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Baum-Hasel – Corylus colurna

Baum-Hasel

Corylus colurna
fruchttragende Naturbaute/ Straßenbaum
💬 1 Erfahrungsbericht lesen
Essbarkeit6Heilwirkung3Sonstiger Nutzen6
Baum20×7 mZone 5–7Halbschatten🍎 Essbar

Wächst das bei mir?

Baum-Hasel ist bis Zone 5 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:

Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Betulaceae
Wuchsform
Baum
Wuchshöhe
20 m
Kronenbreite
7 m
Wachstum
langsam
Lebensdauer
120 Jahre
Erster Ertrag
nach 7 Jahren
Ertrag pro Pflanze
bis 10 kg im Jahr
Ertrag im Anbau
bis 2 t/ha
Energieertrag
300 kcal pro m² und Jahr
Winterhärte
Zone 5–7
Schattentoleranz
Halbschatten
Boden
Sand, Schluff, Lehm
Bodenfeuchte
trocken – sehr feucht
pH-Wert
6 – 9
Synonyme
Haselbaum,

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte
Fruchternte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Nutzung

Essbar6 von 10
Heilkunde3 von 10
Sonstige Nutzung6 von 10

Essbar: Samen – roh oder gekocht. Reich an Öl. Ein angenehmer Geschmack ähnlich der gewöhnlichen Haselnuss. Der Samen reift im mittleren bis späten Herbst und sollte vor Eichhörnchen geschützt werden. Kühl gelagert und ungeschält sollte das Saatgut mindestens 12 Monate aufbewahrt werden. Aus den Samen wird Speiseöl gewonnen.

Sonstige Nutzung: Das Holz der Baum-Hasel ist fest, mäßig hart, elastisch und ausgesprochen fäulnisträge; es wird für Möbel, Drechsel- und Einlegearbeiten geschätzt und gibt ein gutes Brennholz. Aus den Samen lässt sich ein Öl gewinnen, das in Farben und in der Pharmazie Verwendung findet. Forstlich und gärtnerisch am wichtigsten ist ihre Rolle als Veredelungsunterlage für Haselnuss-Fruchtsorten, denen sie einen stabilen, ausläuferfreien Stamm mitgibt. Aus Kreuzungen mit der Amerikanischen Hasel sind die gegen den Haselnussrindenbrand hochresistenten Trazels hervorgegangen, aus solchen mit der Gemeinen Hasel die seit rund 150 Jahren bekannte Corylus × colurnoides. Die geraden, biegsamen Jungtriebe lassen sich gut flechten und werden im lebenden Bauen verwendet.

Anbau

Standortwahl: Die Baum-Hasel wird ein kegelförmiger Baum von fünfzehn bis zwanzig Metern und braucht entsprechend Raum — als Heckengehölz taugt sie nicht. Ihre Pfahlwurzel macht sie windfest, trockenheits-, hitze- und schadstoffresistent und damit zu einem der verlässlichsten Klimabäume für Straßen und befestigte Flächen; dieselbe Wurzel macht sie aber auch fast unverpflanzbar, also lieber jung und gleich endgültig setzen. Im Unterschied zur Gemeinen Hasel bildet sie keine Wurzelausläufer und wuchert nicht. Die reifen Nüsse fallen von selbst ab und rollen auf Pflaster und Wegen umher; über Terrassen und Stellplätzen ist sie deshalb unpraktisch. Die Kätzchen blühen im Februar und März und geben stark allergenen Pollen ab — Abstand zu Sitzplätzen und Schlafzimmerfenstern ist sinnvoll. Für nennenswerten Nussertrag braucht es mehrere Bäume oder eine Gemeine Hasel als Pollenspender in der Nähe. Pflege: Ein Erziehungsschnitt erübrigt sich, denn die Baum-Hasel bildet von selbst einen durchgehenden Stamm; sie wächst anfangs rund sechzig Zentimeter im Jahr, später etwa fünfunddreißig. Jungpflanzen brauchen Wühlmauskorb und Verbissschutz, danach ist der Baum weitgehend sich selbst überlassen. Erste Nüsse fallen ab dem dritten bis vierten Standjahr, der Vollertrag setzt erst im zwölften Jahr ein und liegt bei vier bis fünf, günstigenfalls zehn Kilogramm je Baum — allerdings nur alle vier bis fünf Jahre, dazwischen trägt sie deutlich weniger. In Plantagen pflanzt man sechs mal sechs Meter. Geerntet wird im September vom Boden, am besten mit Netz oder Kehrmaschine, bevor Eichhörnchen und Rabenvögel die Ernte übernehmen. Der Haselnussbohrer lässt sich durch konsequentes Aufsammeln befallener Nüsse in Grenzen halten; gegen den Haselnussrindenbrand ist die Art widerstandsfähig. Ungeschält und kühl halten sich die Nüsse etwa ein Jahr.

Vermehrung

Die Baum-Hasel wird über Samen vermehrt. Frisch im Herbst ausgesätes Saatgut keimt meist im folgenden Frühjahr, oft aber auch erst ein Jahr später — das ist normal und kein Fehlschlag, das Beet sollte also nicht vorzeitig geräumt werden. Gelagerte Nüsse brauchen vor der Aussaat eine warme Phase von einigen Wochen und anschließend drei bis vier Monate Kältestratifikation. Wichtig ist ein Mäuseschutz über dem Saatbeet, denn die Nüsse werden zuverlässig geplündert. Weil die Sämlinge sofort eine kräftige Pfahlwurzel treiben, gehören sie in tiefe Töpfe oder direkt an den endgültigen Platz; spätere Umpflanzversuche misslingen häufig. Absenker und Wurzelbrut, mit denen sich die Gemeine Hasel mühelos vermehren lässt, stehen hier nicht zur Verfügung. Umgekehrt ist die Baum-Hasel selbst eine geschätzte Veredelungsunterlage für Haselnuss-Fruchtsorten, gerade weil sie einen durchgehenden Stamm bildet und nicht aus dem Boden heraus wuchert.

