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Robinie – Robinia pseudoacacia

Robinie

Robinia pseudoacacia
nektarreicher, anspruchsloser Bodenverbesserer
Essbarkeit3Heilwirkung4Sonstiger Nutzen9
Baum25×12 mZone 4–9leichter Schatten

Wächst das bei mir?

Robinie ist bis Zone 4 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:

Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Fabaceae
Wuchsform
Baum
Wuchshöhe
25 m
Kronenbreite
12 m
Wachstum
sehr schnell
Lebensdauer
200 Jahre
Erster Ertrag
nach 6 Jahren
Ertrag pro Pflanze
bis 15 kg im Jahr
Ertrag im Anbau
bis 4 t/ha
Energieertrag
480 kcal pro m² und Jahr
Winterhärte
Zone 4–9
Schattentoleranz
leichter Schatten
Boden
Sand, Schluff
Bodenfeuchte
sehr trocken – feucht
pH-Wert
3,5 – 7,5
Synonyme
Scheinakazie
bedorntduftendNektarquelle

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte
Fruchternte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Nutzung

Essbar3 von 10
Heilkunde4 von 10
Sonstige Nutzung9 von 10

Essbar: Die Samen werden gekocht und ähnlich wie Erbsen verwendet. Nach dem Kochen verlieren sie ihren sauren Geschmack. Sie sind etwa 4 mm lang und werden in bis zu 10 cm langen Schoten produziert, die 4-8 Samen enthalten. Junge Samenkapseln können ebenfalls gekocht werden. Die Schoten enthalten süßliches Fruchtfleisch, das unbedenklich essbar ist und von kleinen Kindern genossen wird. Eine starke, narkotische und berauschende Wirkung kann aus der Schale der Frucht gewonnen werden. Piperonal wird aus der Pflanze extrahiert und als Vanilleersatz verwendet. Blumen können ebenfalls gekocht werden und haben ein duftendes Aroma. Sie werden zur Herstellung von Marmeladen, Pfannkuchen und angenehmen Getränken verwendet.

Heilkunde: Die Blüten der Pflanze sind krampflösend, aromatisch, harntreibend, weichmachend und abführend. Sie werden traditionell zur Behandlung von Augenleiden verwendet. Es wird angenommen, dass die Blume die Antitumorverbindung Benzoaldehyd enthält. Die innere Rinde und die Wurzelrinde haben abführende, brechende und stärkende Eigenschaften. Die Wurzelrinde wurde früher gekaut, um Erbrechen auszulösen, oder im Mund gehalten, um Zahnschmerzen zu lindern. Die Frucht hat eine narkotische Wirkung. Die Blätter wirken gallentreibend und brechend, zudem hemmt der Blattsaft Viren.

Sonstige Nutzung: Aus dem Samen der Robinie wird ein trocknendes Öl gewonnen. Die Blüten liefern ein ätherisches Öl, das in der Parfümerie sehr geschätzt wird. Aus der Rinde wird ein gelber Farbstoff namens Robinetin gewonnen, der zur Färbung von Stoffen verwendet werden kann. Die Rinde enthält auch Tannin, jedoch nicht in ausreichender Menge für eine wirtschaftliche Nutzung. Sie wird dennoch zur Papierherstellung verwendet und kann als Ersatz für Seide und Wolle dienen. Die Bäume können zur Stabilisierung von Ufern eingesetzt werden, da sie Wasser gut aufsaugen. Das Holz der Robinie ist feinkörnig, extrem hart, schwer und sehr widerstandsfähig. Es wird im Schiffsbau, zur Herstellung von Zaunpfählen, Baumnägeln und Fußböden verwendet. Es ist auch ein ausgezeichneter Brennstoff, der jedoch aufgrund seiner Neigung zum Aufflammen und Funkenflug mit Vorsicht behandelt werden sollte. Die Sorte Robinia pseudoacacia var. rectissima, bekannt als 'Long Island' oder 'Shipmast' Robinie, ist besonders widerstandsfähig gegen Fäulnis und Holzschädlinge im Vergleich zu anderen Robinienarten.

