Eingriffeliger Weißdorn
Wächst das bei mir?
Eingriffeliger Weißdorn ist bis Zone 5 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
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Steckbrief
- Familie
- Rosaceae
- Wuchsform
- Baum
- Wuchshöhe
- 7 m
- Kronenbreite
- 5 m
- Wachstum
- mittel
- Lebensdauer
- 300 Jahre
- Erster Ertrag
- nach 7 Jahren
- Vollertrag
- nach 25–50 Jahren
- Ertrag pro Pflanze
- bis 5 kg im Jahr
- Ertrag im Anbau
- bis 1,2 t/ha
- Energieertrag
- 55 kcal pro m² und Jahr
- Winterhärte
- Zone 5–8
- Schattentoleranz
- Halbschatten
- Boden
- Sand, Schluff, Lehm, Ton
- Bodenfeuchte
- trocken – am Wasser
- pH-Wert
- 6 – 8
- Synonyme
- Weißdorn
Blüte & Ernte
| J | F | M | A | M | J | J | A | S | O | N | D | |
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| Blüte | ||||||||||||
| Fruchternte |
Nutzung
Essbar: Obst - roh oder gekocht. Roh ist es nicht sehr appetitlich, daher wird es normalerweise zur Herstellung von Marmeladen und Eingemachtem verwendet. Die Früchte können getrocknet, gemahlen und mit Mehl vermischt werden, um zum Brotbacken verwendet zu werden. Die Frucht hat einen Durchmesser von etwa 1 cm. In der Mitte der Frucht befinden sich bis zu fünf ziemlich große Samen, die oft aneinander haften und so den Effekt haben, eine kirschähnliche Frucht mit einem einzigen Samen zu essen. Junge Triebe können roh gegessen werden und haben einen angenehmen nussigen Geschmack, der eine gute Ergänzung für die Salatschüssel darstellt. Aus den getrockneten Blättern kann ein Tee hergestellt werden, der als chinesischer Teeersatz dient. Die gerösteten Samen können als Kaffeeersatz verwendet werden. Die Blüten werden in Sirupen und süßen Puddings verwendet.
Heilkunde: Weißdorn gehört zu den am besten untersuchten Herz-Kreislauf-Pflanzen Mitteleuropas. Verwendet werden Blätter mit Blüten, seltener die Früchte; wirksamkeitsbestimmend sind Flavonoide und oligomere Procyanidine, dazu Anthocyanfarbstoffe, Gerbstoffe und ätherische Öle. Die Substanzen wirken gefäßerweiternd, blutdrucksenkend und entzündungshemmend, weshalb sie zur Herstellung von Medikamenten und homöopathischen Mitteln für Herz und Kreislauf dienen. Traditionell wird Weißdorn bei nachlassender Herzleistung und beim sogenannten Altersherz eingesetzt, häufig begleitend zu erhöhtem Blutdruck. Charakteristisch ist der langsame Wirkungseintritt: Eine Wirkung stellt sich erst nach wochenlanger regelmäßiger Anwendung ein, üblich sind Tee oder standardisierter Fertigextrakt. Älter und heute ohne Wirknachweis ist die Verwendung der Rinde: Sie galt wegen ihrer Gerbstoffe als adstringierend und wurde in der Volksheilkunde als Fiebermittel gegeben, in manchen Überlieferungen ausdrücklich gegen Wechselfieber. Diese Anwendung ist historisch bezeugt, nicht belegt, und wird heute nicht mehr praktiziert. Ebenfalls überliefert ist der Weißdorn als Schutz- und Grenzgehölz, das als Wohnort der Feen galt — ein Bedeutungsfeld, das seine Rolle in der alten Feldflur begleitete. Beschwerden am Herzen gehören ärztlich abgeklärt; Weißdorn ersetzt keine verordnete Therapie, und bei bestehender Herzmedikation ist die Anwendung mit der behandelnden Praxis abzustimmen.
