Permaplans
English
Alle Pflanzen

Mongolische Strauchkirsche

Prunus fruticosa
Essbarkeit5Heilwirkung4Sonstiger Nutzen1
Strauch1,8×4,5 mZone 3–8volle Sonne

Wächst das bei mir?

Mongolische Strauchkirsche ist bis Zone 3 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:

Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Rosaceae
Wuchsform
Strauch
Wuchshöhe
1,8 m
Kronenbreite
4,5 m
Wachstum
mittel
Lebensdauer
40 Jahre
Erster Ertrag
nach 3 Jahren
Winterhärte
Zone 3–8
Schattentoleranz
volle Sonne
Boden
Sand, Schluff, Lehm
Bodenfeuchte
trocken – feucht
pH-Wert
6 – 7,8

Nutzung

Essbar5 von 10
Heilkunde4 von 10
Sonstige Nutzung1 von 10

Essbar: Die Früchte sind kugelig, scharlachrot und etwa einen Zentimeter groß, bei zwei bis vier Gramm Einzelgewicht; pro Strauch sind vier bis sieben Kilogramm zu erwarten. Sie reifen in der zweiten Julihälfte. Geschmacklich sind die in Mitteleuropa als Landschaftsgehölz gepflanzten Herkünfte herb-säuerlich und für den Rohverzehr wenig geeignet; einzelne Typen werden vollreif jedoch durchaus süß und wohlschmeckend, weshalb sich eine Kostprobe vor der Pflanzung lohnt. Neben Zucker enthalten die Früchte organische Säuren und Vitamin C. Verarbeitet ergeben sie Marmelade, Saft und Likör, am besten in Mischung mit süßeren Obstarten. In Russland wird die Art gezielt als Obstgehölz genutzt; dort sind rund 29 Fruchtsorten aus reinen Auslesen und Kreuzungen mit der Sauerkirsche im Angebot.

Heilkunde: Für die Steppen-Kirsche selbst ist kaum etwas medizinisch Belegtes überliefert; was kursiert, stammt überwiegend von der nahe verwandten Sauer-Kirsche. Dort gilt ein Absud der getrockneten Fruchtstiele als mild harntreibend — eine Haustradition ohne klinische Prüfung. Die Früchte sind sauer und reich an Vitamin C und Anthocyanen; sie sind ein Nahrungsmittel und kein Heilmittel, auch wenn Anthocyane allgemein als antioxidativ gelten. Wie bei allen Prunus-Arten enthalten Kerne, Blätter und Rinde cyanogene Glykoside, die beim Zerkauen Blausäure freisetzen; selbst angesetzte Kernauszüge sind zu meiden. Das Fruchtfleisch ist unbedenklich.

Sonstige Nutzung: Der praktische Wert der Steppen-Kirsche liegt neben der Frucht vor allem in ihrem Wuchs. Ihr weitreichendes Wurzelwerk stabilisiert Böschungen und erosionsgefährdete Hänge rasch und dauerhaft — dafür wird sie in der Landschaftsgestaltung am häufigsten eingesetzt. Wegen ihrer geringen Höhe eignet sie sich außerdem für Kleinstrauchhecken, für die Begrünung von Formsteinen und Natursteinmauerkronen und für größere Kübel. In der Züchtung ist sie als Trägerin extremer Winterhärte gefragt: An der University of Saskatchewan wurde sie mit der Sauerkirsche gekreuzt, woraus 2004 die zwergwüchsige Romance-Serie mit 'Crimson Passion', 'Juliet' und 'Romeo' hervorging. Hochstämmig veredelte Formen wie 'Globosa' dienen als kleinkronige Zierbäumchen.

