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Chinesische Kastanie

Castanea mollissima
Essbarkeit8Heilwirkung3Sonstiger Nutzen4
Baum20×14 mZone 4–8Halbschatten🍎 Essbar

Wächst das bei mir?

Chinesische Kastanie ist bis Zone 4 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien. Zusätzlich braucht sie warme Sommer, wie sie hierzulande nur im Weinbauklima, in Stadtlagen oder an geschützten Südwänden zusammenkommen.

Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:

Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Fagaceae
Wuchsform
Baum
Wuchshöhe
20 m
Kronenbreite
14 m
Wachstum
langsam
Lebensdauer
150 Jahre
Erster Ertrag
nach 6 Jahren
Vollertrag
nach 10 Jahren
Winterhärte
Zone 4–8
Schattentoleranz
Halbschatten
Boden
Sand, Schluff, Lehm
Bodenfeuchte
halbfeucht – sehr feucht
pH-Wert
4,5 – 6,5
NektarquellePollenquelle

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte
Fruchternte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Nutzung

Essbar8 von 10
Heilkunde3 von 10
Sonstige Nutzung4 von 10

Essbar: Die Früchte sind rundlich, feinkörniger als die der japanischen Kastanie und gut im Geschmack; sie gelten als süßer und lassen sich leichter schälen als die europäischen. Beim Rösten verhalten sie sich dagegen weniger gut. Zubereitet werden sie gekocht, geröstet oder zu Mehl verarbeitet.

Anbau

Verlangt saure, tiefgründige und gut durchlässige Böden ohne Staunässe und ohne Kalk. Halbschatten wird vertragen, der Ertrag fällt in voller Sonne aber deutlich besser aus. Gegen Winterfrost ist die Art vergleichsweise unempfindlich, deutlich härter als die japanische Kastanie. Mit durchschnittlich zwanzig Metern Höhe und einer sehr breit ausladenden Krone ist der Standraum großzügig zu bemessen. Das Laub wird im Herbst nur schlecht abgeworfen — früher Schneefall bleibt in der belaubten Krone liegen und führt zu Schneebruch. Für den Fruchtansatz sind mindestens zwei, besser drei genetisch verschiedene Individuen nötig. Junge Triebe und Knospen sind auffallend stark behaart, die Blätter kurz zugespitzt, oval und etwas lederartig. Anfällig für: Sprühfleckenkrankheit (Mycosphaerella maculiformis, Blattflecken), Kastaniengallwespe (Dryocosmus kuriphilus, Gallenbildung an den Jungtrieben), Esskastanienbohrer (Curculio elephas, die Larven entwickeln sich in der Frucht und entwerten die Ernte). Gegen den Kastanienrindenkrebs ist diese Art die widerstandsfähigste der Gattung und deshalb der wichtigste Partner der Resistenzzüchtung.

Vermehrung

Sortenreine Vermehrung läuft über Veredlung auf ausgesäten Unterlagen. Das Saatgut wird über den Winter kühl, aber frostfrei gelagert, keimt dabei meist schon an und wird im Frühjahr ins Freiland ausgesät. Sämlinge fallen in der Fruchtqualität vergleichsweise einheitlich aus und liegen näher an den Elternbäumen als bei der europäischen Kastanie, weshalb hier auch die Anzucht aus Samen eine sinnvolle Option ist. Für den Fruchtansatz sind mindestens zwei, besser drei genetisch verschiedene Individuen nötig.

Wert für Tiere

Die Bestäubung erfolgt sowohl über den Wind als auch über Insekten. Die Blüten werden stark von Bienen und anderen Insekten angeflogen und gelten als wertvolle Bienentracht — die Blütezeit im Juni und Juli füllt dabei eine Lücke, in der wenig anderes blüht. Die Früchte werden von Eichhörnchen, Siebenschläfern und Rabenvögeln gefressen und durch sie verbreitet.

Besonderheiten

Die widerstandsfähigste aller Kastanienarten gegenüber dem Kastanienrindenkrebs und damit der wichtigste Partner in der Resistenzzüchtung. Gegen Winterfrost ist sie deutlich härter als die japanische Art, weil ihr Herkunftsgebiet im Norden ihres Areals liegt. Die Früchte tragen eine kleine Narbe, sind rundlich, feiner in der Textur und wohlschmeckender als die japanischen — an das Aroma der europäischen Kastanie reichen sie aber nicht heran.

Herkunft & Lebensraum

Ostasien mit Schwerpunkt in China, von dort bis auf die koreanische Halbinsel. In Europa nur in Kultur, in Sammlungen und in Zuchtprogrammen.

Wälder und Berghänge, von Meereshöhe bis in Lagen um 2.500, örtlich bis 2.800 Meter. Die Art wächst auf leichten wie schweren, gut durchlässigen Böden und kommt auch mit nährstoffarmen Standorten zurecht; bevorzugt werden saure bis neutrale Verhältnisse. Halbschatten wird vertragen, der Ertrag fällt in voller Sonne aber deutlich besser aus. Nach dem Anwachsen ist die Trockenheitsverträglichkeit bemerkenswert.

Häufige Fragen

Chinesische Kastanie: Wie groß wird die Pflanze?

Chinesische Kastanie (Castanea mollissima) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 20 m Höhe bei rund 14 m Breite. Das Wachstum ist langsam.

Chinesische Kastanie: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Chinesische Kastanie verträgt Halbschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich halbfeucht – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 4,5 und 6,5 liegen.

Chinesische Kastanie: Ist die Pflanze winterhart?

Chinesische Kastanie ist für die Winterhärte Zone 4–8 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Chinesische Kastanie: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Chinesische Kastanie ist bis Zone 4 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien. Zusätzlich braucht sie warme Sommer, wie sie hierzulande nur im Weinbauklima, in Stadtlagen oder an geschützten Südwänden zusammenkommen.

Chinesische Kastanie: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von Juni bis Juli.

Chinesische Kastanie: Wann kann man ernten?

Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von September bis Oktober.

Chinesische Kastanie: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?

Chinesische Kastanie trägt erstmals nach 6 Jahren. Den Vollertrag erreicht sie nach 10 Jahren. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.

Chinesische Kastanie: Ist die Pflanze giftig?

Für Chinesische Kastanie ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Chinesische Kastanie: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 8/10, Heilkunde 3/10, Sonstige Nutzung 4/10.

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