Haselnuss
Wächst das bei mir?
Haselnuss ist bis Zone 4 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
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Steckbrief
- Familie
- Betulaceae
- Wuchsform
- Strauch
- Wuchshöhe
- 6 m
- Kronenbreite
- 6 m
- Wachstum
- schnell
- Lebensdauer
- 80 Jahre
- Erster Ertrag
- nach 4 Jahren
- Vollertrag
- nach 12 Jahren
- Ertrag pro Pflanze
- bis 10 kg im Jahr
- Ertrag im Anbau
- bis 1,5 t/ha
- Energieertrag
- 850 kcal pro m² und Jahr
- Winterhärte
- Zone 4–8
- Schattentoleranz
- Vollschatten
- Boden
- Sand, Schluff, Lehm
- Bodenfeuchte
- halbfeucht – sehr feucht
- pH-Wert
- 6 – 7,5
- Synonyme
- Hasel
Blüte & Ernte
| J | F | M | A | M | J | J | A | S | O | N | D | |
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| Blüte | ||||||||||||
| Fruchternte |
Sorten (29)
29 Sorten von Haselnuss sind im Permaplans-Sortenfinder hinterlegt — jede mit eigener Seite: Geschmack, Reifezeit, Resistenzen, Abstammung und Verwendung.
- Barcelona Jahrzehntelang die Leitsorte Oregons: grosse, runde Nuss fuer Knabber- und Schaelmarkt.
- Bergers Zellernuss
- Butler Grossnuessige In-Shell-Sorte und bewaehrter Pollenspender fuer Barcelona und Ennis.
- Corabel Großfrüchtige, spät reifende französische Sorte mit reichen Erträgen.
- Cosford Alte englische Cob-Sorte mit duenner Schale und reichem Pollen - klassischer Bestaeuber.
- Daviana
- Emoa 1
- Englische Zeller
- Ennis Sehr grosse Schaunuss fuer den In-Shell-Markt mit attraktiver, heller Schale.
- Fuscorubra
- Gubener Zellernuss
- Gunslebert Ertragreiche, frostharte Gartensorte und zuverlaessiger Pollenspender aus Deutschland.
- Hallesche Riesennuss Eine der ältesten deutschen Sorten mit besonders großen Nüssen.
- Jefferson EFB-resistente Barcelona-Nachfolgerin mit grosser, runder Kernnuss - heutige Leitsorte Oregons.
- Katalonski Aromatische, süß-nussige Sorte aus Katalonien.
- Lange Zellernuss Ertragreiche Zellernuss mit länglichen, aromatischen Nüssen.
- Negret Kleine, aromatische Leitsorte Kataloniens (Reus) fuer die Suesswarenindustrie.
- Palaz Ertragsstarke Ordu-Standardsorte der tuerkischen Schwarzmeerregion mit runder Kernnuss.
- Römische Zeller
- Rotblättrige Zellernuss
- Segorbe Robuste spanische Kernsorte und wichtiger Pollenspender fuer Negret.
- Tombul Die tuerkische Weltklasse-Sorte aus Giresun - runder, sehr aromatischer Kern der Suesswarenindustrie.
- Tonda di Giffoni Kampanische Spitzensorte der Suesswarenindustrie - runde Kernnuss mit Top-Roestaroma.
- Tonda Gentile delle Langhe Die 'Nocciola Piemonte' - Weltmassstab fuer Aroma, Herz von Gianduja und Praline.
- Tonda Gentile Romana Runde Aromanuss aus Latium (DOP), gefragt bei Confiseuren fuer ihr feines Roestaroma.
- Webb's Prize Cob Englische Cobnut mit großen, wohlschmeckenden Nüssen und sicheren Erträgen.
- Wunder von Bollweiler Robuste, spät reifende Sorte aus dem Elsass mit großen, dünnschaligen Nüssen.
- Yamhill Kompakte, EFB-resistente Sorte mit kleiner runder Kernnuss fuer die Schaelware-Industrie.
- Zellersche Riesennuss Großnüssige Zellernuss-Auslese für den Hausgarten.
