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Eberesche – Sorbus aucuparia

Eberesche

Sorbus aucuparia
zauberkräftiger belebender Wintersegen
Essbarkeit7Heilwirkung5Sonstiger Nutzen7
Baum15×7 mZone 3–8leichter Schatten🍎 Essbar

Wächst das bei mir?

Eberesche ist bis Zone 3 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:

Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Rosaceae
Wuchsform
Baum
Wuchshöhe
15 m
Kronenbreite
7 m
Wachstum
mittel
Lebensdauer
80 Jahre
Erster Ertrag
nach 5 Jahren
Ertrag pro Pflanze
bis 40 kg im Jahr
Ertrag im Anbau
bis 8 t/ha
Energieertrag
800 kcal pro m² und Jahr
Winterhärte
Zone 3–8
Schattentoleranz
leichter Schatten
Boden
Sand, Schluff, Lehm, Ton
Bodenfeuchte
halbfeucht – sehr feucht
pH-Wert
6 – 8,5
Synonyme
Vogelbeere
heckentauglichNektarquellePollenquelle

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte
Fruchternte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Sorten (2)

2 Sorten von Eberesche sind im Permaplans-Sortenfinder hinterlegt — jede mit eigener Seite: Geschmack, Reifezeit, Resistenzen, Abstammung und Verwendung.

Nutzung

Essbar7 von 10
Heilkunde5 von 10
Sonstige Nutzung7 von 10

Essbar: Obst - roh oder gekocht. Die Frucht ist sehr sauer und kann in großen Mengen Magenbeschwerden verursachen. Sie kann verwendet werden, um köstliche Marmeladen und Konserven herzustellen. Die Früchte können auch getrocknet und als Mehl verwendet werden, das mit Getreide gemischt wird. Die Frucht hat einen Durchmesser von etwa 7,5 mm und wird in ziemlich großen Trauben produziert, was die Ernte erleichtert. Die Blätter und Blüten werden als Teeersatz verwendet. Junge Blätter sollen ein Nahrungsmittel für Hungersnöte sein, aber sie enthalten ein cyanogenes Glykosid, also solltest du sehr hungrig sein, bevor du auch nur daran denkst, sie zu essen. Ein Kaffeeersatz. Der Bericht bezog sich auf die Frucht, es bedeutet wahrscheinlich den gerösteten Samen. Über die Rohverträglichkeit entscheidet die Sippe. Die Mährische oder Süße Eberesche, botanisch die Varietät moravica und im Handel meist als 'Edulis' geführt, trägt größere, nicht bittere Früchte mit höherem Zucker- und Vitamin-C-Gehalt und nahezu ohne Parasorbinsäure; sie lassen sich roh vom Baum essen. Zu dieser Sippe gehören auch die Sorten 'Konzentra', die sich besonders zum Entsaften eignet, und 'Rosina' für Kompott und Marmelade. Beim Kauf lohnt die Nachfrage, ob tatsächlich diese Sippe vermehrt wurde — im Handel laufen auch schlicht großfrüchtige Ebereschen unter dem Namen 'Edulis', deren Früchte die Säure weiterhin enthalten.

Heilkunde: Die Rinde der Frucht wird zur Behandlung von Durchfall und als vaginale Injektion bei Leukorrhoe verwendet. Die Frucht selbst ist antiskorbutisch und adstringierend. Sie wird oft als Marmelade oder Aufguss zur Behandlung von Durchfall und Hämorrhoiden eingesetzt. Ein Aufguss kann auch als Gurgelmittel bei Halsschmerzen und als Waschmittel zur Behandlung von Hämorrhoiden und übermäßigem Vaginalausfluss verwendet werden. Es ist wichtig, die Samen zu entfernen, da sie cyanogene Glykoside enthalten, die in Verbindung mit Wasser die giftige Blausäure bilden können. Sowohl die Blüten als auch die Früchte haben abführende, harntreibende und emmenagoge Eigenschaften.

Sonstige Nutzung: Aus dem Samen der Pflanze wird Öl gewonnen. Die Früchte werden für kosmetische Gesichtsmasken verwendet, die gegen Falten helfen. Die jungen Zweige liefern einen schwarzen Farbstoff. Die gesamte Pflanze enthält Tannin und kann als Farbstoff genutzt werden. Die Bäume sind sehr windbeständig und eignen sich gut für Windschutzpflanzungen. Das Holz ist hart, feinkörnig, kompakt und elastisch. Es wird von Drechslern empfohlen und für die Herstellung von Reifen, Zahnrädern und Möbeln verwendet.

