Azarole
Wächst das bei mir?
Azarole ist bis Zone 6 winterhart. Das reicht für fast alle Lagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz; nur in rauen Höhenlagen (Alpen, Mittelgebirgskämme) ist Winterschutz sinnvoll.
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Steckbrief
- Familie
- Rosaceae
- Wuchsform
- Baum
- Wuchshöhe
- 10 m
- Kronenbreite
- 10 m
- Wachstum
- mittel
- Lebensdauer
- 300 Jahre
- Erster Ertrag
- nach 6 Jahren
- Winterhärte
- Zone 6–9
- Schattentoleranz
- Halbschatten
- Boden
- Sand, Schluff, Lehm, Ton
- Bodenfeuchte
- trocken – am Wasser
- pH-Wert
- 6 – 8
- In Gärten geplant
- 3×
Blüte & Ernte
| J | F | M | A | M | J | J | A | S | O | N | D | |
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| Blüte | ||||||||||||
| Fruchternte |
Nutzung
Essbar: Die Früchte werden zwei bis dreieinhalb Zentimeter groß und fallen bei viel Sonne deutlich süßer aus. Roh gegessen sind sie im noch festen Zustand apfelähnlich mit einer Rosennote, vollreif eher beerenartig; einzelne Sorten entwickeln ein ausgeprägtes Erdbeeraroma und gehören damit zu den besten Wildobstfrüchten überhaupt. In der pomologischen Literatur gelten die gelbfrüchtigen Formen als die feinsten der ganzen Gattung. Auf Märkten des Mittelmeerraums werden die Früchte bis heute verkauft. Haltbar gemacht werden sie getrocknet, eingekocht oder in Honig eingelegt; mit Mehl vermischt ergeben sie eine sättigende Beigabe.
Heilkunde: Früchte und Blüten von Pflanzen wie Weißdorn haben herzstärkende und blutdrucksenkende Eigenschaften. Man kann sie zur Herstellung von Tees oder Tinkturen verwenden.
Sonstige Nutzung: Das Holz des Azaroldorns ist wie bei allen Weißdornen schwer, hart, zäh und feinkörnig — es dreht sich sauber, nimmt Politur an und liefert Werkzeuggriffe, Drechselarbeiten und Kleingerät; als Brennholz hat es einen hohen Heizwert. Sein praktischer Hauptnutzen im Garten liegt jedoch in der Hecke: Dicht verzweigt, schnittfest und trotz schwacher Bedornung sperrig, ergibt er eine undurchdringliche, blüten- und fruchttragende Grenzpflanzung, die Heckenbrütern Nistschutz bietet und zugleich Wind bricht. Weißdorne dienen darüber hinaus als Veredelungsunterlage für Mispel und werden gelegentlich für Birne verwendet, wobei die Verträglichkeit sortenabhängig bleibt. Wegen seiner Trockenheits-, Wind- und Schadstofftoleranz wird er im Mittelmeerraum auch als Straßen- und Böschungsgehölz gepflanzt.
Anbau
Standortwahl: Der Azaroldorn braucht die wärmste, vollsonnige Stelle des Gartens — im Weinbauklima trägt er zuverlässig, in kühlen Lagen blüht er zwar, aber die Früchte bleiben hart und sauer. Der Boden ist zweitrangig: durchlässig und gern kalkhaltig ist ideal, doch er nimmt auch schwere Tonböden und zeitweilige Nässe an und erträgt nach dem Anwachsen Trockenheit. Ein Vorzug gegenüber anderen Weißdornen ist seine schwache Bedornung, oft fehlen die Dornen ganz, weshalb er sich für Wege und Sitzplätze eignet. Zu bedenken ist dagegen der Feuerbrand: Wie alle Weißdorne ist er Wirtspflanze von Erwinia amylovora und kann die Krankheit in benachbarte Apfel-, Birnen- und Quittenbestände tragen — in Obstbauregionen ist vor der Pflanzung die örtliche Regelung zu prüfen. Die orangeroten bis gelben Früchte fallen aus und färben helles Pflaster. Pflege: Er wächst langsam und wird dauerhaft klein, was ihn pflegeleicht macht. Erzogen wird er als Kleinbaum oder mehrstämmiger Großstrauch; geschnitten wird sparsam und im Spätwinter, im Wesentlichen wird nur ausgelichtet, denn am zwei- und mehrjährigen Holz sitzen die Blütenstände. Gedüngt wird nicht, gewässert nur im Pflanzjahr und in extremer Dürre. Wichtigste laufende Aufgabe ist die Feuerbrandkontrolle: Triebe, die im Frühsommer plötzlich welken, sich braunschwarz verfärben und hakenförmig umbiegen, werden weit ins gesunde Holz zurückgeschnitten und das Schnittgut entsorgt, das Werkzeug wird desinfiziert. Daneben treten Mehltau und Blattflecken auf, die folgenlos bleiben. Jungpflanzen bekommen einen Wühlmauskorb und Verbissschutz. Geerntet wird von September bis Oktober, vollreif und am besten nach Sonnenwochen.
