Blut-Johannisbeere
Wächst das bei mir?
Blut-Johannisbeere ist bis Zone 5 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:
Steckbrief
- Familie
- Grossulariaceae
- Wuchsform
- Strauch
- Wuchshöhe
- 2,5 m
- Kronenbreite
- 2,5 m
- Wachstum
- mittel
- Lebensdauer
- 30 Jahre
- Erster Ertrag
- nach 3 Jahren
- Winterhärte
- Zone 5–9
- Schattentoleranz
- Halbschatten
- Boden
- Sand, Schluff, Lehm, Ton
- Bodenfeuchte
- halbfeucht – sehr feucht
- pH-Wert
- 5,5 – 7,5
Blüte & Ernte
| J | F | M | A | M | J | J | A | S | O | N | D | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Blüte |
Sorten (1)
1 Sorten von Blut-Johannisbeere sind im Permaplans-Sortenfinder hinterlegt — jede mit eigener Seite: Geschmack, Reifezeit, Resistenzen, Abstammung und Verwendung.
Nutzung
Essbar: Die Blut-Johannisbeere wird nicht als Obst gepflanzt, und darüber gehen die Quellen auch nicht einig: Die englische Fachliteratur nennt die blauschwarzen, bereiften Beeren essbar, aber von schlechtem Geschmack, NaturaDB beschreibt sie schlicht als ungenießbar sauer und aromaarm. Gemeinsam ist beiden Einschätzungen, dass hier kein Naschstrauch steht. Belegt ist dagegen die traditionelle Nutzung im pazifischen Nordwesten, wo die Beeren frisch, getrocknet und zu Marmelade, Saft, Sirup und Kuchen verarbeitet gegessen wurden — meist gemischt mit aromatischeren Wildfrüchten. Die Blüten dienten und dienen als Aromaträger für Getränke, insbesondere für angesetzte Spirituosen. Im Garten gilt deshalb: essbar ja, lohnend kaum; den Hauptteil der Ernte übernehmen ohnehin die Vögel.
Sonstige Nutzung: Der Hauptnutzen der Blut-Johannisbeere liegt im Zierwert und in der Struktur. Seit ihrer Einführung 1826 ist sie einer der beliebtesten früh blühenden Sträucher überhaupt; es existieren zahlreiche Sorten mit Blütenfarben von Weiß bis Dunkelrot, drei davon tragen den Award of Garden Merit der Royal Horticultural Society. In der Floristik werden die Zweige geschnitten und in der Vase getrieben, was den Blütenflor um Wochen vorzieht. Gartenbaulich zählt der dichte, aufrechte Aufbau: Sie eignet sich für freiwachsende Hecken, als Windschutz, als Sichtschutz und als Vorpflanzung am Gehölzrand, wo sie in wenigen Jahren geschlossene Struktur liefert und in der übrigen Saison unauffällig bleibt.
Anbau
Standortwahl: Ein aufrechter Strauch von 1,5 bis 2,5 Metern, bei Sorten bis vier — gut als früh blühende Vorpflanzung, in der Hecke oder am Gehölzrand. Sonne bis Halbschatten ist möglich, die Blütenfülle hängt aber am Licht; im tiefen Schatten bleibt sie mager. Ihr großer Wert im Garten ist der Zeitpunkt: Sie ist im März und April eine der ersten reichen Nahrungsquellen und hält Hummeln und Pelzbienen am Ort, bis die Obstblüte einsetzt — deshalb lohnt es, sie in die Nähe der Obstbäume zu setzen. Eine Planungsfrage: Wie alle Johannisbeeren ist sie Zwischenwirt des Weißkiefern-Blasenrostes (Cronartium ribicola), also Abstand zu Weymouthkiefer und Zirbe halten. Die blauschwarzen Beeren werden von Vögeln verbreitet, wodurch sie sich gelegentlich selbst versamt. Pflege: Unkompliziert und voll winterhart, Winterschutz ist nicht nötig. Der entscheidende Punkt ist der Schnittzeitpunkt: Sie blüht am Vorjahresholz, ein Winterschnitt kostet also die Blüte. Geschnitten wird direkt nach der Blüte, und zwar als Auslichtung — alle drei bis vier Jahre die ältesten Triebe bodennah entfernen, dann bleibt der Strauch von unten belaubt. Eine Mulchschicht und gleichmäßige Feuchte in den ersten Jahren helfen beim Anwachsen; danach ist sie robust. An Schädlingen treten Blattläuse und die Johannisbeer-Blasenlaus auf, in windstiller Lage Mehltau — luftiger Stand und Auslichten genügen als Gegenmaßnahme. Rehe und Hasen verbeißen Jungpflanzen gelegentlich.
Vermehrung
Am einfachsten und sichersten geht es über Steckholz: Im Winter nimmt man rund 20 Zentimeter lange, verholzte Triebstücke des Vorjahres und steckt sie bis auf zwei Augen in lockeren, feuchten Boden — die Anwachsquote ist hoch, wie bei allen Johannisbeeren. Im Sommer funktionieren auch halbreife Grünstecklinge unter Folie. Absenker sind eine bequeme Alternative: Einen bodennahen Trieb niederbiegen, anhäufeln und im nächsten Jahr abtrennen. Die Aussaat ist der Weg für Wildherkünfte und braucht eine Kaltphase von zwei bis drei Monaten, damit die Samen gleichmäßig keimen. Die vielen Gartensorten mit weißen bis dunkelroten Blüten lassen sich nur vegetativ echt vermehren.
