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Feige – Ficus carica

Feige

Ficus carica
biblisch alter Kulturbaum der Fruchtbarkeit
Essbarkeit9Heilwirkung7Sonstiger Nutzen4
Baum6×6 mZone 6–11volle Sonne🍎 Essbar

Wächst das bei mir?

Feige ist bis Zone 6 winterhart. Das reicht für fast alle Lagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz; nur in rauen Höhenlagen (Alpen, Mittelgebirgskämme) ist Winterschutz sinnvoll. Zusätzlich braucht sie warme Sommer, wie sie hierzulande nur im Weinbauklima, in Stadtlagen oder an geschützten Südwänden zusammenkommen.

Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:

Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Moraceae
Wuchsform
Baum
Wuchshöhe
6 m
Kronenbreite
6 m
Wachstum
mittel
Lebensdauer
40 Jahre
Erster Ertrag
nach 3 Jahren
Ertragsjahre
17 Jahre
Ertrag pro Pflanze
bis 100 kg im Jahr
Ertrag im Anbau
bis 15 t/ha
Energieertrag
500 kcal pro m² und Jahr
Winterhärte
Zone 6–11
Schattentoleranz
volle Sonne
Boden
Sand, Schluff, Lehm, Ton
Bodenfeuchte
trocken – sehr feucht
pH-Wert
6 – 7,5
In Gärten geplant
7×
heckentauglich

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Fruchternte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Sorten (23)

23 Sorten von Feige sind im Permaplans-Sortenfinder hinterlegt — jede mit eigener Seite: Geschmack, Reifezeit, Resistenzen, Abstammung und Verwendung.

Nutzung

Essbar9 von 10
Heilkunde7 von 10
Sonstige Nutzung4 von 10

Essbar: Obst - roh oder gekocht. Süß und saftig, ein vollreifes Exemplar ist eine exquisite Frucht, die fast buchstäblich auf der Zunge zergeht. Die Frucht wird oft für die spätere Verwendung getrocknet und diese getrocknete Frucht ist ein wichtiger Handelsartikel. Feigen sind normalerweise birnenförmig und haben einen Durchmesser von bis zu 5 cm. Der Latex aus dem Saft kann verwendet werden, um Pflanzenmilch zu gerinnen. Eine Ernährungsanalyse ist verfügbar.

Heilkunde: Das aus der Wurzel gewonnene Gummiharz hat verschiedene medizinische Eigenschaften, darunter anthelmintisch, krampflösend, schleimlösend und nervenstärkend. Es wird zur Behandlung von Asthma, Keuchhusten, Blähungskoliken sowie bei Lungenentzündung und Bronchitis bei Kindern eingesetzt. Die Blätter der Pflanze sind verdauungsfördernd und schweißtreibend. Es wurde kürzlich untersucht, ob die Pflanze als potenzielles Kontrazeptivum dienen könnte.

Sonstige Nutzung: Das Holz der Feige ist leicht, weich und porös und spielt als Nutzholz kaum eine Rolle; im 13. bis 15. Jahrhundert schätzte man es allerdings für die Holztafeln der Tafelmalerei. Wirtschaftlich interessanter ist der Milchsaft, der in allen grünen Pflanzenteilen sitzt: Er enthält das eiweißspaltende Enzym Ficin und wird traditionell zum Dicklegen von Milch und pflanzlichen Milchalternativen genutzt. Aus stark gerösteten Trockenfeigen stellte man früher einen Kaffeezusatz her, den Feigenkaffee, der heute nur noch selten angeboten wird. Zu beachten ist dabei, dass der Milchsaft von Blättern und Trieben Psoralen und Bergapten enthält; reife Früchte sind frei davon.

