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Echter Lavendel – Lavandula angustifolia

Echter Lavendel

Lavandula angustifolia
Nasen- und Augenweide
Essbarkeit3Heilwirkung3Sonstiger Nutzen7
Strauch1,2×1,2 mZone 6–9volle Sonne

Wächst das bei mir?

Echter Lavendel ist bis Zone 6 winterhart. Das reicht für fast alle Lagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz; nur in rauen Höhenlagen (Alpen, Mittelgebirgskämme) ist Winterschutz sinnvoll.

Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:

Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Lamiaceae
Wuchsform
Strauch
Wuchshöhe
1,2 m
Kronenbreite
1,2 m
Wachstum
langsam
Lebensdauer
10 Jahre
Erster Ertrag
nach 2 Jahren
Winterhärte
Zone 6–9
Schattentoleranz
volle Sonne
Boden
Sand, Schluff, Lehm
Bodenfeuchte
sehr trocken – feucht
pH-Wert
6,5 – 8
Synonyme
Lavandula officinale, Lavendel
In Gärten geplant
4×
immergründuftendNektarquelle

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Nutzung

Essbar3 von 10
Heilkunde3 von 10
Sonstige Nutzung7 von 10

Sonstige Nutzung: Das aus den Blüten gewonnene ätherische Öl duftet herrlich und findet vielfältige Anwendung im Haushalt und in der Industrie. Es wird häufig zur Seifenherstellung, zur Herstellung hochwertiger Parfums (auch in Eau de Cologne) sowie als Wasch- und Reinigungsmittel, Lebensmittelaroma und Insektenschutzmittel verwendet. Für die Gewinnung des ätherischen Öls erntet man die Blütenstängel am besten direkt nach dem Verblühen. Die Ausbeute beträgt 0,8–1 % des Öls. Die aromatischen Blätter und Blüten werden in Potpourris und als Insektenschutzmittel im Wäscheschrank verwendet. Früher wurden sie als Streukraut eingesetzt, um Räumen einen angenehmen Duft zu verleihen und Insekten fernzuhalten. Die Blätter werden auch dem Badewasser zugesetzt, um ihren Duft und ihre wohltuende Wirkung zu nutzen. Sie sollen außerdem Mäuse vertreiben. Die Blütenstängel können, nachdem die Blüten für Potpourris etc. entfernt wurden, zu kleinen Bündeln gebunden und als Räucherstäbchen verbrannt werden. Lavendel eignet sich gut als niedrige Hecke und verträgt regelmäßigen Rückschnitt. Verschiedene Sorten, wie z. B. 'Hidcote Variety', 'Loddon Pink' und 'Folgate Blue', sind für Zwerghecken mit einer Höhe von 30–50 cm geeignet.

Anbau

Lavendel verlangt volle Sonne und einen durchlässigen, eher kalkhaltigen, nährstoffarmen Boden; leicht, warm und trocken ist ideal. Auf fetten, humusreichen Böden treibt er viel Laub, bildet aber weniger ätherisches Öl und wird kurzlebig. Staunässe verträgt er gar nicht, weshalb schwere Böden mit Sand oder Splitt abgemagert werden sollten. Der Duft fällt auf kalkhaltigem Untergrund am kräftigsten aus. Etablierte Pflanzen sind ausgeprägt trockenheitstolerant und stecken salzhaltigen Wind weg, was sie auch für Dachbegrünungen und Küstenlagen brauchbar macht — in den Listen für einfache Intensivbegrünung ist er mit 40 bis 60 Zentimetern geführt. Zur Frosthärte gehen die Angaben auseinander: NaturaDB nennt für den Echten Lavendel minus 28 Grad, ältere Kulturhinweise deutlich weniger; in rauen Lagen empfiehlt sich Reisigschutz. Entscheidend für die Langlebigkeit ist der Schnitt nach der Ein-Drittel-zwei-Drittel-Regel — nach der Blüte um ein Drittel, im zeitigen Frühjahr um zwei Drittel, niemals ins alte, blattlose Holz, das nicht wieder austreibt.

Vermehrung

Aussaat – Im Frühjahr im Gewächshaus aussäen und die Samen nur leicht mit Erde bedecken. Die Keimung erfolgt in der Regel innerhalb von 1–3 Monaten bei 15 °C. Sobald die Sämlinge groß genug sind, werden sie in einzelne Töpfe pikiert und im Gewächshaus oder Frühbeetkasten überwintert. Im späten Frühjahr, nach den letzten Frösten, werden sie ausgepflanzt. Stecklinge von 7–10 cm langen, halbverholzten Trieben mit Fersenstück werden im Juli/August in ein Frühbeetkasten gesetzt. Die Vermehrung ist in der Regel sehr einfach; ein hoher Prozentsatz wurzelt innerhalb weniger Wochen. Die Stecklinge werden im Gewächshaus überwintert und im späten Frühjahr, nach den letzten Frösten, ausgepflanzt. 7 cm lange Stecklinge mit Fersenstück gedeihen fast ganzjährig. Absenker

Wert für Tiere

Der Lavendel ist eine erstklassige Bienenweide: Sein Nektarwert erreicht mit vier von vier Stufen den Höchstwert, der Pollenwert liegt bei zwei. An den violetten Scheinähren wurden 29 Wildbienenarten festgestellt, zwei davon auf ihn spezialisiert; dazu kommen Honigbienen, Hummeln und Schwebfliegen, die den Flor von Juni bis August über den ganzen Tag anfliegen. Als Raupenfutterpflanze spielt er eine kleinere Rolle — zwei Falterarten nutzen ihn, darunter die Achateule, spezialisiert ist keine von beiden. Wer den Insektenwert ausschöpfen will, schneidet nicht vor der Blüte, sondern lässt die Ähren durchblühen und kürzt erst danach ein. Als mediterrane Art ersetzt er keine heimische Trockenrasenstaude, liefert aber gerade in Hitzeperioden verlässlich Nektar.

