Esskastanie
Wächst das bei mir?
Esskastanie ist bis Zone 6 winterhart. Das reicht für fast alle Lagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz; nur in rauen Höhenlagen (Alpen, Mittelgebirgskämme) ist Winterschutz sinnvoll. Zusätzlich braucht sie warme Sommer, wie sie hierzulande nur im Weinbauklima, in Stadtlagen oder an geschützten Südwänden zusammenkommen.
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Steckbrief
- Familie
- Fagaceae
- Wuchsform
- Baum
- Wuchshöhe
- 30 m
- Kronenbreite
- 15 m
- Wachstum
- mittel
- Lebensdauer
- 600 Jahre
- Erster Ertrag
- nach 20 Jahren
- Ertrag pro Pflanze
- bis 100 kg im Jahr
- Ertrag im Anbau
- bis 4 t/ha
- Energieertrag
- 700 kcal pro m² und Jahr
- Winterhärte
- Zone 6–9
- Schattentoleranz
- volle Sonne
- Boden
- Sand, Schluff, Lehm
- Bodenfeuchte
- sehr trocken – sehr feucht
- pH-Wert
- 3,5 – 6,5
- Synonyme
- Marone, Maronenbaum, Kastanienbaum
Blüte & Ernte
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| Fruchternte |
Sorten (18)
18 Sorten von Esskastanie sind im Permaplans-Sortenfinder hinterlegt — jede mit eigener Seite: Geschmack, Reifezeit, Resistenzen, Abstammung und Verwendung.
- Belle Épine Spät blühende französische Sorte — idealer Pollenspender für andere Kastanien.
- Bouche de Betizac
- Bouche Rouge Suedfranzoesische Traditionssorte mit rotbrauner Schale und feinem Aroma.
- Brunella
- Castanea sativa
- Castanea sativa x crenata
- Castel del Rio IGP-Marrone aus dem Santerno-Tal der Emilia-Romagna mit suessem, feinem Aroma.
- Dore de Lyon Fruehe, goldbraune Lyoner Sorte, geschaetzt fuer Frischmarkt und Verarbeitung.
- Ecker 10
- Ecker 3
- Garrone Rosso Rotschalige piemontesische Marrone, Grundlage der Marrone di Cuneo IGP.
- Maraval
- Marigoule
- Marlhac
- Marradi IGP-geschuetzte Marrone aus dem Mugello, Inbegriff der italienischen Edelkastanie.
- Marron de Lyon Klassische franzoesische Maronensorte fuer edle Marrons glaces und Roestkastanien.
- Marrone di Chiusa Pesio Hochwertige piemontesische Marrone-Sorte fuer Marrons glaces und Confiserie.
- Pandora
Nutzung
Essbar: Der Samen kann roh oder gekocht verzehrt werden. Roh hat er einen leicht adstringierenden Geschmack, der sich jedoch beim Kochen deutlich verbessert. Gekocht schmeckt der Samen köstlich und hat eine mehlige Textur, die an Süßkartoffeln erinnert. Er ist reich an Kohlenhydraten und kann getrocknet, gemahlen und als Mehl in verschiedenen Gerichten wie Brot, Pudding und Suppen verwendet werden. Die gerösteten Samen eignen sich auch als Kaffeeersatz und aus ihnen kann Zucker extrahiert werden.
Sonstige Nutzung: Tannin wird aus der Rinde, dem Holz, den Blättern und den Samenschalen gewonnen. Die Schalen enthalten 10-13% Tannin. Die Rinde enthält bei einer Feuchtigkeitsbasis von 10% 6,8% Tannin und das Holz 13,4%. Das Mehl der Samen wurde früher als Stärkequelle und zum Aufhellen von Leinenstoffen verwendet. Aus den Blättern und Schalen der Früchte wird ein Haarshampoo hergestellt, das dem Haar einen goldenen Schimmer verleiht. Das Holz ist hart, stark und leicht. Es wird für verschiedene Zwecke wie Zimmerei, Drechslerei, Korbwaren und Zaunpfosten verwendet. Es ist auch ein sehr guter Brennstoff.
