Permaplans
English
Alle Pflanzen

Erdbeeren

Fragaria spp.
Essbarkeit8Sonstiger Nutzen1
Staude0,3×1,5 mZone 5–9volle Sonne🍎 Essbar

Wächst das bei mir?

Erdbeeren ist bis Zone 5 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:

Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Rosaceae
Wuchsform
Staude
Wuchshöhe
0,3 m
Kronenbreite
1,5 m
Wachstum
mittel
Lebensdauer
5 Jahre
Erster Ertrag
nach 1 Jahr
Winterhärte
Zone 5–9
Schattentoleranz
volle Sonne
Boden
Sand, Schluff, Lehm
Bodenfeuchte
halbfeucht – sehr feucht
pH-Wert
5,5 – 7
immergrün

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Nutzung

Essbar8 von 10
Sonstige Nutzung1 von 10

Essbar: Die Erdbeere ist botanisch keine Beere, sondern eine Sammelnussfrucht: Gegessen wird der Blütenboden, der nach dem Verblühen fleischig wird, die eigentlichen Früchte sitzen als zahlreiche kleine Nüsschen außen darauf. Bei der Wald-Erdbeere reifen sie von Juni bis Ende Juli, werden ein bis zwei Zentimeter groß und entfalten erst in der Vollreife ihr unverwechselbares Aroma; neben Mineralstoffen, Fruchtsäuren und löslichen Kohlenhydraten enthalten sie rund sechzig Milligramm Vitamin C je hundert Gramm. Garten-Erdbeeren sind erheblich größer, wässriger und je nach Sorte von Mai bis in den Oktober zu ernten; die Zimt-Erdbeere liegt dazwischen und duftet nach Moschus. Verarbeitet werden die Früchte zu Marmelade und Gelee, Saft, Sirup, Fruchtwein und Fruchtsekt, Likör und Erdbeergeist, zu Essig, Bowle, Eis und Kompott, und natürlich als Kuchenbelag. Aus den Blättern wird Tee bereitet. Geerntet wird trocken und mit Kelch — gepflückte Früchte halten sich nur ein bis zwei Tage.

Heilkunde: Belegt und heute vertretbar ist der Gebrauch der gerbstoffhaltigen Blätter als Tee bei leichten Durchfällen — dasselbe Wirkprinzip wie bei Brombeer- und Himbeerblättern. Überliefert ist darüber hinaus, dass die Erdbeere in der Volksheilkunde als blutreinigend und als Mittel bei Gicht und Rheuma galt, der Wurzelstock als Abkochung bei Durchfall und Blasenbeschwerden verwendet wurde und die zerdrückten Früchte äußerlich auf Hautunreinheiten kamen. Für diese Anwendungen liegt kein Wirknachweis vor.

Sonstige Nutzung: Über die Frucht hinaus sind Erdbeeren vor allem Flächenpflanzen. Die Wald-Erdbeere und die Hybriden Fragaria x vescana bilden mit ihren Ausläufern eine geschlossene, widerstandsfähige Decke — daher der Begriff Erdbeerwiese — und eignen sich für die Unterpflanzung von Obstgehölzen, für Beeteinfassungen und für Böschungen, wo man sie auspflanzt und verwildern lässt. Auf extensiv-intensiven Dachbegrünungen gehört die Wald-Erdbeere zum Standardsortiment. In der Permakultur werden Erdbeeren als Nährstoffpumpen geführt: Sie reichern Eisen in ihrer Blattmasse an, die als Mulch oder über den Kompost wieder in den Kreislauf geht. Aus den jungen Blättern lässt sich Tee bereiten, und die Blüten sind eine dekorative, essbare Auflage. Sorten mit panaschiertem Laub oder weißen Früchten werden rein als Zierpflanzen gezogen.