Sonstige Nutzung: Das Holz des Weißdorns ist außergewöhnlich hart und zäh, lässt sich schwer spalten und trocknen, reißt leicht und schwindet stark — als Bauholz taugt es nicht, für Werkzeuggriffe, Holznägel und Drechselarbeiten dagegen sehr gut. Es hat zudem einen der höchsten Brennwerte der heimischen Gehölze. Der eigentliche Nutzen liegt aber in der Hecke: Der Weißdorn ist extrem schnittverträglich, regeneriert auch nach starkem Rückschnitt und wird durch Verbiss oder Schnitt so dicht, dass eine undurchdringliche, vieh- und windsichere Barriere entsteht — deshalb stand er jahrhundertelang an den Grenzen von Feldern und Weiden. In Baumschulen dient er als Unterlage für andere Rosengewächse wie Mispel, Eberesche und Felsenbirne. Getrocknete und gemahlene Früchte wurden in Notzeiten dem Brotmehl beigemischt; daraus stammen die Namen Mehlbeere, Mehlfässel und Mehldorn.
Anbau
Standortwahl: Offen und sonnig; Halbschatten wird vertragen, mindert Blüte und Fruchtansatz aber deutlich. Kalkliebend, sonst anspruchslos, am besten auf mittelschweren, tiefgründigen und nahrhaften Böden; Staunässe meiden. Der wichtigste Planungspunkt ist der Abstand zu Obstanlagen und Baumschulen: Der Weißdorn ist Hauptwirtspflanze des Feuerbrands und sollte nicht in deren Nähe stehen. Als Großstrauch wird er 6 bis 8 Meter, baumförmig bis 10 Meter und über 100 Jahre alt; in der Hecke 50 bis 80 Zentimeter Abstand, als Solitär drei bis vier Meter. Junges Material pflanzen — ältere Pflanzen wachsen nach dem Verpflanzen schlecht an. Pflege: Ein Schnitt ist nicht nötig, wird aber hervorragend vertragen: Der Weißdorn regeneriert stark und wird durch regelmäßigen Schnitt oder Verbiss dicht und undurchdringlich. Geschnitten wird außerhalb der Vogelbrutzeit, denn die Hecke ist ein bevorzugter Brutplatz. Die Hauptgefahr ist der Feuerbrand: Die Infektion läuft über die Blüte, Triebspitzen welken und hängen herab; befallene Pflanzen sind sofort zu roden. Die 1 bis 2,5 Zentimeter langen Dornen machen bei Heckenarbeit Handschuhe und Augenschutz erforderlich.
Vermehrung
Die Samen müssen gleich nach der Ernte im September oder Oktober aus dem Fruchtfleisch ausgewaschen werden, sonst hemmen dessen Rückstände die Keimung. Anschließend werden sie stratifiziert und ausgesät; Weißdorn keimt notorisch träge und läuft oft erst im zweiten Frühjahr auf, weshalb das Saatbeet zwei Winter stehen bleiben sollte. Alternativ lassen sich Absenker bewurzeln oder ältere Stöcke teilen. Ältere Pflanzen wachsen nach dem Verpflanzen schlecht an — es lohnt sich, junges Material zu setzen. Veredelte Gehölze kommen deutlich früher ins Ertragsstadium als Sämlinge; Weißdorn dient dabei seinerseits als Unterlage für andere Rosengewächse wie Mispel, Eberesche und Felsenbirne.
Wert für Tiere
Der Eingriffelige Weißdorn gehört zu den ökologisch ergiebigsten Gehölzen Mitteleuropas. An seinen Blüten wurden rund 41 Wildbienenarten nachgewiesen, dazu etwa 23 Schwebfliegen- und 6 Käferarten; Nektar- und Pollenangebot je Blüte sind mäßig, die schiere Menge der Doldenrispen im Mai gleicht das aus. Sein größerer Beitrag liegt beim Laub: 83 Schmetterlingsraupen fressen daran, fünf davon ausschließlich an Weißdorn. Die mehligen Apfelfrüchte werden von rund 32 Vogel- und fünf Säugetierarten genommen und halten sich bis in den Winter. Weil der Strauch dicht und dornig wächst, ist er zugleich eines der besten Nist- und Schutzgehölze für Heckenbrüter; der Neuntöter nutzt die Dornen als Vorratsspieß.
