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Kirschpflaume – Prunus cerasifera

Kirschpflaume

Prunus cerasifera
Ostern im Frühling und Sommer erleben
Essbarkeit7Heilwirkung3Sonstiger Nutzen6
Baum7,5×9 mZone 4–9Halbschatten🍎 Essbar

Wächst das bei mir?

Kirschpflaume ist bis Zone 4 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:

Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Rosaceae
Wuchsform
Baum
Wuchshöhe
7,5 m
Kronenbreite
9 m
Wachstum
mittel
Lebensdauer
60 Jahre
Erster Ertrag
nach 3 Jahren
Vollertrag
nach 10 Jahren
Ertragsjahre
20–40 Jahre
Ertrag pro Pflanze
bis 347 kg im Jahr
Ertrag im Anbau
bis 12 t/ha
Energieertrag
660 kcal pro m² und Jahr
Winterhärte
Zone 4–9
Schattentoleranz
Halbschatten
Boden
Sand, Schluff, Lehm, Ton
Bodenfeuchte
trocken – sehr feucht
pH-Wert
5 – 8
Synonyme
Myrobalane
heckentauglichbedorntduftendPollenquelle

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte
Fruchternte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Sorten (2)

2 Sorten von Kirschpflaume sind im Permaplans-Sortenfinder hinterlegt — jede mit eigener Seite: Geschmack, Reifezeit, Resistenzen, Abstammung und Verwendung.

Nutzung

Essbar7 von 10
Heilkunde3 von 10
Sonstige Nutzung6 von 10

Essbar: Die Früchte sind kugelig bis oval, zwei bis drei Zentimeter groß und je nach Sorte blau, rot oder gelb. Ihr Fleisch ist saftig und süß, löst sich meist schlecht vom Kern und eignet sich deshalb vor allem für den Frischverzehr; blaufrüchtige Sorten gelten als geschmacklich am besten. Da die Kirschpflaume sehr früh reift, füllt sie die Lücke zwischen Kirsche und Pflaume. Zu Mus, Marmelade und Kompott lässt sie sich gut verarbeiten, ebenso zu Saft und Obstbrand. Die Art ist eine der beiden Elternarten der Kulturpflaume, die aus der Kreuzung von Kirschpflaume und Schlehe hervorging — geschmacklich liegt sie zwischen beiden. Eine zweite, in Mitteleuropa kaum bekannte Nutzung haben die unreifen Früchte: Grün und noch ganz fest geerntet, werden sie in mehreren Küchen Vorderasiens mit Salz roh gegessen oder in Salzlake milchsauer vergoren. Erntet man sie früh genug, solange der Stein noch weich ist, lässt sich die Frucht samt Kern essen; das Ergebnis kommt Oliven in Geruch und Geschmack sehr nahe und wird als Olivenersatz verwendet. Wird später geerntet, bleibt der Stein hart und muss entfernt werden. Das Aroma reifer Früchte schwankt stark von Baum zu Baum: Beschrieben sind gelbrote Typen, die deutlich nach Pfirsich schmecken, neben rotlaubigen Formen mit dem üblichen, eher säuerlichen Pflaumengeschmack.

Heilkunde: Blüte: Bachblüte (Angst vor Kontrollverlust und schrecklichen Taten) Frucht: Pektin, Vitamin A & C, Antioxidantien (gegen Verstopfung, für die Darmgesundheit, Senkung des Cholesterinspiegels) Samen: Blausäure (hohe Mengen können tödlich sein) Die Blüte der Bachblüte hilft bei der Angst vor Kontrollverlust und schrecklichen Taten. Die Frucht enthält Pektin, Vitamin A & C sowie Antioxidantien, die gegen Verstopfung helfen, die Darmgesundheit fördern und den Cholesterinspiegel senken können. Die Samen enthalten Amygdalin, aus dem beim Kauen Blausäure frei wird; hohe Mengen können tödlich sein. Amygdalin ist kein Vitamin — die Bezeichnung "Vitamin B17" stammt aus der widerlegten Laetrile-Krebstherapie.

