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Steineiche

Quercus ilex
König des Trockenwaldes
Baum17,5×12 mZone 7–10Halbschatten

Steckbrief

Familie
Fagaceae
Wuchsform
Baum
Wuchshöhe
17,5 m
Kronenbreite
12 m
Wachstum
langsam
Lebensdauer
500 Jahre
Erster Ertrag
nach 25 Jahren
Winterhärte
Zone 7–10
Schattentoleranz
Halbschatten
Boden
Sand, Schluff, Lehm
Bodenfeuchte
trocken – sehr nass
pH-Wert
6 – 7,5
immergrünheckentauglichbedornt

Nutzung

Essbar4 von 10
Heilkunde2 von 10
Sonstige Nutzung8 von 10

Essbar: Die Eicheln reifen im ersten Jahr und können geerntet werden, wenn sie voll ausgereift sind. Sie enthalten oft Bitterstoffe, weshalb eine Vorbehandlung wie Rösten oder Einweichen sinnvoll ist, um diese zu reduzieren. In Spanien und Portugal werden süßere Sorten kultiviert. Die Eicheln können zu Mehl verarbeitet oder als Kaffee-Ersatz verwendet werden. Roh sollten sie wegen der Bitterstoffe nicht in größeren Mengen gegessen werden.

Heilkunde: Traditionell werden Gallen, die durch Insektenlarven an der Steineiche entstehen, medizinisch genutzt. Auch die Rinde enthält Tannine, die früher für Pflaster verwendet wurden. Diese Anwendungen beruhen auf überliefertem Wissen, ohne dass moderne medizinische Wirksamkeit bestätigt ist.

Sonstige Nutzung: Das sehr harte Holz der Steineiche wird für Möbel, Werkzeuge und als hochwertiges Brennholz verwendet. Die Rinde liefert Tannin, das in der Ledergerbung und Färberei eingesetzt wird. In Spanien und Portugal ist die Steineiche ein wichtiger Bestandteil der Dehesa-Landschaft, wo sie als Futterbaum für die Schweinemast dient und so zur Herstellung von Iberischem Schinken beiträgt.

Anbau

Die Steineiche bevorzugt sonnige Standorte mit gut durchlässigen, nährstoffreichen Böden von leicht sauer bis neutral. Sie ist relativ trockenheitsverträglich und benötigt wenig Wasser. Junge Pflanzen vertragen etwas Schatten. Der Baum wächst langsam und sollte in Mitteleuropa nur in milden Lagen gepflanzt werden. Ein regelmäßiger Schnitt ist nicht notwendig, kann aber zur Formgebung dienen. Die Pflanze ist immergrün und winterhart bis etwa -7 bis -10 °C. Sie ist resistent gegen Hallimasch.

Vermehrung

Die Vermehrung erfolgt am besten durch Aussaat der frischen Eicheln im Herbst oder zeitigen Frühjahr. Die Samen keimen nach einer Kälteperiode (Stratifikation) am besten. Die Keimfähigkeit nimmt schnell ab, daher sollten die Samen feucht und kühl gelagert werden. Jungpflanzen entwickeln eine tiefe Pfahlwurzel und sollten bald an den endgültigen Standort gepflanzt werden, da sie sich schlecht umsetzen lassen.

Wert für Tiere

Die Steineiche bietet Nahrung und Lebensraum für zahlreiche Tiere. Eichhörnchen, Eichelhäher und andere Vögel verbreiten die Eicheln. Die Blätter dienen als Futter für verschiedene Schmetterlingsraupen. Die dichte Krone bietet Schutz und Nistmöglichkeiten für Vögel. Die Pflanze ist wichtig für die Biodiversität in mediterranen und submediterranen Gebieten.

Besonderheiten

Die Steineiche ist ein immergrüner Baum mit langer Lebensdauer und hoher Widerstandsfähigkeit gegen Trockenheit und Wind. Sie ist ein charakteristischer Baum der mediterranen Hartlaubvegetation und wird in der Permakultur wegen ihrer Nutzung in der Dehesa als Futterbaum und wegen ihres harten Holzes geschätzt.

Herkunft & Lebensraum

Südeuropa und Nordafrika im Mittelmeerraum von Portugal bis zur Türkei und von Marokko bis Tunesien, einschließlich der Iberischen Halbinsel, Südfrankreich, Balearen, Algerien und Tunesien. Eingebürgert in Teilen Lateinamerikas wie Chile, Argentinien und Kalifornien. In Mitteleuropa nur in sehr milden Lagen winterhart.

Wächst in reinen Beständen oder Mischwäldern der mediterranen Hartlaubvegetation, häufig in niedrigen bis mittleren Lagen, aber auch in höheren Gebirgsregionen wie dem Atlasgebirge. Bevorzugt gut durchlässige, meist kalkhaltige Böden mit neutralem bis leicht alkalischem pH-Wert. Kommt in sonnigen bis halbschattigen Standorten vor und toleriert trockene bis mäßig feuchte Bedingungen.

⚠️ Gefahren

Giftigkeit: leicht giftig

Die Samen sind voll Tannin (Gerb-/Bitterstoff), der leicht giftig wirkt, wenn man es denn schaffen sollte einen so bitteren Samen zu kauen und herunterzuschlucken.

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

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