Wert für Tiere

Als Gehölz aus Südosteuropa hat die Baum-Hasel in Mitteleuropa deutlich weniger Tierarten an sich gebunden als die heimische Gemeine Hasel: dokumentiert sind bislang eine Wildbienenart, die Veränderliche Lockensandbiene, und fünf Schmetterlingsraupen, darunter die Haselnuss-Miniermotte und der Braunmarmorierte Baumspanner. Ihr Beitrag liegt anderswo. Die Kätzchen öffnen sich im Februar und März und liefern dann große Mengen Pollen — für Honigbienenvölker und für früh fliegende Hummelköniginnen ist das in einer ansonsten blütenlosen Zeit wertvoll. Die Nüsse ernähren Eichhörnchen, Siebenschläfer, Kleiber, Eichelhäher und Buntspecht, die sie auch verschleppen und vergraben. Und als großer, alt werdender Baum liefert sie Nistplätze, Ansitzwarten und später Höhlen, wo trockene, heiße Standorte heimischen Arten zusetzen.

Besonderheiten

Besonderheiten: wind+dürre+schadstoffresistent → guter Straßenbaum lässt sich nicht gut umpflanzen; leicht zu flechten für Naturbauten; In Bremen steht eine im Jahr 1802 gepflanzte Baum-Hasel (12m hoch); anfangs schnelles Wachstum: 60cm im Jahr, später 35cm; siehe auch das Baumhaselhaus von Konstantin Kirsch (www.naturbauten.org)

Herkunft & Lebensraum

Südosteuropa bis zum Himalaja. Das natürliche Areal der Baum-Hasel reicht vom Balkan — Serbien, Bosnien, Bulgarien, Nordgriechenland — über die Karpaten und Kleinasien bis in den Kaukasus und weiter nach Nordiran, Nordpakistan und in den westlichen Himalaja. Sie tritt dabei nirgends bestandsbildend auf, sondern stets als eingesprengter Einzelbaum. Seit dem 16. Jahrhundert wird sie in Mitteleuropa als Park- und Straßenbaum gepflanzt und ist hier ein weitgehend unauffälliger Neophyt, der sich kaum selbst aussät. In Bayern und Baden-Württemberg wird sie seit etwa 2000 auch plantagenmäßig für die Nusserzeugung angebaut.

Die Baum-Hasel wächst in wärmeliebenden Laubmischwäldern des südosteuropäischen und westasiatischen Berglandes, meist zwischen 300 und 1.800 Metern, in Schluchtwäldern, an Hangfüßen und in Bachtälern zusammen mit Buche, Hainbuche, Eiche, Ahorn und Linde. Sie bevorzugt tiefgründige, oft kalkhaltige Böden mit guter Wasserversorgung im Untergrund, erträgt an der Oberfläche jedoch sommerliche Trockenheit, weil sie eine kräftige Pfahlwurzel in die Tiefe treibt. Anders als die Gemeine Hasel ist sie kein Gebüschbildner der Waldränder, sondern ein einstämmiger Waldbaum, der im geschlossenen Bestand mitwächst und dort bis zwanzig Meter erreicht.

⚠️ Gefahren

Nussallergie Haselnüsse zählen zu den kennzeichnungspflichtigen Lebensmittelallergenen; die Nüsse der Baum-Hasel sind darin den Früchten der Gemeinen Hasel gleichzusetzen.

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Baum-Hasel: Wie groß wird die Pflanze?

Baum-Hasel (Corylus colurna) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 20 m Höhe bei rund 7 m Breite. Das Wachstum ist langsam.

Baum-Hasel: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Baum-Hasel verträgt Halbschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich trocken – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 6 und 9 liegen.

Baum-Hasel: Ist die Pflanze winterhart?

Baum-Hasel ist für die Winterhärte Zone 5–7 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Baum-Hasel: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Baum-Hasel ist bis Zone 5 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Baum-Hasel: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von April bis Mai.

Baum-Hasel: Wann kann man ernten?

Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Oktober.

Baum-Hasel: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?

Baum-Hasel trägt erstmals nach 7 Jahren. Eine ausgewachsene Pflanze liefert bis zu 10 kg im Jahr, im Anbau bis 2 t pro Hektar. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.

Baum-Hasel: Ist die Pflanze giftig?

Für Baum-Hasel ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Baum-Hasel: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 6/10, Heilkunde 3/10, Sonstige Nutzung 6/10.

Erfahrungen aus der Community

Was Permaplans-Nutzer zu dieser Pflanze geschrieben haben – unverändert aus der App übernommen. 1 Beitrag.

konoto 15. Juni 2026

Konstantin Kirsch hat eine Naturbaute aus Baum-haseln wachsen. Ich habe Baum-Haseln zum erstenmal in Städten als Allee-Baum entdeckt und war verblüfft wieso kann Hasel so ein Baum sein.

Hast du sie im Garten? Schreib in der App, was bei dir funktioniert – dein Beitrag erscheint hier.

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