Besonderheiten
Besonderheiten: Wurde immer zur Einfassung von Feldern und Gärten gepflanzt; gilt als Wohnort der Feen, Symbol der Jungfräulichkeit und des Schutzes; treibt durch Verbiss+Beschnitt stark aus → undurchdringliche Hecke; wird über 100 Jahre alt, Stammumfang bis 70cm; !Hauptwirtspflanze des Feuerbrands - nicht neben Obstplantagen oder Baumschulen pflanzen!; blüht ~10 Tage nach C. laevigata;
Herkunft & Lebensraum
Europa bis Westasien und Nordafrika. Der Eingriffelige Weißdorn ist in ganz Europa verbreitet, fehlt nur in Island und im äußersten Norden, und reicht ostwärts bis Vorderasien und den Kaukasus, südwärts bis Nordafrika. In Mitteleuropa gehört er zu den häufigsten Heckensträuchern und steigt in den Gebirgen bis etwa 1300 Meter. Nach Nordamerika, Australien und Neuseeland wurde er als Heckenpflanze eingeführt und ist dort vielerorts verwildert. Als Gehölz der alten Feldflur und Weidezäune hat er seine Verbreitung in weiten Teilen Europas menschlicher Landnutzung zu verdanken.
Der Eingriffelige Weißdorn wächst an sonnigen Waldrändern, in natürlichen Hecken und Gebüschen, an felsigen Hängen und in lichten Laub- und Nadelmischwäldern, bis in Höhen von 1300 Metern. Er stellt keine besonderen Ansprüche an Boden und Klima, ist kalkliebend und bevorzugt mittelschwere, eher tiefgründige, nahrhafte Böden, die frisch bis trocken sein dürfen; basenreiche Standorte sind ihm am liebsten. Offene, sonnige Lagen sind Voraussetzung für reiche Blüte und Fruchtbildung, Halbschatten wird vertragen. Als lichtbedürftiges Saumgehölz hält er sich in dichtem Wald nicht, prägt dafür aber die Übergänge zwischen Wald und Offenland.
Häufige Fragen
Eingriffeliger Weißdorn: Wie groß wird die Pflanze?
Eingriffeliger Weißdorn (Crataegus monogyna) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 7 m Höhe bei rund 5 m Breite. Das Wachstum ist mittel.
Eingriffeliger Weißdorn: Welchen Standort braucht die Pflanze?
Eingriffeliger Weißdorn verträgt Halbschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm, Ton. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich trocken – am Wasser liegen. Der pH-Wert darf zwischen 6 und 8 liegen.
Eingriffeliger Weißdorn: Ist die Pflanze winterhart?
Eingriffeliger Weißdorn ist für die Winterhärte Zone 5–8 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.
Eingriffeliger Weißdorn: Wächst die Pflanze in Deutschland?
Eingriffeliger Weißdorn ist bis Zone 5 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
Eingriffeliger Weißdorn: Wann ist die Blütezeit?
Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Mai.
Eingriffeliger Weißdorn: Wann kann man ernten?
Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Oktober.
Eingriffeliger Weißdorn: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?
Eingriffeliger Weißdorn trägt erstmals nach 7 Jahren. Den Vollertrag erreicht sie nach 25–50 Jahren. Eine ausgewachsene Pflanze liefert bis zu 5 kg im Jahr, im Anbau bis 1,2 t pro Hektar. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.
Eingriffeliger Weißdorn: Ist die Pflanze giftig?
Für Eingriffeliger Weißdorn ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.
Eingriffeliger Weißdorn: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?
Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 3/10, Heilkunde 8/10, Sonstige Nutzung 8/10.
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