Rosmarin
Wächst das bei mir?
Rosmarin ist bis Zone 7 winterhart: Tiefland, Flusstäler und Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind kein Problem, in rauen Lagen (Höhenlagen ab etwa 600 m, kontinentale Winter im Osten) braucht sie Winterschutz oder einen Kübel.
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Steckbrief
- Familie
- Lamiaceae
- Wuchsform
- Strauch
- Wuchshöhe
- 1,5 m
- Kronenbreite
- 1,5 m
- Wachstum
- mittel
- Lebensdauer
- 15 Jahre
- Erster Ertrag
- nach 3 Jahren
- Winterhärte
- Zone 7–10
- Schattentoleranz
- volle Sonne
- Boden
- Sand, Schluff
- Bodenfeuchte
- sehr trocken – sehr feucht
- pH-Wert
- 6 – 8
Nutzung
Essbar: Verwendet werden die jungen Triebe, Blätter und Blüten, frisch wie getrocknet. Die Blätter schmecken sehr kräftig, deutlich bitter und harzig, die Blüten sind milder und eignen sich zum Bestreuen. Wegen der Intensität wird sparsam gewürzt: in Suppen, Eintöpfen und Schmorgerichten, zu Kartoffeln, Lamm und Geflügel, zu Erbsen und Spinat, aber auch in süßen Zubereitungen wie Keksen, Kuchen, Marmeladen und Gelees. Die Blätter sind ledrig und bleiben es auch beim Kochen; entweder hackt man sie sehr fein oder gibt ganze Zweiglein hinzu, die vor dem Servieren entfernt werden. Aus frischen oder getrockneten Blättern lässt sich ein aromatischer Tee bereiten. Anders als die meisten Kräuter verliert Rosmarin beim Trocknen kaum Aroma, weil die ledrige Blattstruktur die ätherischen Öle gut hält.
Sonstige Nutzung: Aus Blättern und blühenden Zweigspitzen wird durch Wasserdampfdestillation ätherisches Rosmarinöl gewonnen, ein Grundstoff der Parfümerie und der Seifenherstellung; das klassische Kölnisch Wasser und der Ungarwein des 14. Jahrhunderts bauten darauf auf. Ein Aufguss der getrockneten Pflanze wird Haarshampoos zugesetzt, die Blätter liefern einen grüngelben Farbstoff. Getrocknete Zweige im Kleiderschrank halten Motten fern; dass die wachsende Pflanze Schadinsekten von Nachbarkulturen ablenkt, wird oft behauptet, ist aber nicht belastbar belegt. Gut belegt ist dagegen die stark antiseptische Wirkung des Öls, weshalb Rosmarinzweige früher zur Desinfektion von Krankenzimmern verräuchert wurden. Im Mittelmeerraum dient Rosmarin als niedrige, schnittverträgliche Hecke und zur Hangbefestigung, die kriechenden Formen begrünen Mauerkronen und Trockenmauern.
Anbau
Standortwahl: Über den Erfolg entscheidet nicht die Kälte, sondern die Winternässe. Rosmarin gehört an die wärmste, möglichst regengeschützte Stelle des Gartens, vor eine Südwand oder auf eine Trockenmauer, wo das Wasser abzieht; in schwerem Gartenboden stirbt er im ersten nassen Winter. Als Halbstrauch von 50 bis 200 Zentimetern ist er keine Staude, die man im Herbst abräumt, sondern braucht seinen Platz dauerhaft. Im Kräuterbeet passt Salbei als Nachbar, der dieselben Ansprüche hat. Wer ihn blühen lässt, bekommt ab Februar und noch einmal im Herbst Besuch von Hummeln und der Blauschwarzen Holzbiene. Pflege: Nicht düngen, denn nährstoffarm gehalten bildet er mehr ätherisches Öl und geht härter in den Winter. Im Spätwinter nach dem letzten strengen Frost ins junge Holz zurückschneiden, damit er buschig bleibt; wer ins alte, blattlose Holz schneidet, bekommt dort keinen Neuaustrieb mehr und die Lücke bleibt dauerhaft. Geerntet wird ganzjährig, und zwar ganze Zweiglein statt einzelner Blätter. Nördlich der Alpen ist er nur in milden Weinbaulagen zuverlässig winterhart, sonst mit Reisig und einer Abdeckung gegen Nässe schützen oder im Kübel hell bei etwa fünf Grad überwintern. Sparsam gießen, Staunässe ist die häufigste Todesursache.
Vermehrung
Stecklinge sind der Normalweg, weil Sämlinge stark auseinanderfallen und Sorten nicht sortenecht bleiben. Von Mai bis August halbreife, nicht blühende Triebspitzen von acht bis zehn Zentimetern schneiden, die unteren Blätter abstreifen und in mageres, sandiges Substrat stecken; bei 18 bis 20 Grad und gleichmäßiger, aber sparsamer Feuchte bewurzeln sie in drei bis vier Wochen. Zu nass gehalten faulen sie sofort. Absenker gelingen bei den kriechenden Formen fast von selbst: Einen Trieb niederlegen, mit Erde bedecken und nach einigen Monaten abtrennen. Aussaat lohnt nur für die Wildform. Der Samen braucht Wärme über 20 Grad, keimt in etwa vier Wochen und dann unzuverlässig, und die Pflanzen brauchen zwei bis drei Jahre bis zur Erntereife. Immer mehr Stecklinge ansetzen als gebraucht werden, die Ausfallquote ist hoch.