Anbau

Standortwahl: Vollsonnig und warm; lichten Schatten toleriert die Steppen-Kirsche, Fruchtansatz gibt es aber nur in voller Sonne. Sie ist eine Art kontinentaler Trockenstandorte, ausgesprochen winterhart und hitzeverträglich, und will lockere, durchlässige, eher trocken bleibende Böden mit reichlich Kalk — Lehm und Löss sind ideal, nasse und staunasse Böden meidet sie. Entscheidend ist die Wahl der Pflanzware: Wurzelechte Pflanzen breiten sich über Ausläufer zu Kolonien aus und gehören an Böschungen, auf Trockenmauerkronen und in Kleinstrauchhecken; auf Vogelkirsche veredelte bilden keine Ausläufer und passen in kleine Gärten und Kübel. Mit 0,8 bis 1,6 Metern Höhe bleibt sie niedrig. Pflege: Ein Schnitt ist nicht nötig, die Art ist anspruchslos. Gedüngt wird nicht, und Sommertrockenheit schadet ihr nicht. Monilia tritt auf, aber nur in Jahren mit sehr hohen Niederschlägen und auf ungeeigneten, zu nassen Böden. Zu beachten ist die leichte Kreuzbarkeit mit der Sauerkirsche: In deren Nähe fallen Sämlinge uneinheitlich aus und wachsen höher als die Art. Bei der Sortenwahl lohnt eine Kostprobe, denn die Fruchtqualität schwankt stark je nach Typ.

Vermehrung

Die Art lässt sich leicht aus Samen ziehen. Die Steine werden nach der Reife in der zweiten Julihälfte entnommen, gewaschen und über Winter kalt stratifiziert — am einfachsten in einem geschützten Freilandbeet; die Keimung erfolgt im Frühjahr. Wurzelechte Pflanzen vermehren sich danach selbst über Wurzelausläufer, die sich im Herbst oder zeitigen Frühjahr abstechen und versetzen lassen; das ist der schnellste Weg zu neuen Pflanzen. Sorten und Auslesen werden veredelt, meist auf Vogelkirsche und dann als kleinkroniges Stämmchen. Zu beachten ist die leichte Kreuzbarkeit mit der Sauerkirsche zu Prunus × eminens: Sämlinge aus Beständen in deren Nähe fallen entsprechend uneinheitlich aus und wachsen oft höher.

Wert für Tiere

Die Steppen-Kirsche ist in Deutschland heimisch und für einen so kleinen Strauch erstaunlich ergiebig. An ihren Blüten, die im Mai zu dritt bis sechst in Dolden erscheinen, wurden 46 Wildbienenarten nachgewiesen, vor allem Sand-, Masken- und Schmalbienen; spezialisierte Bienen sind nicht darunter, spezialisiert ist dafür ein Falter: Von den 34 Schmetterlingsraupen, die an ihr fressen, ist der Weiße Glanzspinner auf sie angewiesen. Sieben Käferarten sind an ihr Holz gebunden. Die scharlachroten Früchte nehmen Amsel, Elster, Sperbergrasmücke und Jagdfasan. Weil die Art dichte, niedrige Kolonien bildet, entsteht darunter ein beschatteter, ungestörter Bodenraum — in den wärmeliebenden Säumen ihres natürlichen Vorkommens ein eigener Kleinlebensraum.

Besonderheiten

Besonderheiten: Bildet über Wurzelausläufer geschlossene Kolonien - auf P. avium veredelte Pflanzen tun das nicht; Charakterart des Prunetum fruticosae, in Mitteleuropa nur reliktisch wild; Hybridisiert leicht mit P. cerasus → Prunus x eminens (höher, größere Blätter, wenig Frucht), Durchbastardierung nimmt nach Osten zu; Monilia nur in sehr nassen Jahren; Fruchtansatz nur bei voller Sonne; Fruchtqualität stark typabhängig - vor dem Kauf kosten;

Herkunft & Lebensraum

Eurasien: Mittel- und Osteuropa bis Westsibirien und Zentralasien. Das Areal der Steppen-Kirsche reicht vom südlichen Rheintal und der Apenninenhalbinsel über den Ostalpenrand und Thüringen bis zum Kaukasus, nach Westsibirien und Mittelasien. In Mitteleuropa ist sie wild nur in wenigen, klimatisch begünstigten Gebieten: Rheinhessen bildet das westlichste Vorkommen, dazu kommen Unterfranken, das Saale-Unstrut-Gebiet, die Oderregion sowie Böhmen, Mähren, Niederösterreich und das Burgenland. In Russland und der Ukraine wird sie darüber hinaus als Obstgehölz kultiviert und gezielt mit der Sauerkirsche gekreuzt; in Kanada diente sie als Elter winterharter Zwergweichseln.