Besonderheiten

Lavendel ist eine Pflanze magerer, trockener Standorte — und genau daran entscheidet sich sein Gelingen. Er verlangt volle Sonne, durchlässigen, eher kalkhaltigen Boden ohne jede Staunässe und verträgt humusreiche, gedüngte Erde schlecht; seine tiefe Pfahlwurzel erschließt Wasser aus tieferen Schichten und macht ihn ausgesprochen trockenheitstolerant. Der Echte Lavendel ist mit Frosthärte bis etwa minus 28 Grad die winterhärteste Art der Gattung, in rauen Lagen empfiehlt sich dennoch ein Reisigschutz. Entscheidend für Langlebigkeit ist der Schnitt nach der Ein-Drittel-zwei-Drittel-Regel: nach der Blüte um ein Drittel einkürzen, im zeitigen Frühjahr um zwei Drittel — niemals ins alte, blattlose Holz, das treibt nicht wieder aus. Die Blüten sind mit höchstem Nektarwert eine erstklassige Bienenweide.

Herkunft & Lebensraum

Westliches Mittelmeergebiet: Ostspanien, Südfrankreich, Italien. Das natürliche Areal des Echten Lavendels beschränkt sich auf die Küsten- und Bergregionen des westlichen Mittelmeerraums. Die größten Wildbestände liegen in Ostspanien, weitere in Südostfrankreich, in angrenzenden Teilen Italiens und bis in die Gegend von Bologna; dort wächst er in Lagen, die für den Ackerbau zu karg sind. Angebaut wird er heute weit über sein Ursprungsgebiet hinaus, am bekanntesten in der Provence — deren Anbaufläche sich zwischen 2002 und 2012 allerdings halbierte, weil Schädlinge und Frostperioden zusetzten. Kommerziell weicht man zunehmend auf Lavandin (Lavandula x intermedia) aus. In Mitteleuropa ist der Echte Lavendel reine Gartenpflanze und verwildert nur ausnahmsweise.

In seiner Heimat wächst der Echte Lavendel an trockenen, felsigen Hängen des Mittelmeerraums, oft in Höhenlagen, die landwirtschaftlich nicht nutzbar sind; vereinzelt reicht er bis an die Waldgrenze. Pflanzensoziologisch gehört er zur Klasse der Ononido-Rosmarinetea, den mediterranen Zwergstrauchheiden auf Kalk. Der typische Standort ist vollsonnig, heiß und ausgesprochen trocken, der Boden sandig bis lehmig, durchlässig, kalkhaltig und nährstoffarm. Seine lange Pfahlwurzel erschließt Feuchtigkeit aus tieferen Schichten und macht ihn dadurch bemerkenswert trockenheitstolerant. Was er nicht verträgt, ist Staunässe — und humusreiche, gedüngte Gartenerde, die ihn weich und kurzlebig werden lässt.

⚠️ Gefahren

Lavendelöl besteht überwiegend aus Linalool (20-45 %) und Linalylacetat (30-50 %). Unverdünnt kann es die Haut reizen; großflächige unverdünnte Anwendung erhöht das Risiko einer dauerhaften Kontaktsensibilisierung, und Fallberichte über kontaktallergische Reaktionen liegen vor. Oxidiertes oder lange offen gelagertes Öl steigert die Gefahr von Rötung und Juckreiz zusätzlich. Bei Säuglingen und Kleinkindern sollte auf ätherische Öle verzichtet werden — eine Anwendung im Gesichtsbereich kann einen Stimmritzenkrampf auslösen. Getrocknete Blüten in Tee oder Küche gelten in üblichen Mengen als unproblematisch.

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Echter Lavendel: Wie groß wird die Pflanze?

Echter Lavendel (Lavandula angustifolia) wächst als Strauch und erreicht ausgewachsen etwa 1,2 m Höhe bei rund 1,2 m Breite. Das Wachstum ist langsam.

Echter Lavendel: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Echter Lavendel verträgt volle Sonne. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich sehr trocken – feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 6,5 und 8 liegen.

Echter Lavendel: Ist die Pflanze winterhart?

Echter Lavendel ist für die Winterhärte Zone 6–9 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Echter Lavendel: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Echter Lavendel ist bis Zone 6 winterhart. Das reicht für fast alle Lagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz; nur in rauen Höhenlagen (Alpen, Mittelgebirgskämme) ist Winterschutz sinnvoll.

Echter Lavendel: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von Juni bis September.

Echter Lavendel: Ist die Pflanze giftig?

Für Echter Lavendel ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Echter Lavendel: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 3/10, Heilkunde 3/10, Sonstige Nutzung 7/10.

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