Anbau

Standortwahl: Erdbeeren sind Sonnenpflanzen und wollen einen frischen, humosen, sandig-lehmigen und nährstoffreichen Boden im leicht sauren Bereich; schwere, staunasse Böden fördern Wurzel- und Rhizomerkrankungen und scheiden aus. Die eigentliche Standortentscheidung ist aber die Fruchtfolge: Auf eine Erdbeerfläche gehören mindestens vier Jahre lang keine Erdbeeren mehr, und als Vorkultur sind Kartoffeln, Tomaten und andere Wirte der Verticillium-Welke ungeeignet. Bewährt hat sich Tagetes als Gründüngung vor der Neuanlage, weil sie Nematoden zurückdrängt. Der Platz sollte windgeschützt liegen, damit Bestäuber die Blüten sicher anfliegen — schlecht bestäubte Blüten ergeben missgebildete Früchte. Weiche Früchte über einer geschlossenen Bodendecke ziehen Schnecken an, ein Beet direkt an Wiesenkante oder Kompost ist deshalb eine schlechte Wahl. Für Halbschatten, Einfassungen und Unterpflanzungen greift man nicht zur Garten-Erdbeere, sondern zu Wald- oder Monats-Erdbeeren. Pflege: Gepflanzt wird von Ende Juli bis in den August, dann trägt der Bestand im folgenden Sommer voll. Ausläufer werden laufend entfernt, wenn es um Ertrag geht; für eine Neuanlage lässt man einzelne kräftige Tochterpflanzen stehen und bewurzeln. Sobald die ersten Blüten offen sind, kommt Stroh unter die Fruchtstände: Das hält die Früchte sauber und nimmt dem Grauschimmel die Feuchtigkeit. Nach der Ernte wird das alte Laub etwa eine Handbreit über dem Boden abgeschnitten, ohne das Herz zu verletzen, anschließend wird gemulcht und gleichmäßig feucht gehalten. Vögel ernten mit, ein Netz hilft. Nach drei Standjahren lassen Ertrag und Vitalität deutlich nach, dann wird der Bestand an anderer Stelle neu angelegt. Die wichtigsten Gegenspieler sind Grauschimmel, Echter Mehltau und die Verticillium-Welke, dazu Erdbeerblütenstecher, Erdbeermilbe und Nacktschnecken. In rauen Lagen bekommt der Bestand eine Reisigabdeckung über Winter.

Vermehrung

Der Regelweg ist die Vermehrung über Ausläufer: Die kräftigste erste Tochterpflanze am Ausläufer wird in einen eingegrabenen Topf geleitet, festgesteckt und nach der Bewurzelung von der Mutterpflanze getrennt. Bei der Wald-Erdbeere genügt es, die Ausläufer schlicht abzutrennen. Wichtig ist die Auswahl gesunder Mutterpflanzen, weil Viruskrankheiten mit den Ausläufern weitergegeben werden; bei einer Neuanlage sind zertifizierte Jungpflanzen die sicherere Grundlage. Monats-Erdbeeren bilden meist keine Ausläufer, sondern eine vieltriebige Krone; sie werden durch Teilung oder besser durch Aussaat erneuert, weil ihre Vitalität nach einigen Jahren nachlässt. Der Samen ist ein Lichtkeimer und wird nur angedrückt, nicht bedeckt. Zwei Besonderheiten gehören dazu: Die Hybriden Fragaria x vescana ranken stark und eignen sich gerade deshalb für eine Erdbeerwiese, und die Zimt-Erdbeere ist zweihäusig — ohne eine männliche Befruchtersorte wie Cotta bleibt der Ertrag aus.

Wert für Tiere

Erdbeeren sind besser für Insekten, als ihr Ruf als Nutzpflanze vermuten lässt — wobei es entscheidend darauf ankommt, welche Art im Beet steht. Für die Garten-Erdbeere sind rund vierunddreißig Wildbienenarten als Besucher dokumentiert, keine davon spezialisiert, bei mäßigem Nektar- und Pollenangebot. Die heimische Wald-Erdbeere liegt deutlich darüber: etwa fünfundvierzig Wildbienenarten, von denen über vierzig Pollen sammeln, vor allem Sand- und Schmalbienen. Ihr Nektar ist leicht zugänglich und lockt zusätzlich Schmetterlinge, Käfer und Fliegen. Dazu kommt der Wert als Raupenfutterpflanze: Rund zweiundzwanzig Falterarten nutzen das Laub der Wald-Erdbeere, darunter der Kleine Würfel-Dickkopffalter. Bestäubung ist für den Fruchtansatz zwar nicht zwingend, verbessert Form und Größe aber erheblich; schlecht besuchte Blüten ergeben verkrüppelte Früchte. Die Früchte gehen an Vögel, Igel und Mäuse, und die geschlossene Blattdecke ist Deckung und Jagdrevier für Laufkäfer und Spinnen.

