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Besenginster – Cytisus scoparius

Besenginster

Cytisus scoparius
frohlockend auftragender Frühjahrsputz
Essbarkeit2Heilwirkung3Sonstiger Nutzen9
Strauch2,7×3 mZone 5–8Halbschatten

Wächst das bei mir?

Besenginster ist bis Zone 5 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:

Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Fabaceae
Wuchsform
Strauch
Wuchshöhe
2,7 m
Kronenbreite
3 m
Wachstum
sehr schnell
Lebensdauer
12 Jahre
Erster Ertrag
nach 3 Jahren
Winterhärte
Zone 5–8
Schattentoleranz
Halbschatten
Boden
Sand, Schluff, Lehm
Bodenfeuchte
sehr trocken – sehr feucht
pH-Wert
4,5 – 6,5
immergrünheckentauglichduftendPollenquelle

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte
Fruchternte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Nutzung

Essbar2 von 10
Heilkunde3 von 10
Sonstige Nutzung9 von 10

Essbar: Nervengeschenk! Alkaloid Spartein ähnelt Nikotin und wirkt auf das Herz erregend und die Atmung lähmend. In hohen Dosen können vor allem die Samen tödlich sein. Die Blütenknospen können roh gegessen oder in Salz und Essig eingelegt als Kapernersatz im Salat verwendet werden. Die zarten Triebspitzen eignen sich als Bierzusatz, da sie bitter und berauschend sind. Die gerösteten Samen können als Kaffeeersatz dienen.

Heilkunde: Der Gehalt an Spartein in der Pflanze kann schwanken, was zu einer unsicheren Wirkung führen kann. Es ist daher ratsam, nur die Blüte der Pflanze unter fachkundiger Aufsicht zu verwenden, da sie einen geringeren Spartein-Gehalt aufweist. Die Blüten können zur Herstellung von Tee oder Tinktur verwendet werden, um bei Herzschwäche, Herzenge, Herzschmerzen, Venenleiden und anderen Beschwerden zu helfen. Traditionell werden 3 Mal am Tag eine Tasse Tee mit 1 EL Blüten oder 20-30 Tropfen Tinktur empfohlen.

Sonstige Nutzung: Der deutsche Name ist Gebrauchsanweisung: Die langen, geraden, zähen Ruten wurden gebündelt zu Besen, dazu zu Bürsten, Körben und als Ersatz für Weide und Schilf verflochten. Aus der Rinde lässt sich eine Faser gewinnen, die zu Papier, grobem Stoff und Netzen verarbeitet wurde; dafür werden die Zweige entlaubt, gedämpft, bis sich die Fasern abziehen lassen, drei Stunden in Lauge gekocht und anschließend mechanisch aufgeschlossen. Rinde und Blüten liefern gelbe bis braune Farbstoffe für die Wollfärberei, aus den Blüten wird ein ätherisches Öl für die Parfümerie gewonnen. Das Holz ist hart und schön geädert und wurde in kleinen Stücken für Furnier und Drechslerei verwendet. Am wichtigsten ist er heute als Bodenbauer: Durch Stickstoffbindung und dichtes Wurzelwerk festigt er Sand, Dünen, Böschungen und Kahlflächen und bereitet Rohboden für andere Arten vor.

