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Johannisbrotbaum – Ceratonia siliqua

Johannisbrotbaum

Ceratonia siliqua
4000 Jahre lang kultivierter Honig- und Schokoladenbaum
Essbarkeit8Heilwirkung5Sonstiger Nutzen9
Baum11×8 mZone 9–11leichter Schatten🍎 Essbar

Wächst das bei mir?

Johannisbrotbaum ist in Mitteleuropa nicht winterhart (Zone 9). Im Freien nur von Frühjahr bis Herbst, sonst als Kübelpflanze mit frostfreier Überwinterung. Zusätzlich braucht sie warme Sommer, wie sie hierzulande nur im Weinbauklima, in Stadtlagen oder an geschützten Südwänden zusammenkommen.

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Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Fabaceae
Wuchsform
Baum
Wuchshöhe
11 m
Kronenbreite
8 m
Wachstum
schnell
Lebensdauer
500 Jahre
Erster Ertrag
nach 7 Jahren
Vollertrag
nach 40 Jahren
Ertragsjahre
100 Jahre
Ertrag pro Pflanze
bis 1000 kg im Jahr
Ertrag im Anbau
bis 10 t/ha
Energieertrag
1500 kcal pro m² und Jahr
Winterhärte
Zone 9–11
Schattentoleranz
leichter Schatten
Boden
Sand, Schluff, Lehm
Bodenfeuchte
sehr trocken – sehr feucht
pH-Wert
6 – 8
Synonyme
Carob, Johannisbrot,
immergrünheckentauglichNektarquellePollenquelle

Nutzung

Essbar8 von 10
Heilkunde5 von 10
Sonstige Nutzung9 von 10

Essbar: Samen sind reich an Protein und können zu einem Mehl verarbeitet werden, das 60% Protein enthält und frei von Zucker und Stärke ist. Dieses Mehl eignet sich zum Backen und kann als Schokoladenersatz verwendet werden. Die Samenschoten können roh gegessen oder zu Pulver gemahlen werden. Sie sind mit einer süßen Pulpe gefüllt und können sowohl grün als auch getrocknet konsumiert werden. Die Pulpe ist sehr süß, aber auch faserig und kann als Schokoladenersatz in verschiedenen Rezepten verwendet werden. Die Schoten enthalten etwa 55% Zucker, 10% Protein und 6% Fett. Aus den Samen kann ein essbares Gummi extrahiert werden, das als Ersatz für Gummi Tragant dient. Dieses Gummi wird als Stabilisator, Verdickungsmittel und sogar als Eiersatz verwendet. Geröstete Samen können als Kaffeeersatz dienen.

Heilkunde: Samenpods (Mehl: beruhigend, pflegend bei Durchfall); Samenhülsen und Rinde (adstringierend, abführend) als Abkochung (bei Durchfall).

Sonstige Nutzung: Der Johannisbrotbaum ist im Mittelmeerraum mehr als ein Fruchtbaum. Er wird als immergrüner Schattenspender an Höfen und Weiden gepflanzt, dient in Trockengebieten als Windschutz und hält mit tief reichenden Wurzeln erosionsgefährdete Hänge; die Schoten sind dort traditionelles Kraftfutter für Ziegen, Schafe und Pferde. Sein Holz ist hart und glänzend und wird gedrechselt, zu Möbeln, Intarsien und Spazierstöcken verarbeitet, die Rinde liefert Gerbstoff. Wirtschaftlich am bedeutendsten ist heute das Johannisbrotkernmehl aus den Samen: Als Verdickungs- und Stabilisierungsmittel E410 steckt es in Speiseeis, Saucen, Suppen und Backwaren und wird außerdem in Kosmetik, Farben, Polituren, Keramik und Klebstoffen eingesetzt. Auf die gleichmäßige Masse dieser Samen geht das Gewichtsmaß Karat zurück.