Die Steppen-Kirsche ist eine Art der kontinental getönten Trockenstandorte. Sie wächst in wärmeliebenden Trockengebüschen, an sonnigen Hängen, Wegrändern und Böschungen, an Felskanten, in Hohlwegen, aufgelassenen Steinbrüchen und auf Weinbergsmauern, meist über Kalk oder Löss. In Mitteleuropa gilt sie als Charakterart des Prunetum fruticosae, einer Saumgesellschaft zwischen Trockenrasen und Wald. Da sie über Wurzelausläufer geschlossene Kolonien bildet, festigt sie offene, erosionsgefährdete Hänge. Nasse und staunasse Böden meidet sie, Sommertrockenheit und Hitze verträgt sie gut; lichten Schatten toleriert sie, für reichen Fruchtansatz braucht sie volle Sonne.

⚠️ Gefahren

Giftige Kerne und Blätter, giftig für Hunde, Katzen und Pferde Wie bei allen Prunus-Arten enthalten Samen, Blätter und Rinde cyanogene Glykoside, die beim Zerkauen oder Zerkleinern Blausäure freisetzen. Einzelne versehentlich mitverschluckte, unversehrte Kerne sind unbedenklich, größere Mengen zerkauter Kerne dagegen nicht; von selbst hergestellten Kernauszügen ist abzuraten. Für Hunde, Katzen und Pferde gelten dieselben Pflanzenteile als giftig. Das Fruchtfleisch selbst ist unbedenklich. Der bei Verletzungen austretende Gummifluss ist ein Zeichen für einen falschen Schnittzeitpunkt, keine Gefahr.

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Mongolische Strauchkirsche: Wie groß wird die Pflanze?

Mongolische Strauchkirsche (Prunus fruticosa) wächst als Strauch und erreicht ausgewachsen etwa 1,8 m Höhe bei rund 4,5 m Breite. Das Wachstum ist mittel.

Mongolische Strauchkirsche: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Mongolische Strauchkirsche verträgt volle Sonne. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich trocken – feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 6 und 7,8 liegen.

Mongolische Strauchkirsche: Ist die Pflanze winterhart?

Mongolische Strauchkirsche ist für die Winterhärte Zone 3–8 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Mongolische Strauchkirsche: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Mongolische Strauchkirsche ist bis Zone 3 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Mongolische Strauchkirsche: Ist die Pflanze giftig?

Für Mongolische Strauchkirsche ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Mongolische Strauchkirsche: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 5/10, Heilkunde 4/10, Sonstige Nutzung 1/10.

Erfahrungen aus der Community

Noch keine Erfahrungsberichte zu dieser Pflanze.

Hast du sie im Garten? Schreib in der App, was bei dir funktioniert – dein Beitrag erscheint hier.

💬 App laden und mitschreiben

Diese Pflanze in den eigenen Garten planen

Permaplans plant deinen Garten maßstabsgetreu auf der Karte — mit Standortcheck, Ernteplan und über 1.000 Pflanzen. Kostenlos für iPhone, Android, Mac, Windows & Linux.

Wächst diese Pflanze bei dir? → Standort prüfen

Angaben ohne Gewähr. Standortdaten und Texte aus der Permaplans-Datenbank.

Leg deinen Garten an

Kostenlos ausprobieren — im Browser sofort, ohne Anmeldung.

Im Browser startenApp laden