Anbau

Standortwahl: Der Besenginster verlangt einen mageren, sauren, durchlässigen Boden in voller Sonne — auf gedüngtem oder kalkreichem Grund kümmert er oder fällt auseinander. Als Stickstoffsammler düngt er seine Umgebung nach und nach auf, was ihn zum Bodenverbesserer auf Sand, Dünen, Böschungen und Rohböden macht, für ein mageres Magerbeet in seiner Nachbarschaft aber zum Problem. Er ist kurzlebig und darf nicht als dauerhafte Struktur eingeplant werden. Zwei Punkte sind entscheidend: Er sät sich stark selbst aus und baut eine Samenbank auf, die Jahrzehnte im Boden keimfähig bleibt — in der Nähe von Magerrasen und Heideflächen ist das kritisch, außerhalb Europas gilt er als invasiv. Und er enthält das Alkaloid Spartein, weshalb er nicht an Pferdekoppeln, Weiden und Kleintiergehege gehört. Als Insektenmagnet steht er dagegen gern an sonnigen Wegrändern. Pflege: Er bildet eine tiefe Pfahlwurzel und lässt sich nicht verpflanzen — jung und aus dem Container setzen oder gleich an Ort und Stelle säen. Gedüngt wird nicht, gewässert nur im Pflanzjahr. Der Schnitt entscheidet über die Lebensdauer: Unmittelbar nach der Blüte werden die diesjährigen Triebe um ein Drittel bis die Hälfte eingekürzt, niemals aber ins alte, blattlose Holz — daraus treibt er nicht wieder aus, und ein zu tiefer Schnitt bedeutet das Ende des Strauchs. Ohne Schnitt verkahlt er von unten und bricht nach wenigen Jahren auseinander. Wer die Ausbreitung begrenzen will, schneidet die Hülsen vor der Reife im Hochsommer ab. In strengen Wintern frieren Triebspitzen zurück, was der Rückschnitt ohnehin behebt; im Winter benagen Hasen und Rehe die Zweige. Weil er kurzlebig ist, zieht man rechtzeitig Nachwuchs heran.

Vermehrung

Vermehrt wird der Besenginster fast ausschließlich über Samen. Die hartschaligen Samen reifen von Ende August bis Anfang September in schwarzen Hülsen, die sich bei Trockenheit explosionsartig aufdrehen und den Samen mehrere Meter weit schleudern; anschließend tragen Ameisen ihn wegen des Ölkörperchens weiter. Unbehandelte Samen keimen wegen der harten Schale meist erst im zweiten Jahr und bleiben im Boden Jahrzehnte keimfähig — er ist Licht- und Brandkeimer, in seiner Heimat eine typische Art der Brandflächen. In der Anzucht kürzt man das ab: Die Samen werden angeraut oder mit heißem Wasser übergossen und darin 24 Stunden gequollen, danach keimen sie zügig und gleichmäßig. Weil er eine tiefe Pfahlwurzel treibt, wird direkt an Ort und Stelle oder in tiefe Töpfe gesät und möglichst jung ausgepflanzt. Ausgewählte Blütenformen lassen sich über halbreife Stecklinge im Spätsommer sichern, die unter Haube und mit Bodenwärme bewurzeln.

Wert für Tiere

Der Besenginster ist eine der stärksten Insektenpflanzen magerer, saurer Standorte. An ihm leben 41 Wildbienenarten, vier davon auf ihn spezialisiert, und er dient 62 Schmetterlings- und Mottenarten als Raupenfutterpflanze, zehn davon ausschließlich; dazu kommen zwei an ihn gebundene Käferarten. Seine Blütenbiologie ist ungewöhnlich: Er bietet überhaupt keinen Nektar, sondern ausschließlich Pollen, und seine Blüten sind mit einem Schnellmechanismus verriegelt, den nur schwere Hummeln auslösen können — beim Anflug schnellt der Griffel heraus und schlägt dem Tier den Pollen auf den Rücken. Kleinere Bienen und Käfer nutzen anschließend die bereits ausgelösten Blüten. Für Säuger ist er Winteräsung: Hasen, Kaninchen und Rehe benagen die grünen Zweige, die auch im Winter assimilieren. Der dichte, dornenlose Wuchs gibt Kleinvögeln Deckung und Nistgelegenheit.

