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Gleditschie – Gleditsia triacanthos

Gleditschie

Gleditsia triacanthos
fütternder windschützender Agroforstpionier
Essbarkeit6Heilwirkung5Sonstiger Nutzen9
Baum20×14 mZone 4–9volle Sonne🍎 Essbar

Wächst das bei mir?

Gleditschie ist bis Zone 4 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:

Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Fabaceae
Wuchsform
Baum
Wuchshöhe
20 m
Kronenbreite
14 m
Wachstum
schnell
Lebensdauer
120 Jahre
Erster Ertrag
nach 10 Jahren
Ertragsjahre
10–100 Jahre
Ertrag pro Pflanze
bis 200 kg im Jahr
Ertrag im Anbau
bis 3 t/ha
Energieertrag
450 kcal pro m² und Jahr
Winterhärte
Zone 4–9
Schattentoleranz
volle Sonne
Boden
Sand, Schluff, Lehm
Bodenfeuchte
sehr trocken – feucht
pH-Wert
6 – 8
Synonyme
Honigdorn, Lederhülsenbaum
heckentauglichbedorntduftendNektarquelle

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte
Fruchternte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Nutzung

Essbar6 von 10
Heilkunde5 von 10
Sonstige Nutzung9 von 10

Essbar: Genutzt wird das süße Fruchtmark zwischen den Samen der langen, ledrigen Hülsen. Es schmeckt bittersüß und ausgesprochen kräftig, wird frisch geknabbert, zu Sirup und Zucker eingedickt oder zu einem bierartigen Getränk vergoren; für die indigene Bevölkerung Nordamerikas war der Baum ein Süßungsmittel. Das Mark grüner Hülsen ist süß und zart, in alten, braunen Hülsen wird es bitter. Junge, noch kleine Hülsen werden gekocht gegessen. Die Samen enthalten bis zu dreißig Prozent Zucker und erinnern jung geerntet im Geschmack an rohe Erbsen. Besonders unkompliziert sind sie gekeimt: wie Linsen oder Sonnenblumenkerne über Nacht einweichen, danach im Keimglas zwei- bis dreimal täglich spülen — nach wenigen Tagen sind die Keimlinge fertig. Entscheidend ist, dass die harte Samenschale beim Einweichen tatsächlich quillt; was hart bleibt, keimt auch nicht. Der Zuckergehalt der Hülsen schwankt stark nach Herkunft: Für die ausgelesenen Fruchtsorten sind 37 bis 39 Prozent belegt, die Wildform bleibt deutlich darunter und trägt zudem unregelmäßig. In Mitteleuropa reifen die Hülsen nur nach warmen Sommern vollständig aus, weshalb die Ernte hier unsicher bleibt.

Heilkunde: Die Schoten der Honigheuschrecke werden zu einem Tee verarbeitet, der zur Behandlung von Verdauungsstörungen, Masern, Schnupfen und anderen Beschwerden eingesetzt wird. Der Saft der Schoten hat antiseptische Eigenschaften. Sie gelten als wirksames Mittel gegen Kinderbeschwerden. Ein alkoholischer Extrakt aus den Früchten der Honigheuschrecke zeigte eine verzögernde Wirkung auf das Wachstum von bestimmten Tumoren. Allerdings war die Zytotoxizität des Extrakts hoch und führte zu Gewichtsverlust sowie dystrophischen Veränderungen in Leber und Milz. Ein Aufguss aus der Rinde der Honigheuschrecke wurde als Waschmittel bei der Behandlung von Verdauungsbeschwerden verwendet. Auch bei Keuchhusten, Masern und Pocken fand die Rinde Anwendung. Die Zweige und Blätter der Honigheuschrecke enthalten die Alkaloide Gleditschin und Stenocarpin. Stenocarpin wurde als Lokalanästhetikum genutzt, während Gleditschin Benommenheit und Verlust der Reflexaktivität verursacht. Aktuelle Forschung untersucht die Blätter der Honigheuschrecke als potenzielle Quelle von Antikrebsmitteln.

Sonstige Nutzung: Die Pflanze wird zur Landgewinnung auf Bergbauabfällen angebaut. Der Gummi aus den Samen kann als Ersatz für Akazie und Traganth verwendet werden. Das Kernholz enthält 4-4,8% Tannin. Es ist stark, grobkörnig, elastisch, sehr hart und äußerst widerstandsfähig im Kontakt mit dem Boden. Das Holz wird häufig für die Herstellung von Zaunpfählen, Schienen, Radnaben, landwirtschaftlichen Geräten und im Bauwesen verwendet. Es wiegt 42 Pfund pro Kubikfuß. Geschätzt ist das Holz außerdem als Räucherholz: Es gibt gegrilltem Fleisch und besonders Wildbret einen ausgeprägt honigartigen Ton.