Besonderheiten

Besonderheiten: Scheinfrucht - gegessen wird der fleischige Blütenboden, die Nüsschen außen sind die echten Früchte; Ertrag und Vitalität lassen ab dem 3. Standjahr nach Bestand neu anlegen; keine Erdbeeren nach Erdbeeren, Kartoffeln oder Tomaten (Verticillium) mind. 4 Jahre Pause; Pflanzung Ende Juli/August volle Ernte im Folgejahr; Stroh ab Blühbeginn gegen Grauschimmel+Erdverschmutzung; Ausläufer entfernen Ertrag / stehen lassen Vermehrung; Monats-Erdbeeren meist ohne Ausläufer Teilung oder Aussaat (Lichtkeimer); Zimt-Erdbeere zweihäusig Befruchtersorte nötig; schlechte Bestäubung missgebildete Früchte; nur 1-2 Tage haltbar

Herkunft & Lebensraum

Gemäßigte Zonen der Nordhalbkugel, dazu die Westküste Südamerikas. Die Gattung Fragaria umfasst rund zwanzig Arten und ist in Europa, Nordasien, China, im Himalaja, in Südostasien und in Nordamerika vertreten; die Chile-Erdbeere Fragaria chiloensis reicht entlang der pazifischen Küste bis nach Chile. In Mitteleuropa sind Wald-Erdbeere, Zimt-Erdbeere und Knack-Erdbeere heimisch, die Scharlach-Erdbeere stammt aus den USA, Kanada und Alaska. Die heutige Garten-Erdbeere ist dagegen keine Wildart: Fragaria x ananassa entstand um 1750 in der Bretagne aus wiederholten zufälligen Kreuzungen der nordamerikanischen Scharlach-Erdbeere mit der südamerikanischen Chile-Erdbeere. Von Nordfrankreich und Holland aus verdrängte sie binnen weniger Jahrzehnte die zuvor in deutschen Gärten vorherrschende Zimt-Erdbeere.

Die Wildarten der Gattung sind Pflanzen der Säume und Lichtungen, nicht des geschlossenen Waldes. Die Wald-Erdbeere besiedelt Waldränder, Schlagfluren, Böschungen und Wegränder auf sonnigen bis halbschattigen, mäßig feuchten bis mäßig trockenen, nährstoffreichen und etwas lehmigen Böden; schwere und staunasse Böden schließen sie aus, weil sie Wurzel- und Rhizomerkrankungen fördern. Die Zimt-Erdbeere wächst bevorzugt entlang der Waldränder auf mäßig feuchten Böden an geschützten Standorten und verträgt die starken Temperaturschwankungen des Frühjahrs und Nachtfröste schlecht. Die nordamerikanische Scharlach-Erdbeere besiedelt offene Wälder und Waldlichtungen zwischen 1200 und 3300 Metern Höhe. Allen gemeinsam ist der Platz an der Kante: Licht, aber keine Dürre, und ein Boden, der sich im Frühjahr rasch erwärmt.

⚠️ Gefahren

Allergie, Kreuzallergie zu Birkenpollen Erdbeeren lösen bei Birkenpollenallergikern häufig ein orales Allergiesyndrom aus, manche reagieren nach dem Verzehr mit Nesselausschlag. Weißfrüchtige Sorten enthalten das Hauptallergen kaum und werden oft vertragen; erhitzte Früchte sind meist unproblematisch, weil das Allergen hitzeempfindlich ist.

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Erdbeeren: Wie groß wird die Pflanze?

Erdbeeren (Fragaria spp.) wächst als Staude und erreicht ausgewachsen etwa 0,3 m Höhe bei rund 1,5 m Breite. Das Wachstum ist mittel.

Erdbeeren: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Erdbeeren verträgt volle Sonne. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich halbfeucht – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5,5 und 7 liegen.

Erdbeeren: Ist die Pflanze winterhart?

Erdbeeren ist für die Winterhärte Zone 5–9 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Erdbeeren: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Erdbeeren ist bis Zone 5 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Erdbeeren: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Mai.

Erdbeeren: Ist die Pflanze giftig?

Für Erdbeeren ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Erdbeeren: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 8/10, Sonstige Nutzung 1/10.

Erfahrungen aus der Community

Noch keine Erfahrungsberichte zu dieser Pflanze.

Hast du sie im Garten? Schreib in der App, was bei dir funktioniert – dein Beitrag erscheint hier.

💬 App laden und mitschreiben

Diese Pflanze in den eigenen Garten planen

Permaplans plant deinen Garten maßstabsgetreu auf der Karte — mit Standortcheck, Ernteplan und über 1.000 Pflanzen. Kostenlos für iPhone, Android, Mac, Windows & Linux.

Wächst diese Pflanze bei dir? → Standort prüfen

Angaben ohne Gewähr. Standortdaten und Texte aus der Permaplans-Datenbank.

Leg deinen Garten an

Kostenlos ausprobieren — im Browser sofort, ohne Anmeldung.

Im Browser startenApp laden