Anbau

Standortwahl: Der heikelste Punkt ist die Wurzel: Sie reicht bis vierzehn Meter weit, und jedes verletzte Stück treibt aus. Reichlich Abstand zu Beeten, Wegen und Nachbargrundstücken einplanen und dort nie mit Spaten oder Fräse arbeiten. Die Zweige sind brüchig, ab dreißig bis vierzig Jahren werden morsche Äste über Wegen und Sitzplätzen zur Gefahr. Junge Zweige tragen paarweise Dornen, das spricht gegen Kinderspielbereiche. Sie bindet Luftstickstoff und düngt den Standort auf, genau deshalb gehört sie nicht in die Nähe von Magerrasen, Sand- und Kalktrockenrasen oder Naturschutzflächen, deren Artenspektrum sie dauerhaft entwertet. Für Imker ist sie dagegen eine der besten Trachtpflanzen überhaupt. Pflege: Düngung ist überflüssig und schadet, den Stickstoff liefert sie sich selbst. Schnitt gering halten und in die Ruhezeit legen, jeder Eingriff regt Stockausschlag und Wurzelbrut an. Soll ein Baum weichen, wirkt Ringelung im Sommer besser als Fällen, weil Fällen den Bestand vervielfacht. Wurzelbrut im Rasen hält das Mähen nieder, im Beet muss sie ausgegraben werden. Jungbäume sind spätfrostgefährdet und brauchen in den ersten Jahren einen Pfahl, weil der Stamm zur Krummschäftigkeit neigt. Als Niederwald auf Stock gesetzt liefert sie in kurzen Umtrieben dauerhaftes Pfahlholz ohne Imprägnierung.

Vermehrung

Robinien vermehren sich im Garten vor allem von selbst: Jede durchtrennte Wurzel treibt aus, und geschnittene oder gefällte Bäume bringen Stockausschlag und meterweit reichende Wurzelbrut. Wer gezielt vermehren will, nutzt genau das und sticht im Winter bewurzelte Ausläufer ab. Samen sind über zehn Jahre lagerfähig, brauchen aber eine Behandlung der harten Schale: 24 bis 48 Stunden in heißem Wasser quellen lassen oder anritzen, danach im Frühjahr ins Freiland oder in Töpfe säen, die Keimung erfolgt binnen zwei bis drei Wochen. Sortenformen wie die kugelige 'Umbraculifera' oder die gelblaubige 'Frisia' werden auf Sämlingsunterlagen veredelt, weil sie sonst nicht sortenecht bleiben. Wichtiger als jede Vermehrungstechnik ist die umgekehrte Frage: Bodenbearbeitung im Wurzelbereich vervielfacht den Bestand ungewollt.

Wert für Tiere

Die Robinie ist ein Sonderfall: Für Honigbienen ist sie eine der ergiebigsten Trachtpflanzen Mitteleuropas, für die heimische Fauna im Übrigen fast wertlos. Ihre Blüten liefern im Mai und Juni Nektar mit 34 bis 59 Prozent Zuckergehalt; je Baum und Saison sind 0,66 bis 1,44 Kilogramm Honig zu erwarten, in Brandenburg stammen in guten Jahren bis zu 60 Prozent der Honigernte von ihr. Hummeln und langrüsselige Wildbienen nutzen die Blüten ebenfalls. Damit endet der Nutzen weitgehend: Als Raupenfutterpflanze fällt die Robinie aus, kaum ein heimischer Falter kommt mit ihren Blattinhaltsstoffen zurecht. Ältere Stämme werden allerdings gern von Spechten bearbeitet, und das rasch faulende Kernholz liefert Bruthöhlen für Nachmieter wie Stare, Meisen und Fledermäuse. Dem steht gegenüber, dass die Stickstoffanreicherung aus ihren Wurzelknöllchen Magerrasen entwertet und die Spinnen- und Laufkäferfauna solcher Flächen nachweislich verarmen lässt.

