Robinie
Steckbrief
- Familie
- Fabaceae
- Wuchsform
- Baum
- Wuchshöhe
- 25 m
- Kronenbreite
- 12 m
- Wachstum
- sehr schnell
- Lebensdauer
- 200 Jahre
- Erster Ertrag
- nach 6 Jahren
- Winterhärte
- Zone 4–9
- Schattentoleranz
- leichter Schatten
- Boden
- Sand, Schluff
- Bodenfeuchte
- sehr trocken – feucht
- pH-Wert
- 3,5 – 7,5
- Synonyme
- Scheinakazie
Blüte & Ernte
| J | F | M | A | M | J | J | A | S | O | N | D | |
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| Blüte | ||||||||||||
| Fruchternte |
Nutzung
Essbar: Die Samen werden gekocht und ähnlich wie Erbsen verwendet. Nach dem Kochen verlieren sie ihren sauren Geschmack. Sie sind etwa 4 mm lang und werden in bis zu 10 cm langen Schoten produziert, die 4-8 Samen enthalten. Junge Samenkapseln können ebenfalls gekocht werden. Die Schoten enthalten süßliches Fruchtfleisch, das unbedenklich essbar ist und von kleinen Kindern genossen wird. Eine starke, narkotische und berauschende Wirkung kann aus der Schale der Frucht gewonnen werden. Piperonal wird aus der Pflanze extrahiert und als Vanilleersatz verwendet. Blumen können ebenfalls gekocht werden und haben ein duftendes Aroma. Sie werden zur Herstellung von Marmeladen, Pfannkuchen und angenehmen Getränken verwendet.
Heilkunde: Die Blüten der Pflanze sind krampflösend, aromatisch, harntreibend, weichmachend und abführend. Sie werden traditionell zur Behandlung von Augenleiden verwendet. Es wird angenommen, dass die Blume die Antitumorverbindung Benzoaldehyd enthält. Die innere Rinde und die Wurzelrinde haben abführende, brechende und stärkende Eigenschaften. Die Wurzelrinde wurde früher gekaut, um Erbrechen auszulösen, oder im Mund gehalten, um Zahnschmerzen zu lindern. Die Frucht hat eine narkotische Wirkung. Die Blätter wirken gallentreibend und brechend, zudem hemmt der Blattsaft Viren.
Sonstige Nutzung: Aus dem Samen der Robinie wird ein trocknendes Öl gewonnen. Die Blüten liefern ein ätherisches Öl, das in der Parfümerie sehr geschätzt wird. Aus der Rinde wird ein gelber Farbstoff namens Robinetin gewonnen, der zur Färbung von Stoffen verwendet werden kann. Die Rinde enthält auch Tannin, jedoch nicht in ausreichender Menge für eine wirtschaftliche Nutzung. Sie wird dennoch zur Papierherstellung verwendet und kann als Ersatz für Seide und Wolle dienen. Die Bäume können zur Stabilisierung von Ufern eingesetzt werden, da sie Wasser gut aufsaugen. Das Holz der Robinie ist feinkörnig, extrem hart, schwer und sehr widerstandsfähig. Es wird im Schiffsbau, zur Herstellung von Zaunpfählen, Baumnägeln und Fußböden verwendet. Es ist auch ein ausgezeichneter Brennstoff, der jedoch aufgrund seiner Neigung zum Aufflammen und Funkenflug mit Vorsicht behandelt werden sollte. Die Sorte Robinia pseudoacacia var. rectissima, bekannt als 'Long Island' oder 'Shipmast' Robinie, ist besonders widerstandsfähig gegen Fäulnis und Holzschädlinge im Vergleich zu anderen Robinienarten.
Anbau
Die Robinie gedeiht in jedem gut durchlässigen Boden, bevorzugt jedoch einen nicht zu nährstoffreichen Boden. Sie wächst auch an trockenen, kargen Standorten und verträgt Trockenheit sowie Luftverschmutzung. Ein sonniger, trockener Standort wird bevorzugt. Die Pflanze kann jährliche Niederschläge von 61 bis 191 cm, Temperaturen von 7,6 bis 20,3°C und einen pH-Wert von 6,0 bis 7,0 tolerieren. Die Robinie ist in den ersten 30 Jahren ihres Lebens ein schnell wachsender Baum und kann bereits mit 6 Jahren zu blühen beginnen, obwohl 10-12 Jahre normaler sind. Die Blüten sind eine reiche Nektarquelle und duften sehr angenehm nach Vanille. Die Äste sind brüchig und sehr anfällig für Windbruch. Bei reichhaltigen Böden wächst die Pflanze grob und rank, was das Risiko von Windbruch erhöht. Die Pflanzen bilden häufig dichte Dickichte durch Ausläufer, die mit spitzen Dornen bewehrt sind. Es gibt einige Zierformen, darunter auch dornenlose Varianten. Rückschnitt sollte im Spätsommer erfolgen, um das Risiko von Saftfluss zu reduzieren. Die Blätter enthalten viel Tannin und andere Substanzen, die das Wachstum anderer Pflanzen hemmen. Die Robinie ist eine sehr anspruchsvolle Pflanze, die den Boden verarmt. Sie ist eine ausgezeichnete Bienenweide und besonders widerstandsfähig gegen den Honigpilz.
Vermehrung
Samen - Vorquellen für 48 Stunden in warmem Wasser und im späten Winter in einem Kalthaus aussäen. Eine kurze Stratifikation verbessert die Keimraten und -zeit. Wenn die Sämlinge groß genug sind, pikieren und im ersten Winter im Gewächshaus wachsen lassen. Im folgenden Sommer an ihren endgültigen Standort pflanzen. Andere Berichte besagen, dass der Samen im Frühling im Freiland ausgesät werden kann. Der Samen ist über 10 Jahre lang lagerfähig. Ableger während der Ruhezeit entnehmen.
Besonderheiten
Besonderheiten: Pionierpflanze, die besonders auf (Industrie-)Brachflächen schnell große (durch Wurzelausläufer) dichte Bestände für 20-30 Jahre bildet; 0.6-1,4kg Honig pro Baum (Blüten 34-59% Zucker); Stellt mit 30-40 Jahren das Höhenwachstum ein, nun ist das Holz schon erntereif; ~0,4% am deutschen Wald; 2100KWh/rm; 4,1KWh/kg
Herkunft & Lebensraum
Ost-Nordamerika - Appalachen- und Ozark-Gebirge. .
Wälder und Dickichte, besonders in tiefen, gut durchlässigen kalkhaltigen Böden.
⚠️ Gefahren
Giftigkeit: giftig
Alle Teile der Pflanze (außer den Blüten) und insbesondere die Rinde sollten als giftig betrachtet werden. Die Toxine werden durch Hitze zerstört.
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