Hänge-Birke
Wächst das bei mir?
Hänge-Birke ist bis Zone 2 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:
Steckbrief
- Familie
- Betulaceae
- Wuchsform
- Baum
- Wuchshöhe
- 23 m
- Kronenbreite
- 12 m
- Wachstum
- sehr schnell
- Lebensdauer
- 110 Jahre
- Erster Ertrag
- nach 10 Jahren
- Winterhärte
- Zone 2–7
- Schattentoleranz
- volle Sonne
- Boden
- Sand, Schluff, Lehm, Ton
- Bodenfeuchte
- trocken – sehr feucht
- pH-Wert
- 5,5 – 7,5
- Synonyme
- Birke
Blüte & Ernte
| J | F | M | A | M | J | J | A | S | O | N | D | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Blüte | ||||||||||||
| Fruchternte | ||||||||||||
| Blatternte |
Nutzung
Essbar: Innere Rinde kann gekocht oder getrocknet und zu einer Mahlzeit gemahlen werden. Sie kann als Verdickungsmittel zu Suppen hinzugefügt oder mit Mehl zur Herstellung von Brot und Keksen gemischt werden. Innere Rinde wird im Allgemeinen nur als Hungernahrung angesehen und verwendet, wenn andere Formen von Stärke nicht verfügbar oder knapp sind. Der Saft der Birke kann roh oder gekocht genossen werden und hat einen süßen Geschmack. Er wird im zeitigen Frühjahr geerntet, bevor sich die Blätter entfalten, indem man auf den Stamm klopft. Der Saft kann zu einem Sirup konzentriert werden, indem man ihn abkocht. An einem ausgewachsenen Baum können zwischen 4 und 7 Liter Saft pro Tag abgezapft werden, ohne den Baum zu töten, solange das Zapfloch danach aufgefüllt wird. Längeres oder starkes Klopfen kann jedoch den Baum töten. Die Strömung ist am besten an sonnigen Tagen nach einem Frost. Der Saft kann auch zu einem Bier vergoren werden. Junge Blätter der Birke können roh oder gekocht gegessen werden. Ein Tee kann aus den Blättern hergestellt werden, ebenso wie ein anderer Tee aus dem ätherischen Öl in der inneren Rinde.
Heilkunde: Berberin, das in den Rhizomen von Berberis-Arten vorkommt, hat starke antibakterielle Eigenschaften. Es wird oral zur Behandlung verschiedener Darminfektionen, insbesondere bakterieller Ruhr, eingesetzt, da es vom Körper nicht signifikant aufgenommen wird. Die gleichzeitige Verwendung mit Glycyrrhiza-Arten (Süßholz) sollte vermieden werden, da dies die Wirkung von Berberin beeinträchtigen kann. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass Berberin auch antitumorale Aktivitäten aufweist.
Sonstige Nutzung: Die Rinde des Birkenbaums wird für die Herstellung von Trinkgefäßen, Kanuhäuten, Dachziegeln und anderen Produkten verwendet. Sie ist wasserdicht, langlebig, zäh und harzig. Die äußere Rinde wird entfernt, ohne den Baum zu töten. Die Rinde kann im späten Frühling bis Frühsommer am einfachsten entfernt werden. Die Birke ist eine Pionierart, die leicht in alte Felder, gerodetes oder verbranntes Land eindringt und Bedingungen schafft, die für das Wachstum anderer Waldbäume geeignet sind. Die weiße Rinde liefert im Frühjahr ein Teeröl mit fungiziden Eigenschaften, das auch als Insektenschutzmittel und Schuhcreme verwendet wird. Ein ätherisches Öl aus der Rinde wurde früher als Parfüm namens "Russisches Leder" genutzt. Ein Sud aus der inneren Rinde wird zur Konservierung von Tauwerk verwendet und enthält bis zu 16 % Tannin. Das Öl aus der inneren Rinde ähnelt dem Wintergrünöl und wird medizinisch verwendet. Die Harzdrüsen werden zur Herstellung einer Haarlotion genutzt. Die innere Rinde liefert auch einen braunen Farbstoff und kann zur Herstellung von Leim, Tauwerk und als Ersatz für geöltes Papier verwendet werden. Die biegsamen jungen Zweige werden für Schneebesen, Besen, Dachdecken und Flechten genutzt. Die Blätter sind eine gute Ergänzung für den Komposthaufen. Das Holz der Birke ist weich, leicht und langlebig und wird für Möbel, Werkzeuggriffe, Spielzeug, Schnitzereien, Holzkohle, Papier und andere Produkte verwendet.
Anbau
Standortwahl: Volle Sonne, sonst anspruchslos. Entscheidend ist, was die Birke mit ihrer Umgebung macht: Ihr flaches, weitreichendes Wurzelwerk zieht Beeten und Rasen das Wasser weg, sie versamt sich massenhaft über den ganzen Garten, und ihre Pollen im April sind das häufigste Baumallergen — nicht neben Schlafzimmerfenster oder Sitzplatz. Dem steht ihr ökologischer Wert gegenüber: Mit 163 Raupenarten ist sie eine Schlüsselart und zieht entsprechend viele Vögel an. Die lichte Krone lässt genug Licht für Unterpflanzung durch. Pflege: Schneiden möglichst gar nicht, und wenn, dann im Sommer — im Spätwinter blutet sie stark aus jeder Wunde. Düngen erübrigt sich, sie stammt von Rohböden. Jungpflanzen sind stark verbissgefährdet: Rehe und Hasen nehmen Triebe und Rinde an, ein Drahtschutz in den ersten Jahren ist Pflicht. Wässern nur beim Anwachsen, danach kommt sie allein zurecht — allerdings leidet sie im Stadtklima zunehmend unter Hitze und braucht dann in Dürresommern doch Hilfe.
