Wein
Wächst das bei mir?
Wein ist bis Zone 6 winterhart. Das reicht für fast alle Lagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz; nur in rauen Höhenlagen (Alpen, Mittelgebirgskämme) ist Winterschutz sinnvoll. Zusätzlich braucht sie warme Sommer, wie sie hierzulande nur im Weinbauklima, in Stadtlagen oder an geschützten Südwänden zusammenkommen.
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Steckbrief
- Familie
- Vitaceae
- Wuchsform
- Kletterpflanze
- Wuchshöhe
- 17,5 m
- Kronenbreite
- 2 m
- Wachstum
- sehr schnell
- Lebensdauer
- 300 Jahre
- Erster Ertrag
- nach 2 Jahren
- Vollertrag
- nach 4 Jahren
- Ertragsjahre
- 50 Jahre
- Ertrag pro Pflanze
- bis 50 kg im Jahr
- Ertrag im Anbau
- bis 12 t/ha
- Energieertrag
- 600 kcal pro m² und Jahr
- Winterhärte
- Zone 6–11
- Schattentoleranz
- Halbschatten
- Boden
- Sand, Schluff, Lehm
- Bodenfeuchte
- trocken – sehr feucht
- pH-Wert
- 5 – 7,5
- Synonyme
- Weintraube, Weintrauben
- In Gärten geplant
- 21×
Blüte & Ernte
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| Fruchternte |
Sorten (30)
30 Sorten von Wein sind im Permaplans-Sortenfinder hinterlegt — jede mit eigener Seite: Geschmack, Reifezeit, Resistenzen, Abstammung und Verwendung.
- Boskoop Glory Robuste blaue Tafeltraube für kühle, feuchte Klimate – ideal für Nordeuropa-Gärten.
- Cabernet Sauvignon Die weltweit meistangebaute Rotweinrebe – tanninreich, langlebig, tiefdunkel.
- Cardinal Frühe große rote kernige Tafeltraube – klassische mediterrane Frühsorte.
- Chardonnay Die weltweit wichtigste Weißweinrebe – wandlungsfähig von Chablis bis Champagner.
- Chasselas Milde Doppelnutzungstraube – klassische Tafeltraube und Schweizer Weißweinrebe (Fendant).
- Concord Die klassische amerikanische Saft- und Geleetraube mit typischem 'foxy'-Aroma.
- Crimson Seedless Späte, feste rote kernlose Traube mit langer Lagerfähigkeit – ein Supermarkt-Klassiker.
- Eszter Frühe, dunkelblaue ungarische Tafeltraube mit knackigen, kernarmen Beeren.
- Flame Seedless Knackige rote kernlose Tafeltraube – eine der wichtigsten frühen Handelssorten.
- Interlaken Sehr frühe weiße kernlose Tafeltraube mit knackiger, süßer Beere.
- Isabella Robuste amerikanische Erdbeertraube mit typischem Foxton-Aroma.
- Italia Große grüngelbe Muskat-Tafeltraube – eine der wichtigsten Handelssorten Südeuropas.
- King Ruby Rote, kernlose Tafeltraube fuer den frischen Genuss.
- Lakemont Weiße kernlose Tafeltraube für kühlere Klimate – beliebt im Hausgarten.
- Merlot Weiche, fruchtige Bordeaux-Rotweinrebe – früher reif und zugänglicher als Cabernet.
- Muscat bleu Blaue, pilzfeste Tafeltraube mit intensivem Muskataroma.
- Muscat of Alexandria Uralte, intensiv muskataromatische Traube für Tafel, Süßwein und Rosinen.
- PhilippBlaue, spaet reifende Tafeltraube mit dekorativen, dattelfoermigen Beeren.
- Phönix Pilzwiderstandsfaehige weisse PIWI-Sorte mit feinem Muskatton.
- Pinot Noir Die anspruchsvolle Burgunder-Rotweinrebe – elegant, aromatisch, kühleklimatreu.
