Schwarz-Erle
Wächst das bei mir?
Schwarz-Erle ist bis Zone 4 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:
Steckbrief
- Familie
- Betulaceae
- Wuchsform
- Baum
- Wuchshöhe
- 25 m
- Kronenbreite
- 10 m
- Wachstum
- sehr schnell
- Lebensdauer
- 120 Jahre
- Erster Ertrag
- nach 6 Jahren
- Winterhärte
- Zone 4–8
- Schattentoleranz
- Halbschatten
- Boden
- Schluff, Lehm, Ton
- Bodenfeuchte
- halbfeucht – am Wasser
- pH-Wert
- 4,4 – 7,2
- Synonyme
- rle
Blüte & Ernte
| J | F | M | A | M | J | J | A | S | O | N | D | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Blüte | ||||||||||||
| Fruchternte |
Nutzung
Sonstige Nutzung: Die Erle ist tolerant gegenüber Schnitt und Meeresaussetzung und kann in einem Windschutz oder einer Hecke angebaut werden. Die Bäume wachsen sehr schnell und erreichen in jungen Jahren eine Wachstumsgeschwindigkeit von über einem Meter pro Jahr. Dies macht sie zu einer idealen Pionierart für die Wiederherstellung von Wäldern auf stillgelegten Ackerflächen und schwierigen Standorten. Durch ihre schnelle Wachstumsrate bieten sie schnell geschützte Bedingungen, damit sich dauerhaftere Waldbäume etablieren können. Erlen binden Bakterien an ihren Wurzeln, die atmosphärischen Stickstoff binden und dadurch anderen Pflanzen in der Nähe zur Verfügung stellen. Sie eignen sich auch für die Landgewinnung und können als Biomassequelle genutzt werden. Die jährliche Produktivität der Erle wird auf 6 bis 9 Tonnen pro Hektar geschätzt. Die pulverisierte Brennstoffasche beträgt 11,8 Tonnen pro Hektar und Jahr, wobei die jährliche Produktivität auf 8,66 Tonnen pro Hektar geschätzt wird. Die Erle wurde für Brennholzplantagen im tropischen Hochland empfohlen. Die Rinde der Erle wurde als Bestandteil von Zahnpasten verwendet und auch als Farbstoffquelle genutzt. Das Holz der Erle ist sehr wasserbeständig, elastisch, weich und leicht zu bearbeiten. Es wird häufig für Möbel, Bleistifte, Schalen und andere Holzprodukte verwendet.
Anbau
Standortwahl: Die Schwarz-Erle gehört an die nasse Stelle des Grundstücks — Bachufer, Senke, Teichrand oder verdichteter Staunässebereich. Wurzelerreichbares Grundwasser bis etwa 1,5 Meter Tiefe ist die eigentliche Bedingung; auf trockenem Sand und auf Kalkböden versagt sie. Über Wurzelknöllchen reichert sie den Boden spürbar mit Stickstoff an: gut für nährstoffhungrige Nachbarn, schlecht für alles, was magere Verhältnisse braucht. Sie wächst rasch, ist ausgesprochen lichtbedürftig und beschattet selbst bald ihre Umgebung. Ihre Wurzeln suchen Wasser und dringen in Drainagen und undichte Leitungen ein. Die Blüte im Februar und März setzt große Mengen stark allergenen Pollens frei — nicht unmittelbar vor Schlafzimmerfenster oder Sitzplätze setzen. Pflege: Gedüngt wird nicht, die Erle versorgt sich über die Knöllchenbakterien selbst. Jungpflanzen brauchen Schutz vor Verbiss, am Gewässer auch vor Bibern. Schnitt verträgt sie hervorragend: auf den Stock gesetzt treibt sie kräftig wieder aus, Kopfbäume lassen sich über Jahrzehnte halten, im Niederwald ist das Holz nach 20 bis 25 Jahren erntereif. Der Erlenblattkäfer kann Bäume im Sommer nahezu kahl fressen; die Erle treibt danach wieder aus, ein Eingriff lohnt nicht. Ernster ist das Erlensterben durch Phytophthora alni an Fließgewässern: kleines, vergilbtes Laub und schwarze Teerflecken am Stammfuß sind die Anzeichen. Es ist nicht behandelbar — befallene Bäume entfernen und Schnittwerkzeug desinfizieren.
Vermehrung
Am einfachsten gelingt die Vermehrung über Samen. Die kleinen, schmal geflügelten Nüsschen sitzen in verholzten Zäpfchen, die sich ab Oktober braun färben; geerntet wird, bevor sie sich im Winter öffnen, danach lässt man die Zapfen trocken nachreifen. Frisch ausgesätes Saatgut keimt im Frühjahr ohne Vorbehandlung, gelagertes profitiert von etwa vier Wochen Kaltstratifikation. Gesät wird flach und auf dauerfeuchtes Substrat, denn die Keimlinge vertragen kein Austrocknen. Die Ausbeute ist gering: Auf ein Kilogramm kommen rund 700.000 Samen, aus denen sich im Schnitt nur 20.000 bis 25.000 pflanzbare Sämlinge ziehen lassen. In der Natur schwimmen die Nüsschen und bleiben dabei über ein Jahr keimfähig — so besiedelt die Erle neue Uferabschnitte. Vegetativ ist sie über Stockausschlag zu verjüngen; Steckhölzer bewurzeln dagegen nur unzuverlässig.
