Jostabeere
Wächst das bei mir?
Jostabeere ist bis Zone 6 winterhart. Das reicht für fast alle Lagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz; nur in rauen Höhenlagen (Alpen, Mittelgebirgskämme) ist Winterschutz sinnvoll.
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Steckbrief
- Familie
- Grossulariaceae
- Wuchsform
- Strauch
- Wuchshöhe
- 3,4 m
- Kronenbreite
- 2 m
- Wachstum
- sehr schnell
- Lebensdauer
- 20 Jahre
- Erster Ertrag
- nach 2 Jahren
- Vollertrag
- nach 4 Jahren
- Ertragsjahre
- 10–20 Jahre
- Winterhärte
- Zone 6–9
- Schattentoleranz
- Halbschatten
- Boden
- Sand, Schluff, Lehm
- Bodenfeuchte
- feucht – sehr nass
- pH-Wert
- 5,5 – 7
Blüte & Ernte
| J | F | M | A | M | J | J | A | S | O | N | D | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Blüte |
Sorten (6)
6 Sorten von Jostabeere sind im Permaplans-Sortenfinder hinterlegt — jede mit eigener Seite: Geschmack, Reifezeit, Resistenzen, Abstammung und Verwendung.
- Jogranda Fruehreife, robuste Jostabeere mit suesseren, besonders grossen Beeren an ueberhaengenden Trieben.
- Josta Die Ur-Jostabeere: dornenloser Starkwuchs mit großen, schwarzen, herb-aromatischen Beeren.
- Jostine Aromatischste Jostabeere mit hohem Zuckergehalt und aufrechtem, kraeftigem Wuchs.
- Orus 8 Geschmacklich beste Josta-Auslese der US-ORUS-Reihe, jedoch mit vereinzelten Dornen.
- Red Josta Ertragreiche Jostabeere mit rot ueberlaufenen, fast schwarzen Beeren, etwas suesser als schwarze Johannisbeere.
- Rikö Starkwuechsige, robuste Jostabeere mit relativ grossen, dunklen und aeusserst aromatischen Beeren.
Nutzung
Essbar: Die Beeren stehen zu dritt bis fünft in kurzen Trauben, sind tiefschwarz und erreichen etwa Stachelbeergröße. Geschmacklich liegen sie zwischen den Eltern: das Aroma erinnert an Schwarze Johannisbeere, ist aber milder und deutlich süßer, ohne deren herben Nachgeschmack. Der Vitamin-C-Gehalt ist hoch. Gereift wird von Mitte Juni bis in den Juli, und anders als bei der Johannisbeere reifen die Früchte einer Traube ungleichmäßig — zwei bis drei Pflückdurchgänge bringen die beste Qualität. Roh sind die Beeren angenehm zu essen; verarbeitet ergeben sie dunkle Konfitüren, Gelees, Säfte, Liköre und Wein. Einfrieren gelingt ohne nennenswerten Qualitätsverlust.
Sonstige Nutzung: Weil sie dornenlos bleibt, dicht verzweigt und keine Ausläufer treibt, eignet sich die Jostabeere gut als niedrige Nutzhecke entlang von Wegen und Spielflächen — dort, wo eine Stachelbeere zur Verletzungsquelle würde. Im Reihenabstand von etwa anderthalb Metern gepflanzt und nur auf Höhe gehalten, ergibt sie einen blickdichten, essbaren Saum. Im Baumschulhandel wird sie außerdem als Hochstämmchen angeboten, veredelt auf Goldjohannisbeere (Ribes aureum); solche Stämmchen bleiben kübeltauglich, brauchen aber dauerhaft einen Pfahl und leiden stärker unter Trockenheit als wurzelechte Sträucher. Der kräftige Beerenfarbstoff färbt Textilien und helle Fugen dauerhaft.
Anbau
Standortwahl: Sonne bringt Zuckergehalt und Ertrag, Halbschatten wird toleriert und verzögert die Reife um etwa eine Woche. Wichtiger als Licht ist Windschutz: Der Strauch blüht früh, und kalter Zugwind oder Spätfrost während der Blüte kostet den größten Teil des Fruchtansatzes. Die Jostabeere wird mit 1,8 bis 2 Metern Höhe und Breite deutlich größer als eine Johannisbeere — 2,5 bis 3 Meter Pflanzabstand einplanen, sonst verkahlt sie von innen. Sie bleibt unbewehrt, anders als die Stachelbeere, und lässt sich deshalb gefahrlos an Wege und in Reichweite von Kindern setzen. Als Hybride ist sie weitgehend selbstfruchtbar; ein zweiter Strauch oder eine Schwarze Johannisbeere in der Nähe verbessert den Ansatz aber merklich. Pflege: In den ersten zwei bis drei Standjahren nicht schneiden, sondern den Strauch sein Gerüst bilden lassen. Danach jährlich ein bis zwei der ältesten Triebe bodennah entfernen; die besten Erträge tragen zwei- und dreijährige Ruten, ältere verkahlen. Ein Schnitt direkt nach der Ernte ist übersichtlicher als im Winter, weil das Fruchtholz noch erkennbar ist. Eine Kompostgabe im Frühjahr und eine Mulchdecke halten den Wurzelbereich gleichmäßig feucht — der flach wurzelnde Strauch reagiert auf Sommertrockenheit mit vorzeitigem Fruchtfall. Gegen Amerikanischen Stachelbeermehltau und Säulenrost ist sie erheblich widerstandsfähiger als ihre Eltern, was sie im Hausgarten pflegeleicht macht. Vögel ernten gern mit; ein Netz ab der ersten Färbung sichert den Ertrag.