Besonderheiten

Besonderheiten: Sand-/Dünen-/Hang-/Bodenstabilisator; +Insektenmagnet; Zweige ernten → Blätter entfernen → Stängel dämpfen bis die Fasern abziehbar → Fasern werden 3h in Lauge gekocht + dann 3h in eine Kugelmühle gegeben; Kelten: Heilung der Folgen unsachgemäßer/ unvollendeter Magie; (Hexenbesen); Blüten früher im Bier, heute in Rauchmisch.; Schafe essen die Zweige als Gegenmittel bei Schlangenbissen;

Herkunft & Lebensraum

Europa: heimisch in nahezu allen europäischen Ländern von Skandinavien bis zur Iberischen Halbinsel und ostwärts bis Polen und Ungarn; es fehlen lediglich Island, Finnland, Luxemburg, Albanien, Bulgarien und die Türkei. In Mitteleuropa steigt er bis etwa 800 Meter. Verschleppt kommt der Besenginster in Nord- und Südamerika, Südafrika, Madagaskar, Indien, Korea, Japan, Australien und Neuseeland vor, wo er vielfach als invasiver Neophyt gilt und großflächig bekämpft wird — an der nordamerikanischen Westküste, in Australien und in Neuseeland hat er offene Weideflächen und Brandflächen in dichte Dominanzbestände verwandelt. Auf der EU-Unionsliste invasiver Arten steht er nicht; in seinem europäischen Heimatareal ist er ein regulärer Bestandteil der Vegetation.

Der Besenginster ist ein kurzlebiger Rohboden-Pionier bodensaurer, magerer Standorte und ausgesprochen kalkmeidend — in reinen Kalkgebieten fehlt er. Am besten gedeiht er auf basen- und stickstoffarmen Sand- und Grusböden, wo seine Wurzelknöllchen mit symbiontischen Bakterien den Luftstickstoff binden und ihn von der Bodenfruchtbarkeit unabhängig machen. Typische Standorte sind Extensivweiden, Heiden, Waldschläge und Kahlflächen, Waldsäume, Bahn- und Straßenböschungen, Brachen sowie lichte bodensaure Eichen- und Birkenwälder. Er ist eine ausgeprägte Lichtpflanze und verschwindet, sobald sich der Bestand schließt. Sein Lebenszyklus ist kurz: Die Einzelpflanze wird meist nicht älter als zwölf Jahre, der Bestand hält sich über die langlebige Samenbank im Boden und über neue Störungen.

⚠️ Gefahren

Giftigkeit: giftig

Giftig, giftig für Weidetiere, giftig für Hunde und Katzen Samen und Blätter enthalten das Alkaloid Spartein. Fünf bis zehn Samen genügen für Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden; größere Mengen beschleunigen den Herzschlag und können einen Kreislaufkollaps auslösen. Empfindlich reagieren Pferde und besonders Schafe, ebenso Hunde, Katzen, Kaninchen, Nager und Vögel — Anzeichen sind Speichelfluss, Erbrechen, Durchfall, Unruhe und Lähmungen. Bei trächtigen Stuten kann das Alkaloid Wehen auslösen. An Fischteichen können herabfallende Samen für die Fische tödlich sein.

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Besenginster: Wie groß wird die Pflanze?

Besenginster (Cytisus scoparius) wächst als Strauch und erreicht ausgewachsen etwa 2,7 m Höhe bei rund 3 m Breite. Das Wachstum ist sehr schnell.

Besenginster: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Besenginster verträgt Halbschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich sehr trocken – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 4,5 und 6,5 liegen.

Besenginster: Ist die Pflanze winterhart?

Besenginster ist für die Winterhärte Zone 5–8 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Besenginster: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Besenginster ist bis Zone 5 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Besenginster: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von Mai bis Juni.

Besenginster: Wann kann man ernten?

Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im August.

Besenginster: Ist die Pflanze giftig?

Besenginster ist als giftig eingestuft. Verlass dich bei Wildpflanzen nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Besenginster: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 2/10, Heilkunde 3/10, Sonstige Nutzung 9/10.

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