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Loquat – Eriobotrya japonica

Loquat

Eriobotrya japonica
sehr ertragreiches Superfood & Hustenmittel
Essbarkeit9Heilwirkung8Sonstiger Nutzen3
Baum8×6 mZone 8–12Halbschatten🍎 Essbar

Wächst das bei mir?

Loquat ist nur bis Zone 8 winterhart und gedeiht dauerhaft im Freien nur in den mildesten Lagen – Weinbauklima, Ober- und Niederrhein, Küsten, Bodensee, Tessin. Sonst als Kübelpflanze mit geschützter Überwinterung. Zusätzlich braucht sie warme Sommer, wie sie hierzulande nur im Weinbauklima, in Stadtlagen oder an geschützten Südwänden zusammenkommen.

Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:

Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Rosaceae
Wuchsform
Baum
Wuchshöhe
8 m
Kronenbreite
6 m
Wachstum
mittel
Lebensdauer
60 Jahre
Erster Ertrag
nach 5 Jahren
Vollertrag
nach 20 Jahren
Ertragsjahre
20 Jahre
Ertrag im Anbau
bis 40 t/ha
Energieertrag
500 kcal pro m² und Jahr
Winterhärte
Zone 8–12
Schattentoleranz
Halbschatten
Boden
Sand, Schluff, Lehm
Bodenfeuchte
trocken – sehr feucht
pH-Wert
5 – 8
Synonyme
Japanische Wollmispel, Nespoli, Loquat
immergrünheckentauglichduftendNektarquellePollenquelle

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte
Fruchternte
Blatternte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Sorten (1)

1 Sorten von Loquat sind im Permaplans-Sortenfinder hinterlegt — jede mit eigener Seite: Geschmack, Reifezeit, Resistenzen, Abstammung und Verwendung.

Nutzung

Essbar9 von 10
Heilkunde8 von 10
Sonstige Nutzung3 von 10

Essbar: Die Früchte sind botanisch Apfelfrüchte, drei bis fünf Zentimeter groß, eiförmig bis birnenförmig, mit dünner, leicht flaumiger gelb- bis orangefarbener Schale und saftigem Fruchtfleisch. Im Inneren sitzen zwei bis fünf große, glänzend braune Kerne, die den essbaren Anteil deutlich schmälern. Der Geschmack ist süßsäuerlich und aromatisch, je nach Sorte zwischen Aprikose, Mango und Birne beschrieben; vollreif gepflückte Früchte sind weit besser als transportierte, weil sie nach der Ernte nicht nachreifen und rasch druckempfindlich werden. Sie enthalten viel Kalium und Carotinoide. Gegessen werden sie frisch und geschält, verarbeitet zu Konfitüre, Gelee, Kompott und Chutney oder zu Likör angesetzt; in Japan und Spanien gelten sie als Frühjahrsfrucht. Die Kerne werden geröstet als Kaffeeersatz oder gemahlen als Gewürz verwendet.

Sonstige Nutzung: Der Hauptwert der Wollmispel außerhalb der Frucht liegt in ihrem immergrünen Laub: Die bis 25 Zentimeter langen, ledrigen, tief geaderten Blätter mit filziger Unterseite geben ihr eine markante, fast subtropische Erscheinung und machen sie zu einem der wenigen wintergrünen Kleinbäume, die zugleich Obst liefern. Als Kübelpflanze auf Terrasse und im Wintergarten wird sie genau dafür geschätzt. Das Holz ist rosafarben, hart und feinkörnig, wird aber wegen der geringen Dimensionen kaum genutzt — in Südasien dient es für Drechslerarbeiten und kleine Werkzeuge. Junge Zweige und Blätter werden regional als Viehfutter geschnitten, und in Ostasien sind die Blätter als Teeaufguss gebräuchlich. Das Falllaub zersetzt sich langsam und eignet sich als dauerhafte Mulchauflage.