Wert für Tiere
Die Schwarz-Erle ist eine der tragfähigsten heimischen Baumarten. An ihrem Laub fressen die Raupen von etwa 95 Schmetterlingsarten, von denen rund 23 auf Erlen spezialisiert sind, dazu etwa zehn an die Gattung gebundene Käferarten, allen voran der Erlenblattkäfer. Für Wildbienen zählt sie wenig — die Kätzchen werden vom Wind bestäubt und liefern keinen Nektar —, ihr Pollen wird jedoch von Honigbienen und Hummeln im Februar und März gesammelt, wenn sonst kaum etwas blüht. Die Samen sind über den Winter eine Hauptnahrung von Erlenzeisig, Birkenzeisig, Stieglitz und Kernbeißer; mindestens 16 Vogelarten nutzen sie. Erlenbrüche liefern darüber hinaus Totholz, Höhlenbäume und schwer zugängliche Deckung für Wasservögel und Amphibien.
Besonderheiten
Besonderheiten: Brennwert pro jährli. Zuwachs: 32800kwh/ha; 70kg Stickstoff/ha; Mit 20-25 Jahren ist das Holz schon erntereif; wenig Heizwert, dafür raucharm; Aus Erlenzapfen schwarze Tinte; junge Zweige als klebrige Mückenfänger; Pfahlbauten wie in Venedig auf in-Wasser-beständigem Erlenholz; ~2,1% am deutschen Wald; 1500KWh/rm; 4,1KWh/kg mit Wasser vollgesogenes Holz ist hart und stark wie Eiche
Herkunft & Lebensraum
Europa bis Westsibirien, Kleinasien und Nordafrika. Die Schwarz-Erle besiedelt nahezu ganz Europa vom Mittelmeerraum bis Mittelskandinavien; im hohen Norden und im Norden Russlands fehlt sie. Nach Osten reicht das Areal über Kaukasus und Kleinasien bis Westsibirien, nach Süden mit vereinzelten Vorposten in die Gebirge Nordafrikas. Ihr Schwerpunkt liegt in der Ebene und der unteren Bergstufe; eine Höhe von 800 Metern überschreitet sie nur selten. In Nordamerika, Neuseeland und im südlichen Südamerika ist sie aus forstlichen Anpflanzungen verwildert und gilt dort gebietsweise als problematischer Neophyt.
Die Schwarz-Erle ist die bestandsbildende Baumart der Erlenbruchwälder, der Bach- und Auwälder und der Erlen-Eschen-Wälder. Sie durchwurzelt dauernd vernässte Gleye, Pseudogleye und Niedermoore, auf denen andere Bäume versagen, und erträgt zeitweilige Überstauung. Auf trockenen Sandböden und auf Kalkstandorten fehlt sie. Über Wurzelknöllchen mit Bakterien der Gattung Frankia bindet sie Luftstickstoff und reichert damit auch biologisch untätige Rohböden an, weshalb sie als Pionier auf Kippen, Halden und entwässerten Mooren erfolgreich ist, solange das Grundwasser in Wurzelnähe steht. Weil sie ausgesprochen lichtbedürftig ist, wird sie von konkurrenzstärkeren Arten auf die nassen Standorte abgedrängt.
Häufige Fragen
Schwarz-Erle: Wie groß wird die Pflanze?
Schwarz-Erle (Alnus glutinosa) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 25 m Höhe bei rund 10 m Breite. Das Wachstum ist sehr schnell.
Schwarz-Erle: Welchen Standort braucht die Pflanze?
Schwarz-Erle verträgt Halbschatten. Als Boden eignet sich Schluff, Lehm, Ton. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich halbfeucht – am Wasser liegen. Der pH-Wert darf zwischen 4,4 und 7,2 liegen.
Schwarz-Erle: Ist die Pflanze winterhart?
Schwarz-Erle ist für die Winterhärte Zone 4–8 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.
Schwarz-Erle: Wächst die Pflanze in Deutschland?
Schwarz-Erle ist bis Zone 4 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
Schwarz-Erle: Wann ist die Blütezeit?
Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im April.
Schwarz-Erle: Wann kann man ernten?
Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Oktober.
Schwarz-Erle: Ist die Pflanze giftig?
Für Schwarz-Erle ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.
Schwarz-Erle: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?
Bewertet auf einer Skala bis 10: Heilkunde 7/10, Sonstige Nutzung 9/10.
Diese Pflanze in den eigenen Garten planen
Permaplans plant deinen Garten maßstabsgetreu auf der Karte — mit Standortcheck, Ernteplan und über 1.000 Pflanzen. Kostenlos für iPhone, Android, Mac, Windows & Linux.
Wächst diese Pflanze bei dir? → Standort prüfen
Erfahrungen aus der Community
Noch keine Erfahrungsberichte zu dieser Pflanze.
Hast du sie im Garten? Schreib in der App, was bei dir funktioniert – dein Beitrag erscheint hier.
💬 App laden und mitschreiben