Anbau

Standortwahl: In Mitteleuropa ist der Johannisbrotbaum eine Kübelpflanze — im Freiland hält er nur in Klimazone 9b und wärmer durch, weil er als immergrüner Baum der winterfeuchten Subtropen schon mäßige Kahlfröste übelnimmt. Er will vollsonnig und windgeschützt stehen, auf durchlässigem, kalkverträglichem Substrat; Staunässe bringt ihn schneller um als Trockenheit. Wer auf Früchte hofft, muss die Zweihäusigkeit einplanen: Für einen Ertrag braucht es einen männlichen und einen weiblichen Baum oder eine veredelte zwittrige Sorte, und selbst dann bleibt die Ernte nördlich der Alpen unrealistisch, weil die Blüte erst im Spätherbst erscheint und die Schoten ein volles Jahr zum Ausreifen brauchen. Als Blattschmuckpflanze mit Mittelmeercharakter ist er dagegen dankbar und wird alt. Pflege: Er bildet eine tiefe Pfahlwurzel und verträgt das Verpflanzen schlecht — deshalb von Anfang an ein hohes Gefäß wählen und nur umtopfen, wenn es wirklich nötig ist. Im Sommer durchdringend, aber selten wässern und zwischen den Gaben abtrocknen lassen; gedüngt wird sparsam. Überwintert wird hell und frostfrei bei etwa fünf bis zehn Grad, dabei fast trocken halten — die meisten Verluste entstehen durch nasses Substrat im kühlen Winterquartier, nicht durch Kälte. Im Winterquartier Schild- und Wollläuse sowie Spinnmilben im Blick behalten, die trockene Heizungsluft begünstigt sie. Geschnitten wird nur, was stört: Der Baum wächst langsam und treibt aus altem Holz zögerlich nach.

Vermehrung

Vermehrt wird über Samen, sortenecht dagegen nur durch Veredelung. Die Samen sind hart und wasserundurchlässig und brauchen eine Vorbehandlung: entweder Anritzen der Samenschale oder Übergießen mit heißem Wasser und anschließend vierundzwanzig Stunden Quellen, bis die Körner sichtbar aufgegangen sind. Bei zwanzig bis fünfundzwanzig Grad keimen sie dann in zwei bis vier Wochen. Sämlinge haben zwei Nachteile: Sie brauchen etwa sechs Jahre bis zur Blühreife, und bis dahin ist nicht erkennbar, ob der Baum männlich oder weiblich ausfällt. Fruchtsorten werden deshalb im Frühjahr oder Spätsommer auf zwei- bis dreijährige Sämlingsunterlagen okuliert oder kopuliert. Stecklinge bewurzeln nur unter Nebel mit Bodenwärme und gelten auch dort als schwierig; für den Hausgarten ist die Aussaat der gangbare Weg.

Wert für Tiere

Der Wildtierwert des Johannisbrotbaums liegt in seinem Heimatareal, nicht in Mitteleuropa. Dort ist er ein Spättrachtbaum von einiger Bedeutung: Er blüht von September bis November, wenn die mediterrane Vegetation längst in der Sommerruhe war und kaum etwas anderes Nektar liefert, und seine unscheinbaren Blüten werden von Bienen, Fliegen und Käfern angeflogen — Imker im Mittelmeerraum kennen den charakteristischen Johannisbrot-Honig. Als immergrüner Baum mit dichter Krone bietet er außerdem ganzjährig Schatten, Deckung und Brutplätze in einer Landschaft, die im Sommer weitgehend kahl liegt, und die abgefallenen Schoten werden von Kleinsäugern, Wildschweinen und Weidevieh verwertet. In einem mitteleuropäischen Garten, wo er im Kübel steht und den größten Teil des Jahres im Winterquartier verbringt, bleibt von alldem wenig übrig; als Insektenpflanze ist er hier nicht zu rechnen.