Anbau

Standortwahl: Die Feige braucht Wärme und vor allem Schutz vor Kahlfrost; nördlich der Alpen gelingt sie nur im Weinbauklima oder an städtischen Wärmeinseln, an einer Südmauer, im Innenhof oder am Spalier. Sie wurzelt flach und weit und konkurriert in Beetnähe um Wasser; eine Wurzelbegrenzung, etwa ein eingegrabener Kübel, bändigt das und fördert zugleich den Fruchtansatz. Reife Früchte fallen ab, hinterlassen klebrige Flecken auf Pflaster und ziehen Wespen an, weshalb ein Sitzplatz direkt darunter unklug ist. Der Milchsaft von Blättern und Trieben reizt die Haut, an schmalen Wegen stört das. Pflege: Magerer Boden ist recht, nasser und schwerer nicht, denn dort wächst sie üppig und setzt wenig an. Stickstoff sparsam geben: Zu viel senkt die Frosthärte und verzögert die Reife. Sorten wie 'Brown Turkey', 'Ronde de Bordeaux' oder 'Brunswick' halten etwa -15 °C; darunter friert das Holz zurück und die Ernte fällt aus, weil die Feige am einjährigen Holz trägt. Aus dem Wurzelstock treibt sie meist wieder. Als Winterschutz dienen eine 10 bis 15 cm starke Laubdecke über der Wurzelscheibe und zusammengebundene, in Jute gehüllte Äste, nie Folie; vor allem die unteren 50 cm zählen. Ein leichter Rückschnitt im März fördert die Seitentriebe.

Vermehrung

Die Feige lässt sich so leicht vegetativ vermehren, dass sich alles andere kaum lohnt. Üblich sind Steckhölzer aus gut verholzten, ein- bis zweijährigen Trieben: 25 bis 30 cm lange und höchstens 1,5 cm dicke Stücke, im späten Winter geschnitten und in durchlässiges Substrat gesteckt, bewurzeln bei Bodenwärme in wenigen Wochen; auch zwei- und dreijähriges Holz und dickere Aststücke wachsen an. Absenker und abgestochene Wurzelschosse funktionieren ebenso, Letztere fallen bei zurückgefrorenen Pflanzen ohnehin an. All diese Wege liefern sortenechte Pflanzen, worauf es ankommt, weil man in Mitteleuropa auf jungfernfrüchtige Sorten angewiesen ist. Sämlinge sind dagegen genetisch bunt gemischt und ergeben zu einem großen Teil fruchtlose Bocksfeigen; die Aussaat bleibt der Züchtung vorbehalten. Jungpflanzen setzt man im Frühjahr und rund 10 cm tiefer, als sie im Topf standen.

Wert für Tiere

Die Feige unterhält in ihrem Ursprungsgebiet eine der engsten Pflanze-Insekt-Beziehungen überhaupt: Die Blüten sitzen im Inneren des krugförmigen Blütenstands und werden allein von der wenige Millimeter großen Feigengallwespe bestäubt, die zwischen Bocks- und Essfeigen pendelt und dabei ihren eigenen Entwicklungszyklus vollzieht. In Mitteleuropa fehlt diese Wespe, weshalb hier fast ausschließlich jungfernfrüchtige Sorten des adriatischen Typs angebaut werden, die ohne Bestäubung tragen. Für die heimische Insektenwelt bleibt die Feige damit weitgehend bedeutungslos; regelmäßige Blütenbesucher gibt es praktisch nicht, und der Feigen-Spreizflügelfalter tritt nur vereinzelt auf. Wirklich genutzt werden die reifen Früchte, an die sich Amseln, Stare und Wespen halten.