Anbau
Wärmeliebende Lichtbaumart für saure, tiefgründige Böden. Das Optimum liegt zwischen pH 5,5 und 6,0 auf Böden kristallinen Ursprungs oder auf kalksteinfreien vulkanischen Böden; ab pH 7,0 und bei Kalk im Boden folgen Blattaufhellungen und Kümmerwuchs, solche Standorte scheiden für eine Neupflanzung aus. Der Boden sollte mindestens vierzig, besser sechzig Zentimeter über dem Untergrundgestein stehen — darauf trägt der mächtige Herzwurzelkörper auch längere Trockenheit. Staunässe und schwere Ton- und Lehmböden werden nicht vertragen. Gefordert sind acht bis fünfzehn Grad Jahresmittel und ein warmer Herbst; nördlich des fünfzigsten Breitengrads reifen die Früchte nicht mehr zuverlässig. Spätfröste und nasse Blühwochen im Juni kosten Ertrag. Starkwüchsige Sorten brauchen zehn bis zwölf Meter Abstand, auf flachgründigen Böden genügen sechs bis acht. Weil sich die Aufblütezeiten männlicher und weiblicher Blüten am selben Baum kaum überschneiden, sind mindestens drei verschiedene Individuen nötig; viele großfrüchtige Sorten sind zusätzlich männlich steril und brauchen zwingend einen Pollenspender. Junge Stämme lassen sich mit Jute oder Kalkanstrich vor Frostrissen durch die Wintersonne schützen. Niederwälder werden alle fünfzehn bis dreißig Jahre auf den Stock gesetzt. Anfällig für: Kastanienrindenkrebs (Cryphonectria parasitica; dringt über Rindenverletzungen ein, lässt die Triebe oberhalb der Befallsstelle absterben und schwächt den Baum dauerhaft — bis zu neunzig Prozent Ertragsverlust. In Befallsgebieten wird inzwischen dazu geraten, nur noch resistente Hybridsorten zu pflanzen), Tintenkrankheit (Phytophthora cinnamomi und P. cambivora, Wurzel- und Wurzelhalsfäule auf staunassen Böden), Kastaniengallwespe (Dryocosmus kuriphilus, Gallen an den Jungtrieben), Esskastanienbohrer (Curculio elephas, Larven in der Frucht), Sprühfleckenkrankheit (Mycosphaerella maculiformis, Blattflecken).
Vermehrung
Sortenechte Edelkastanien werden vegetativ vermehrt, in der Regel durch Pfropfung; aus Samen erwachsene Bäume fallen im Ertrag uneinheitlich aus. Für Unterlagen und Waldbestände wird ausgesät, wobei die Früchte frisch verwendet werden müssen: Sie verlieren ihre Keimfähigkeit beim Austrocknen rasch und lassen sich nur kühl und feucht über wenige Monate zwischenlagern. Saatgut und Keimlinge sind wirksam gegen Mäuse und Eichhörnchen zu schützen, die sie gezielt aufsuchen. Entscheidend ist die Selbstinkompatibilität der Art: Ein einzeln stehender Baum setzt keine Früchte an, und da viele Kultursorten männlich steril sind, müssen gezielt pollenspendende Bäume dazugesetzt werden. Traditionelle Niederwälder verjüngt man über Stockausschlag im Umtrieb von 15 bis 30 Jahren.
Wert für Tiere
Die Blüten bieten Bienen und anderen Insekten reichlich Nektar und Pollen, was sie zu einer wichtigen Nahrungsquelle macht. Die Früchte dienen verschiedenen Tieren wie Eichhörnchen, Siebenschläfern, Krähen und Hähern als Nahrung und werden durch diese verbreitet. Die Blätter werden von bestimmten Schmetterlingsraupen gefressen. Die dichte Krone und der ausladende Wuchs bieten Vögeln Schutz und Nistmöglichkeiten. Wildverbiss kann vorkommen, ist aber meist gering.
Besonderheiten
Besonderheiten: Gut dürreresistent; Braucht Weinbauklima 16°C, sommertrocken +nährstoffreiche+ tiefgründige Boden; zur Konservierung der Samen: Wässern, Räuchern, Trocknen+Schälen soll sie kühl+trocken 2-3 Jahre haltbar machen oder nach Einschneiden: Einfrieren. Esskastanienbäume können riesig werden, oder du köpfst sie etwa alle 10-30 Jahre.
