Stieleiche
Wächst das bei mir?
Stieleiche ist bis Zone 4 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:
Steckbrief
- Familie
- Fagaceae
- Wuchsform
- Baum
- Wuchshöhe
- 35 m
- Kronenbreite
- 30 m
- Wachstum
- langsam
- Lebensdauer
- 1000 Jahre
- Erster Ertrag
- nach 50 Jahren
- Ertrag pro Pflanze
- bis 60 kg im Jahr
- Ertrag im Anbau
- bis 1 t/ha
- Energieertrag
- 190 kcal pro m² und Jahr
- Winterhärte
- Zone 4–8
- Schattentoleranz
- Halbschatten
- Boden
- Sand, Schluff, Lehm, Ton
- Bodenfeuchte
- trocken – am Wasser
- pH-Wert
- 5 – 8
- Synonyme
- Eiche
- In Gärten geplant
- 5×
Blüte & Ernte
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| Blüte | ||||||||||||
| Fruchternte |
Nutzung
Essbar: Der Samen der Pflanze kann gekauft werden und wird als Mandelersatz verwendet, nachdem er gehackt und geröstet wurde. Er kann auch getrocknet, zu Pulver gemahlen und als Verdickungsmittel in Eintöpfen oder zum Brotbacken verwendet werden. Beim Verzehr des Samens ist darauf zu achten, dass er gründlich gewaschen wird, um die bitteren Tannine zu entfernen, auch wenn dabei einige Mineralien verloren gehen können. Eine traditionelle Methode zur Vorbereitung des Samens war es, ihn über Winter in sumpfigem Boden zu vergraben und im Frühjahr auszugraben, wenn er weniger adstringierend war. Der geröstete Samen kann als Kaffeeersatz dienen. Aus der Rinde der Pflanze wird ein essbarer Gummi gewonnen, der auch als Manna verwendet werden kann.
Heilkunde: Alle Gallen, die auf dem Baum produziert werden, sind stark adstringierend und können zur Behandlung von Blutungen, chronischem Durchfall, Ruhr usw. verwendet werden. Die Gallen, die auf dem Baum produziert werden, haben adstringierende Eigenschaften und können zur Behandlung von Blutungen, chronischem Durchfall und Ruhr eingesetzt werden.
Sonstige Nutzung: Ein Mulch aus Blättern kann Schnecken und Maden abwehren, sollte jedoch nicht aus frischen Blättern bestehen, da diese das Pflanzenwachstum hemmen können. Die Rinde ist ein Bestandteil des pflanzlichen Kompostaktivators "Quick Return", einer getrockneten und pulverisierten Mischung aus verschiedenen Kräutern, die die Bakterienaktivität im Kompost beschleunigen kann. Die Rinde ist reich an Kalzium. Eichengallen sind Auswüchse, die durch die Aktivität von Larven verschiedener Insekten entstehen und als Tanninquelle und Farbstoff verwendet werden können. Aus Eichengallen wird ein schwarzer Farbstoff und eine langanhaltende Tinte hergestellt. Bäume können gefällt werden, um Material für Korbflechterei, Brennstoff, Bau usw. bereitzustellen. Das Holz ist eine Quelle von Teer, Quajacol, Essigsäure, Kreosot und Tannin. Tannin wird kommerziell aus der Rinde extrahiert und kommt auch in den Blättern vor. Die Rinde enthält 11,6 % Tannin und das Holz 9,2 % auf einer Feuchtigkeitsbasis von 10 %. Die Rinde löst sich im April und Mai leicht vom Holz. Durch einen Aufguss der Rinde mit einer kleinen Menge Copperas erhält man einen violetten Farbstoff. Das Holz ist hart, zäh und beständig, auch unter Wasser, und wird für Möbel, Konstruktionen usw. geschätzt. Es ist auch ein guter Brennstoff und kann zu Holzkohle verarbeitet werden.
Anbau
Standortwahl: Die Stieleiche braucht Raum für Jahrhunderte, 15 bis 25 Meter im Umkreis bei 25 bis 35 Metern Höhe. Im Hausgarten gehört sie an den Rand oder in die Feldhecke, nicht neben Haus oder Terrasse: Alte Eichen werfen in Trockenperioden ohne Vorwarnung ganze Starkäste ab. Laub und Eicheln sind für Pferde und Rinder giftig, über Weiden und Kleintiergehegen hat sie nichts zu suchen. Der Eichenprozessionsspinner tritt an sonnenexponierten Einzelbäumen regelmäßig auf und macht betroffene Bäume neben Sitzplätzen und Spielflächen für Jahre unbrauchbar. Dafür trägt kein anderes heimisches Gehölz mehr Tierarten. Mulden und Kaltluftsammelbecken meiden, sie ist spätfrostempfindlich. Pflege: Am besten direkt an Ort und Stelle säen, gekaufte Ware möglichst klein pflanzen, weil die Pfahlwurzel das Verpflanzen schlecht verzeiht und es ab dem dritten Standjahr kaum noch gelingt. Jungpflanzen brauchen Schutz vor Mäusen, Eichhörnchen und Hähern, die Eicheln wieder ausgraben, dazu Verbissschutz gegen Reh- und Rotwild. Im Regelfall kein Schnitt, nötige Eingriffe in den Spätsommer legen, denn alte Bäume reagieren auf große Schnittwunden mit Fäule. Junge Eichen vertragen Auf-den-Stock-Setzen zuverlässig. Eichenmehltau schwächt Sämlinge, wächst sich aber aus. Frisches Eichenlaub taugt wegen der Gerbstoffe nicht als Mulch im Gemüsebeet.