Nutzung
Essbar: Der Kern macht etwa 40 Prozent der Nuss aus und ist mit rund 60 Prozent Fett und 14 Prozent Eiweiß eine der gehaltvollsten heimischen Früchte; dazu kommen 14 Prozent Kohlenhydrate, Kalium, Calcium, Phosphor und Eisen. Geerntet wird je nach Sorte von August bis Oktober, sobald sich die Nüsse aus den Fruchtbechern lösen. Gut getrocknet und ungeschält halten sie sich ein Jahr, unter günstigen Bedingungen drei bis vier. Roh sind sie ein vollwertiges Nahrungsmittel, geröstet gewinnen sie an Aroma; vermahlen ergeben sie Mus und Nougat, aufgeschlämmt eine sämige Pflanzenmilch. In der Backstube gehen sie in Lebkuchen, Makronen und Gebäck. Kalt gepresst liefert der Kern ein hellgelbes, feines Speiseöl für Salate und die kalte Küche.
Sonstige Nutzung: Der Samen enthält bis zu 65 % eines nicht trocknenden Öls, das in Farben, Kosmetika und anderen Produkten verwendet wird. Der ganze Samen kann zum Polieren und Ölen von Holz verwendet werden. Es ist einfach aufzutragen und erzeugt ein schönes Finish. Fein gemahlene Samen werden als Inhaltsstoff von Gesichtsmasken in der Kosmetik verwendet. Pflanzen können als hohe Hecke angebaut werden und sollten unbeschnitten bleiben oder nur leicht beschnitten werden, wenn Saat benötigt wird. Rinde und Blätter sind eine Quelle für Tannine. Das Holz ist weich, leicht zu spalten und wird für Einlegearbeiten, kleine Möbelstücke, Hürden, Flechtarbeiten, Korbwaren, Erbsenstäbchen und mehr verwendet. Die Zweige werden von Wassersuchern als Wünschelruten verwendet. Das Holz ergibt auch hochwertige Holzkohle, die von Künstlern genutzt wird.
Anbau
Wächst am besten an sonnigen bis halbschattigen Standorten auf durchlässigen, humosen Böden mit neutralem bis leicht alkalischem pH-Wert. Verträgt mäßig feuchte Bedingungen, Staunässe sollte vermieden werden. Die Pflanze bildet starke Ausläufer und sollte mit einem Pflanzabstand von etwa 4 bis 6 Metern gesetzt werden, um ausreichend Raum zur Ausbreitung zu bieten. Ein regelmäßiger Schnitt fördert die Bildung kräftiger Triebe und erleichtert die Ernte. Im Winter ist die Hasel gut frosthart und benötigt keinen besonderen Winterschutz. Für eine gute Bestäubung empfiehlt sich die Pflanzung mehrerer Sorten, da die Hasel meist Fremdbestäubung benötigt. Die Düngung erfolgt am besten mit organischem Material im Frühjahr, um das Wachstum zu unterstützen. Anfällig für: Haselnuss-Gallmilbe (verformte Knospen), Haselnussbohrer (frisst Samen), Echter Mehltau.
Vermehrung
Der einfachste Weg ist die Aussaat: Die Nüsse werden kurz vor der Vollreife geerntet und sofort ausgesät, damit sie nicht austrocknen; sie keimen im folgenden Frühjahr. Sämlinge fallen allerdings nicht sortenecht und taugen eher für Hecke und Windschutz als für die Nussernte. Fruchtsorten vermehrt man vegetativ. Für einzelne Pflanzen genügt es, im Winter bewurzelte Wurzelausläufer abzustechen. Üblich sind Absenken und Anhäufeln: Die Triebe werden niedergelegt oder der Stockausschlag angehäufelt und die bewurzelten Abrisse nach ein bis zwei Jahren abgetrennt. So gewonnene Pflanzen neigen lebenslang zu Wurzelbrut, die entfernt werden muss. Veredelt wird im Winter unter Glas, gern auf Baumhasel, deren Unterlage keinen Durchtrieb bildet. Stecklinge bewurzeln nur unter Profibedingungen.
Wert für Tiere
Die Hasel bietet zahlreichen Insekten Nahrung, darunter Pollen und Blätter für verschiedene Schmetterlingsraupen und Zikadenarten. Ihre Nüsse dienen als wichtige Nahrungsquelle für Kleinsäuger wie Eichhörnchen und verschiedene Vogelarten wie Kleiber und Häher, die zugleich zur Verbreitung der Samen beitragen. Die Pflanze bietet Vögeln und anderen Tieren Deckung und Nistmöglichkeiten. Die Blütezeit im Februar und März macht sie zu einem frühen Pollenlieferanten für Bienen.
