Schwarze Johannisbeere
Wächst das bei mir?
Schwarze Johannisbeere ist bis Zone 5 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
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Steckbrief
- Familie
- Grossulariaceae
- Wuchsform
- Strauch
- Wuchshöhe
- 1,8 m
- Kronenbreite
- 1,5 m
- Wachstum
- schnell
- Lebensdauer
- 30 Jahre
- Erster Ertrag
- nach 2 Jahren
- Ertragsjahre
- 10–20 Jahre
- Ertrag pro Pflanze
- bis 4 kg im Jahr
- Ertrag im Anbau
- bis 5 t/ha
- Energieertrag
- 200 kcal pro m² und Jahr
- Winterhärte
- Zone 5–8
- Schattentoleranz
- Halbschatten
- Boden
- Sand, Schluff, Lehm
- Bodenfeuchte
- halbfeucht – sehr feucht
- pH-Wert
- 5,5 – 7
- Synonyme
- Johannisbeere
Blüte & Ernte
| J | F | M | A | M | J | J | A | S | O | N | D | |
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| Blüte | ||||||||||||
| Fruchternte |
Sorten (20)
20 Sorten von Schwarze Johannisbeere sind im Permaplans-Sortenfinder hinterlegt — jede mit eigener Seite: Geschmack, Reifezeit, Resistenzen, Abstammung und Verwendung.
- Andega Ertragreiche deutsche Verarbeitungssorte mit gleichmäßig reifenden Beeren.
- Bang Up Historische englische Sorte mit intensivem Aroma – eine der ältesten benannten Johannisbeeren.
- Ben Connan Frühe Sorte mit besonders großen Beeren – die beliebteste Gartensorte für Frischverzehr.
- Ben Hope Moderne SCRI-Sorte mit Resistenz gegen Johannisbeergallmilbe und Blattkrankheiten.
- Ben Lomond Robuste schottische Standardsorte mit spätem, gleichmäßigem Ertrag und großen, säuerlichen Beeren.
- Ben More
- Ben Nevis Vigoroser, ertragreicher Klassiker für die Saftindustrie mit später Reife.
- Ben Sarek Kompakter Strauch mit großen Beeren – ideal für kleine Gärten.
- Big Ben Sorte mit den größten Beeren – süß genug für den Frischverzehr direkt vom Strauch.
- Bona Polnische Sorte mit sehr großen Beeren an langen Trauben – ideal für die maschinelle Ernte.
- Ceres Ertragssichere deutsche Sorte mit ausgewogenem Aroma für die Verarbeitung.
- Ebony
- Hedda
- Noire de Bourgogne
- Ometa Bewährte, spätfrosttolerante deutsche Sorte mit langen Trauben und mildem Aroma.
- Rosenthals Langtraubige Traditionelle deutsche Sorte mit langen Trauben und aromatischen, gut pflückbaren Beeren.
- Silvergieters Schwarze Alte, sehr aromatische niederländische Sorte, oft als Elternsorte moderner Züchtungen genutzt.
- Titania Extrem robuste, mehltau- und rostresistente Sorte mit großen, milden Beeren – die Hobbygärtner-Favoritin.
- Tsema
- Unbekannte Waldgarten Sorte
Nutzung
Essbar: Die schwarzen, erbsengroßen Beeren reifen im Juli und August und schmecken herb-säuerlich mit dem typischen kräftigen Aroma. Roh sind vollreife Früchte am besten, sie lassen sich aber ebenso zu Mus, Konfitüre, Gelee, Nektar und Saft verarbeiten; in Frankreich ist der Cassis-Likör daraus entstanden, in Deutschland der Aufgesetzte. Der Vitamin-C-Gehalt ist außergewöhnlich hoch und liegt je nach Sorte und Standort zwischen 80 und 350 mg pro 100 g, im Mittel bei etwa 180 mg — und er übersteht das Einkochen weitgehend, was die Art unter den Beerenobstarten fast einzigartig macht. Junge Blätter geben im April und Mai Kräuter- und Gemüsesuppen eine würzige Note, getrocknet ergeben sie einen Teeaufguss.
Heilkunde: In der Volksmedizin werden die Blätter der Schwarzen Johannisbeere traditionell bei Rheuma, Gicht, Keuchhusten und krampfartigem Husten verwendet. Im Mittelalter galten daneben Frucht und Holz als Mittel gegen Gicht. Pharmazeutisch von Interesse sind die Inhaltsstoffe der Blätter: Rutin, ätherisches Öl, Gerbstoffe und Vitamin C. Belegt ist damit die überlieferte Anwendung, nicht eine Wirksamkeit.
