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Himbeere

Rubus idaeus
Naschen in der Waldlichtung
Essbarkeit9Heilwirkung7Sonstiger Nutzen4
Strauch1,8×1,5 mZone 4–8Halbschatten🍎 Essbar

Wächst das bei mir?

Himbeere ist bis Zone 4 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:

Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Rosaceae
Wuchsform
Strauch
Wuchshöhe
1,8 m
Kronenbreite
1,5 m
Wachstum
mittel
Lebensdauer
10 Jahre
Erster Ertrag
nach 2 Jahren
Vollertrag
nach 3 Jahren
Ertragsjahre
7 Jahre
Ertrag pro Pflanze
bis 3 kg im Jahr
Ertrag im Anbau
bis 5 t/ha
Energieertrag
250 kcal pro m² und Jahr
Winterhärte
Zone 4–8
Schattentoleranz
Halbschatten
Boden
Sand, Schluff, Lehm
Bodenfeuchte
trocken – sehr nass
pH-Wert
5,5 – 6,5
Synonyme
Himbeeren
bedorntNektarquelle

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte
Fruchternte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Sorten (25)

25 Sorten von Himbeere sind im Permaplans-Sortenfinder hinterlegt — jede mit eigener Seite: Geschmack, Reifezeit, Resistenzen, Abstammung und Verwendung.

Nutzung

Essbar9 von 10
Heilkunde7 von 10
Sonstige Nutzung4 von 10

Essbar: Die purpurroten, fein behaarten Sammelsteinfrüchte reifen ab Juli nach und nach — nicht alle auf einmal, was die Ernte über Wochen streckt. Beim Pflücken lösen sie sich leicht vom kegelförmigen Zapfen und bleiben deshalb hohl; genau darin unterscheiden sie sich von der Brombeere, bei der der Zapfen in der Frucht bleibt. Mit rund sieben Prozent Zucker, dazu Fruchtsäuren, Pektinen, Flavonen und den Vitaminen C, B1 und B2 sind sie eine ausgesprochene Aromafrucht: hervorragend frisch, gut tiefzufrieren und vielseitig zu verarbeiten zu Konfitüre, Sirup, Limonade, Tortenfüllung, Eis, Grütze, Likör, Wein und Himbeergeist. Frisch halten sie gekühlt allerdings nur wenige Tage. Junge Blätter ergeben getrocknet einen Kräutertee, klassisch gemischt mit Brombeerblatt, Erdbeerblatt, Lindenblüte und Waldmeister. Daneben sind die jungen, noch weichen Bodentriebe im März und April essbar — geschält und schonend gegart ergeben sie ein zartes Frühlingsgemüse.

Heilkunde: Antiemetikum. Blätter und Wurzeln wirken entzündungshemmend, adstringierend, abschwellend, augenheilend, wehenfördernd und stimulierend. Ein daraus zubereiteter Tee wird zur Behandlung von Durchfall, als Stärkungsmittel für die Gebärmutter zur Stärkung Schwangerer und als Geburtshilfe verwendet. Der Tee hat sich auch bei schmerzhaften Menstruationsbeschwerden als wirksam erwiesen. Die Wirkstoffe stimulieren und entspannen die Gebärmutter. Sie können während der letzten drei Monate der Schwangerschaft und während der Geburt angewendet werden, sollten aber nicht früher angewendet werden. Äußerlich werden Blätter und Wurzeln als Gurgelmittel bei Mandelentzündungen und Mundschleimhautentzündungen sowie als Umschlag und Waschung bei Wunden, Bindehautentzündungen, kleineren Wunden, Verbrennungen und Krampfadern verwendet. Die Blätter werden im Sommer geerntet und für die spätere Verwendung getrocknet. Die Früchte wirken antiskorbutisch und harntreibend. Frischer Himbeersaft, gemischt mit etwas Honig, ergibt ein ausgezeichnetes kühlendes Getränk bei Fieber. Als Sirup soll er eine wohltuende Wirkung auf das Herz haben.

