärtschi
- Alma
- Annabella
- Badeborner
- Bernhard Nette
- Bing Weltweit bekannteste dunkle US-Handelskirsche mit großem, festem, saftigem Fruchtfleisch.
- Burlat Die klassische frühe Süßkirsche – schon ab der 2. Kirschwoche reif.
- Büttners Rote Knorpelkirsche Alte, gelbrot marmorierte Knorpelkirsche mit sehr festem Fleisch und guter Platzfestigkeit.
- Charmes
- Dollenseppler
- Dönissens Gelbe Knorpelkirsche Rein gelbe, feste Knorpelkirsche – wenig anfällig für Kirschfruchtfliege und Vogelfraß.
- Frühe Rote Meckenheimer
- Früheste der Mark
- Garrns Bunte
- Gelbe KnorpelkirscheGelbfleischige Knorpelkirsche mit festem, süßem Fruchtfleisch.
- Große Schwarze Knorpelkirsche Klassische schwarzrote Knorpelkirsche mit festem Fleisch – bewährte alte Streuobstsorte.
- Hedelfinger Bewährte, robuste alte Knorpelkirsche mit guter Platz- und Frosthärte.
- Kassins Frühe
- Kordia Große, dunkle Knorpelkirsche mit festem Fruchtfleisch – sehr platzfest und weltweit geschätzt.
- Lapins Selbstfruchtbare, feste Dunkelkirsche der 6. Kirschwoche mit hoher, regelmäßiger Ertragskraft.
- Merchant Frühe, zuverlässige englische Dunkelkirsche mit gutem Ertrag für kühlere Lagen.
- Mödinger
- Querfurter Königskirsche
- Rainier Edle, gelb-rot geflammte Premium-Knorpelkirsche mit hohem Zuckergehalt.
- Regina Späte, sehr platzfeste Premium-Süßkirsche mit großen, festen Früchten.
- Ritterkirsche
- Rottaler Sämling
- Sam Robuste, platzfeste schwarze Knorpelkirsche und geschätzter Pollenspender.
- Schneiders Späte Knorpelkirsche Große, edle dunkelrote Knorpelkirsche mit ausgezeichnetem Aroma – eine deutsche Standardsorte.
- Schwarze KnorpelkirscheDunkle, feste Knorpelkirsche mit süßem, saftigem Fruchtfleisch.
- Schwarze Schüttler
- Skeena Sehr große, selbstfruchtbare Spätsorte mit hervorragender Festigkeit und Platzfestigkeit.
- Spitze Braune
- Star
- Starking Hardy Giant
- Stella
- Summit Sehr große, herzförmige Kirsche mit saftig-süßem, mildem Aroma.
- Sunburst Selbstfruchtbare, sehr große Dunkelkirsche mit saftigem, süßem Fleisch.
- Sweetheart Sehr späte, selbstfruchtbare Sorte der 7. Kirschwoche mit langer Erntedauer.
- Teickners Schwarze Herzkirsche
- Tilgeners Rote Herzkirsche
- Unterländer
- Valeska
- Van Klassische, sehr ertragreiche dunkelrote Knorpelkirsche und wichtiger Befruchter.
- Werdersche Braune
- Zum Feldes Frühe Schwarze
Nutzung
Essbar: Obst kann roh oder gekocht gegessen werden. Es kann süß oder bitter sein, aber nicht sauer. Die Früchte können für die Zubereitung von Pasteten oder Konserven verwendet werden. Sie bestehen zu etwa 78 % aus Wasser und enthalten 8,5 - 14 % Zucker. Die Frucht hat einen Durchmesser von etwa 20 mm und enthält einen großen Samen. Der Samen kann roh oder gekocht gegessen werden, sollte jedoch nicht verzehrt werden, wenn er zu bitter ist. Durch Anritzen der Rinde kann ein essbarer Gummi gewonnen werden.