Besonderheiten

Besonderheiten: meist zweihäusig für Fruchtertrag männliche+weibliche Bäume nötig, einzelne Exemplare einhäusig oder trimonözisch; Blüte September-November Reife erst im Folgejahr; ertragsfähig etwa ab dem 6. Jahr; immergrün+frostempfindlich in Mitteleuropa nur Kübel mit frostfreier Überwinterung; extrem trockenheitstolerant (350-550mm) + salztolerant Küstenlagen; Samen von sehr gleichmäßigem Gewicht Ursprung des Karat-Gewichtsmaßes; Fruchtpulver koffeinfrei Kakaoersatz;

Herkunft & Lebensraum

Mittelmeerraum und Vorderasien. Der Johannisbrotbaum hat seinen Ursprung im östlichen Mittelmeerraum und auf der Arabischen Halbinsel; kultiviert wird er nachweislich seit dem zweiten Jahrtausend vor Christus, zuerst in Ägypten. Von dort verbreitete ihn der Handel über den gesamten Mittelmeerraum. Heute liegen die Anbauschwerpunkte in Marokko, der Türkei, dem Libanon, Spanien, Portugal, Italien und Griechenland, dazu in Kalifornien und Australien. Das Hauptanbaugebiet liegt zwischen dem 30. und 45. nördlichen Breitengrad in den Subtropen; typisch ist die Küstennähe bis etwa fünfundzwanzig Kilometer landeinwärts und eine Höhenlage selten über fünfhundert Metern. In Mitteleuropa ist er nicht winterhart und bleibt eine Kübelpflanze.

Der Johannisbrotbaum gehört zur mediterranen Hartlaubvegetation: Er wächst in Macchie und Garigue, an felsigen Hängen, in lichten Steineichenbeständen und auf alten Terrassenlagen, oft zusammen mit Ölbaum und Mastixstrauch. Er verlangt kalkhaltige, gut durchlässige Böden — auch sandigen, wasserdurchlässigen Lehm — und toleriert ausgeprägt salzhaltige Standorte, was ihn für küstennahe Lagen prädestiniert. Mit dreihundertfünfzig bis fünfhundertfünfzig Millimetern Jahresniederschlag kommt er aus und übersteht lange Sommerdürre mit tiefreichenden Wurzeln. Seine Grenze ist der Frost: Als immergrüner Baum der winterfeuchten Subtropen nimmt er bereits mäßige Kahlfröste übel, weshalb er weder in Höhenlagen noch weit im Binnenland vorkommt.

Häufige Fragen

Johannisbrotbaum: Wie groß wird die Pflanze?

Johannisbrotbaum (Ceratonia siliqua) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 11 m Höhe bei rund 8 m Breite. Das Wachstum ist schnell.

Johannisbrotbaum: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Johannisbrotbaum verträgt leichter Schatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich sehr trocken – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 6 und 8 liegen.

Johannisbrotbaum: Ist die Pflanze winterhart?

Johannisbrotbaum ist für die Winterhärte Zone 9–11 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Johannisbrotbaum: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Johannisbrotbaum ist in Mitteleuropa nicht winterhart (Zone 9). Im Freien nur von Frühjahr bis Herbst, sonst als Kübelpflanze mit frostfreier Überwinterung. Zusätzlich braucht sie warme Sommer, wie sie hierzulande nur im Weinbauklima, in Stadtlagen oder an geschützten Südwänden zusammenkommen.

Johannisbrotbaum: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?

Johannisbrotbaum trägt erstmals nach 7 Jahren. Den Vollertrag erreicht sie nach 40 Jahren. Eine ausgewachsene Pflanze liefert bis zu 1000 kg im Jahr, im Anbau bis 10 t pro Hektar. Die Ertragsphase dauert etwa 100 Jahre, bei einer Lebensdauer von rund 500 Jahren. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.

Johannisbrotbaum: Ist die Pflanze giftig?

Für Johannisbrotbaum ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Johannisbrotbaum: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 8/10, Heilkunde 5/10, Sonstige Nutzung 9/10.

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