Basilikum
Wächst das bei mir?
Basilikum ist in Mitteleuropa nicht winterhart (Zone 10). Im Freien nur von Frühjahr bis Herbst, sonst als Kübelpflanze mit frostfreier Überwinterung. Zusätzlich braucht sie warme Sommer, wie sie hierzulande nur im Weinbauklima, in Stadtlagen oder an geschützten Südwänden zusammenkommen.
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Steckbrief
- Familie
- Lamiaceae
- Wuchsform
- Staude
- Wuchshöhe
- 0,5 m
- Kronenbreite
- 0,3 m
- Wachstum
- sehr schnell
- Lebensdauer
- 2 Jahre
- Erster Ertrag
- nach 1 Jahr
- Winterhärte
- Zone 10–11
- Schattentoleranz
- volle Sonne
- Boden
- Sand, Schluff
- Bodenfeuchte
- halbfeucht – feucht
- pH-Wert
- 5,3 – 8,6
Blüte & Ernte
| J | F | M | A | M | J | J | A | S | O | N | D | |
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| Blüte | ||||||||||||
| Blatternte |
Nutzung
Essbar: Verwendet werden die Blätter, frisch wie getrocknet, wobei das Trocknen deutliche Aromaverluste bringt. Basilikum ist in der südeuropäischen und besonders der italienischen Küche eines der meistverwendeten Gewürze: Es ist fast immer Bestandteil von Pesto und für die traditionelle neapolitanische Pizza unverzichtbar, und sein feines Aroma passt hervorragend zu Tomaten. Weil das Aroma hitzeempfindlich ist, gibt man die Blätter erst am Ende zu und kocht sie nicht mit. Über die Hausküche hinaus wird Basilikum in der Fleischkonservenindustrie eingesetzt, und Basilikummazerat und -destillat sind Bestandteil mancher Kräuterliköre. Die Blüten sind essbar und geben eine gute Dekoration. Eine neuere Verwendung betrifft die Samen: Aufgequollene Basilikumsamen werden ähnlich wie mexikanische Chia in Getränken verwendet; als Lebensmittel sind sie sonst unüblich.
Sonstige Nutzung: Der nichtkulinarische Nutzen des Basilikums liegt fast vollständig im ätherischen Öl. Es wird in der Kosmetikindustrie für Duftmischungen eingesetzt und dient allgemein zur Aromatisierung; auch die Fleischkonservenindustrie verwendet Basilikum in dieser Funktion. Mazerat und Destillat der Blätter gehen in Kräuterliköre. Verbreitet, aber nicht belegt ist die Verwendung als Insektenabwehr: Ein Basilikumtopf auf der Fensterbank oder dem Terrassentisch soll Mücken und Fliegen fernhalten — die Vorstellung ist alt und in vielen Ländern anzutreffen, eine belastbare Wirkung ist dafür nicht nachgewiesen. Ähnliches gilt für die Mischkultur mit Tomaten: Sie ist wegen des gleichen Wärme- und Wasserbedarfs sinnvoll, ein pflanzenschützender Effekt ist damit aber nicht gezeigt.
Anbau
Standortwahl: Basilikum ist vor allem eine Wärmefrage. Unter 12 Grad findet praktisch kein Wachstum statt, dafür steigt der Pilzbefall stark an — zu früh gepflanztes Basilikum steht wochenlang still und geht dann ein. Der Platz sollte warm, windgeschützt und sonnig sein, im Hochsommer ist leichter Mittagsschatten günstiger als volle Glut. Der Boden muss locker, wasserdurchlässig und schnell erwärmbar sein, der pH-Wert idealerweise zwischen 6,5 und 7,2. Im Gemüsebeet ist der Platz neben den Tomaten naheliegend, weil beide denselben Wärmebedarf haben. Zwei Punkte kommen dazu: Schnecken sind an feuchten, schattigen Stellen der Hauptgegner, und blühendes Basilikum ist eine gute Bienenweide, verliert aber deutlich an Blattaroma — wer beides will, setzt zwei Gruppen, eine zum Ernten und eine zum Blühen. Basilikum ist frostempfindlich und wird in Mitteleuropa einjährig kultiviert. Pflege: Der wichtigste Eingriff ist das regelmäßige Ausgeizen: Man schneidet ganze Triebspitzen über einem Blattpaar ab, nie einzelne Blätter — das fördert buschigen Wuchs und verzögert die Blüte. Gegossen wird gleichmäßig feucht, aber nicht nass, morgens und möglichst nicht über das Laub, weil die Blattfleckenkrankheit durch Septoria-Arten in Regenperioden auftritt. Weitere Probleme sind die Fusarium-Welke im Freiland wie im Gewächshaus und das von Blattläusen übertragene Luzernemosaikvirus, das Blattvergilbungen auslöst; an tierischen Schädlingen fressen Zwergzikaden, Raupen der Ampfereule, Gemeine Wiesenwanzen und Schnecken am Laub. Ein Hinweis zur Topfware aus dem Handel: Das sind dicht gesäte Gewächshaus-Jungpflanzen, nicht als Zimmerpflanze gedacht — wer sie behalten will, vereinzelt sie und topft sie mit Platz für die Wurzeln um, dann entwickeln sie im Freien erst ihre Robustheit. Im Herbst vor den ersten kalten Nächten abernten.