Sonstige Nutzung: Aus den Samen wird ein fettes Öl gepresst, das wegen seines Gehalts an Gamma-Linolensäure in Hautpflegemitteln eingesetzt und dort meist mit Vitamin E gegen Oxidation stabilisiert wird. Ein Extrakt aus den Blütenknospen ist ein geschätzter Rohstoff der Parfümindustrie. Die Blätter geben einen gelben, die Früchte einen blauvioletten Farbstoff; beim Einlegen von Gemüse werden Blätter mit in das Glas gegeben. Über die Fruchternte hinaus ist die Art als Heckengehölz brauchbar: Sie wächst dicht, verträgt Auslichtungsschnitt und dient in Feldhecken und Straßenbegleitgrün als Vogelschutz- und Unterwuchsgehölz.
Anbau
Die Schwarze Johannisbeere ist anspruchslos, solange der Boden nährstoffreich und gleichmäßig feucht bleibt; schwere, humose Lehme sind ihr lieber als leichte Sandböden, die im Sommer austrocknen. Beim pH-Wert ist sie breiter aufgestellt, als oft behauptet wird — sie gedeiht von leicht sauer bis schwach alkalisch. Volle Sonne bringt die höchsten Erträge, halbschattige Lagen nimmt sie ohne Ertragseinbruch an. Das Holz ist frosthart bis etwa -28 °C, die Blüten im April sind dagegen spätfrostgefährdet. Da die Früchte überwiegend am einjährigen Holz sitzen, schneidet man nach der Ernte die ältesten Triebe bodennah heraus und lässt junge Bodentriebe nachwachsen. Nicht neben fünfnadelige Kiefern setzen: Ribes-Arten sind Zwischenwirt des Blasenrostes.
Vermehrung
Die Schwarze Johannisbeere gehört zu den am einfachsten zu vermehrenden Beerensträuchern. Standard sind Steckhölzer: Im Spätherbst oder Winter schneidet man etwa zwanzig Zentimeter lange Stücke gut ausgereifter einjähriger Triebe und steckt sie schräg so tief, dass nur zwei bis drei Knospen herausschauen. Bis zum Frühjahr bewurzeln sie zuverlässig; das tiefe Stecken ist Absicht, denn die Pflanze soll später mehrtriebig aus dem Boden kommen. Im Sommer funktionieren auch Grünstecklinge unter Sprühnebel. Bogenförmig niedergelegte und angehäufelte Triebe bewurzeln als Absenker innerhalb einer Saison. Die Aussaat kommt nur in der Züchtung vor: Die Samen brauchen etwa drei Monate Kältereiz, keimen dann aber willig und bleiben viele Jahre keimfähig — sortenecht sind die Sämlinge nicht.
Wert für Tiere
Früh im Jahr ist der Strauch für Insekten wertvoll: Die hängenden Blütentrauben öffnen sich im April und Mai und werden von rund einem Dutzend Wildbienenarten angeflogen, die Nektar und Pollen sammeln — spezialisiert ist keine davon. Als Raupenfutter wiegt die Art schwerer, denn etwa dreizehn Schmetterlingsarten fressen an den Blättern, gut ein Drittel davon ausschließlich an Johannisbeeren. Reife Beeren nehmen Vögel bereitwillig an; weil die Samen die Verdauung unbeschadet überstehen, tragen sie die Art in der Landschaft weiter. In Hecken liefert der dicht verzweigte Strauch zusätzlich Deckung und Nistgelegenheit.