Vermehrung
Aussaat ist bei der Jostabeere zwecklos — als Hybride spaltet ihre Nachkommenschaft auf, die Sämlinge fallen fast immer schlechter aus als die Mutterpflanze. Vermehrt wird ausschließlich vegetativ, und das gelingt so einfach wie bei der Schwarzen Johannisbeere. Üblich sind Steckhölzer: von Oktober bis Februar etwa 20 Zentimeter lange Stücke einjährigen, gut ausgereiften Holzes schneiden und so tief in lockeren, unkrautfreien Boden stecken, dass nur zwei Knospen herausschauen. Bis zum folgenden Herbst sind sie bewurzelt und können verpflanzt werden. Ebenso zuverlässig ist das Absenken: einen bodennahen Trieb im Frühjahr niederbiegen, mit Erde bedecken und im Herbst des Folgejahres von der Mutterpflanze trennen. Bei jüngeren Sorten ist der Sortenschutz zu beachten.
Wert für Tiere
Die unscheinbaren grünlichen Blüten öffnen sich früh, meist ab April, und liefern Nektar und Pollen in einer Lücke des Gartenjahres. Hummeln sind die wichtigsten Besucher, weil sie schon bei niedrigen Temperaturen und trübem Wetter fliegen; dazu kommen Honigbienen und frühe Wildbienen wie Sandbienen. Auf spezialisierte Arten darf man bei einer Kulturhybride nicht hoffen, und Ribes-Arten sind in Mitteleuropa insgesamt keine Raupenfutterpflanzen von Rang. Handfest ist dagegen der Wert für Vögel: Der dichte, dornenlose Strauch bietet Amseln und Grasmücken gedeckte Nistplätze, und die schwarzen Beeren werden ab Mitte Juni angenommen — was für den Gärtner eher Konkurrenz als Freude bedeutet. Ungeschnittene alte Sträucher mit Totholzanteil beherbergen zudem markbewohnende Wildbienen.
Besonderheiten
Besonderheiten: Kreuzung aus Schwarzer Johannisbeere+Stachelbeere(+Ribes divaricatum); dornenlos; deutlich mehltau+säulenrostresistenter als beide Eltern; 1,8-2m hoch+breit, Pflanzabstand 2,5-3m; Ertrag an 2-3jährigem Holz; Reife Mitte Juni-Juli, ungleichmäßig (2-3 Pflückdurchgänge); Sorten: 'Josta'(1977), 'Jocheline', 'Jogranda', 'Jostine', 'Rikö';
Herkunft & Lebensraum
Kulturhybride ohne natürliches Verbreitungsgebiet. Die Jostabeere entstand aus Kreuzungen von Schwarzer Johannisbeere (Ribes nigrum), Stachelbeere (Ribes uva-crispa) und der nordamerikanischen Ribes divaricatum. Erwin Baur begann die Arbeit 1922 mit dem Ziel, die Ertragskraft der Johannisbeere mit der Fruchtgröße der Stachelbeere und echter Mehltauresistenz zu verbinden. Marktreif wurde das Vorhaben erst Jahrzehnte später: Rudolf Bauer stellte 1977 in Ahrensburg die Sorte 'Josta' vor, parallel entstanden in der DDR verwandte Hybriden. Heute wird die Jostabeere in ganz Mitteleuropa im Haus- und Erwerbsgarten angebaut.
Als Gartenhybride hat die Jostabeere kein natürliches Vorkommen; ihr Standortbild leitet sich von den Elternarten ab. Die Schwarze Johannisbeere wächst in feuchten Erlen- und Auwäldern sowie an Bruchwaldrändern Eurasiens, die Stachelbeere in lichten Laubwäldern, Hecken und auf Felsschutt der Mittelgebirge. Entsprechend verlangt die Jostabeere einen tiefgründigen, humusreichen und gleichmäßig frischen Boden, wie er unter Gehölzsäumen entsteht, verträgt aber deutlich mehr Sonne als ihre Waldrand-Eltern. Staunässe und flachgründige, rasch austrocknende Böden sind die häufigste Ursache für schwachen Wuchs und Fruchtfall.
Häufige Fragen
Jostabeere: Wie groß wird die Pflanze?
Jostabeere (Ribes x culverwellii) wächst als Strauch und erreicht ausgewachsen etwa 3,4 m Höhe bei rund 2 m Breite. Das Wachstum ist sehr schnell.
Jostabeere: Welchen Standort braucht die Pflanze?
Jostabeere verträgt Halbschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich feucht – sehr nass liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5,5 und 7 liegen.
Jostabeere: Ist die Pflanze winterhart?
Jostabeere ist für die Winterhärte Zone 6–9 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.
Jostabeere: Wächst die Pflanze in Deutschland?
Jostabeere ist bis Zone 6 winterhart. Das reicht für fast alle Lagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz; nur in rauen Höhenlagen (Alpen, Mittelgebirgskämme) ist Winterschutz sinnvoll.
Jostabeere: Wann ist die Blütezeit?
Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Mai.
Jostabeere: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?
Jostabeere trägt erstmals nach 2 Jahren. Den Vollertrag erreicht sie nach 4 Jahren. Die Ertragsphase dauert etwa 10–20 Jahre. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.
Jostabeere: Ist die Pflanze giftig?
Für Jostabeere ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.
Jostabeere: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?
Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 7/10.
Welche Sorten von Jostabeere gibt es?
Im Permaplans-Sortenfinder sind 6 Sorten von Jostabeere hinterlegt, darunter Jogranda, Josta, Jostine, Orus 8, Red Josta, Rikö. Jede Sorte hat eine eigene Seite mit Geschmack, Reifezeit, Resistenzen und Abstammung.
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