- Red Globe Sehr große, kernige rote Tafeltraube – Exportschlager besonders nach Asien.
- Regent Pilzwiderstandsfähige (PIWI) Rotweinrebe – dunkler Wein bei stark reduziertem Spritzbedarf.
- Reliance Eine der winterhärtesten roten kernlosen Tafeltrauben – top für kalte Gärten.
- Riesling Die edelste deutsche Weißweinrebe – filigran, säurebetont und extrem terroirtreu.
- Rondo Fruehe, pilzwiderstandsfaehige Rotwein-PIWI mit intensiver Farbe.
- Russische Konkord Extrem frostharte, blaue Tafel- und Safttraube mit Erdbeernote.
- Solaris Sehr frühe, pilzfeste (PIWI) Weißweinrebe – Weinbau bis in kühle Nordregionen.
- Thompson Seedless Die weltweit meistangebaute kernlose Tafeltraube – auch Basis der meisten hellen Rosinen.
- Vanessa Winterharte, rote und kernlose Tafeltraube mit fester Beere.
- Venus Frühe, robuste blaue kernlose Traube mit leichtem Muskat-/Labrusca-Ton.
Nutzung
Essbar: Obst - frisch oder getrocknet für den Winter. Getrocknete Früchte wie Rosinen, Sultaninen und Johannisbeeren sind handelsüblich. Frische Früchte sind süß, saftig und köstlich. Ihr Saft kann als Süßstoff verwendet werden und wird oft zur Weinherstellung genutzt. Die Blätter können gekocht werden und junge Blätter verleihen anderen Lebensmitteln einen angenehmen Geschmack. Junge Ranken können roh oder gekocht gegessen werden. Die Blütentrauben werden als Gemüse verwendet. Aus den Samen wird ein Speiseöl gewonnen, das ähnlich wie Sonnenblumenöl ist. Es eignet sich für Mayonnaise und zum Braten. Der Saft kann roh als Getränk genossen werden, hat einen süßen Geschmack und sollte nicht in großen Mengen konsumiert werden, da er die Pflanze schwächt. Der geröstete Samen kann als Kaffeeersatz dienen. Weinstein, auch bekannt als Kaliumbitartrat, wird aus den Rückständen gepresster Trauben und Weinfässern gewonnen und zur Herstellung von Backpulver verwendet.
Heilkunde: Trauben sind eine gesunde und leicht abführende Frucht, die den Körper bei Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes und der Leber unterstützen kann. Aufgrund ihres Nährstoffgehalts, der dem von Blutplasma ähnelt, wird das Traubenfasten zur Entgiftung empfohlen. Die frische Frucht wirkt entzündungshemmend, kühlend, harntreibend und stärkend. Eine Ernährung, die hauptsächlich aus Früchten besteht, kann besonders bei Leberschwund oder träger Gallenfunktion hilfreich sein. Getrocknete Trauben wirken beruhigend, kühlend, leicht schleimlösend, abführend und magenstärkend. Sie können auch bei der Linderung von Husten helfen. Die Blätter, insbesondere rote Blätter, haben entzündungshemmende und adstringierende Eigenschaften. Ein Aufguss der Blätter wird zur Behandlung von verschiedenen Beschwerden wie drohender Abtreibung, inneren und äußeren Blutungen, Cholera, Wassersucht, Durchfall und Übelkeit verwendet. Rote Weinblätter sind auch bei Krampfadern, Hämorrhoiden und Kapillarbrüchigkeit hilfreich. Die Blätter werden im Frühsommer geerntet und frisch oder getrocknet verwendet. Die Samen haben entzündungshemmende und adstringierende Eigenschaften. Der Saft junger Zweige wirkt harntreibend und wird als Heilmittel bei Hautkrankheiten eingesetzt. Die Ranken sind adstringierend und ein Sud wird zur Behandlung von Durchfall verwendet. Trauben werden auch in Bachblüten verwendet, um Dominanz und Unflexibilität zu behandeln.
