Feuerdorn
Wächst das bei mir?
Feuerdorn ist bis Zone 6 winterhart. Das reicht für fast alle Lagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz; nur in rauen Höhenlagen (Alpen, Mittelgebirgskämme) ist Winterschutz sinnvoll.
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Steckbrief
- Familie
- Rosaceae
- Wuchsform
- Strauch
- Wuchshöhe
- 4 m
- Kronenbreite
- 4 m
- Wachstum
- schnell
- Lebensdauer
- 25 Jahre
- Erster Ertrag
- nach 3 Jahren
- Winterhärte
- Zone 6–9
- Schattentoleranz
- Halbschatten
- Boden
- Sand, Schluff, Lehm
- Bodenfeuchte
- sehr trocken – sehr nass
- pH-Wert
- 6 – 7,5
Nutzung
Essbar: Die Beerenfrüchte des Feuerdorns sind kein Naschobst: Das Fruchtfleisch ist mehlig, trocken und fast geschmacksfrei, enthält aber viel Pektin und Säure. Es ist frei von cyanogenen Verbindungen — diese stecken allein in den Samen, die beim Zerbeißen Blausäure freisetzen und deshalb nicht mitgegessen werden. In der Küche zählt der Feuerdorn dort, wo Geliermittel und Farbe gefragt sind: Die Früchte werden gekocht, durch ein Sieb passiert und zu Gelee oder Mus verarbeitet, gern gemischt mit aromastärkeren Früchten wie Apfel, Hagebutte oder Quitte. Das Passieren entfernt zugleich die Samen. Geerntet wird ab September; die Früchte hängen bis in den Winter und werden durch Frost weicher.
Sonstige Nutzung: Der Nutzen des Feuerdorns jenseits der Frucht ist baulicher Art. Sein dichter, bedornter Wuchs ergibt eine undurchdringliche Grenzhecke, durch die weder Reh noch Mensch geht, und er verträgt den Formschnitt klaglos. Flach an eine Wand oder an ein Drahtgerüst gezogen, wird er zum immergrünen Spalier, das Fassaden und kahle Giebelseiten begrünt und selbst in schmalen Pflanzstreifen noch Früchte trägt. Weil er trockene, steinige Böden hält und als Herzwurzler tief greift, wird er zur Befestigung von Böschungen eingesetzt; Stadtklima verträgt er gut — von Streusalz abgesehen, kommt er mit verdichtetem Boden, Hitzestrahlung und Abgasen zurecht. In der Gartengestaltung gilt er als Vogelschutzgehölz erster Wahl: immergrüne Deckung, Dornen und Winterfrucht in einer Pflanze.
Anbau
Standortwahl: Der Feuerdorn ist Wirtspflanze für Feuerbrand, eine meldepflichtige Bakterienkrankheit. In Obstbauregionen und nahe Kernobstanlagen kann seine Pflanzung deshalb eingeschränkt sein — vor dem Setzen lohnt der Blick in die Regelung des eigenen Bundeslandes oder Kantons. Seine Dornen sind lang und hart: an Wegen, Sitzplätzen und Spielflächen ist er fehl am Platz, an der Grundstücksgrenze dagegen eine der wirksamsten undurchdringlichen Hecken überhaupt. Vögel tragen die Samen weit, unter Sitzwarten keimen regelmäßig Sämlinge. Die Früchte fallen im Winter und färben Pflaster und Terrassenbelag. Pflege: Er verträgt starken Schnitt. Der Hauptschnitt gehört in den Spätwinter, Korrekturen in den August, wenn die Fruchtstände schon sichtbar sind — der Beerenschmuck sitzt an zweijährigem Holz, wer jedes Jahr formal in Form schneidet, nimmt sich die Ernte der Vögel. Bei anhaltender Nässe befällt Feuerdornschorf Blätter, Triebe und Früchte; luftige Standorte und schorfresistente Sorten sind das Gegenmittel. Zeigen sich plötzlich schwarz verfärbte, hakenförmig gekrümmte Triebspitzen, besteht Feuerbrandverdacht: nicht selbst schneiden, sondern die zuständige Stelle einschalten. Gedüngt wird kaum, Trockenheit verträgt er gut. Schnittarbeiten nur mit festen Handschuhen und Augenschutz.
Vermehrung
Sortenecht vermehrt er sich nur vegetativ. Halbverholzte Stecklinge im Juli und August, etwa zehn Zentimeter lang und unten entblättert, in sandiges Substrat gesteckt und bei halbschattigem Stand gleichmäßig feucht gehalten, bewurzeln in sechs bis zehn Wochen. Steckhölzer aus ausgereiftem Holz im Spätherbst gelingen ebenfalls, nur langsamer. Absenker sind die sicherste Methode: Ein bodennaher Trieb wird im Frühjahr niedergelegt, an der Kontaktstelle angeritzt, beschwert und im folgenden Jahr abgetrennt. Aussaat ist möglich, aber mühsam und nicht sortenecht — die Samen sind Kaltkeimer und brauchen nach dem Abreiben des Fruchtfleisches zwei bis drei Monate feuchtkalte Stratifikation. Gelegentlich liefert Wurzelbrut fertige Jungpflanzen.
