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Kanadische Felsenbirne

Amelanchier canadensis
Essbarkeit7Heilwirkung2Sonstiger Nutzen1
Strauch6×4 mZone 4–8leichter Schatten🍎 Essbar

Wächst das bei mir?

Kanadische Felsenbirne ist bis Zone 4 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:

Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Rosaceae
Wuchsform
Strauch
Wuchshöhe
6 m
Kronenbreite
4 m
Wachstum
langsam
Lebensdauer
50 Jahre
Erster Ertrag
nach 3 Jahren
Winterhärte
Zone 4–8
Schattentoleranz
leichter Schatten
Boden
Sand, Schluff, Ton
Bodenfeuchte
trocken – sehr feucht
pH-Wert
5 – 7,5
In Gärten geplant
4×
heckentauglichNektarquellePollenquelle

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte
Fruchternte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Sorten (2)

2 Sorten von Kanadische Felsenbirne sind im Permaplans-Sortenfinder hinterlegt — jede mit eigener Seite: Geschmack, Reifezeit, Resistenzen, Abstammung und Verwendung.

Nutzung

Essbar7 von 10
Heilkunde2 von 10
Sonstige Nutzung1 von 10

Essbar: Die Früchte sind wie bei allen Felsenbirnen essbar und reifen im Juni — deutlich früher als das meiste andere Beerenobst. Sie sind etwa 0,7 bis 1,0 cm dick, apfelförmig, rot bis blauschwarz bereift und schmecken mild süß mit einem leichten Mandelton, der von den weichen Kernen stammt. Geschmacklich reicht die Kanadische Felsenbirne allerdings nicht an einige andere nordamerikanische Arten heran; wer auf Ertrag und Aroma Wert legt, greift zu ausgelesenen Sorten wie 'Prince William', die größer, süßer und reicher trägt und zudem heiße Sommer besser verträgt. Verwendet werden die Beeren roh, zu Marmelade, Gelee und Saft, getrocknet wie Rosinen und in Kuchen. Wer ernten will, muss schnell sein: Amseln und Stare räumen einen ungeschützten Strauch binnen weniger Tage ab.

Sonstige Nutzung: Im Garten wird die Kanadische Felsenbirne vor allem als Ziergehölz gepflanzt: Anfang April erscheinen die weißen, duftenden Blütentrauben vor oder mit dem Laubaustrieb, im Herbst färbt sich das Laub kupferrot bis orange. Weil sie eine dichte, aufrecht-ovale Krone bildet und ihre Höhe je nach Herkunft zwischen 0,5 und 8 m schwankt, lässt sie sich als Strauch, Hecke oder kleiner Hausbaum verwenden; 'Rainbow Pillar' wächst betont aufrecht und dicht, 'Silver Fountain' überhängend, 'White Pillar' baumförmig bis 6 m Höhe, blüht reich, trägt aber wenig. Als flachwurzelndes, anspruchsloses Gehölz steht sie auf Listen für die Intensivbegrünung von Dächern, wo Wurzelraum und Substrattiefe begrenzt sind.

Anbau

Standortwahl: Anders als ihr natürlicher Sumpfstandort vermuten lässt, ist die Kanadische Felsenbirne im Garten anspruchslos und kommt auf sandig-lehmigem, durchlässigem Boden von frisch bis trocken zurecht, auch über Kalk. Sonne bis Halbschatten; im Schatten leiden Blüte, Fruchtansatz und Herbstfärbung. Die Größe schwankt erheblich — je nach Herkunft 0,5 bis 8 m —, weshalb beim Kauf die Sorte wichtiger ist als die Art. Sie ist selbstfruchtbar, ein zweiter Strauch also nicht nötig. Als Rosengewächs ist sie Wirtspflanze für Feuerbrand: in der Nähe von Obstanlagen und in Befallsgebieten vor dem Pflanzen die regionalen Auflagen prüfen. Die dunkel färbenden Früchte und die Hinterlassenschaften fruchtfressender Vögel fallen auf Pflaster und Terrasse ins Gewicht — nicht über Sitzplatz oder Wäscheplatz setzen. Ihr flaches Wurzelwerk erträgt beengten Wurzelraum. Pflege: Der Aufwand ist minimal. Geschnitten werden muss nicht; wer die Form halten will, lichtet nach der Ernte im Sommer aus und nimmt die ältesten Triebe bodennah heraus — ein Winterschnitt kostet die Blüte des Folgejahres. Auf normalem Boden wird nicht gedüngt, ein Mulch aus Laub oder Kompost genügt. Junge Pflanzen werden in den ersten beiden Jahren bei Trockenheit gewässert, danach ist die Art gut etabliert und sehr frosthart. Krankheiten spielen kaum eine Rolle; in feuchten Jahren kann Echter Mehltau auftreten, die Sorte 'Rainbow Pillar' ist dagegen resistent. Geerntet wird im Juni, und zwar zügig, sonst räumen Amseln und Stare den Strauch in wenigen Tagen. Ein Netz über einzelnen Ästen sichert die eigene Portion, ohne den Vögeln alles zu nehmen.