Besonderheiten

Besonderheiten: Pionierpflanze, die besonders auf (Industrie-)Brachflächen schnell große (durch Wurzelausläufer) dichte Bestände für 20-30 Jahre bildet; 0.6-1,4kg Honig pro Baum (Blüten 34-59% Zucker); Stellt mit 30-40 Jahren das Höhenwachstum ein, nun ist das Holz schon erntereif; ~0,4% am deutschen Wald; 2100KWh/rm; 4,1KWh/kg

Herkunft & Lebensraum

Östliches Nordamerika: Appalachen und Ozark-Plateau. Das ursprüngliche Areal ist erstaunlich klein und umfasst im Wesentlichen die Bergländer von Pennsylvania bis Alabama sowie ein zweites Teilgebiet in Missouri, Arkansas und Oklahoma. 1601 gelangte die Art nach Paris und wurde nach dem Hofgärtner Jean Robin benannt; von dort verbreitete sie sich über ganz Europa, zunächst als Zier- und Bienenweidebaum, später gezielt zur Befestigung von Böschungen, Halden und Bahndämmen. Heute ist sie in Süd-, Mittel- und Osteuropa fest eingebürgert, mit Schwerpunkten in Ungarn, Rumänien, Italien und im pannonischen Raum; in Deutschland vor allem in den wärmeren Tieflagen und Weinbauklimaten. Auch nach Ostasien, Südafrika, Australien und Neuseeland wurde sie verschleppt.

In der Heimat wächst die Robinie in lichten Laubwäldern, an Waldrändern und auf Hangschutt der Appalachen, meist auf gut durchlässigen, eher nährstoffarmen Böden. In Europa besiedelt sie fast ausschließlich vom Menschen gestörte Standorte: Bahndämme, Straßenböschungen, Abraumhalden, Industriebrachen, Kiesgruben, aufgelassene Weinberge und Waldränder in wärmebegünstigter Lage. Als lichtbedürftige Pionierart dringt sie von den Rändern her in Bestände ein und bildet über Wurzelbrut dichte Reinbestände, die zwanzig bis dreißig Jahre Bestand haben. Sie braucht lockeren, durchlässigen Boden von schwach saurer bis alkalischer Reaktion, verträgt reine Sandböden und große Hitze und ist ausgesprochen trockenheitstolerant. Auf verdichteten Böden und bei Staunässe versagt sie. In Mitteleuropa steigt sie bis etwa 800 Meter.

⚠️ Gefahren

Giftigkeit: giftig

Alle Teile der Pflanze (außer den Blüten) und insbesondere die Rinde sollten als giftig betrachtet werden. Die Toxine werden durch Hitze zerstört.

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Robinie: Wie groß wird die Pflanze?

Robinie (Robinia pseudoacacia) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 25 m Höhe bei rund 12 m Breite. Das Wachstum ist sehr schnell.

Robinie: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Robinie verträgt leichter Schatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich sehr trocken – feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 3,5 und 7,5 liegen.

Robinie: Ist die Pflanze winterhart?

Robinie ist für die Winterhärte Zone 4–9 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Robinie: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Robinie ist bis Zone 4 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Robinie: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Juni.

Robinie: Wann kann man ernten?

Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von Dezember bis Februar.

Robinie: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?

Robinie trägt erstmals nach 6 Jahren. Eine ausgewachsene Pflanze liefert bis zu 15 kg im Jahr, im Anbau bis 4 t pro Hektar. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.

Robinie: Ist die Pflanze giftig?

Robinie ist als giftig eingestuft. Verlass dich bei Wildpflanzen nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Robinie: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 3/10, Heilkunde 4/10, Sonstige Nutzung 9/10.

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