Besonderheiten

Besonderheiten: eine der ältesten Kulturpflanzen - Funde bei Jericho ~11.400 Jahre, älter als der Ackerbau; in Mitteleuropa nur jungfernfrüchtige Sorten des adriatischen Typs, da die Feigengallwespe als einziger Bestäuber hier fehlt; trägt am einjährigen Holz -> Rückfrost kostet die ganze Ernte; bis Zone 6 frosthart, fruchttragende Triebe frieren aber früher zurück; wind+kältegeschützter Standort nötig; Flachwurzeln horizontal beschränken

Herkunft & Lebensraum

Südwestasien und Mittelmeerraum. Die Wildform der Feige ist nicht sicher bekannt; vermutet wird ihre Heimat am Südufer des Kaspischen Meeres und im Pontischen Gebirge, doch sprechen genetische Untersuchungen an mitochondrialer DNA dafür, dass die Art im gesamten Mittelmeergebiet ursprünglich ist. Heute ist sie dort überall verbreitet und vielfach verwildert; kommerzielle Schwerpunkte liegen in der Türkei, in Ägypten, Algerien, Marokko und im Iran. Nördlich der Alpen hält sie sich an wintermilden Sonderstandorten: An Rhein, Mosel, Main und Elbe, im Breisgau, an der Bergstraße, im Ruhrgebiet und im Dresdner Elbtal wachsen verwilderte Feigen an Mauern, Bahndämmen und in Stadtbrachen. Auch auf Helgoland und den dänischen Ostseeinseln hat sie sich etabliert.

Die Feige besiedelt trockene, sonnenexponierte Lagen mit tiefgründigem, aber gut durchlässigem Boden und steigt vom Meeresspiegel bis in etwa 1.700 m Höhe. Charakteristisch ist ihre Bindung an Felsstandorte: Sie wurzelt in Spalten, Geröllhalden und altem Mauerwerk, wo das weitreichende Wurzelwerk Feuchtigkeit aus der Tiefe erschließt, und kommt dabei auch auf nährstoffarmen Substraten zurecht. Staunässe und dauerhaft hohe Bodenfeuchte verträgt sie schlecht, Salz im Boden dagegen recht gut, was ihre Vorkommen in Küstennähe erklärt. In den halbtrockenen Gebirgsregionen des Iran wächst eine kältetolerante Bergform an offenen Trockenhängen.

⚠️ Gefahren

Der Saft und die halbreifen Früchte gelten als giftig. Der Saft kann zu schweren Augenreizungen führen.

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Feige: Wie groß wird die Pflanze?

Feige (Ficus carica) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 6 m Höhe bei rund 6 m Breite. Das Wachstum ist mittel.

Feige: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Feige verträgt volle Sonne. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm, Ton. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich trocken – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 6 und 7,5 liegen.

Feige: Ist die Pflanze winterhart?

Feige ist für die Winterhärte Zone 6–11 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Feige: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Feige ist bis Zone 6 winterhart. Das reicht für fast alle Lagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz; nur in rauen Höhenlagen (Alpen, Mittelgebirgskämme) ist Winterschutz sinnvoll. Zusätzlich braucht sie warme Sommer, wie sie hierzulande nur im Weinbauklima, in Stadtlagen oder an geschützten Südwänden zusammenkommen.

Feige: Wann kann man ernten?

Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von Juli bis Oktober.

Feige: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?

Feige trägt erstmals nach 3 Jahren. Eine ausgewachsene Pflanze liefert bis zu 100 kg im Jahr, im Anbau bis 15 t pro Hektar. Die Ertragsphase dauert etwa 17 Jahre, bei einer Lebensdauer von rund 40 Jahren. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.

Feige: Ist die Pflanze giftig?

Für Feige sind einzelne Pflanzenteile als leicht bedenklich vermerkt — die Pflanze gilt nicht als giftig. Verlass dich bei Wildpflanzen nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Feige: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 9/10, Heilkunde 7/10, Sonstige Nutzung 4/10.

Welche Sorten von Feige gibt es?

Im Permaplans-Sortenfinder sind 23 Sorten von Feige hinterlegt, darunter Adriatic, Black Mission, Bornholm, Brown Turkey, Brunswick, Bursa, Celeste, Conadria, Dalmatie, Dauphine, Desert King, Kadota und 11 weitere. Jede Sorte hat eine eigene Seite mit Geschmack, Reifezeit, Resistenzen und Abstammung.

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