Vermehrung
Eicheln keimen nur frisch. Sie verlieren die Keimfähigkeit, sobald sie austrocknen, und lassen sich deshalb nicht wie gewöhnliches Saatgut aufbewahren. Am einfachsten ist die Aussaat unmittelbar nach dem Fall im Oktober, etwa fünf Zentimeter tief an Ort und Stelle oder in ein Saatbeet, das mit Draht gegen Mäuse, Eichhörnchen und Häher gesichert wird. Wer bis zum Frühjahr warten muss, lagert die Eicheln feucht in Sand bei ein bis vier Grad. Vor der Aussaat lohnt die Schwimmprobe: Was aufschwimmt, ist wurmig oder taub. Wichtiger als jede Technik ist der frühe Endstand, denn die Stieleiche bildet sofort eine kräftige Pfahlwurzel. Direkt gesäte Bäume wachsen dauerhaft besser als verpflanzte, und ab dem dritten Standjahr gelingt ein Umsetzen kaum noch. Vegetative Vermehrung spielt keine Rolle, Stockausschlag junger Bäume ist dagegen zuverlässig und war die Grundlage der Niederwaldwirtschaft.
Wert für Tiere
Kaum ein mitteleuropäisches Gehölz trägt mehr Tierarten als die Stieleiche. Allein 182 Schmetterlingsarten fressen als Raupe an ihrem Laub, 44 davon ausschließlich an Eichen; dazu kommen 37 Käferarten, darunter der Hirschkäfer, dessen Larven jahrelang im mulmigen Holz alter Stämme leben, sowie je acht Wildbienen- und Schwebfliegenarten. Die Blüten sind windbestäubt und liefern keinen Nektar, aber reichlich Pollen, den Honigbienen Ende April und im Mai sammeln. Der Herbst gehört den Eicheln: Eichelhäher, Ringeltaube, Kleiber, Buntspecht, Eichhörnchen, Siebenschläfer und Wildschwein leben davon, und der Eichelhäher vergräbt so viele Vorräte, dass er die Art großflächig aussät. Alte Eichen liefern Höhlen für Specht, Kauz, Fledermaus und Hornisse, die grobrissige Borke Ritzen für Baumläufer und überwinternde Insekten. Den größten Wert erreicht der Baum allerdings erst im hohen Alter und mit stehendem Totholz.
Besonderheiten
Besonderheiten: bevorzugt auf Wasseradern+zieht Blitze an, feuerresistent; Wurzelpilz: Steinpilz; tannin+calciumreiche Rinde wird von 5-12 Jahre alten Zweigen (April-Mai) geerntet; Galläpfel zum Färben/Tinte; Dient mehr als 1000 Tier und Pflanzenarten als Lebensraum; ~10% am deutschen Wald; 2100KWh/rm; 4,2KWh/kg
Herkunft & Lebensraum
Europa: von Irland und Portugal bis zum Ural, von Mittelskandinavien bis Süditalien und zum Kaukasus. Die Stieleiche ist die am weitesten verbreitete Eichenart Mitteleuropas und reicht, weil sie kontinentales Klima gut verträgt, deutlich weiter nach Osten als die Traubeneiche. Sie fehlt im südlichen Spanien, auf Sizilien, im südlichen Griechenland sowie in Nordskandinavien und Nordrussland. Ihr Schwerpunkt liegt in den Tieflagen; im Harz steigt sie über 490 Meter, im Bayerischen Wald auf 700 und in den Bayerischen Alpen bis etwa 950 Meter. Als Park- und Forstbaum wurde sie nach Nordamerika, Neuseeland und Südaustralien eingeführt.
Die Stieleiche ist der Baum bodenfeuchter Ebenen und großer Flussauen. Zwei Schwerpunkte prägen ihr Vorkommen: Hartholzauen und Stieleichen-Hainbuchenwälder auf schweren, staufeuchten Lehmen und Tonen einerseits, bodenfeuchte sandig-saure Eichen-Birken- und Kiefern-Eichenwälder andererseits. Optimal wächst sie auf nährstoffreichen, tiefgründigen Lehm- und Tonböden mit mehr oder weniger ausgeprägtem Wasserrückstau, erträgt aber auch nasse Standorte bis an den Rand von Niederungs- und Übergangsmooren. Gegenüber der Traubeneiche gilt sie als feuchtigkeits- und nährstoffbedürftiger bei mindestens ebenso hohem Wärmeanspruch. Als lichtbedürftige Art wird sie auf mittleren Standorten von der Rotbuche verdrängt und behauptet sich dort, wo der Buche der Boden zu nass, zu arm oder zu sauer ist. Sie wurzelt intensiv in die Tiefe und schließt den Boden gut auf.
Häufige Fragen
Stieleiche: Wie groß wird die Pflanze?
Stieleiche (Quercus robur) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 35 m Höhe bei rund 30 m Breite. Das Wachstum ist langsam.
Stieleiche: Welchen Standort braucht die Pflanze?
Stieleiche verträgt Halbschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm, Ton. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich trocken – am Wasser liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5 und 8 liegen.
Stieleiche: Ist die Pflanze winterhart?
Stieleiche ist für die Winterhärte Zone 4–8 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.
Stieleiche: Wächst die Pflanze in Deutschland?
Stieleiche ist bis Zone 4 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
Stieleiche: Wann ist die Blütezeit?
Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von Mai bis Juni.
Stieleiche: Wann kann man ernten?
Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Oktober.
Stieleiche: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?
Stieleiche trägt erstmals nach 50 Jahren. Eine ausgewachsene Pflanze liefert bis zu 60 kg im Jahr, im Anbau bis 1 t pro Hektar. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.
Stieleiche: Ist die Pflanze giftig?
Für Stieleiche ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.
Stieleiche: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?
Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 3/10, Heilkunde 7/10, Sonstige Nutzung 8/10.
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