Anbau

Standortwahl: Die Gleditschie ist ein Baum für schwierige Plätze — sie erträgt Trockenheit, Hitze, Streusalz, verdichteten Boden und Luftschadstoffe und gedeiht auf sauren wie alkalischen Böden, solange diese durchlässig sind. Sie braucht volle Sonne und ist ausgewachsen bis etwa minus 30 Grad frosthart. Bei der Sortenwahl entscheidet sich alles Weitere: Die Wildform trägt am Stamm bis 18 Zentimeter lange, verzweigte Dornen, die an Wegen, Spielflächen und Stellplätzen nicht vertretbar sind — dort gehört eine dornenlose Auslese wie 'Inermis' hin. Umgekehrt ist genau diese Bedornung der ökologische Wert, wenn der Baum frei steht. Das feingefiederte Laub wirft nur lichten Schatten, weshalb sich die Gleditschie als Überstand im Waldgarten eignet und eine Kraut- und Strauchschicht unter ihr gedeiht; das Herbstlaub ist so klein, dass es nicht zusammengerecht werden muss. Zwei Punkte gegen einen naiven Einsatz: Sie bindet trotz ihrer Zugehörigkeit zu den Hülsenfrüchtlern keinen Luftstickstoff, und in Süd- und Südosteuropa breitet sie sich aus Anpflanzungen aus und gilt als potenziell verdrängend. Pflege: Der Baum ist nach dem Anwachsen weitgehend sich selbst überlassen. Junge Pflanzen brauchen in den ersten Sommern gleichmäßige Wassergaben und in wildreicher Lage einen Verbissschutz; ein Pfahl hilft, weil die Krone anfangs unregelmäßig aufbaut. Geschnitten wird im Winter und nur zum Kronenaufbau, denn die Gleditschie neigt zu Zwieseln und schlecht angebundenen Leitästen, die später ausbrechen. Bei der Wildform ist beim Schnitt und bei jeder Arbeit in Stammnähe wegen der Dornen Vorsicht geboten — Handschuhe und Schutzbrille sind keine Übertreibung. Gedüngt wird nicht. Krankheiten spielen kaum eine Rolle, gegenüber Hallimasch gilt die Gattung als widerstandsfähig. Erste Hülsen fallen etwa ab dem zehnten Standjahr, und die Bäume tragen über ein Jahrhundert; in Mitteleuropa blüht die Gleditschie allerdings zögerlich, und kühle Sommer lassen die Hülsen oft nicht ausreifen. Die reifen Hülsen fallen im Winter in Mengen ab und sollten dort, wo Weidetiere Zugang haben, aufgesammelt werden.

Vermehrung

Die Vermehrung aus Samen gelingt zuverlässig, und Saatgut ist im europäischen Handel deutlich leichter zu bekommen als fertige Pflanzen oder Unterlagen. Die Samen haben eine harte, wasserundurchlässige Schale: Sie kommen für vierundzwanzig Stunden in warmes Wasser und sollen dabei sichtbar quellen. Was nicht gequollen ist, wird noch einmal vierundzwanzig Stunden gewässert, und was dann immer noch hart ist, wird vorsichtig angefeilt, ohne den Keimling zu verletzen. Gequollene Samen keimen bei etwa zwanzig Grad binnen zwei bis vier Wochen — im Keimglas ebenso zuverlässig wie in der Anzuchterde. Sämlinge fallen nicht sortenecht aus; stehen weitere Gleditschien in der Umgebung, kreuzen sie ein, sodass sich die Fruchtqualität nicht vorhersagen lässt. Auch die Bedornung fällt unterschiedlich aus, ein Teil der Sämlinge bleibt von selbst stachellos. Wer eine bestimmte Fruchtsorte erhalten will, veredelt sie auf zwei- bis dreijährige Sämlingsunterlagen. Weil solche Unterlagen im Handel kaum zu bekommen sind, ist es der verlässlichere Weg, sie selbst aus Saat heranzuziehen.

Wert für Tiere

Die kleinen, grünlichen Blüten erscheinen im Juni in unscheinbaren Trauben, duften aber deutlich und liefern reichlich Nektar; in Nordamerika gilt die Gleditschie als ergiebige Bienenweide und liefert einen eigenen Sortenhonig, und auch hier fliegen Honigbienen und Wildbienen sie an. Für die heimische Fauna bleibt der Wert damit allerdings begrenzt: Raupen einheimischer Falter fressen nicht an ihr, und die Vogelwelt nutzt weder Samen noch Früchte. Die bis zu 40 Zentimeter langen, zuckerhaltigen Hülsen werden von Rindern und Pferden gern gefressen — ihre eigentlichen Verbreiter waren jedoch die eiszeitlichen Großsäuger Nordamerikas, Mastodons, Präriemammute und Riesenfaultiere, ohne die der Baum heute gewissermaßen zu groß dimensionierte Früchte trägt. Bemerkenswert ist der Strukturbeitrag: Das feingefiederte Laub wirft nur lichten Schatten, sodass unter der Krone eine Kraut- und Strauchschicht gedeiht, und die bis 18 Zentimeter langen, verästelten Stammdornen der Wildform bieten Kleinvögeln einen Nistplatz, an den keine Katze herankommt. Naturschutzfachlich wird die Art in Mitteleuropa als potenziell verdrängender Neophyt eingestuft.