Sonstige Nutzung: Der wichtigste praktische Wert der Kirschpflaume liegt neben der Frucht in ihrer Rolle als Unterlage: Vegetativ vermehrte Typen werden weltweit für Pflaumen und Zwetschgen verwendet, weil sie sich noch für Extremstandorte eignen, scharkafrei und billig zu erzeugen sind; auch Pfirsich und Aprikose werden darauf veredelt. Im Erwerbsobstbau ist sie nur deshalb zurückgetreten, weil sie zu starkwüchsig ist. Als dichter, windfester Großstrauch dient sie als Windschutz und Heckenpflanze und gehört zu den robustesten Gehölzen für schwierige Lagen. Ihr hartes, sprödes, rötliches Holz lässt sich zu Schmuck und Schalen drechseln. Aus den Blättern wird ein grüner, aus den Früchten ein dunkelgrauer Farbstoff gewonnen. Rotlaubige Formen wie 'Atropurpurea' und 'Nigra' stehen als Ziergehölze in Parks und an Straßen, wo die Fruchtnutzung keine Rolle spielt. Für den Hausgarten gehört zu dieser Unterlage eine Einschränkung: Sie wächst so stark, dass sie schwächere Edelsorten mit ihren Stammaustrieben überwächst. Sie passt deshalb vor allem zu ebenfalls starkwüchsigen Sorten und setzt voraus, dass die Unterlage jährlich im Zaum gehalten wird. Wo diese Pflege nicht gesichert ist, greifen erfahrene Baumschuler für Aprikose, Pflaume, Zwetschge und Mirabelle zu schwächer wachsenden Typen.

Anbau

Standortwahl: Sonne bis Halbschatten, reich fruchtet sie nur in der Sonne. Kalkhaltige, leichtere und eher trockene Böden sind ideal. Sie verträgt Trockenheit wie zeitweilige Nässe gleichermaßen — eine Kombination, die unter Obstbäumen selten ist und sie für schwierige Standorte empfiehlt. Sie zählt zu den robustesten Obstgehölzen überhaupt, frosthart und windfest. Wegen der sehr frühen Blüte ab Februar sind spätfrostgeschützte Lagen im Vorteil. Nicht in die Nähe von Pflaumenanbaugebieten pflanzen. Als Baum fünf bis acht Meter hoch, in der Hecke ein bis zwei Meter Abstand; Befruchter müssen aus der Prunus-cerasifera-Gruppe stammen. Pflege: Gut schnittverträglich, als Baum wie als Hecke zu ziehen. Nötig sind nur Aufbau- und Formierungsschnitt, bei Bedarf vorsichtiges Auslichten zu dicht gewachsener Kronen. Wie bei Pflaumen treten Pflaumengespinstmotte und Sägewespen auf, bei feuchtwarmer Witterung Botrytisfäule der Früchte. Eine Tücke steckt im Winter: In milden Wintern mit Warmwettereinbrüchen und nachfolgendem Frost können schon minus 25 Grad schwere Schäden verursachen, obwohl sie am Naturstandort minus 40 Grad übersteht.

Vermehrung

Die Kirschpflaume lässt sich als eine der wenigen Prunus-Arten gut aus Samen ziehen, da sie noch nahe an der Wildform steht; die Steine brauchen eine Kaltstratifikation über den Winter und werden am besten gleich nach der Ernte ins Freiland oder in ein Saatbeet gebracht. Sämlinge fallen allerdings uneinheitlich aus, weshalb benannte Sorten veredelt werden — die Art selbst ist dabei eine der wichtigsten Unterlagen für Pflaumen und Zwetschgen. Wurzelausläufer, die ältere Bäume bilden, können abgestochen und weiterkultiviert werden. Saatgut und Jungpflanzen sind vor Mäusen zu schützen.

Wert für Tiere

Die Kirschpflaume ist in Mitteleuropa nicht heimisch, hat sich aber als eines der frühesten Trachtgehölze fest etabliert. Sie blüht oft schon ab Februar, noch vor dem Laubaustrieb, und liefert dann viel Pollen und mäßig Nektar — für Sandbienen, die Gehörnte Mauerbiene und Schmalbienen ist das eine der ersten verlässlichen Quellen des Jahres; über 34 Wildbienenarten wurden an den Blüten gezählt. 36 Schmetterlingsraupen fressen an den Blättern, zwei davon spezialisiert: Nierenfleck-Zipfelfalter und Weißer Glanzspinner, dazu Goldafter, Schlehen-Bürstenspinner und Rotschwanz. Die Früchte nehmen Vögel und Kleinsäuger, die zugleich für die Ausbreitung sorgen. Als dichter, oft mehrstämmiger Großstrauch dient sie außerdem als Vogelschutz- und Nährgehölz.