Sonstige Nutzung: Aus den frischen oder getrockneten Blättern der Pflanze kann ein gelber Farbstoff gewonnen werden. Das Öl aus den Samen wird als Brennstoff und als Inhaltsstoff in Seifen und Farben verwendet. Weinstein, der aus den Rückständen gepresster Trauben gewonnen wird, dient zur Herstellung von Flussmitteln zum Löten. Die Stängel sehr alter Reben können in heißeren Ländern eine gute Größe erreichen und liefern ein sehr haltbares Holz.
Anbau
Die Weinrebe braucht Wärme und Licht: Sie gedeiht an vollsonnigen, geschützten Standorten mit hoher Strahlungssumme, wie sie in Mitteleuropa vor allem Südhänge und Mauernähe bieten. Der Boden soll durchlässig und nicht zu nass sein — mäßig trockene bis mäßig feuchte, nährstoffreiche, schwach saure bis neutrale Substrate sind ideal, Staunässe schädigt die Wurzeln. Steinige, sich schnell erwärmende Böden begünstigen die Reife. Als Rankenkletterer braucht die Rebe von Anfang an ein tragfähiges Gerüst, etwa einen Draht- oder Spalierrahmen. Der Ertrag hängt am Schnitt: Die Rebe fruchtet am einjährigen Holz und wird deshalb jährlich konsequent auf wenige Augen zurückgenommen, sonst vergreist der Stock und die Trauben bleiben klein. Ebenso wichtig ist eine luftige, ausgedünnte Laubwand, damit die Trauben nach Regen zügig abtrocknen und der Pilzdruck sinkt.
Vermehrung
Eine rechtliche Vorgabe überlagert in Deutschland alles andere: Reben dürfen nur veredelt auf reblausresistenten Unterlagen ausgepflanzt werden, unveredelte Pflanzen sind nicht zulässig. Hintergrund ist die um 1860 aus Nordamerika eingeschleppte Reblaus, die binnen weniger Jahrzehnte über 70 Prozent der europäischen Rebflächen vernichtete; die Lösung bestand darin, europäische Sorten als Edelreis auf amerikanische Unterlagsreben zu pfropfen. Eine veredelte Rebe besteht daher stets aus Unterlage und Edelreis. Die vegetative Vermehrung selbst ist unkompliziert: Im Winter geschnittenes, verholztes Steckholz mit mehreren Augen wurzelt zuverlässig, ebenso grüne Stecklinge im Sommer, und auch das Absenken einer Rute gelingt. Aussaat spielt nur in der Züchtung eine Rolle, da Sämlinge nicht sortenecht fallen.
Wert für Tiere
Für blütenbesuchende Insekten ist die Weinrebe von geringem Wert: Ihre unauffälligen Blüten sind windbestäubt und überwiegend selbstfertil, geben keinen nutzbaren Pollen ab und werden von Honigbienen allenfalls gelegentlich auf Nektar angeflogen; Hummeln und Solitärbienen bleiben praktisch aus, und für den Traubenansatz ist Insektenbestäubung nicht erforderlich. Ihren ökologischen Beitrag leistet die Rebe auf anderem Weg: Reifende Trauben sind bei Amseln, Staren, Drosseln und Wespen ausgesprochen begehrt, und ältere Stöcke bieten mit ihrer rissigen, sich ablösenden Borke und dem dichten Rankengeflecht Verstecke für Spinnen, Käfer und Ohrwürmer — an Hauswänden gezogen auch Nistgelegenheiten für Kleinvögel.