Heilkunde: Die Kirschstiele sind das überlieferte Hausmittel: Ein Absud der getrockneten Fruchtstiele gilt als mild harntreibend und zusammenziehend und wurde volksheilkundlich bei Blasenentzündung, Ödemen, Durchfall, Blutarmut und Bronchialbeschwerden getrunken. Klinisch belegt ist keine dieser Anwendungen, der Tee bleibt also Haustradition und kein Heilmittel. Das am Stamm austretende Harz wurde als Dampf gegen hartnäckigen Husten inhaliert. Wie bei allen Prunus-Arten enthalten Samen und Blätter cyanogene Glykoside, die beim Zerkauen Blausäure freisetzen; die Kerne sind kein Lebensmittel, und Blätter gehören nicht in Aufgüsse. Das Fruchtfleisch ist unbedenklich und liefert die Vitamine A, C und E, Folsäure und Kalium.
Sonstige Nutzung: Aus den Blättern kann ein grüner Farbstoff gewonnen werden. Aus der Frucht kann ein dunkelgrauer bis grüner Farbstoff gewonnen werden. Die Rinde enthält normalerweise nur geringe Mengen an Tannin, manchmal aber bis zu 16%. Das Holz hat eine feste, kompakte und seidige Maserung und wird für Dreharbeiten, Möbel und Instrumente verwendet.
Anbau
Die Vogelkirsche ist an den Standort erstaunlich anpassungsfähig und gedeiht in allen mitteleuropäischen Klimalagen ohne besondere Ansprüche. Am besten wächst sie auf tiefgründigen, kalkhaltigen, frischen Lehmböden; empfindlich reagiert sie allein auf Staunässe. Das Jugendwachstum ist mit bis zu siebzig Zentimetern im Jahr sehr rasch, der Baum erreicht fünfzehn bis zwanzig Meter — im Hausgarten braucht er also Platz und wirft mit seiner locker belaubten Krone nur leichten Schatten. Die Blüte im April ist etwas spätfrostempfindlich. Geschnitten wird ausschließlich im Sommer nach der Ernte, weil Winterschnitt Gummifluss auslöst. Zu rechnen ist mit Kirschfruchtfliege und Schwarzer Kirschenlaus, in älteren Beständen mit Wurzel- und Kernfäule; junge Bäume im Freiland brauchen Schutz vor Wildverbiss und Fegeschäden.
Vermehrung
Die Wildform wird über Samen vermehrt. Die Steinkerne werden aus vollreifen Früchten gelöst, vom Fruchtfleisch gereinigt und über den Winter kaltfeucht stratifiziert; sie keimen im folgenden Frühjahr, sofern man sie vor Mäusen schützt. Nur die Wildform fällt dabei einigermaßen typgetreu — Kirschensämlinge sind deshalb bis heute die klassische Unterlage für Süß- und Zierkirschen und ergeben großkronige, langlebige Bäume. Wer eine bestimmte Auslese vermehren will, veredelt: Okulation im August oder Kopulation im Spätwinter, auf Sämlingsunterlagen für Hochstämme, auf schwachwüchsige Typen wie Gisela, wenn die Krone klein bleiben soll. Über Stecklinge lässt sich die Vogelkirsche kaum vermehren. Wurzelbrut entsteht vor allem nach Verletzung der Wurzeln oder nach Fällung des Hauptstamms und kann dann zur Vermehrung dienen.
Wert für Tiere
Die Vogelkirsche ist auch aus ökologischer Sicht ein Spitzenbaum. Ihre Blüte im April fällt in eine Zeit, in der noch wenig blüht, und macht sie zu einer guten Bienenweide für Honigbienen, Hummeln und früh fliegende Wildbienen. Die Früchte werden von Amseln, Staren, Kernbeißern und Krähen gefressen — der Name kommt nicht von ungefähr — und dienen darüber hinaus Mäusen, Mardern, Fuchs, Dachs und Wildschwein als Nahrung, die die Steinkerne verbreiten. Das Laub ist Futter für zahlreiche Schmetterlingsraupen, und die sich in horizontalen Ringeln ablösende Borke bietet Verstecke für Spinnen und Insekten. Altbäume mit Höhlen und Astabbrüchen werden von Meisen, Kleiber und Star zum Brüten angenommen.