Anbau

Standortwahl: Die entscheidende Eigenheit der Wollmispel ist ihr umgekehrter Jahreslauf: Sie blüht im Oktober und November und reift die Früchte im April und Mai. Das Holz ist bis etwa -12 bis -15 °C hart, die geöffnete Blüte und der junge Fruchtansatz sterben dagegen schon um -3 °C ab — in Mitteleuropa entscheidet deshalb nicht die Winterhärte über den Ertrag, sondern ob es zwischen Blüte und Fruchtansatz überhaupt friert. Als Fruchtgehölz lohnt sie nur in wintermilden Weinbaulagen an einer warmen, südexponierten Hauswand mit Schutz vor Nordwind, sonst als Kübelpflanze, die hell und frostfrei bei fünf bis zehn Grad überwintert. Als Vergleichspflanze für die Frosthärte eignet sich der Kirschlorbeer: Wo der regelmäßig zurückfriert, bleibt die Wollmispel fruchtlos. Sie ist Wirtspflanze des Feuerbrands — Abstand zu Kernobstanlagen und Quitten halten und in Befallsgebieten die Meldepflicht beachten. Pflege: Der immergrüne Baum bleibt bei uns mit zwei bis fünf Metern klein und wächst langsam. Gedüngt wird sparsam und nur bis Juni; späte Stickstoffgaben treiben weiches Holz, das der erste Frost nimmt. Im Winter das Gießen nicht vergessen — die ledrigen Blätter verdunsten auch bei Frost weiter, und die häufigste Verlustursache ist Trockenheit bei gefrorenem Boden, nicht die Kälte selbst. Geschnitten wird nach der Ernte im Frühsommer und nur wenig: auslichten, Totholz entfernen, Form korrigieren. Wer Früchte will, dünnt die Fruchtstände auf drei bis vier Früchte aus, sonst bleiben sie klein. Die Teilselbstfruchtbarkeit reicht für eine Grundernte, ein zweiter Sämling verbessert sie deutlich. Zurückgefrorene Pflanzen treiben aus dem alten Holz wieder aus — nicht zu früh aufgeben, sondern bis zum Johannistrieb abwarten.

Vermehrung

Die Aussaat ist denkbar einfach und der übliche Einstieg: Die großen, glänzend braunen Kerne aus einer reifen Frucht lösen, abwaschen und sofort feucht und warm bei etwa 20 °C aussäen — sie dürfen nicht austrocknen und keimen dann binnen weniger Wochen zuverlässig. Sämlinge wachsen rasch, fallen in der Fruchtqualität aber unterschiedlich aus und brauchen acht bis zehn Jahre bis zur ersten Blüte. Für den Ertragsanbau wird deshalb veredelt: Sortenreiser werden im Spätwinter auf Wollmispel-Sämlinge kopuliert oder im Sommer okuliert; Veredlungen tragen bereits nach drei bis vier Jahren. Als schwachwüchsige Unterlage dient in Südeuropa die Quitte (Cydonia oblonga), die den Baum kleiner und kübeltauglich hält, aber nicht mit allen Sorten verträglich ist. Stecklinge bewurzeln nur mühsam und spielen in der Praxis keine Rolle.

Wert für Tiere

Der Wert der Wollmispel für Tiere liegt an einer ungewöhnlichen Stelle im Jahr: Sie blüht im Oktober und November, wenn fast nichts mehr blüht. In wintermilden Lagen und in Südeuropa ist sie deshalb eine der letzten Nektar- und Pollenquellen, die Honigbienen an warmen Herbsttagen noch anfliegen und die Hummelköniginnen vor der Überwinterung mitnehmen; die Blüten duften stark und sind auf Insektenbestäubung angewiesen. In Mitteleuropa relativiert sich das, weil die Bienen bei den dann üblichen Temperaturen kaum noch fliegen. An sie gebundene Raupen- oder Käferarten hat der ostasiatische Neuankömmling hier nicht. Bleibt der Strukturwert: Das dichte, immergrüne und großblättrige Laub gibt Kleinvögeln im Winter Deckung, und wo die Früchte im Frühjahr reifen, werden sie von Amseln und Staren angenommen, bevor der Gärtner sie erntet.

