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Rote Johannisbeere – Ribes rubrum

Rote Johannisbeere

Ribes rubrum
Essbarkeit6Heilwirkung1Sonstiger Nutzen1
Strauch1,2×1,2 mZone 3–7Halbschatten🍎 Essbar

Wächst das bei mir?

Rote Johannisbeere ist bis Zone 3 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:

Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Grossulariaceae
Wuchsform
Strauch
Wuchshöhe
1,2 m
Kronenbreite
1,2 m
Wachstum
mittel
Lebensdauer
20 Jahre
Erster Ertrag
nach 2 Jahren
Vollertrag
nach 5 Jahren
Ertragsjahre
17 Jahre
Winterhärte
Zone 3–7
Schattentoleranz
Halbschatten
Boden
Sand, Schluff, Ton
Bodenfeuchte
trocken – feucht
pH-Wert
5,5 – 7

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte
Fruchternte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Sorten (16)

16 Sorten von Rote Johannisbeere sind im Permaplans-Sortenfinder hinterlegt — jede mit eigener Seite: Geschmack, Reifezeit, Resistenzen, Abstammung und Verwendung.

Nutzung

Essbar6 von 10
Heilkunde1 von 10
Sonstige Nutzung1 von 10

Essbar: Die durchscheinend roten Beeren hängen in Trauben und reifen von Juli bis August. Ihr Geschmack ist ausgeprägt sauer bei hohem Vitamin-C-Gehalt, weshalb sie seltener roh gegessen als verarbeitet werden. Wegen des hohen Pektingehalts geliert der Saft zuverlässig ohne Zusätze — Johannisbeergelee zählt deshalb zu den klassischen Hausmacher-Erzeugnissen und dient zugleich als Gelierhilfe für pektinarme Früchte. Daneben eignen sich die Beeren für Saft, Sirup, Konfitüre, Kuchenbeläge, Obstwein und Likör. Vollsonnig gereifte Früchte schmecken deutlich süßer als solche aus dem Halbschatten. Weiße Johannisbeeren sind eine pigmentarme Auslese derselben Art und milder im Geschmack.

Sonstige Nutzung: Über die Fruchternte hinaus ist die Rote Johannisbeere ein dankbares Landschaftsgehölz. In Feldhecken, als Unterwuchs in Gehölzgruppen und im Straßenbegleitgrün wird sie als Vogelschutz- und Vogelnährgehölz gepflanzt — die Beeren nehmen über dreißig Vogelarten an, das Gezweig bietet Deckung. Weil sie kompakt bleibt und Halbschatten verträgt, eignen sich geeignete Sorten auch für große Kübel auf Balkon und Terrasse oder für das Spalier an einer Nordwand, wo kaum eine andere Obstart noch Ertrag bringt. Für Hoch- und Halbstämmchen wird die Sorte auf die Gold-Johannisbeere (Ribes aureum) veredelt, die einen stabilen, aufrechten Stamm liefert.

Anbau

Die Rote Johannisbeere gehört zu den genügsamsten Obstgehölzen. Sie will einen frischen bis feuchten, humosen und nährstoffreichen Boden; ausgesprochen trockene Sandböden und dauernd vernässte Senken scheiden beide aus. Sonne bringt die süßesten Beeren, doch im Halbschatten trägt sie immer noch verlässlich, was sie von fast allen anderen Obstarten unterscheidet. Der Strauch bleibt mit gut 1 bis 1,5 m Höhe und Breite überschaubar, passende Sorten lassen sich sogar im Kübel halten. Das Holz ist bis etwa -28 °C frosthart. Die Ernte läuft bei den meisten Sorten von Juli bis August, späte Sorten reichen bis in den September. Gepflanzt wird im Herbst; regelmäßiges Entfernen alter und schwacher Triebe hält den Aufbau locker. Wie alle Ribes-Arten sollte sie nicht neben fünfnadelige Kiefern kommen, da sie Zwischenwirt des Blasenrostes ist.

Vermehrung

Die Rote Johannisbeere lässt sich so einfach vermehren wie kaum ein anderes Obstgehölz: Im Spätherbst oder Winter geschnittene Steckhölzer verholzter, etwa bleistiftstarker Einjahrestriebe werden mit zwei bis drei Augen über dem Boden in lockere Erde gesteckt und wurzeln über den Winter fast ausnahmslos an. Auch Absenker gelingen zuverlässig, indem ein bodennaher Trieb niedergebogen und angehäufelt wird. Die Aussaat spielt nur in der Züchtung eine Rolle, da Sämlinge nicht sortenecht fallen und die Samen zudem eine Kaltphase benötigen. Für Stämmchen wird auf Ribes aureum veredelt.