Vermehrung
Basilikum lässt sich auf zwei Wegen leicht vermehren. Der klassische ist die Aussaat ab März auf der Fensterbank: Basilikum ist Lichtkeimer, die Samen werden also nur angedrückt und nicht bedeckt, keimen bei 20 bis 25 Grad in einer bis zwei Wochen und werden nach dem Pikieren einzeln weiterkultiviert. Direkt ins Freiland sät man erst, wenn der Boden dauerhaft über 12 Grad hat — vorher keimt es unwillig und fault leicht. Der zweite Weg ist noch einfacher und für Privathaushalte der bequemste: Abgeschnittene Triebe, die man in ein Glas Wasser stellt, bilden nach wenigen Wochen Wurzeln und lassen sich danach eintopfen. Weil Sorten über Samen leicht auskreuzen, ist der Steckling zugleich der sortenechte Weg, eine bestimmte Pflanze zu erhalten. Samen reifen im Spätsommer und bleiben mehrere Jahre keimfähig.
Wert für Tiere
Basilikum wird meist geerntet, bevor es blüht, und fällt dadurch als Insektenpflanze ganz aus — das ist eine Entscheidung des Gärtners, keine Eigenschaft der Pflanze. Lässt man einen Teil der Triebe blühen, sind die kleinen weißen Lippenblüten über Wochen eine gute Nektar- und Pollenquelle und werden von Honigbienen, Hummeln und Wildbienen gut angenommen; die hohen Nektar- und Pollenwerte in der Datenbank spiegeln das. Belastbare Artenzahlen für Mitteleuropa gibt es nicht und kann es kaum geben: Basilikum ist hier eine einjährige, frostempfindliche Kulturpflanze ohne eigene Begleitfauna. Die einzigen dokumentierten Pflanzenfresser sind Generalisten, die es im Anbau als Schädlinge auffallen lassen — Raupen der Ampfereule (Acronicta rumicis), Zwergzikaden, Gemeine Wiesenwanzen und Schnecken. Struktur- oder Vogelwert hat die Pflanze nicht. Der praktische Rat ist deshalb einfach: ein paar Pflanzen zum Ernten, ein paar zum Blühen stehen lassen.
Besonderheiten
Besonderheiten: Der Name kommt über lat. basilicum vom griech. basilikon, "königlich"; in Vorderindien schon um 1000 v. Chr. als Gewürz-, Heil- und Zierpflanze kultiviert, Pyramidenfunde belegen den Anbau im alten Ägypten; nach Deutschland erst im 12. Jh.; in Griechenland gibt es bis heute zahlreiche Volkssagen um seine Herkunft; nicht zu verwechseln mit dem indischen Tulsi (Ocimum tenuiflorum), einer eigenen, religiös verehrten Art;
Herkunft & Lebensraum
Tropisches bis subtropisches Asien, wahrscheinlich Nordwest-Indien. Die Herkunft des Basilikums ist nicht mehr sicher feststellbar; als Herkunftsgebiet wird Nordwest-Indien vermutet, und einige Quellen geben allgemein das subtropische bis tropische Asien als natürliches Verbreitungsgebiet an. In Vorderindien wurde es bereits um 1000 vor Christus als Gewürz-, Heil- und Zierpflanze kultiviert, Funde in Pyramiden belegen den Anbau im alten Ägypten. Nach Deutschland dürfte es im 12. Jahrhundert gelangt sein. Heute wird es weltweit angebaut, überwiegend in subtropischen Gebieten, aber auch in den Tropen und in gemäßigten Zonen, im Freiland wie im Gewächshaus. In Deutschland kommt Freilandware etwa von Ende Juni bis Anfang Oktober auf den Markt, Gewächshausware das ganze Jahr.
Basilikum hat in Mitteleuropa keinen Lebensraum: Es ist eine frostempfindliche Kulturpflanze, die hier ausschließlich im Beet, im Topf und im Gewächshaus vorkommt und im Winter verschwindet. Auch für sein Herkunftsgebiet lässt sich kein natürlicher Lebensraum mehr genau benennen, weil die Art seit über dreitausend Jahren in Kultur ist und ihre Wildvorkommen nicht mehr zweifelsfrei von Verwilderungen zu trennen sind. Was sich aus ihren Ansprüchen ableiten lässt: Sie ist auf warme, sommerfeuchte Verhältnisse eingestellt, verlangt lockere, durchlässige, sich gut erwärmende Böden im neutralen Bereich und stellt unter 12 Grad das Wachstum ein. Das entspricht offenen, warmen Standorten tropischer und subtropischer Tieflagen mit einer feuchten Wachstumsperiode, nicht dem geschlossenen Wald und nicht dem Dauertrockengebiet.
Häufige Fragen
Basilikum: Wie groß wird die Pflanze?
Basilikum (Ocimum basilicum) wächst als Staude und erreicht ausgewachsen etwa 0,5 m Höhe bei rund 0,3 m Breite. Das Wachstum ist sehr schnell.
Basilikum: Welchen Standort braucht die Pflanze?
Basilikum verträgt volle Sonne. Als Boden eignet sich Sand, Schluff. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich halbfeucht – feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5,3 und 8,6 liegen.
Basilikum: Ist die Pflanze winterhart?
Basilikum ist für die Winterhärte Zone 10–11 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.
Basilikum: Wächst die Pflanze in Deutschland?
Basilikum ist in Mitteleuropa nicht winterhart (Zone 10). Im Freien nur von Frühjahr bis Herbst, sonst als Kübelpflanze mit frostfreier Überwinterung. Zusätzlich braucht sie warme Sommer, wie sie hierzulande nur im Weinbauklima, in Stadtlagen oder an geschützten Südwänden zusammenkommen.
Basilikum: Wann ist die Blütezeit?
Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von Juli bis September.
Basilikum: Ist die Pflanze giftig?
Für Basilikum ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.
Basilikum: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?
Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 7/10, Heilkunde 5/10, Sonstige Nutzung 4/10.
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