Besonderheiten

Besonderheiten: verträgt trockene Böden & Küstenklima, mag weder Kalk noch kalten Wind /zu viel Stickstoff/Dünger; Bei -3°C stirbt reife Blüte im Winter!, dann keine Früchte; Im Erwerbsanbau werden nur 3-4m hoch wachsende gepfropfte Sorten mit 500 Bäumen pro ha gesetzt; In tropi- schem Klima kann der Baum 2-3 Mal im Jahr blühen+fruchten;

Herkunft & Lebensraum

Ostasien: Das natürliche Areal ist erstaunlich klein und beschränkt sich auf zwei Vorkommen in Zentralchina, bei Nanchuan in Chongqing und bei Yichang in Hubei. Ob die Art auch in Südjapan ursprünglich wild wuchs oder dort nur sehr früh in Kultur kam, ist ungeklärt. In China wird sie seit über tausend Jahren angebaut; 1778 brachte Joseph Banks sie von Japan nach England, woher der irreführende Artname stammt. Heute wird die Wollmispel in allen Ländern mit mediterranem oder subtropischem Klima kultiviert, mit Schwerpunkten in China, Japan, Spanien und der Türkei. In Deutschland gedeiht sie nur in wintermilden Lagen am Oberrhein, etwa in Karlsruhe.

In ihrem chinesischen Ursprungsgebiet wächst die Wollmispel in wintermilden, luftfeuchten Berg- und Hügelwäldern der subtropischen Zone, auf frischen, durchlässigen und humosen Böden in geschützten Tallagen. Als immergrüner Baum der zweiten Baumschicht ist sie an hohe Luftfeuchte und ausbleibenden Kahlfrost angepasst — Kälte an sich verträgt das Holz besser als Trockenheit im Winter. Ihr Lebenszyklus ist auf diesen frostfreien Winter gebaut: Sie blüht, wenn im Norden die Vegetation ruht, und reift ihre Früchte im Frühjahr. Genau daran scheitert sie in Mitteleuropa, wo sie als Gehölz überlebt, ihre Blüten aber regelmäßig verliert.

⚠️ Gefahren

Samen enthalten Blausäure.

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Loquat: Wie groß wird die Pflanze?

Loquat (Eriobotrya japonica) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 8 m Höhe bei rund 6 m Breite. Das Wachstum ist mittel.

Loquat: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Loquat verträgt Halbschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich trocken – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5 und 8 liegen.

Loquat: Ist die Pflanze winterhart?

Loquat ist für die Winterhärte Zone 8–12 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Loquat: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Loquat ist nur bis Zone 8 winterhart und gedeiht dauerhaft im Freien nur in den mildesten Lagen – Weinbauklima, Ober- und Niederrhein, Küsten, Bodensee, Tessin. Sonst als Kübelpflanze mit geschützter Überwinterung. Zusätzlich braucht sie warme Sommer, wie sie hierzulande nur im Weinbauklima, in Stadtlagen oder an geschützten Südwänden zusammenkommen.

Loquat: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von November bis April.

Loquat: Wann kann man ernten?

Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von Mai bis Juni.

Loquat: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?

Loquat trägt erstmals nach 5 Jahren. Den Vollertrag erreicht sie nach 20 Jahren. Im Anbau sind bis 40 t pro Hektar üblich. Die Ertragsphase dauert etwa 20 Jahre, bei einer Lebensdauer von rund 60 Jahren. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.

Loquat: Ist die Pflanze giftig?

Für Loquat sind einzelne Pflanzenteile als leicht bedenklich vermerkt — die Pflanze gilt nicht als giftig. Verlass dich bei Wildpflanzen nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Loquat: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 9/10, Heilkunde 8/10, Sonstige Nutzung 3/10.

Welche Sorten von Loquat gibt es?

Im Permaplans-Sortenfinder sind 1 Sorten von Loquat hinterlegt, darunter Rose-Anne. Jede Sorte hat eine eigene Seite mit Geschmack, Reifezeit, Resistenzen und Abstammung.

Erfahrungen aus der Community

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