Zwetschge
Wächst das bei mir?
Zwetschge ist bis Zone 5 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
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Steckbrief
- Familie
- Rosaceae
- Wuchsform
- Baum
- Wuchshöhe
- 6 m
- Kronenbreite
- 6 m
- Wachstum
- mittel
- Lebensdauer
- 20 Jahre
- Erster Ertrag
- nach 3 Jahren
- Ertrag pro Pflanze
- bis 60 kg im Jahr
- Ertrag im Anbau
- bis 12 t/ha
- Winterhärte
- Zone 5–9
- Schattentoleranz
- leichter Schatten
- Boden
- Sand, Schluff, Lehm, Ton
- Bodenfeuchte
- trocken – sehr nass
- pH-Wert
- 4,5 – 8
Blüte & Ernte
| J | F | M | A | M | J | J | A | S | O | N | D | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Fruchternte |
Sorten (29)
29 Sorten von Zwetschge sind im Permaplans-Sortenfinder hinterlegt — jede mit eigener Seite: Geschmack, Reifezeit, Resistenzen, Abstammung und Verwendung.
- Auerbacher Robuste, aromatische Zwetschge – bewährte Sorte für Streuobst und Hausgarten.
- Bühler
- Cacaks Beste
- Cacaks Fruchtbare Sehr fruchtbare serbische Zwetschge mit hohen, frühen Erträgen und süßem Aroma.
- Cacaks Frühe
- Cacaks Schöne Großfruchtige, frühe serbische Zwetschge mit ansprechendem Aussehen und mildsüßem Geschmack.
- Elena Sehr späte, feste Zwetschge mit hervorragender Lager- und Transportfähigkeit.
- Ersinger Frühzwetsche Eine der frühesten Zwetschgen: bereits Anfang August reif, saftig und angenehm süß.
- Fellenberg International verbreitete Dörrzwetsche mit süßem Fleisch – Basis vieler Trockenpflaumen.
- Graf Althans
- Große Grüne Reneklode
- Hanita Süße, Scharka-tolerante Hohenheimer Zwetschge für den Hausgarten.
- Hauszwetsche Die klassische Backzwetsche schlechthin: aromatisch, steinlösend und ideal für Kuchen und Dörrobst.
- Herman
- Jojo Die erste vollständig scharkaresistente Zwetschge – ideal für den Hausgarten.
- Katinka Frühe, Scharka-tolerante Hohenheimer Zwetschge.
- Nancy Mirabelle
- Ortenauer Späte, sehr aromatische Zwetschge mit süßem Fleisch – hervorragend zum Backen und Dörren.
- Presenta Scharkatolerante, aromatische Zwetschge mit großen, süßen Früchten.
- President
- Ruth Gerstetter
- Stanley
- Tipala
- Tophit Sehr großfruchtige, feste Spätzwetsche mit ausgezeichneter Fruchtqualität.
- Valjevka Scharkatolerante serbische Zwetschge – süß, steinlösend und ideal zum Trocknen.
- Valor
- Violette Dattelzwetschge
- Von Hartwiß Gelbe Zwetsche
- Wangenheims Frühzwetsche Alte, frühe deutsche Zwetschge – bewährt und selbstfruchtbar.
Nutzung
Essbar: Die Zwetschge ist das klassische Back- und Dörrobst unter den Pflaumen: Ihr Fleisch ist fest, der Stein löst sich sauber, und beim Erhitzen zerfällt sie nicht — deshalb liegt sie auf dem Zwetschgenkuchen und wird zu Mus eingekocht. Die Früchte sind länglich, dunkelblau und stark bereift; sie reifen je nach Sorte von August bis in den Oktober und werden erst am Baum richtig süß, weshalb mehrfaches Durchpflücken lohnt. Getrocknet steigt der Zuckergehalt stark an, Dörrzwetschgen halten sich über den Winter. Auf dem Balkan ist sie die Grundlage des Slivovitz, in Mitteleuropa von Zwetschgenwasser und Likör. Die Blüten lassen sich als essbare Dekoration verwenden, aus Stammverletzungen tritt ein essbares Gummi aus. Bitter schmeckende Kerne enthalten Amygdalin und gehören nicht auf den Teller.
Heilkunde: Der einzige gut belegte medizinische Nutzen der Zwetschge ist die milde abführende Wirkung getrockneter Früchte; sie beruht auf dem hohen Gehalt an Sorbit und Ballaststoffen, nicht auf einem einzelnen Wirkstoff. Dörrzwetschgen gelten deshalb als Hausmittel bei träger Verdauung und sind dafür auch in der Ernährungsmedizin anerkannt. Ein Aufguss der Rinde als fiebersenkendes Mittel ist volksmedizinisch überliefert, aber nicht klinisch geprüft. Die Samen im Steinkern enthalten Amygdalin; bitter schmeckende Kerne setzen beim Kauen Blausäure frei und sind kein Lebensmittel. Blätter und Rinde enthalten dieselben cyanogenen Glykoside und gehören nicht in Aufgüsse. Das Fruchtfleisch ist unbedenklich.