Wert für Tiere
Rosmarin ist ein Neophyt und trotzdem eine der besseren Bienenpflanzen im Kräuterbeet. 29 Wildbienenarten sind an ihm belegt, zwei davon auf ihn spezialisiert. Bestäubt wird er von langrüsseligen Arten, die an die enge Lippenblüte herankommen: Hummeln, Pelzbienen, Blattschneiderbienen und vor allem die Blauschwarze Holzbiene, die größte heimische Wildbiene. Entscheidend ist der Zeitpunkt. In milden Lagen blüht Rosmarin schon ab Februar und im Herbst ein zweites Mal, also in den Lücken des Trachtkalenders, in denen sonst kaum etwas offen ist. Nektar- und Pollenwert liegen jeweils bei zwei von vier Stufen, also im mittleren Bereich. Als Raupenfutter dient er einer einzigen Art, der Schönen Federmotte. Im Mittelmeerraum verschleppen Ameisen die Samen. Wer den Wildtierwert will, darf nicht alles abernten, sondern muss einen Teil der Triebe blühen lassen.
Besonderheiten
Besonderheiten: immergrüner Halbstrauch (50-200cm, ~20-30cm Zuwachs/Jahr); Ernte ganzjährig ganze Zweiglein statt Einzelblätter; blüht in milden Lagen ab Februar + 2. Mal im Herbst → Lückenfüller im Trachtkalender; nur bedingt winterhart (~-17°C), Sorte 'Arp' unter -20°C; Kahlfrost+Winternässe töten, nicht die Kälte allein; Nicht-Düngung → mehr ätherisches Öl + bessere Frosthärte; aufrechte (officinalis) + kriechende (Prostratus-Gruppe) Formen; Trocknen ohne Aromaverlust;
Herkunft & Lebensraum
Westlicher und zentraler Mittelmeerraum: von Portugal und Spanien über Südfrankreich, Italien und den Balkan bis Griechenland und in die Türkei, dazu die nordafrikanische Küste von Marokko über Algerien und Tunesien bis Libyen und Ägypten. Der Schwerpunkt liegt in den Küstenregionen zwischen Portugal und dem Ionischen Meer. Seit der Antike wird Rosmarin im östlichen Mittelmeergebiet kultiviert; nördlich der Alpen ist er seit der Zeit Karls des Großen belegt, der ihn für die Klostergärten vorschrieb. In Mitteleuropa ist er reine Kulturpflanze und verwildert allenfalls kurzfristig. In wärmebegünstigten Alpentälern hält er sich in erstaunlicher Höhe: in Vorarlberg bis 880 Meter, am Simplonpass bis 1500 Meter.
Rosmarin ist eine Charakterart der Macchie und Garrigue, jener niedrigen, aromatischen Hartlaubgebüsche, die im Mittelmeerraum an die Stelle der gerodeten Steineichenwälder getreten sind. Er wächst auf sonnigen, trockenen, kalkreichen Hängen, auf Felsschutt und in Küstennähe, wo Salzwind und Sommerdürre alles ausschließen, was mehr Wasser braucht. Pflanzensoziologisch ist er Kennart des Verbands Rosmarino-Ericion. Die Standortzahlen zeichnen ein eindeutiges Bild: neutrale bis basische Reaktion, ausgesprochen nährstoffarm, ausgesprochen trocken. Die schmalen, ledrigen, unterseits filzigen Blätter sind die Antwort darauf. Begrenzend ist für ihn nicht die Trockenheit, sondern der Winter: Sein Areal endet dort, wo Kahlfröste unter etwa minus 15 Grad regelmäßig auftreten.
Häufige Fragen
Rosmarin: Wie groß wird die Pflanze?
Rosmarin (Rosmarinus officinalis) wächst als Strauch und erreicht ausgewachsen etwa 1,5 m Höhe bei rund 1,5 m Breite. Das Wachstum ist mittel.
Rosmarin: Welchen Standort braucht die Pflanze?
Rosmarin verträgt volle Sonne. Als Boden eignet sich Sand, Schluff. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich sehr trocken – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 6 und 8 liegen.
Rosmarin: Ist die Pflanze winterhart?
Rosmarin ist für die Winterhärte Zone 7–10 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.
Rosmarin: Wächst die Pflanze in Deutschland?
Rosmarin ist bis Zone 7 winterhart: Tiefland, Flusstäler und Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind kein Problem, in rauen Lagen (Höhenlagen ab etwa 600 m, kontinentale Winter im Osten) braucht sie Winterschutz oder einen Kübel.
Rosmarin: Ist die Pflanze giftig?
Für Rosmarin ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.
Rosmarin: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?
Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 4/10, Heilkunde 8/10, Sonstige Nutzung 8/10.
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