Wert für Tiere
Der Feuerdorn ist kein heimisches Gehölz, leistet aber Messbares. An seiner Blüte im Mai und Juni wurden rund dreißig Wildbienenarten nachgewiesen, keine davon spezialisiert; Nektar- und Pollenangebot liegen im mittleren Bereich. Als Raupenfutter fällt er nahezu aus — nur eine einzige Schmetterlingsart nutzt ihn. Sein Gewicht liegt im Winterhalbjahr: Die Früchte bleiben als Wintersteher bis in den Februar hängen und werden von Amseln, Drosseln und Grünfinken geleert, wenn sonst kaum noch etwas verfügbar ist. Dazu kommt die Struktur — ein dichtes, immergrünes und bedorntes Gerüst, das Kleinvögeln Deckung vor Katze und Sperber und einen sicheren Nistplatz bietet. Wer Raupenfutter sucht, ergänzt ihn mit heimischen Gehölzen; als winterliche Futter- und Schutzhecke ist er schwer zu ersetzen.
Besonderheiten
Besonderheiten: Immergrün+bedornt (undurchdringliche Schutzhecke, Vogelnistplatz); Fruchtschmuck an 2-jährigem Holz Schnittzeitpunkt entscheidet über den Behang; Wintersteher bis Februar Vogelnahrung in der Notzeit; Feuerbrand-Wirtspflanze meldepflichtig, Pflanzbeschränkung in Obstbaugebieten möglich; frosthart bis -23°C; Sorten mit roten, orangen oder gelben Früchten, schorfresistente Sorten bevorzugen;
Herkunft & Lebensraum
Südosteuropa und Kleinasien bis zum Kaukasus. Der Mittelmeer-Feuerdorn hat seinen natürlichen Schwerpunkt auf der Balkanhalbinsel, in Italien und entlang der nördlichen Mittelmeerküste; von dort reicht sein Areal über die Türkei bis in den Kaukasusraum. Nach Mitteleuropa kam er im 17. Jahrhundert als Zierstrauch, erdgeschichtlich war die Gattung hier schon im Tertiär vertreten. Heute steht er in Gärten und Parks von der Küste bis ins Alpenvorland und verwildert stellenweise dort, wohin Vögel die Samen tragen: an Bahndämmen, Mauern und in Gebüschsäumen. Als problematischer Neophyt gilt er bislang nicht.
Ein Gehölz der submediterranen Gebüsch- und Waldsäume: lichte Eichenwälder, verbuschende Trockenhänge, Felsfluren und steinige Weiden auf kalkhaltigem, durchlässigem Untergrund. Er hält sich dort, wo der Boden im Sommer austrocknet und volle Sonne hinkommt, und kommt auch auf flachgründigen, skelettreichen Böden zurecht. Staunässe ist der einzige Standortfaktor, den er nicht verträgt. In Mitteleuropa findet er an Südwänden, Bahnanlagen und auf Brachflächen vergleichbar warme, trockene Bedingungen; seine Frosthärte bis etwa minus 23 Grad lässt ihn auch in rauen Lagen ausdauern.
⚠️ Gefahren
Wie bei allen Rosengewächsen enthalten auch die Samen des Feuerdorns Blausäure. Abgesehen davon ist die Pflanze jedoch ungiftig.
Häufige Fragen
Feuerdorn: Wie groß wird die Pflanze?
Feuerdorn (Pyracantha coccinea) wächst als Strauch und erreicht ausgewachsen etwa 4 m Höhe bei rund 4 m Breite. Das Wachstum ist schnell.
Feuerdorn: Welchen Standort braucht die Pflanze?
Feuerdorn verträgt Halbschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich sehr trocken – sehr nass liegen. Der pH-Wert darf zwischen 6 und 7,5 liegen.
Feuerdorn: Ist die Pflanze winterhart?
Feuerdorn ist für die Winterhärte Zone 6–9 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.
Feuerdorn: Wächst die Pflanze in Deutschland?
Feuerdorn ist bis Zone 6 winterhart. Das reicht für fast alle Lagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz; nur in rauen Höhenlagen (Alpen, Mittelgebirgskämme) ist Winterschutz sinnvoll.
Feuerdorn: Ist die Pflanze giftig?
Für Feuerdorn sind einzelne Pflanzenteile als leicht bedenklich vermerkt — die Pflanze gilt nicht als giftig. Verlass dich bei Wildpflanzen nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.
Feuerdorn: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?
Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 1/10, Sonstige Nutzung 4/10.
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