Sonstige Nutzung: Das Holz der Zwetschge ist hart und dicht, mit rotbraunem Kern und deutlichem Splint; es trocknet schwer, schwindet stark und reißt leicht, gilt aber getrocknet als geschätztes Drechsler- und Intarsienholz und wird für Griffe, Möbeldetails und Blasinstrumente verwendet. Aus den Blättern gewinnt man einen grünen, aus den Früchten einen graugrünen und aus der Rinde einen gelben Farbstoff. Das bei Verletzungen austretende Gummi diente früher als Klebstoff. Aus den Kernen lässt sich ein Öl pressen. Wurzelechte Bäume bilden über ihre Wurzelbrut mit der Zeit Gruppen, die sich als Hecke oder Windschutz nutzen lassen — im Obstgarten ist dieselbe Eigenschaft eher lästig.
Anbau
Standortwahl: Die Zwetschge ist der genügsamste unter den großen Obstbäumen, braucht aber gleichmäßige Bodenfeuchte — in Trockenjahren wirft sie sonst Früchte ab, und die verbleibenden bleiben klein. Sie blüht spät und entgeht damit den Spätfrösten, die Aprikose und Pfirsich regelmäßig treffen; das macht sie auch für rauere Lagen brauchbar. Die meisten Sorten sind selbstfruchtbar, ein zweiter Baum steigert den Ertrag dennoch. Entscheidend ist der Abstand zu bestehenden Pflaumenanlagen: Die Zwetschge ist Hauptwirt der Scharkakrankheit, die von Blattläusen übertragen wird und nicht heilbar ist — befallene Bäume tragen fleckige, gummiartige Früchte. Wurzelechte Bäume bilden Wurzelbrut und wandern mit der Zeit, was an Rasenkanten und Beeten stört. Pflege: Geschnitten wird im Sommer nach der Ernte, nicht im Winter; Winterschnitt öffnet den Weg für Gummifluss und Pilzinfektionen. Die Zwetschge fruchtet am ein- und mehrjährigen Holz, ein Auslichten der nach innen wachsenden Triebe genügt meist. Reich tragende Äste brechen leicht und sollten bei starkem Behang abgestützt werden. Zu den regelmäßigen Gästen zählen die Pflaumensägewespe, deren Larven junge Früchte zum Abfallen bringen, und der Pflaumenwickler, dessen Maden im reifen Obst sitzen; Leimringe und das Auflesen von Fallobst senken den Druck. Auf Monilia-Spitzendürre reagiert man mit Rückschnitt bis ins gesunde Holz.
Vermehrung
Zwetschgensorten werden veredelt, weil Sämlinge nicht sortenecht fallen. Üblich ist die Okulation im August auf zehn bis zwanzig Zentimeter Höhe, im Spätwinter kommen Kopulation und Geißfußveredlung infrage. Die Unterlage bestimmt Wuchsstärke und Bodeneignung: St. Julien A passt auf leichte Böden und in Anlagen ohne Bewässerung, WaVit und WeiWa auf gute Standorte, Pixy hält den Baum im Hausgarten klein. Alle drei bilden kaum Wurzelbrut — ein Vorteil gegenüber älteren Unterlagen wie 655/2. Die Hauszwetschge lässt sich daneben wurzelecht vermehren: Sie treibt reichlich Wurzelbrut, die im Winter abgestochen und direkt verpflanzt wird. Solche Bäume bleiben sortenecht, wachsen aber stärker und brauchen länger bis zum Ertrag. Die Aussaat dient nur der Unterlagenanzucht und verlangt eine kaltfeuchte Stratifikation über Winter.
Wert für Tiere
Die Zwetschge blüht im April und liefert Wildbienen, Hummeln und Honigbienen Nektar und Pollen; als Verwandte von Schlehe und Pflaume ist sie zugleich Raupenfutterpflanze für eine ganze Reihe heimischer Schmetterlinge. Ihr ökologischer Wert steht und fällt allerdings mit der Bewirtschaftung: Ein alter, hochstämmiger Baum auf einer Streuobstwiese ist ein Lebensraum für sich — Höhlen in morschem Holz beherbergen Steinkauz, Wendehals, Gartenrotschwanz und Fledermäuse, Totholzpartien eine eigene Käferfauna. Fallobst im Spätsommer ernährt Wespen, Schmetterlinge wie den Admiral, dazu Igel, Dachs und Fuchs. Reife Früchte werden von Amseln, Staren und Rabenvögeln genutzt. Ein kurzlebiger Spindelbaum in der Plantage leistet davon fast nichts.