Vermehrung
Die Birke vermehrt sich fast ausschließlich generativ und tut das mit großer Wucht: Ein einzelnes Blütenkätzchen bringt rund 450 Früchtchen hervor, die so leicht sind, dass der Wind sie kilometerweit verfrachtet. Die Samen reifen im Hochsommer und keimen bereits im folgenden Frühjahr, sofern es feucht genug ist. Als Lichtkeimer dürfen sie dabei nicht mit Erde bedeckt werden — sie brauchen offenen Rohboden ohne Streuauflage und ohne Konkurrenz, also genau jene Bedingungen, die die Art zum Pionier machen. Wer gezielt aussät, drückt das Saatgut nur an und hält die Fläche gleichmäßig feucht. Vegetativ ist wenig zu holen: Die Hänge-Birke schlägt nicht aus dem Stock aus, Stecklinge bewurzeln sich schlecht, und Sorten werden deshalb veredelt.
Wert für Tiere
Die Hänge-Birke gehört zu den tragenden Arten unserer Insektenwelt: 163 Schmetterlingsarten nutzen sie als Raupenfutterpflanze, 34 davon ausschließlich oder überwiegend — vom Birkenspanner bis zum Trauermantel — und 12 Käferarten leben an Blättern, Rinde und Holz. Ihre Blüten sind windbestäubt und für Bienen unergiebig; nur drei Sandbienenarten sammeln nennenswert Pollen an den Kätzchen. Der ökologische Schwerpunkt liegt also bei Raupen und der von ihnen abhängigen Vogelbrut. Die kleinen Samen sind Winternahrung für Birken- und Erlenzeisig, insgesamt wurden 24 Vogelarten an der Birke festgestellt. Als lichtbedürftiges Pioniergehölz besiedelt sie Rohböden und Brachen rasch.
Besonderheiten
Besonderheiten: bevorzugt gerodetes/verbranntes (sauer-sandiges) Land> Waldaufbau; Entfernen der harzigen äußeren Rinde (spätes Frühjahr - Frühsommer) tötet den Baum nicht; 4 - 7 Liter/Tag/Baum Hahnloch danach stoppen; Ausbeute am besten an sonnigen Tagen nach einem Frost; <4,4% des dt Waldes, +Brennholz: 1900kWh/rm, 4,3kWh/kg;
Herkunft & Lebensraum
Europa bis Westsibirien, Kaukasus und Nordpersien. Die Hänge-Birke ist in ganz Europa verbreitet und fehlt lediglich im äußersten Norden Skandinaviens. Nach Osten reicht ihr Areal bis zum Jenissei und ins Altaigebirge, nach Südosten über den Kaukasus bis Nordpersien; im Südwesten greift sie bis Marokko aus. In den Südalpen steigt sie bis 1900 m auf. Nach der letzten Eiszeit, etwa ab 13.000 v. Chr., gehörte sie zu den ersten Bäumen der Wiederbewaldung Mittel- und Nordeuropas und wurde später von Kiefer, Hasel und Eiche wieder in die Randlagen zurückgedrängt. In Nordamerika ist sie vielerorts eingeführt.
Die Hänge-Birke ist die wichtigste Pionierbaumart Mitteleuropas: Sie besiedelt als erste Brach-, Trümmer- und Kahlflächen, Abbaugruben, Wegränder und Heiden. Gegenüber dem Boden ist sie anspruchslos, wächst wegen der Konkurrenz anderer Baumarten aber überwiegend auf sauren, sandigen bis lehmigen Standorten; reine Kalkböden meidet sie, auf Gips kommt sie vor. Als ausgesprochene Lichtbaumart erträgt sie keine Beschattung und verschwindet wieder, sobald sich schattende Arten durchsetzen. Trockene Standorte sagen ihr zu, Jungpflanzen brauchen dagegen viel Wasser. Auf dauernd vernässten Böden wird sie von der Moorbirke abgelöst. Hitze meidet sie, an kurze Vegetationszeiten ist sie gut angepasst.
⚠️ Gefahren
Keine bekannte Gefahr
Häufige Fragen
Hänge-Birke: Wie groß wird die Pflanze?
Hänge-Birke (Betula pendula) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 23 m Höhe bei rund 12 m Breite. Das Wachstum ist sehr schnell.
Hänge-Birke: Welchen Standort braucht die Pflanze?
Hänge-Birke verträgt volle Sonne. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm, Ton. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich trocken – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5,5 und 7,5 liegen.
Hänge-Birke: Ist die Pflanze winterhart?
Hänge-Birke ist für die Winterhärte Zone 2–7 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.
Hänge-Birke: Wächst die Pflanze in Deutschland?
Hänge-Birke ist bis Zone 2 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
Hänge-Birke: Wann ist die Blütezeit?
Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im April.
Hänge-Birke: Wann kann man ernten?
Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von Juli bis August.
Hänge-Birke: Ist die Pflanze giftig?
Für Hänge-Birke ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.
Hänge-Birke: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?
Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 6/10, Heilkunde 7/10, Sonstige Nutzung 9/10.
Diese Pflanze in den eigenen Garten planen
Permaplans plant deinen Garten maßstabsgetreu auf der Karte — mit Standortcheck, Ernteplan und über 1.000 Pflanzen. Kostenlos für iPhone, Android, Mac, Windows & Linux.
Wächst diese Pflanze bei dir? → Standort prüfen
Erfahrungen aus der Community
Noch keine Erfahrungsberichte zu dieser Pflanze.
Hast du sie im Garten? Schreib in der App, was bei dir funktioniert – dein Beitrag erscheint hier.
💬 App laden und mitschreiben