Vermehrung
Die Vermehrung aus Samen ist möglich, Sämlinge blühen aber erst nach fünf bis acht Jahren, veredelte Bäume dagegen oft schon im dritten Jahr stark. Weil die Arten der Gattung untereinander frei hybridisieren, fallen Sämlinge uneinheitlich aus; benannte Sorten werden deshalb veredelt und über Baumschulen vegetativ weitergegeben. Sämlinge sollten nicht länger als zwei Jahre im Saatbeet stehen, ohne verpflanzt zu werden.
Wert für Tiere
Für den Azaroldorn selbst liegen keine mitteleuropäischen Artenzahlen zu Wildbienen, Faltern und Käfern vor — er ist hier ein seltenes Kulturgehölz, kein Bestandteil der heimischen Fauna, und die für den Eingriffeligen Weißdorn erhobenen Zahlen lassen sich nicht ohne Weiteres übertragen. Was sich sagen lässt, ergibt sich aus seinem Bau. Er trägt im Mai und Juni offene, flache Schalenblüten in breiten Trugdolden, wie sie für Weißdorne typisch und für kurzrüsselige Insekten uneingeschränkt zugänglich sind: Honigbienen, Sand- und Furchenbienen, Schwebfliegen und Blütenkäfer nehmen sie an. Der Blütenduft ist auffallend streng und zieht zusätzlich Fliegen an. Die orangeroten bis gelben Apfelfrüchte bleiben nach der Reife lange hängen und sind Vogelnahrung; in seiner Heimat übernehmen Vögel die Ausbreitung der Steinkerne. Der dichte, sperrige Wuchs macht ihn zum bewährten Nistgehölz für Heckenbrüter.
Besonderheiten
Besonderheiten: dürre+wind+schadstoffresistent; alternativ: Apfel-, Scharlach-, chin. Weiß-dorn; kreuzt sich mit anderen Weißdornarten natürlich; die Früchte sind sehr Vitamin-C-reich; die Blüten haben einen sehr starken eigenartigen Geruch; Angaben zu Erntemenge& Kalorien sind selbst nicht in itali. Literatur zu finden (dort ist er bekanntes Kulturobst);
Herkunft & Lebensraum
Mittelmeerraum und Westasien: Das Areal umfasst das gesamte Mittelmeergebiet einschließlich der Inseln, reicht südlich bis in das küstennahe Nordafrika und westlich bis Südfrankreich und Tunesien; nach Osten erstreckt es sich über Westasien mit dem Kaukasusraum, der Türkei, Syrien, dem Irak und dem Iran bis nach Zentralasien. Der Schwerpunkt der Wildvorkommen liegt in Westasien, von wo aus die Art seit alter Zeit als Obstgehölz nach Westen verbreitet wurde; im Mittelmeerraum steht sie bis heute vielfach in Kultur, und ihre Früchte werden dort auf Märkten verkauft. Nördlich der Alpen war der Azarolapfel früher ein verbreitetes Obstgehölz und ist in Deutschland seit 1656 nachweisbar. Heute tritt er in Mitteleuropa nur noch selten und verwildert aus alten Kulturen auf, wobei die Früchte hier meist nicht ausreifen.
Der Azaroldorn gehört in die sommerwarmen, winterfeuchten Hügel- und Bergländer des Mittelmeerraums und Westasiens. Er wächst dort in der offenen Hartlaubvegetation und ihren Übergängen: an trockenen Hängen, in lichten Eichen- und Gebüschwäldern, in Hecken und an Feldrändern, wo er als lichtbedürftiger Kleinbaum von vier bis fünf, selten bis zehn Metern Höhe steht. Bevorzugt werden durchlässige, oft kalkhaltige und steinige Böden; einmal eingewachsen, übersteht er die sommerliche Trockenheit mit einem tiefreichenden Wurzelsystem, verträgt aber ebenso schwere und zeitweise nasse Böden. Anders als die meisten Weißdorne ist er häufig nur schwach bedornt oder ganz unbewehrt. Was ihn in Mitteleuropa begrenzt, ist nicht der Frost, sondern die Wärmesumme: Die Pflanze selbst ist hier winterhart, ihre Früchte werden ohne ausreichende Sommerwärme jedoch nicht reif.
⚠️ Gefahren
Keine bekannte Gefahr
Häufige Fragen
Azarole: Wie groß wird die Pflanze?
Azarole (Crataegus azarolus) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 10 m Höhe bei rund 10 m Breite. Das Wachstum ist mittel.
Azarole: Welchen Standort braucht die Pflanze?
Azarole verträgt Halbschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm, Ton. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich trocken – am Wasser liegen. Der pH-Wert darf zwischen 6 und 8 liegen.
Azarole: Ist die Pflanze winterhart?
Azarole ist für die Winterhärte Zone 6–9 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.
Azarole: Wächst die Pflanze in Deutschland?
Azarole ist bis Zone 6 winterhart. Das reicht für fast alle Lagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz; nur in rauen Höhenlagen (Alpen, Mittelgebirgskämme) ist Winterschutz sinnvoll.
Azarole: Wann ist die Blütezeit?
Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Mai.
Azarole: Wann kann man ernten?
Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von August bis November.
Azarole: Ist die Pflanze giftig?
Für Azarole ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.
Azarole: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?
Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 7/10, Heilkunde 4/10, Sonstige Nutzung 7/10.
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