Wert für Tiere

Die Blüten der Roten Johannisbeere sind unscheinbar grünlich und hängen in Trauben, doch sie erscheinen früh und werden von rund zwölf Wildbienenarten angeflogen, darunter Sandbienen und Baum- wie Steinhummeln; spezialisiert ist keine davon. Bedeutender ist ihre Rolle als Raupenfutterpflanze: 14 Schmetterlingsarten nutzen sie, fünf davon ausschließlich an Ribes, unter ihnen der Johannisbeer-Glasflügler und zwei Haarbüschelspanner-Arten. Den größten Wert entfaltet sie über die Früchte — 34 Vogelarten wurden beim Fressen beobachtet, von Amsel, Rotkehlchen und Mönchsgrasmücke bis zu Gimpel und Eichelhäher. Wer einen Teil der Ernte hängen lässt, versorgt damit im Hochsommer eine bemerkenswerte Zahl von Arten.

Besonderheiten

Besonderheiten: trägt an mehrjährigem Holz, am reichsten an 2-3jährigen Trieben -> Ruten ab ca. 4 Jahren bodennah entfernen, Strauch aus 8-12 Trieben unterschiedlichen Alters aufbauen; anders als die Schwarze Johannisbeere, die überwiegend am einjährigen Holz fruchtet und deshalb stärker verjüngt wird; selbstfruchtbar, zweite Sorte nicht nötig aber ertragssteigernd; schattenverträglich -> brauchbare Erträge noch im Halbschatten, als Spalier an der Nordwand geeignet

Herkunft & Lebensraum

West-, Mittel- und Südeuropa. Die Art gilt botanisch als Sammelart, in der mehrere nah verwandte Wildsippen zusammengefasst werden — vor allem Ribes spicatum und Ribes sylvestre, an deren Kreuzung auch die Felsen-Johannisbeere beteiligt war. Ribes spicatum reicht dabei von Nordeuropa bis nach Nordasien, während die westlichen Sippen den Schwerpunkt in Mitteleuropa haben. In Deutschland kommt die Art zerstreut bis mäßig häufig wild vor und gilt nicht als gefährdet. Die Kulturformen, die heute in Gärten stehen, gehen auf diese europäischen Wildarten zurück und wurden bereits im Mittelalter in Kultur genommen; verwildert treten sie vielerorts wieder auf.

In der Natur besiedelt die Rote Johannisbeere feuchte, halbschattige Standorte: Auwälder und Ufergebüsche, feuchte Laub- und Schluchtwälder sowie schattige Hänge mit gut wasserversorgten, humusreichen Böden. Sie ist eine Art nährstoffreicher Lagen und meidet sowohl austrocknende Sandböden als auch dauerhaft vernässte Senken. Als Strauch der mittleren Schicht wächst sie unter lichtem Kronendach und kommt mit deutlich weniger direkter Sonne aus als die meisten Obstgehölze — ein Umstand, der sie im Garten für halbschattige Bereiche und die Unterpflanzung größerer Bäume empfiehlt. In den Alpen steigt sie bis in montane Lagen auf.

⚠️ Gefahren

Die Rote Johannisbeere gilt als unbedenklich: Giftige Pflanzenteile sind nicht bekannt, die Früchte zählen zu den klassischen Beerenobstarten. Der Strauch trägt keine Stacheln, Ernte und Schnitt sind gefahrlos möglich.

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Rote Johannisbeere: Wie groß wird die Pflanze?

Rote Johannisbeere (Ribes rubrum) wächst als Strauch und erreicht ausgewachsen etwa 1,2 m Höhe bei rund 1,2 m Breite. Das Wachstum ist mittel.

Rote Johannisbeere: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Rote Johannisbeere verträgt Halbschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Ton. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich trocken – feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5,5 und 7 liegen.

Rote Johannisbeere: Ist die Pflanze winterhart?

Rote Johannisbeere ist für die Winterhärte Zone 3–7 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Rote Johannisbeere: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Rote Johannisbeere ist bis Zone 3 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Rote Johannisbeere: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von April bis Mai.

Rote Johannisbeere: Wann kann man ernten?

Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von Juli bis August.

Rote Johannisbeere: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?

Rote Johannisbeere trägt erstmals nach 2 Jahren. Den Vollertrag erreicht sie nach 5 Jahren. Die Ertragsphase dauert etwa 17 Jahre, bei einer Lebensdauer von rund 20 Jahren. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.

Rote Johannisbeere: Ist die Pflanze giftig?

Für Rote Johannisbeere ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Rote Johannisbeere: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 6/10, Heilkunde 1/10, Sonstige Nutzung 1/10.

Welche Sorten von Rote Johannisbeere gibt es?

Im Permaplans-Sortenfinder sind 16 Sorten von Rote Johannisbeere hinterlegt, darunter Blanka, Detvan, Heinemanns Rote Spätlese, Jonkheer van Tets, Junifer, Primus, Red Lake, Rolan, Rondom, Rosetta, Rote Vierländer, Rovada und 4 weitere. Jede Sorte hat eine eigene Seite mit Geschmack, Reifezeit, Resistenzen und Abstammung.

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