Anbau

Standortwahl: Die Eberesche ist eine der anspruchslosesten Baumarten überhaupt und gedeiht auf fast jedem Boden in sonniger bis licht halbschattiger Lage. Entscheidend ist eher, was sie mitbringt: Sie gehört zum Wirtskreis des Feuerbrands und sollte nicht in unmittelbare Nachbarschaft von Apfel-, Birnen- und Quittenanlagen gesetzt werden, örtlich bestehen Abstandsauflagen. Vögel verschleppen die Früchte, sodass überall im Garten Sämlinge auflaufen. Herabfallende reife Beeren färben Beton und Holz, über Terrasse, Sitzplatz und Stellfläche ist sie deshalb ungünstig. Mit 15 bis 25 m Endhöhe und weitreichendem Senkerwurzelsystem braucht sie Abstand zum Gebäude, verträgt dafür Stadtklima, Wind und Streusalz besser als die meisten Laubbäume. Pflege: Herbstpflanzung gelingt am besten, Ballenware wächst zügig an. Jungbäume sind stark verbissgefährdet – Rehe und Rotwild fressen Knospen, Triebe und Blätter, Hasen schälen im Winter die glatte Rinde; ein Drahtkorb oder eine Stammmanschette für die ersten Jahre ist Pflicht. Geschnitten wird wenig und nur im Spätsommer, weil der Baum im Frühjahr stark blutet und Wunden schlecht überwallt; entfernt werden Totholz, Konkurrenztriebe und nach innen wachsende Äste. Düngung unterbleibt, sie fördert nur die Feuerbrandanfälligkeit. Rostpilze der Gattung Gymnosporangium und Echter Mehltau treten gelegentlich auf, ohne Gegenmaßnahme zu erfordern. Geerntet wird ab August in ganzen Dolden – wer die Früchte selbst nutzen will, muss den Drosseln zuvorkommen. Aus der Praxis kommt der Vorschlag eines regelmäßigen Ernteschnitts: Nimmt man jedes Jahr etwa ein Drittel der Äste heraus — altes Holz und die am stärksten behangenen Triebe —, verjüngt das den Baum, gleicht den Wechsel zwischen ertragreichen und mageren Jahren aus und hält die Krone niedrig genug, um vom Boden aus zu pflücken. Der Baum wird meist 80, selten 120 Jahre alt.

Vermehrung

Die Aussaat gelingt zuverlässig, sobald das keimhemmende Fruchtfleisch entfernt ist: Beeren zerdrücken, einige Tage in Wasser anmaischen lassen, die Samen auswaschen und abtrocknen. Frisch gereinigtes Saatgut kommt im Oktober oder November direkt ins Freilandbeet und keimt nach der natürlichen Winterkälte im Frühjahr. Trocken gelagerte Samen brauchen eine künstliche Schichtung: etwa zwei Wochen warm bei 15 bis 20 Grad, anschließend 14 bis 16 Wochen feucht-kalt bei 2 bis 5 Grad; die Keimung verteilt sich dann unregelmäßig über zwei Jahre. Sämlinge wachsen im ersten Jahr langsam und werden nach dem zweiten Standjahr verschult. Großfruchtige Auslesen wie 'Edulis', 'Konzentra' oder 'Rosina' bleiben nur durch Veredelung sortenecht und werden im Winter auf Sämlingsunterlagen der Art kopuliert oder im Sommer okuliert. Stecklinge bewurzeln schlecht. Als Pflanzware und als Unterlage gilt die Art unter Baumschulern als heikel; zuverlässiger etabliert sie sich aus Naturverjüngung oder aus Direktsaat am endgültigen Standort. Für die Gattungshybriden aus ihrer Verwandtschaft — Kreuzungen mit Apfelbeere, Birne oder Weißdorn — wird in der Praxis die Schwedische Mehlbeere als Unterlage bevorzugt, weil ein Teil dieser Sorten auf Ebereschen-Unterlage nicht ins Wachstum kommt.

Wert für Tiere

Die Eberesche gehört zu den wertvollsten Gehölzen für die heimische Tierwelt. Ihre Blüten locken mit aminartigem Duft vor allem Käfer und Fliegen an; daneben nutzen rund 37 Wildbienenarten Nektar und Pollen, spezialisiert ist keine davon. Als Raupenfutterpflanze trägt sie etwa 32 Schmetterlingsarten, darunter drei Spezialisten, dazu zahlreiche Kleinschmetterlinge und Rüsselkäfer; insgesamt sind rund 72 Insekten- und 31 Säugetierarten an ihr nachgewiesen. Der größte Wert liegt in den Früchten: 63 Vogelarten fressen die Beeren, unter ihnen Sing-, Mistel- und Wacholderdrossel, Rotkehlchen, Mönchsgrasmücke, Kleiber und Gimpel – daher der Name Vogelbeere. Weil die Dolden bis in den Winter hängen, überbrückt sie die nahrungsarme Zeit. Reh- und Rotwild äsen Blätter und Triebe.