Besonderheiten
Besonderheiten: an Waldrändern & im sonnigen Hügelland; Blätter als Tabak; z.B. am 4. Dezember geschnittene Kirschzweige blühen zum 24. Dez.; Kirschkern enthält das Steinfrucht-typische Amygdalin/Vit. B17 =+wird auch für Taschenwärmer/Kirschkernkissen gesammelt; ~0,4% am deutschen Wald; 1500KWh/rm; 4,5KWh/kg
Herkunft & Lebensraum
Europa, Kaukasus und Nordwestafrika. Die Vogelkirsche wächst von Südskandinavien bis Süditalien und Nordafrika, ostwärts über die Türkei bis in den Kaukasus. In Mitteleuropa ist sie flächendeckend heimisch; in den Alpen steigt sie bis etwa 1400 Meter. Als Stammform der Süßkirsche wurde sie schon in vorchristlicher Zeit in Kultur genommen und über das Römische Reich als Kulturform nach Norden verbreitet, weshalb Wild- und Kulturformen heute vielerorts nebeneinanderstehen und sich einkreuzen. Sie erreicht ein Alter von 80 bis 90, mitunter bis 150 Jahren.
Die Vogelkirsche ist ein Baum der sommergrünen Laubmischwälder und Hartholzauen; in Buchen- und Eichenwäldern steht sie meist eingestreut statt bestandsbildend, und als rasch wachsender Pionier besiedelt sie Böschungen, Waldränder und Brachflächen. Sie verlangt tiefgründige, humose, gut durchlässige Lehmböden im nährstoffreichen, eher kalkhaltigen Bereich; saure Torfböden und flachgründige Kalkböden meidet sie. Licht braucht sie reichlich — volle Sonne bis lichter Halbschatten —, und ein Jugendwachstum von bis zu siebzig Zentimetern im Jahr erlaubt ihr, Lücken im Kronendach schnell zu schließen. Winterhart ist sie bis etwa minus achtundzwanzig Grad.
⚠️ Gefahren
Giftige Kerne und Blätter, giftig für Hunde, Katzen und Pferde Kerne, Blätter und Rinde enthalten Blausäure. Wie bei allen Prunus-Arten enthalten Samen, Blätter und Rinde cyanogene Glykoside, die beim Zerkauen oder Zerkleinern Blausäure freisetzen. Einzelne versehentlich mitverschluckte, unversehrte Kerne sind unbedenklich, größere Mengen zerkauter Kerne dagegen nicht; von selbst hergestellten Kernauszügen ist abzuraten. Für Hunde, Katzen und Pferde gelten dieselben Pflanzenteile als giftig. Das Fruchtfleisch selbst ist unbedenklich. Der bei Verletzungen austretende Gummifluss ist ein Zeichen für einen falschen Schnittzeitpunkt, keine Gefahr.
Häufige Fragen
Vogelkirsche: Wie groß wird die Pflanze?
Vogelkirsche (Prunus avium) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 19 m Höhe bei rund 12 m Breite. Das Wachstum ist schnell.
Vogelkirsche: Welchen Standort braucht die Pflanze?
Vogelkirsche verträgt Halbschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich halbfeucht – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5,5 und 7 liegen.
Vogelkirsche: Ist die Pflanze winterhart?
Vogelkirsche ist für die Winterhärte Zone 3–8 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.
Vogelkirsche: Wächst die Pflanze in Deutschland?
Vogelkirsche ist bis Zone 3 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
Vogelkirsche: Wann ist die Blütezeit?
Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im April.
Vogelkirsche: Wann kann man ernten?
Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Juli.
Vogelkirsche: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?
Vogelkirsche trägt erstmals nach 6 Jahren. Eine ausgewachsene Pflanze liefert bis zu 30 kg im Jahr, im Anbau bis 6 t pro Hektar. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.
Vogelkirsche: Ist die Pflanze giftig?
Für Vogelkirsche sind einzelne Pflanzenteile als leicht bedenklich vermerkt — die Pflanze gilt nicht als giftig. Verlass dich bei Wildpflanzen nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.
Vogelkirsche: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?
Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 6/10, Heilkunde 4/10, Sonstige Nutzung 5/10.
Welche Sorten von Vogelkirsche gibt es?
Im Permaplans-Sortenfinder sind 46 Sorten von Vogelkirsche hinterlegt, darunter Adlerkirsche von Bärtschi, Alma, Annabella, Badeborner, Bernhard Nette, Bing, Burlat, Büttners Rote Knorpelkirsche, Charmes, Dollenseppler, Dönissens Gelbe Knorpelkirsche, Frühe Rote Meckenheimer und 34 weitere. Jede Sorte hat eine eigene Seite mit Geschmack, Reifezeit, Resistenzen und Abstammung.
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