Sonstige Nutzung: Über die Frucht hinaus ist die Himbeere vor allem ein Landschaftsgehölz. Ihr flaches, weit streichendes Wurzelwerk und die dichte Wurzelbrut machen sie zum bewährten Mittel, um sonnige bis halbschattige Böschungen und Hänge zu begrünen und festzulegen; auf Kahlschlägen und Schutthalden übernimmt sie diese Rolle von allein als Erstbesiedler. In wenig genutzten Gartenbereichen, auch im Halbschatten unter Bäumen, kann man sie schlicht verwildern lassen — das kostet keine Pflege und schafft Deckung und Nahrung für Vögel und Kleinsäuger. Als Bienenweide und Schmetterlingsfutterpflanze ist sie ökologisch eines der wertvollsten Gehölze, die sich in einem Hausgarten unterbringen lassen.

Anbau

Himbeeren wollen einen nährstoffreichen, humosen Boden, der nicht austrocknet, und einen pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5 — auf stark kalkhaltigem Grund reagieren sie mit Chlorose durch Eisen- und Manganmangel. Staunässe ist der häufigste Kulturfehler, sie zieht Wurzelfäule nach sich. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig und vor allem luftig sein. Windschutz ist hier der klassische Fehler: Himbeeren brauchen Luftbewegung, damit Laub und Ruten nach Tau und Regen zügig abtrocknen — in windstillen, dicht eingebauten Ecken bleibt der Bestand lange feucht. Eine offene, durchlüftete Lage, weite Reihenabstände und konsequentes Ausdünnen auf acht bis zwölf Ruten je laufenden Meter wirken deshalb besser als jede Spritzung. Nur scharfer Dauerwind schadet, weil er die Ruten aufreibt; ein lockerer, luftdurchlässiger Windschutz in einigem Abstand ist dann besser als eine dichte Wand unmittelbar daneben. Man unterscheidet Sommerhimbeeren, die am vorjährigen Holz tragen, und remontierende Herbsthimbeeren, die schon am diesjährigen Trieb fruchten und deshalb im Winter komplett bodennah abgeschnitten werden können. Als Erziehungsformen dienen Hecken-, V- und Stabsysteme, bei Herbstsorten das Drahtgitter; üblich sind 2 bis 3 m Reihenabstand und 0,4 bis 0,6 m in der Reihe, womit 100 bis 130 kg je 100 m² zu erwarten sind. Wildhimbeeren tragen häufig Viren und gehören nicht neben Erwerbsanlagen. Anfällig für: Echter und Falscher Mehltau (Belag und Blattflecken bei stehender Luft), Rutensterben (absterbende Ruten nach feuchten Wintern), Botrytis (Grauschimmel an reifenden Früchten), Himbeerkäfer (Maden in der Frucht).

Vermehrung

Die Himbeere vermehrt sich praktisch von selbst: Aus dem flach streichenden Wurzelwerk treiben laufend Ausläufer, die man im Herbst oder zeitigen Frühjahr mitsamt einem Stück Wurzel absticht und sofort wieder einpflanzt — das ist der einfachste und mit Abstand üblichste Weg. Ebenso gut gelingen Wurzelschnittlinge, für die man im Winter bleistiftdicke Wurzelstücke von etwa zehn Zentimetern Länge waagerecht in Anzuchterde legt, sowie Grünstecklinge aus jungen Trieben im Frühsommer. Beim Ausläufer-Abstechen lohnt ein Blick auf die Muttterpflanze: Nur sichtbar gesunde, wüchsige Bestände weitergeben, denn Himbeeren übertragen Viren zuverlässig an den Nachwuchs. Aussaat bleibt der Züchtung vorbehalten.

Wert für Tiere

Unter den heimischen Beerensträuchern ist die Himbeere der ökologische Schwergewichtler. An ihren Blüten wurden rund 48 Wildbienenarten festgestellt, und weil sie von Ende Mai bis in den Juli blüht und die Ruten eines Bestandes gestaffelt aufblühen, liefert sie über Wochen verlässlich Nektar und Pollen. Noch deutlicher ist ihr Wert als Raupenfutter: An die 89 Schmetterlingsarten fressen an Blättern und Trieben, neun davon ausschließlich an Rubus. Die Früchte nutzen etwa 39 Vogelarten sowie zahlreiche Kleinsäuger, und das dichte, borstig bestachelte Rutendickicht gibt ihnen zugleich Deckung und Brutraum. Wer eine Ecke des Gartens verwildern lässt, schafft damit mehr Lebensraum als mit fast jedem anderen Obstgehölz.