Vermehrung

Ausgelesene Sorten werden über Stecklinge vermehrt: Halbverholzte Triebe im Frühsommer bewurzeln unter Folie oder Nebel zuverlässig — darin unterscheidet sich die Kanadische Felsenbirne von manch anderer Art der Gattung, die sich schwerer tut. Gebräuchlich ist außerdem das Abtrennen bewurzelter Grundtriebe im Spätwinter. Für die Aussaat werden die Samen im Juni aus den reifen Früchten gewaschen und entweder sofort in ein Saatbeet im Freien gelegt oder feucht stratifiziert; sie brauchen eine mehrmonatige Kältephase und keimen dann im folgenden Frühjahr, oft unregelmäßig über zwei Jahre verteilt. Sämlinge fallen uneinheitlich aus, sind aber robust und dienen als Unterlagen. Gelegentlich wird auf Sorbus- oder Crataegus-Unterlagen veredelt; im Hausgarten lohnt das selten.

Wert für Tiere

Die Kanadische Felsenbirne blüht sehr früh — ab Anfang April, wenn das Nahrungsangebot noch knapp ist — und ist deshalb für Bestäuber überdurchschnittlich wertvoll. NaturaDB zählt 30 Wildbienenarten an ihren duftenden weißen Trauben, darunter keine spezialisierten, und bewertet sie durchweg als gute Bienenweide. Im Juni folgen die Früchte, und die sind bei Vögeln außerordentlich beliebt: Amseln, Stare, Drosseln und Gimpel räumen einen Strauch binnen weniger Tage leer. Die dichte, vielstämmige Krone bietet zugleich Deckung und Nistgelegenheit für Kleinvögel. Für heimische Raupen ist die nicht heimische Art dagegen ohne Bedeutung. Wer den Wildtierwert am Standort ausreizen will, kombiniert sie mit heimischen Frühblühern wie Kornelkirsche oder Traubenkirsche, die dieselbe Lücke füllen und zusätzlich Raupenfutter liefern.

Besonderheiten

Besonderheiten: blüht ab Anfang April, Früchte reif im Juni - früher als fast alles andere Beerenobst; selbstfruchtbar, zweiter Strauch nicht nötig; Größe schwankt stark von 0,5-8m -> beim Kauf zählt die Sorte, nicht die Art; im deutschen Handel wird als „Felsenbirne" meist Amelanchier lamarckii verkauft, echte A. canadensis ist seltener; natürlicher Standort ist Sumpf, im Garten trotzdem trockenheitsverträglich; Feuerbrand-Wirtspflanze; flachwurzelnd, daher für Intensiv-Dachbegrünung gelistet; Vögel ernten in wenigen Tagen ab

Herkunft & Lebensraum

Östliches Nordamerika, küstennah: in Kanada von Neufundland westwärts bis Ontario, in den USA von Maine südwärts bis Alabama. Das Areal folgt im Wesentlichen der atlantischen Küstenebene und reicht kaum über 200 m Meereshöhe hinauf. Im Süden schließt das Gebiet von Amelanchier arborea an, im Norden das der Bergart Amelanchier bartramiana; in einem schmalen Streifen in Neuengland und New Jersey kommen die Arten nebeneinander vor, bleiben dort aber ökologisch getrennt. Nach Europa kam die Art früh — für 1641 wird eine erste Kultur angegeben — und steht hier als Ziergehölz in Gärten und Parks; im Nordwesten Deutschlands findet sie sich selten in Eichenwäldern verwildert.

Die Kanadische Felsenbirne ist in der Natur eine Art nasser Standorte: Sie wächst überwiegend auf sumpfigen und moorigen Böden, an Gewässerrändern und in Sumpfwäldern der Küstenebene, wo saure, humusreiche und zeitweise überstaute Substrate vorherrschen. Nur die Varietät obovata weicht davon ab und besiedelt auch trockenere, sandige Böden auf gestörten Flächen, in Waldlichtungen und an Wegrändern. In Kultur zeigt sich die Art deutlich breiter aufgestellt, als dieser Lebensraum vermuten lässt: Sie gedeiht auch auf durchlässigen, sandig-lehmigen und eher trockenen Gartenböden und kommt mit Kalk zurecht — erst diese Anpassungsfähigkeit macht sie als Gartengehölz brauchbar.

⚠️ Gefahren

Keine bekannte Gefahr

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Kanadische Felsenbirne: Wie groß wird die Pflanze?

Kanadische Felsenbirne (Amelanchier canadensis) wächst als Strauch und erreicht ausgewachsen etwa 6 m Höhe bei rund 4 m Breite. Das Wachstum ist langsam.

Kanadische Felsenbirne: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Kanadische Felsenbirne verträgt leichter Schatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Ton. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich trocken – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5 und 7,5 liegen.

Kanadische Felsenbirne: Ist die Pflanze winterhart?

Kanadische Felsenbirne ist für die Winterhärte Zone 4–8 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Kanadische Felsenbirne: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Kanadische Felsenbirne ist bis Zone 4 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Kanadische Felsenbirne: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von April bis Mai.

Kanadische Felsenbirne: Wann kann man ernten?

Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von Juni bis Juli.

Kanadische Felsenbirne: Ist die Pflanze giftig?

Für Kanadische Felsenbirne ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Kanadische Felsenbirne: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 7/10, Heilkunde 2/10, Sonstige Nutzung 1/10.

Welche Sorten von Kanadische Felsenbirne gibt es?

Im Permaplans-Sortenfinder sind 2 Sorten von Kanadische Felsenbirne hinterlegt, darunter Prince William, Rainbow Pillar. Jede Sorte hat eine eigene Seite mit Geschmack, Reifezeit, Resistenzen und Abstammung.

Erfahrungen aus der Community

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