Wert für Tiere
Die Blut-Johannisbeere ist ein Neophyt, aber einer mit einem realen Beitrag, und der liegt im Zeitpunkt. NaturaDB verzeichnet acht Wildbienenarten an ihren Blüten, keine davon spezialisiert; darunter die Frühlings-Pelzbiene (Anthophora plumipes) und mehrere Sandbienen (Andrena), dazu Hummeln, die im März und April auf wenige offene Blüten angewiesen sind. In ihrem Heimatareal ist sie eine Kolibripflanze — der Anna-Kolibri nutzt ihren Nektar regelmäßig —, außerdem fressen Rehe und Wapitis das Laub und Raupen mehrerer Nachtfalter die Blätter. Die Beeren sind für Menschen fad, für Vögel dagegen im Herbst und Winter attraktiv, und der dichte Zweigaufbau wird zum Nisten genutzt. Wer maximale Artenzahl will, kommt mit Salweide oder Kornelkirsche zur gleichen Zeit weiter; als Ergänzung zu diesen ist die Blut-Johannisbeere aber keine leere Kulisse.
Besonderheiten
Besonderheiten: 1826 von David Douglas aus dem pazifischen Nordwesten nach England gebracht+dort sofort Modepflanze; drei Sorten tragen den RHS Award of Garden Merit; als Zwischenwirt des Weißkiefern-Blasenrostes war die Gattung Ribes in den USA von den 1920ern bis 1966 mit Anbauverboten belegt, erst resistentere Kiefern beendeten das; in ihrer Heimat eine Kolibripflanze;
Herkunft & Lebensraum
Westliches Nordamerika. Die Blut-Johannisbeere ist an der Pazifikküste von British Columbia über Washington und Oregon bis Nordkalifornien heimisch, südlich bis in den County Santa Barbara, dazu auf der mexikanischen Insel Guadalupe. Ihr Schwerpunkt liegt in den feuchten Gebieten westlich der Kaskaden; in Kalifornien steigt sie bis 2.200 Meter. In Idaho ist sie am Ostrand ihres Areals nur aus vier Countys bekannt und gilt dort als stark gefährdet. Nach Europa kam sie 1826 durch den schottischen Pflanzensammler David Douglas und wurde in England sofort zur Modepflanze; seither ist sie in Mitteleuropa einer der häufigsten Frühlingsblüher in Gärten und Parks. Verwilderte Bestände treten auf, bleiben hier aber unbeständig.
In ihrer Heimat wächst die Blut-Johannisbeere in offenen, feuchten Wäldern, an Waldrändern, in Gebüschen und auf Lichtungen des pazifischen Nordwestens. Das Klima dort ist ozeanisch mit milden, sehr niederschlagsreichen Wintern und eher trockenen Sommern — genau dazu passt ihr Rhythmus: Sie blüht sehr früh, noch während oder unmittelbar vor dem Laubaustrieb, und nutzt damit das Licht, bevor das Kronendach der Bäume schließt. Sie bevorzugt sonnige Lagen, ist aber ausgesprochen schattentolerant und übersteht einmal eingewurzelt auch Trockenheit, wächst jedoch am besten kühl und frisch. Verlangt werden frische, nährstoffreiche, sandig-lehmige Böden ohne Staunässe. In Mitteleuropa entspricht ihr Bedarf am ehesten einem halbschattigen Gehölzrand.
Häufige Fragen
Blut-Johannisbeere: Wie groß wird die Pflanze?
Blut-Johannisbeere (Ribes sanguineum) wächst als Strauch und erreicht ausgewachsen etwa 2,5 m Höhe bei rund 2,5 m Breite. Das Wachstum ist mittel.
Blut-Johannisbeere: Welchen Standort braucht die Pflanze?
Blut-Johannisbeere verträgt Halbschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm, Ton. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich halbfeucht – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5,5 und 7,5 liegen.
Blut-Johannisbeere: Ist die Pflanze winterhart?
Blut-Johannisbeere ist für die Winterhärte Zone 5–9 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.
Blut-Johannisbeere: Wächst die Pflanze in Deutschland?
Blut-Johannisbeere ist bis Zone 5 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
Blut-Johannisbeere: Wann ist die Blütezeit?
Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im April.
Blut-Johannisbeere: Ist die Pflanze giftig?
Für Blut-Johannisbeere ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.
Blut-Johannisbeere: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?
Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 6/10, Sonstige Nutzung 2/10.
Welche Sorten von Blut-Johannisbeere gibt es?
Im Permaplans-Sortenfinder sind 1 Sorten von Blut-Johannisbeere hinterlegt, darunter Pulborough Scarlet. Jede Sorte hat eine eigene Seite mit Geschmack, Reifezeit, Resistenzen und Abstammung.
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