Besonderheiten
Besonderheiten: Unterart der Kulturpflaume (subsp. domestica), engl. German prune/quetsche — nicht damson; Frucht länglich, blau bereift, Stein löst sich → klassisches Back-+Dörrobst; Hauszwetschge seit dem 17. Jh.; meist selbstfruchtbar; blüht spät → kaum spätfrostgefährdet; Hauptwirt der Scharka (nicht heilbar, Blattlausübertragung) → Abstand zu Obstanlagen; Schnitt im Sommer nach der Ernte, nie im Winter (Gummifluss); wurzelecht über Wurzelbrut vermehrbar; Slivovitz(Balkan);
Herkunft & Lebensraum
Vorderasien, in Mitteleuropa seit der Römerzeit. Die Zwetschge ist keine Wildart, sondern die wichtigste Unterart der Kulturpflaume, entstanden aus der Kreuzung von Schlehe und Kirschpflaume im Raum zwischen Kaukasus und Kaspischem Meer. Ihren deutschen Namen führt sie über das lateinische prunum damascenum auf Damaskus zurück, über das sie in den Mittelmeerraum gelangte; die Römer brachten sie nach Norden. Heute ist sie in ganz Mitteleuropa die verbreitetste Pflaumenform, mit Schwerpunkten in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Österreich, Ungarn und auf dem Balkan, wo aus ihr Slivovitz gebrannt wird. Die Hauszwetschge, seit dem siebzehnten Jahrhundert belegt, ist die bekannteste Sorte. Echte Wildbestände gibt es nicht.
Die Zwetschge ist ein reines Kulturgehölz und wächst dort, wo der Mensch sie hinstellt: auf Streuobstwiesen, in Bauerngärten, an Feldrainen und als Reihenpflanzung an Wegen. Verwildert findet man sie gelegentlich in Hecken, wo sie über Wurzelbrut kleine Bestände bildet. Sie verlangt tiefgründige, nährstoffreiche und gut durchlüftete Böden mit gleichmäßiger Feuchte; auf leichten Sandböden bleibt sie klein und leidet in Trockenjahren, auf schweren, staunassen Standorten kümmert sie. Wärme braucht sie weniger als Pfirsich oder Aprikose, dafür mehr Wasser während der Fruchtentwicklung. Weil sie spät blüht, ist sie deutlich weniger spätfrostgefährdet als die übrigen Steinobstarten und gedeiht daher auch in Mittelgebirgslagen bis etwa 600 Meter.
⚠️ Gefahren
Giftige Kerne und Blätter, giftig für Hunde, Katzen und Pferde Wie bei allen Prunus-Arten enthalten Samen, Blätter und Rinde cyanogene Glykoside, die beim Zerkauen oder Zerkleinern Blausäure freisetzen. Einzelne versehentlich mitverschluckte, unversehrte Kerne sind unbedenklich, größere Mengen zerkauter Kerne dagegen nicht; von selbst hergestellten Kernauszügen ist abzuraten. Für Hunde, Katzen und Pferde gelten dieselben Pflanzenteile als giftig. Das Fruchtfleisch selbst ist unbedenklich. Der bei Verletzungen austretende Gummifluss ist ein Zeichen für einen falschen Schnittzeitpunkt, keine Gefahr.
Häufige Fragen
Zwetschge: Wie groß wird die Pflanze?
Zwetschge (Prunus domestica subsp. domestica) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 6 m Höhe bei rund 6 m Breite. Das Wachstum ist mittel.
Zwetschge: Welchen Standort braucht die Pflanze?
Zwetschge verträgt leichter Schatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm, Ton. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich trocken – sehr nass liegen. Der pH-Wert darf zwischen 4,5 und 8 liegen.
Zwetschge: Ist die Pflanze winterhart?
Zwetschge ist für die Winterhärte Zone 5–9 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.
Zwetschge: Wächst die Pflanze in Deutschland?
Zwetschge ist bis Zone 5 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
Zwetschge: Wann kann man ernten?
Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von September bis November.
Zwetschge: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?
Zwetschge trägt erstmals nach 3 Jahren. Eine ausgewachsene Pflanze liefert bis zu 60 kg im Jahr, im Anbau bis 12 t pro Hektar. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.
Zwetschge: Ist die Pflanze giftig?
Für Zwetschge sind einzelne Pflanzenteile als leicht bedenklich vermerkt — die Pflanze gilt nicht als giftig. Verlass dich bei Wildpflanzen nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.
Zwetschge: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?
Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 7/10.
Welche Sorten von Zwetschge gibt es?
Im Permaplans-Sortenfinder sind 29 Sorten von Zwetschge hinterlegt, darunter Auerbacher, Bühler, Cacaks Beste, Cacaks Fruchtbare, Cacaks Frühe, Cacaks Schöne, Elena, Ersinger Frühzwetsche, Fellenberg, Graf Althans, Große Grüne Reneklode, Hanita und 17 weitere. Jede Sorte hat eine eigene Seite mit Geschmack, Reifezeit, Resistenzen und Abstammung.
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