Besonderheiten
Besonderheiten: +windtolerant. Es fruchten nur die 1-jährigen, schwachen Triebe. Blüten vertragen Fröste bis –8 °C. Erträge (s.o.) liefern vor allem veredelte Varianten, oft Hybride mit oder insbesondere Corylus maxima (Lambertshasel) in Sonne! Werden auch auf Baumhasel veredelt → kein Stockauschlag; Sagen+Zauberumwobener Waldbildner & Naturverbinder;
Herkunft & Lebensraum
Europa, Kleinasien und Kaukasus. Die Hasel besiedelt den Kontinent von Mittelnorwegen und Südschweden bis zur Iberischen Halbinsel und Sizilien, ostwärts über die Türkei und den Kaukasus bis Nordiran; im nordafrikanischen Atlas gibt es versprengte Vorkommen. Sie war einer der ersten Sträucher, die nach der letzten Eiszeit nach Mitteleuropa zurückkehrten, und prägte die nacheiszeitliche Vegetation so stark, dass eine ganze Pollenzone nach ihr benannt ist. In den Alpen steigt sie bis etwa 1500 Meter. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist sie flächendeckend verbreitet und gehört zu den häufigsten Gehölzen in Feldhecken, an Waldrändern und in Auwäldern.
Die Hasel wächst bevorzugt in ozeanischem und subozeanischem Klima in sommerwarmen Lagen: in lichten Wäldern, an Waldrändern und in Feldhecken. Sie ist eine Lichtpflanze, verträgt aber mäßigen Schatten, und ist nach Ellenberg gegenüber Feuchte, Bodenreaktion und Stickstoff indifferent — daher ihre große Standortbreite. Ihr Optimum liegt auf feuchten, gut durchlüfteten, warmen Böden mit hohem Humusgehalt und neutraler bis alkalischer Reaktion; auf nährstoffarmen Sanden und auf sauren, vernässten Standorten gedeiht sie nicht. Pflanzensoziologisch tritt sie in Mitteleuropa vor allem in Eichen-Hainbuchenwäldern und Auenwäldern auf, ihr eigentliches Optimum hat sie in älteren Schlehengebüschen auf potentiellen Buchenwaldstandorten. Auf offenem Blockschutt bildet sie eigene Hasel-Buschwälder.
⚠️ Gefahren
Allergische Reaktionen auf Haselnüsse sind möglich, insbesondere bei Personen mit Nussallergien.
Häufige Fragen
Haselnuss: Wie groß wird die Pflanze?
Haselnuss (Corylus avellana) wächst als Strauch und erreicht ausgewachsen etwa 6 m Höhe bei rund 6 m Breite. Das Wachstum ist schnell.
Haselnuss: Welchen Standort braucht die Pflanze?
Haselnuss verträgt Vollschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich halbfeucht – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 6 und 7,5 liegen.
Haselnuss: Ist die Pflanze winterhart?
Haselnuss ist für die Winterhärte Zone 4–8 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.
Haselnuss: Wächst die Pflanze in Deutschland?
Haselnuss ist bis Zone 4 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
Haselnuss: Wann ist die Blütezeit?
Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im März.
Haselnuss: Wann kann man ernten?
Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Oktober.
Haselnuss: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?
Haselnuss trägt erstmals nach 4 Jahren. Den Vollertrag erreicht sie nach 12 Jahren. Eine ausgewachsene Pflanze liefert bis zu 10 kg im Jahr, im Anbau bis 1,5 t pro Hektar. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.
Haselnuss: Ist die Pflanze giftig?
Für Haselnuss ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.
Haselnuss: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?
Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 7/10, Heilkunde 4/10, Sonstige Nutzung 9/10.
Welche Sorten von Haselnuss gibt es?
Im Permaplans-Sortenfinder sind 29 Sorten von Haselnuss hinterlegt, darunter Barcelona, Bergers Zellernuss, Butler, Corabel, Cosford, Daviana, Emoa 1, Englische Zeller, Ennis, Fuscorubra, Gubener Zellernuss, Gunslebert und 17 weitere. Jede Sorte hat eine eigene Seite mit Geschmack, Reifezeit, Resistenzen und Abstammung.
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