Besonderheiten

Besonderheiten: die standorttoleranteste (Salz, Kalk, Hang,..) Wild-"Pflaume"; Die frühe Blüte duftet gut & zieht unzählige Bienen, Schmetterlinge, ... an; Unterscheide von Mirabelle: Diese ist dornenlos, blüht später, die Blätter sind gezahnt, anstatt gesägt & die Früchte lösen leicht vom Stein; Versch. Sorten für versch. Frucht-, Blatt- / Blütenfarben;

Herkunft & Lebensraum

Südosteuropa bis Zentralasien. Die Kirschpflaume stammt aus einem Gürtel, der vom Balkan über die Krim und den Kaukasus bis Iran und Südwestsibirien reicht. In Mitteleuropa ist sie nicht heimisch, wurde aber so lange und so häufig gepflanzt — als Unterlage für Pflaumen und Zwetschgen, als Landschaftsgehölz und in rotlaubigen Zierformen entlang von Straßen —, dass sie heute vielerorts verwildert und eingebürgert ist. Im Kaukasus war sie maßgeblich an der Entstehung der Zwetschge beteiligt, die als alte Kreuzung aus Kirschpflaume und Schlehe gilt. Als Kulturpflanze ist ihr Areal inzwischen auf ganz Europa, Vorderasien und Teile Nordamerikas ausgedehnt.

Ursprünglich in lichten Gebüschen, an Waldrändern und auf steinigen Hängen wärmerer Lagen. Als verwildertes Gehölz besiedelt sie Feldränder, Bahndämme, Böschungen, Hecken und Straßenbegleitgrün — überall dort, wo Unterlagen ausgetrieben haben oder Vögel die Kerne verschleppt haben. Bevorzugt werden kalkhaltige, leichtere und eher trockene Böden in spätfrostgeschützten Lagen; staunasse Standorte sind ungünstig. Windfestigkeit, Trockenheitstoleranz und die Fähigkeit, auch zeitweilige Nässe zu überstehen, machen sie zu einem der robustesten Obstgehölze für schwierige Standorte. Sonne und Halbschatten werden vertragen, reich fruchtet sie nur in der Sonne.

⚠️ Gefahren

Giftige Kerne und Blätter, giftig für Hunde, Katzen und Pferde Wie bei allen Prunus-Arten enthalten Samen, Blätter und Rinde cyanogene Glykoside, die beim Zerkauen oder Zerkleinern Blausäure freisetzen. Einzelne versehentlich mitverschluckte, unversehrte Kerne sind unbedenklich, größere Mengen zerkauter Kerne dagegen nicht; von selbst hergestellten Kernauszügen ist abzuraten. Für Hunde, Katzen und Pferde gelten dieselben Pflanzenteile als giftig. Das Fruchtfleisch selbst ist unbedenklich. Der bei Verletzungen austretende Gummifluss ist ein Zeichen für einen falschen Schnittzeitpunkt, keine Gefahr.

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Kirschpflaume: Wie groß wird die Pflanze?

Kirschpflaume (Prunus cerasifera) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 7,5 m Höhe bei rund 9 m Breite. Das Wachstum ist mittel.

Kirschpflaume: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Kirschpflaume verträgt Halbschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm, Ton. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich trocken – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5 und 8 liegen.

Kirschpflaume: Ist die Pflanze winterhart?

Kirschpflaume ist für die Winterhärte Zone 4–9 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Kirschpflaume: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Kirschpflaume ist bis Zone 4 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Kirschpflaume: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von März bis April.

Kirschpflaume: Wann kann man ernten?

Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von Juli bis August.

Kirschpflaume: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?

Kirschpflaume trägt erstmals nach 3 Jahren. Den Vollertrag erreicht sie nach 10 Jahren. Eine ausgewachsene Pflanze liefert bis zu 347 kg im Jahr, im Anbau bis 12 t pro Hektar. Die Ertragsphase dauert etwa 20–40 Jahre, bei einer Lebensdauer von rund 60 Jahren. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.

Kirschpflaume: Ist die Pflanze giftig?

Für Kirschpflaume sind einzelne Pflanzenteile als leicht bedenklich vermerkt — die Pflanze gilt nicht als giftig. Verlass dich bei Wildpflanzen nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Kirschpflaume: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 7/10, Heilkunde 3/10, Sonstige Nutzung 6/10.

Welche Sorten von Kirschpflaume gibt es?

Im Permaplans-Sortenfinder sind 2 Sorten von Kirschpflaume hinterlegt, darunter Milanka, Trenthorster Zufallssämling. Jede Sorte hat eine eigene Seite mit Geschmack, Reifezeit, Resistenzen und Abstammung.

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