Besonderheiten

Besonderheiten: Dürre+Salz+Schadstofftolerant + wärmeliebend; Gehört zu den Johannisbrotgewächsen (bildet keine Wurzelknöllchen und fixiert keinen Stickstoff — die gegenteilige Angabe hält sich hartnäckig, ist aber falsch) Manche Sämlinge kommen ohne Stacheln, Veredelungen möglich. Mögiche Ernte von 75kg pro Baum laut: Wilson, A.A. 1993. Silvopastoral agroforestry using honeylocust Das Holz gehört zu den härtesten, die in gemäßigten Breiten wachsen: Mit rund 1.580 lbf Janka-Härte liegt es über Weißeiche (etwa 1.350 lbf) und Roteiche (etwa 1.290 lbf) und rund die Hälfte über europäischer Stieleiche (etwa 1.120 lbf). Dabei wächst die Gleditschie so zügig wie eine Esche — 40 bis 60 cm im Jahr auf einem warmen, offenen Standort. Diese Kombination aus schnellem Zuwachs und sehr hartem, im Erdkontakt dauerhaftem Kernholz macht sie zum interessantesten Nutzholzbaum für Agroforstsysteme in wärmer werdenden Lagen: Zaunpfähle, Werkzeugstiele, Radnaben und Bodenbeläge in einem Bruchteil der Zeit, die eine Eiche dafür braucht.

Herkunft & Lebensraum

Nordamerika: die zentralen und östlichen Vereinigten Staaten. Der Schwerpunkt des natürlichen Areals liegt im Einzugsgebiet des Mississippi, von Pennsylvania und dem südlichen Ontario westwärts bis Nebraska und südwärts bis Texas und Alabama. Durch die Anpflanzung als Straßen- und Parkbaum ist die Gleditschie heute weit über ihr Ursprungsgebiet hinaus verbreitet, in Nordamerika ebenso wie in Südeuropa, im pannonischen Raum und in Vorderasien. In Süd- und Südosteuropa ist sie vielerorts eingebürgert und besiedelt Trockenrasen, Weingartenbrachen und Bahndämme; in Mitteleuropa verwildert sie bisher nur vereinzelt, nimmt mit wärmeren Sommern aber zu.

In ihrer Heimat wächst die Gleditschie vor allem in den Auen und Niederungen großer Flüsse, auf tiefgründigen, nährstoffreichen und oft kalkhaltigen Böden, wo sie zeitweilige Überflutung ebenso übersteht wie sommerliche Trockenheit. Meist steht sie einzeln zwischen anderen Laubbäumen; auf offenen Flächen bildet sie rasch geschlossene Bestände. Ihre eigentliche Stärke ist die Anspruchslosigkeit: Sie erträgt Salz, verdichteten Boden, Hitze, Trockenheit und Luftschadstoffe und wird deshalb als Straßen- und Stadtbaum gepflanzt. Ein verbreiteter Irrtum sei benannt: Obwohl sie zu den Hülsenfrüchtlern zählt, bildet die Gleditschie keine Wurzelknöllchen und bindet keinen Luftstickstoff — als Stickstoffsammlerin taugt sie nicht.

⚠️ Gefahren

Die Wildform trägt am Stamm und an den Ästen bis zwanzig Zentimeter lange, verzweigte und sehr harte Dornen. Sie durchdringen Schuhsohlen, und ein am Boden liegender Ast mit aufwärts gerichteten Dornen ist eine ernsthafte Verletzungsgefahr; beim Schnitt und bei jeder Arbeit in Stammnähe sind feste Handschuhe und Augenschutz angebracht. An Wegen, Spielflächen und Stellplätzen gehört deshalb eine dornenlose Auslese hin. Das Mark alter, brauner Hülsen wird bitter, gärt am Baum und kann roh im Rachen kratzen.

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Gleditschie: Wie groß wird die Pflanze?

Gleditschie (Gleditsia triacanthos) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 20 m Höhe bei rund 14 m Breite. Das Wachstum ist schnell.

Gleditschie: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Gleditschie verträgt volle Sonne. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich sehr trocken – feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 6 und 8 liegen.

Gleditschie: Ist die Pflanze winterhart?

Gleditschie ist für die Winterhärte Zone 4–9 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Gleditschie: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Gleditschie ist bis Zone 4 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Gleditschie: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Juni.

Gleditschie: Wann kann man ernten?

Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im November.

Gleditschie: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?

Gleditschie trägt erstmals nach 10 Jahren. Eine ausgewachsene Pflanze liefert bis zu 200 kg im Jahr, im Anbau bis 3 t pro Hektar. Die Ertragsphase dauert etwa 10–100 Jahre, bei einer Lebensdauer von rund 120 Jahren. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.

Gleditschie: Ist die Pflanze giftig?

Für Gleditschie sind einzelne Pflanzenteile als leicht bedenklich vermerkt — die Pflanze gilt nicht als giftig. Verlass dich bei Wildpflanzen nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Gleditschie: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 6/10, Heilkunde 5/10, Sonstige Nutzung 9/10.

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