Besonderheiten
Besonderheiten: sonne+wärmeliebend, am besten an eine Süd-Westwand; angebotene Weinpflanzen sind meistens Hybriden mit V. labrusca, V. riparia,..; 400 Jahre alte Weinrebe liefert immernoch jährlich 35-55kgTrauben; Sortenzucht unterscheidet, ob für Obst, Rosinen oder Wein; =+ertragreich 'Blauer Amerikaner'; Beschneidung +im Winter;
Herkunft & Lebensraum
Mittelmeerraum, Mitteleuropa bis Kleinasien. Das Areal der Weinrebe umfasst den Mittelmeerraum und reicht über Mittelfrankreich, die südwestliche Schweiz, die Oberrheinische Tiefebene sowie die Tallagen von Donau und Neckar bis ins südliche Russland und nach Kleinasien. Die Wildform wächst dort zerstreut in Auwäldern der Ebene und des Hügellands, wo sie als Liane in Gehölzen aufsteigt; in Mitteleuropa ist sie sehr selten geworden. Die Kulturform ist demgegenüber heute in allen wärmeren gemäßigten Zonen der Erde verbreitet und folgt in Europa dem Weinbauklima entlang der großen Flusstäler. In Deutschland markieren Rhein, Mosel, Main und Neckar die nördlichsten geschlossenen Anbaugebiete.
Die Wildform der Weinrebe (subsp. sylvestris) ist eine Liane der Auenwälder: Sie wächst zerstreut in Flussauen der Ebene und des Hügellandes, klettert dort an Weichhölzern bis in die Kronen und wurzelt auf meist trockenen bis mäßig feuchten, nährstoffreichen Schwemmböden. In Mitteleuropa ist sie dadurch an warme Flusstäler gebunden — Oberrhein, Donau, Neckar — und dort heute stark zurückgegangen. Nach den Zeigerwerten von Landolt ist sie eine Lichtpflanze warmer, subozeanischer Lagen auf schwach saurem bis neutralem Grund. Die Kulturform besetzt einen ganz anderen Lebensraum: besonnte, wärmespeichernde Hanglagen, wo Steillage, Steinboden und Südexposition die Reife sichern.
Häufige Fragen
Wein: Wie groß wird die Pflanze?
Wein (Vitis vinifera) wächst als Kletterpflanze und erreicht ausgewachsen etwa 17,5 m Höhe bei rund 2 m Breite. Das Wachstum ist sehr schnell.
Wein: Welchen Standort braucht die Pflanze?
Wein verträgt Halbschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich trocken – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5 und 7,5 liegen.
Wein: Ist die Pflanze winterhart?
Wein ist für die Winterhärte Zone 6–11 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.
Wein: Wächst die Pflanze in Deutschland?
Wein ist bis Zone 6 winterhart. Das reicht für fast alle Lagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz; nur in rauen Höhenlagen (Alpen, Mittelgebirgskämme) ist Winterschutz sinnvoll. Zusätzlich braucht sie warme Sommer, wie sie hierzulande nur im Weinbauklima, in Stadtlagen oder an geschützten Südwänden zusammenkommen.
Wein: Wann ist die Blütezeit?
Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Juni.
Wein: Wann kann man ernten?
Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Oktober.
Wein: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?
Wein trägt erstmals nach 2 Jahren. Den Vollertrag erreicht sie nach 4 Jahren. Eine ausgewachsene Pflanze liefert bis zu 50 kg im Jahr, im Anbau bis 12 t pro Hektar. Die Ertragsphase dauert etwa 50 Jahre, bei einer Lebensdauer von rund 300 Jahren. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.
Wein: Ist die Pflanze giftig?
Für Wein ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.
Wein: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?
Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 9/10, Heilkunde 8/10, Sonstige Nutzung 6/10.
Welche Sorten von Wein gibt es?
Im Permaplans-Sortenfinder sind 30 Sorten von Wein hinterlegt, darunter Boskoop Glory, Cabernet Sauvignon, Cardinal, Chardonnay, Chasselas, Concord, Crimson Seedless, Eszter, Flame Seedless, Interlaken, Isabella, Italia und 18 weitere. Jede Sorte hat eine eigene Seite mit Geschmack, Reifezeit, Resistenzen und Abstammung.
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