Herkunft & Lebensraum
Mittelmeerraum und Kleinasien. Der natürliche Ursprung der Edelkastanie lässt sich nicht mehr scharf umreißen, weil sie seit der Antike im gesamten Mittelmeerraum und den nördlich anschließenden Gebieten angebaut wird. Als Nordgrenze des ursprünglichen Areals gelten Pyrenäen, Alpensüdrand, die bosnischen Gebirge, die Rhodopen und der Kaukasus; hinzu kommen Vorkommen in Kleinasien, Syrien und Nordafrika. Großflächige Bestände stehen heute in Frankreich, besonders in Ardèche, Cevennen und Périgord, sowie vom ungarischen Tiefland bis zum Schwarzen Meer. Nördlich der Alpen finden sich zerstreute Pflanzungen bis nach Deutschland und Südskandinavien, in Deutschland vor allem in der Pfalz und an den Rhein-Nebenflüssen, in der Schweiz schwerpunktmäßig im Tessin. Die europäischen Bestände gehen, außer in Griechenland, auf kleinasiatisches Pflanzmaterial der letzten rund zweitausend Jahre zurück.
In ihrem Hauptareal ist die Edelkastanie eine submontan-mediterrane Baumart sommergrüner Laubwaldgesellschaften der Klasse Querco-Fagetea, besonders bodensaurer Eichen-Birkenwälder des Betulo-Quercetum. Als Lichtbaumart setzt sie sich in geschlossenen Schattbaumbeständen nicht durch und ist auf Lücken, Ränder oder menschliche Förderung angewiesen. Sie besiedelt luftfeuchte, ozeanisch getönte Lagen mit warmen Sommern und meidet austrocknende Hänge ebenso wie staunasse Senken. In Mitteleuropa tritt sie fast nur dort auf, wo historischer Anbau sie etabliert hat: in wärmebegünstigten Tal- und Hanglagen des Weinbauklimas, häufig in Nachbarschaft von Eiche und Hainbuche.
Häufige Fragen
Esskastanie: Wie groß wird die Pflanze?
Esskastanie (Castanea sativa) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 30 m Höhe bei rund 15 m Breite. Das Wachstum ist mittel.
Esskastanie: Welchen Standort braucht die Pflanze?
Esskastanie verträgt volle Sonne. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich sehr trocken – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 3,5 und 6,5 liegen.
Esskastanie: Ist die Pflanze winterhart?
Esskastanie ist für die Winterhärte Zone 6–9 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.
Esskastanie: Wächst die Pflanze in Deutschland?
Esskastanie ist bis Zone 6 winterhart. Das reicht für fast alle Lagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz; nur in rauen Höhenlagen (Alpen, Mittelgebirgskämme) ist Winterschutz sinnvoll. Zusätzlich braucht sie warme Sommer, wie sie hierzulande nur im Weinbauklima, in Stadtlagen oder an geschützten Südwänden zusammenkommen.
Esskastanie: Wann ist die Blütezeit?
Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von Juni bis Juli.
Esskastanie: Wann kann man ernten?
Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von September bis Oktober.
Esskastanie: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?
Esskastanie trägt erstmals nach 20 Jahren. Eine ausgewachsene Pflanze liefert bis zu 100 kg im Jahr, im Anbau bis 4 t pro Hektar. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.
Esskastanie: Ist die Pflanze giftig?
Für Esskastanie ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.
Esskastanie: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?
Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 9/10, Heilkunde 7/10, Sonstige Nutzung 8/10.
Welche Sorten von Esskastanie gibt es?
Im Permaplans-Sortenfinder sind 18 Sorten von Esskastanie hinterlegt, darunter Belle Épine, Bouche de Betizac, Bouche Rouge, Brunella, Castanea sativa, Castanea sativa x crenata, Castel del Rio, Dore de Lyon, Ecker 10, Ecker 3, Garrone Rosso, Maraval und 6 weitere. Jede Sorte hat eine eigene Seite mit Geschmack, Reifezeit, Resistenzen und Abstammung.
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