Besonderheiten
Besonderheiten: pflegeleicht, stickstoffliebend, erträgt viel Bodenfeuchte; seit dem 16. Jahrhundert in Mitteleuropa in Kultur, in Nordosteuropa vermutlich deutlich länger; beste Früchte am einjährigen Trieb; auch als Stämmchen gezogen; mehrere Sorten nebeneinander steigern den Ertrag; die Kreuzung mit der Stachelbeere unter Einkreuzung der nordamerikanischen Ribes divaricatum ergab die stachellose Jostabeere (Ribes x culverwellii), 1977 in den Handel gekommen; es gibt grünfrüchtige Sorten aus Finnland ohne den strengen Beigeschmack: 'Vertti', 'Venny' und die großbeerige 'Vilma'
Herkunft & Lebensraum
Eurasien: von West- und Mitteleuropa über Skandinavien und den Kaukasus bis Westsibirien, in die Mongolei und zum Himalaja. In Mitteleuropa ist die Schwarze Johannisbeere heimisch, echte Wildvorkommen sind aber selten geworden und kaum von verwilderten Sortensämlingen zu trennen; kultiviert wird sie erst seit dem 16. Jahrhundert und ist seither in vielen Regionen Deutschlands eingebürgert. Natürliche Bestände reichen vom Tiefland bis in Gebirgslagen über 1800 Meter. Angebaut wird sie heute in allen gemäßigten Zonen beider Halbkugeln; die wichtigsten Anbaugebiete liegen in Polen, Deutschland, Russland und Österreich.
Die Schwarze Johannisbeere ist eine Pflanze nasser Wälder. Sie wächst in Erlenbrüchen, in den Weidengebüschen feuchter Senken und in Auwäldern, wo der Boden nährstoffreich ist und zeitweise überflutet wird. Bevorzugt werden moorige bis tonige, dauerhaft feuchte bis nasse Standorte mit schwach saurer bis neutraler Bodenreaktion. Pflanzensoziologisch gilt sie als Charakterart des Walzenseggen-Erlenbruchs und tritt daneben in Grauweiden-Gebüschen und in Hartholzauen auf. Ihr ausgeprägter Feuchtezeiger erklärt, warum sie im Garten eine Staunässe verträgt, an der andere Beerensträucher scheitern. Volles Licht braucht sie nicht — sie stammt vom halbschattigen Waldrand.
⚠️ Gefahren
Die Schwarze Johannisbeere gilt als unbedenklich: Es sind keine giftigen Pflanzenteile bekannt, Früchte und Blätter werden seit Jahrhunderten als Lebensmittel genutzt. Der Strauch ist unbewehrt, beim Schnitt besteht also auch keine Verletzungsgefahr.
Häufige Fragen
Schwarze Johannisbeere: Wie groß wird die Pflanze?
Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum) wächst als Strauch und erreicht ausgewachsen etwa 1,8 m Höhe bei rund 1,5 m Breite. Das Wachstum ist schnell.
Schwarze Johannisbeere: Welchen Standort braucht die Pflanze?
Schwarze Johannisbeere verträgt Halbschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich halbfeucht – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5,5 und 7 liegen.
Schwarze Johannisbeere: Ist die Pflanze winterhart?
Schwarze Johannisbeere ist für die Winterhärte Zone 5–8 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.
Schwarze Johannisbeere: Wächst die Pflanze in Deutschland?
Schwarze Johannisbeere ist bis Zone 5 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
Schwarze Johannisbeere: Wann ist die Blütezeit?
Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im April.
Schwarze Johannisbeere: Wann kann man ernten?
Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Juli.
Schwarze Johannisbeere: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?
Schwarze Johannisbeere trägt erstmals nach 2 Jahren. Eine ausgewachsene Pflanze liefert bis zu 4 kg im Jahr, im Anbau bis 5 t pro Hektar. Die Ertragsphase dauert etwa 10–20 Jahre, bei einer Lebensdauer von rund 30 Jahren. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.
Schwarze Johannisbeere: Ist die Pflanze giftig?
Für Schwarze Johannisbeere ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.
Schwarze Johannisbeere: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?
Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 7/10, Heilkunde 6/10, Sonstige Nutzung 4/10.
Welche Sorten von Schwarze Johannisbeere gibt es?
Im Permaplans-Sortenfinder sind 20 Sorten von Schwarze Johannisbeere hinterlegt, darunter Andega, Bang Up, Ben Connan, Ben Hope, Ben Lomond, Ben More, Ben Nevis, Ben Sarek, Big Ben, Bona, Ceres, Ebony und 8 weitere. Jede Sorte hat eine eigene Seite mit Geschmack, Reifezeit, Resistenzen und Abstammung.
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Erfahrungen aus der Community
Was Permaplans-Nutzer zu dieser Pflanze geschrieben haben – unverändert aus der App übernommen. 1 Beitrag.
Neben den aufgeführten Verwendungen können Blätter und Früchte auch für Tees verwendet werden. wirkt insbesondere für Nieren und Stoffwechsel anregend.
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