Besonderheiten

Besonderheiten: schadstofftolerant; hybridisiert frei mit anderen Sorbusarten; gibt besondere Zuchtauslesen/Kreuzungen mit Aronia, Mispel, Weißdorn, ... =+ Artenvielfalt (füttert 31 Säugetier- ,72 Insekten-, 63 Vogelarten); bittere Früchte sind nach Frost, Essig oder Kochen genießbar; Ruten als vielfältige Zauberstäbe; Baum Humusaufbau;

Herkunft & Lebensraum

Europa und Westsibirien. Die Eberesche besiedelt nahezu den gesamten Kontinent: von Island und der skandinavischen Eismeerküste über Mitteleuropa bis Nordspanien, Sizilien und Griechenland, nach Osten über den Ural bis Westsibirien sowie in den Kaukasus und nach Kleinasien. In Südeuropa ist sie auf die Gebirge beschränkt. Sie steigt höher als jede andere heimische Baumart und erreicht in Tirol rund 2400 m, im Bayerischen Wald 1400 m und im Erzgebirge 1100 m. In Mitteleuropa ist sie durchgehend häufig und nirgends gefährdet.

Die Eberesche ist eine ausgesprochene Pionierbaumart. Kahlflächen, Windwürfe, Lichtungen, Waldränder, Bahndämme und Brachen besiedelt sie als eine der ersten Gehölzarten, weil Vögel die Samen weit verschleppen. Ihr Standortspektrum ist außergewöhnlich breit: von mageren bis nährstoffreichen, von trockenen bis zeitweise nassen und von stark sauren bis basenreichen Böden. Sie wächst in Laub- und Nadelwäldern ebenso wie auf Moorböden, Blockhalden, trockenen Steinhängen, in Hecken und Feldgehölzen. Als Licht- bis Halbschattenbaumart hält sie sich in geschlossenen Beständen nur in Lücken und wird unter Buchenschirm rasch verdrängt. An der Waldgrenze bleibt sie strauchförmig.

⚠️ Gefahren

Rohe Früchte unbekömmlich, Kerne mit Blausäure Rohe Vogelbeeren enthalten Parasorbinsäure, die in größeren Mengen Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auslöst; Kinder und Menschen, die die Frucht nicht gewohnt sind, reagieren empfindlicher. Beim Kochen wird die Parasorbinsäure zu gut verträglicher Sorbinsäure abgebaut, weshalb Marmelade, Gelee und Kompott unbedenklich sind. Nach Frösten verliert sich zusätzlich der bittere Geschmack. Die Samen enthalten wie bei anderen Kernobstgewächsen cyanogene Glykoside, die beim Zerkauen Blausäure freisetzen; einzelne mitverschluckte Samen sind ohne Bedeutung, größere Mengen zerkleinerter Samen sollten nicht verzehrt werden.

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Eberesche: Wie groß wird die Pflanze?

Eberesche (Sorbus aucuparia) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 15 m Höhe bei rund 7 m Breite. Das Wachstum ist mittel.

Eberesche: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Eberesche verträgt leichter Schatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm, Ton. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich halbfeucht – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 6 und 8,5 liegen.

Eberesche: Ist die Pflanze winterhart?

Eberesche ist für die Winterhärte Zone 3–8 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Eberesche: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Eberesche ist bis Zone 3 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Eberesche: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Mai.

Eberesche: Wann kann man ernten?

Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Oktober.

Eberesche: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?

Eberesche trägt erstmals nach 5 Jahren. Eine ausgewachsene Pflanze liefert bis zu 40 kg im Jahr, im Anbau bis 8 t pro Hektar. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.

Eberesche: Ist die Pflanze giftig?

Für Eberesche sind einzelne Pflanzenteile als leicht bedenklich vermerkt — die Pflanze gilt nicht als giftig. Verlass dich bei Wildpflanzen nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Eberesche: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 7/10, Heilkunde 5/10, Sonstige Nutzung 7/10.

Welche Sorten von Eberesche gibt es?

Im Permaplans-Sortenfinder sind 2 Sorten von Eberesche hinterlegt, darunter Edulis, Rosina. Jede Sorte hat eine eigene Seite mit Geschmack, Reifezeit, Resistenzen und Abstammung.

Erfahrungen aus der Community

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