Besonderheiten

Die Himbeere ist ein ausgesprochenes Pioniergehölz: Auf Kahlschlägen, Windwurfflächen und Schutthalden gehört sie zu den ersten Besiedlern und bildet über unterirdische Kriechsprosse rasch dichte, dickichtartige Bestände. Eben das macht sie zu einem wirksamen Mittel der Bodenbefestigung an Hängen und Böschungen. Botanisch ist sie ein Scheinstrauch: Das Rhizom ist ausdauernd, die aufrechten Ruten dagegen zweijährig — sie wachsen im ersten Jahr, fruchten im zweiten und sterben danach ab, woraus sich der Schnitt unmittelbar ergibt. Die kleinen weißen, nickenden Blüten sind zwittrig und selbstfruchtbar, Insektenbesuch erhöht den Fruchtansatz aber deutlich. Die Wildform steigt vom Flachland bis in etwa 1850 Meter Höhe; gesammelt werden Himbeeren nachweislich seit der Bronzezeit.

Herkunft & Lebensraum

Europa, Nordasien und Nordamerika. Die Wildformen der Himbeere sind auf der gesamten Nordhalbkugel in den gemäßigten Breiten zu Hause und wachsen dort an Waldrändern, auf Lichtungen und in Hochlagen — vom Flachland bis in etwa 1.850 m Höhe. In Europa reicht das Areal von Island und Skandinavien im Norden bis nach Spanien und Italien im Süden und setzt sich ostwärts durch Sibirien fort. In Kultur kam die Art vergleichsweise spät: Zuerst zogen sie mittelalterliche Klöster, erst im 18. und 19. Jahrhundert verbreitete sie sich als Gartenobst über die ganze Nordhalbkugel.

Die Himbeere ist ein Gehölz der Lichtung. Sie besiedelt Kahlschläge, Windwurfflächen, Waldwege, Schutthalden und Waldränder — Flächen also, auf denen das Kronendach aufgerissen ist und für einige Jahre viel Licht auf den Boden fällt. Sie verlangt nicht zu trockene, nährstoffreiche Böden im deutlich sauren Bereich zwischen pH 5,5 und 6,5; stark kalkhaltige Standorte bekommen ihr nicht und führen zu Chlorose. Staunässe verträgt sie ebenso wenig, dort folgt rasch Wurzelfäule. Ihr flach streichendes, weitreichendes Wurzelwerk kommt mit Übersandung zurecht und macht sie zum typischen Erstbesiedler gestörter Waldböden. Wind ist ihr Schwachpunkt, die Ruten brechen leicht.

⚠️ Gefahren

Keine giftigen Pflanzenteile bekannt. Die Ruten sind borstig bestachelt, die Stacheln aber weich und wenig verletzend.

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Himbeere: Wie groß wird die Pflanze?

Himbeere (Rubus idaeus) wächst als Strauch und erreicht ausgewachsen etwa 1,8 m Höhe bei rund 1,5 m Breite. Das Wachstum ist mittel.

Himbeere: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Himbeere verträgt Halbschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich trocken – sehr nass liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5,5 und 6,5 liegen.

Himbeere: Ist die Pflanze winterhart?

Himbeere ist für die Winterhärte Zone 4–8 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Himbeere: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Himbeere ist bis Zone 4 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Himbeere: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von Juni bis August.

Himbeere: Wann kann man ernten?

Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von Juli bis Oktober.

Himbeere: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?

Himbeere trägt erstmals nach 2 Jahren. Den Vollertrag erreicht sie nach 3 Jahren. Eine ausgewachsene Pflanze liefert bis zu 3 kg im Jahr, im Anbau bis 5 t pro Hektar. Die Ertragsphase dauert etwa 7 Jahre, bei einer Lebensdauer von rund 10 Jahren. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.

Himbeere: Ist die Pflanze giftig?

Für Himbeere ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Himbeere: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 9/10, Heilkunde 7/10, Sonstige Nutzung 4/10.

Welche Sorten von Himbeere gibt es?

Im Permaplans-Sortenfinder sind 25 Sorten von Himbeere hinterlegt, darunter Aroma Queen, Autumn Bliss, Autumn Passion, Fallgold, Glen Ample, Glen Coe, Golden Everest, Golden Queen, Heritage, Himbo Top, Malling Promise, Meeker und 13 weitere. Jede Sorte hat eine eigene Seite mit Geschmack, Reifezeit, Resistenzen und Abstammung.

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