Papiermaulbeerbaum
Wächst das bei mir?
Papiermaulbeerbaum ist bis Zone 6 winterhart. Das reicht für fast alle Lagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz; nur in rauen Höhenlagen (Alpen, Mittelgebirgskämme) ist Winterschutz sinnvoll.
Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:
Steckbrief
- Familie
- Moraceae
- Wuchsform
- Baum
- Wuchshöhe
- 9 m
- Kronenbreite
- 9,1 m
- Wachstum
- mittel
- Lebensdauer
- 50 Jahre
- Erster Ertrag
- nach 4 Jahren
- Winterhärte
- Zone 6–11
- Schattentoleranz
- volle Sonne
- Boden
- Sand, Schluff, Lehm
- Bodenfeuchte
- halbfeucht – sehr feucht
- pH-Wert
- 5,5 – 7,5
Nutzung
Essbar: Die kugeligen Fruchtstände sind reif auffällig orange und tragen zahlreiche fleischige, fadenförmige Einzelfrüchte, die weit herausragen. Sie schmecken süß und werden roh gegessen; ihr Aroma gilt als ausgesprochen fein, die Menge an Fruchtfleisch ist allerdings gering. Der darunterliegende Fruchtkörper ist dagegen trocken, faserig und praktisch geschmacklos — wer hineinbeißt, kaut übereinstimmenden Praxisberichten zufolge wie auf fester Pappe. Für eine nennenswerte Obsternte oder gar zur Selbstversorgung taugt die Art deshalb nicht, als Nascherei am Strauch dagegen durchaus. Junge Blätter werden gekocht als Gemüse gegessen, auch die Blüten gelten als essbar.
Sonstige Nutzung: Aus den Bastfasern der Rinde werden seit über tausend Jahren Papier, Stoff und Seile hergestellt; darauf geht der Name zurück. Die Fasern liefern das Ausgangsmaterial für hochwertige ostasiatische Büttenpapiere und waren zugleich die wichtigste Quelle für Rindenbaststoff, der im pazifischen Raum als Tapa bekannt ist. Dafür wird der Bast gewässert, geklopft und zu Bahnen ausgebreitet. Das Holz ist leicht und weich und spielt keine nennenswerte Rolle.
Anbau
Anspruchslos und ausgesprochen wüchsig: In etwa zwei Jahren werden drei bis vier Meter Höhe erreicht. Verlangt wird ein sonniger, warmer Standort auf durchlässigem Boden mittlerer Güte; Luftverschmutzung und Stadtklima werden gut vertragen. Der junge Austrieb im Frühjahr ist frostempfindlich, ein Platz ohne frühe Morgensonne mindert Schäden. Zu rechnen ist mit starker Ausbreitung: Aus dem flach streichenden Wurzelwerk entstehen dichte Bestände, und wo männliche und weibliche Pflanzen zusammenstehen, kommt reichliche Selbstaussaat hinzu. In wärmeren Lagen verwildert die Art dadurch zuverlässig und wird regional als invasiv geführt. Vor einer Pflanzung außerhalb kontrollierter Standorte ist das abzuwägen — einmal etabliert, lässt sie sich nur schwer zurückdrängen.
Besonderheiten
Zweihäusig, gelegentlich auch einhäusig — für Fruchtansatz braucht es in der Regel beide Geschlechter. Der Zierwert liegt in den ungewöhnlichen, kugeligen Fruchtständen mit ihren orangen, fadenförmigen Auswüchsen und in den stark veränderlichen Blättern, die an derselben Pflanze ganzrandig, gelappt oder tief geschlitzt sein können. Wuchsstark, schnellwüchsig und ausläuferbildend: Die Art ist eher ein Gehölz für große Flächen und Pioniersituationen als für den kleinen Garten.
Herkunft & Lebensraum
Ursprünglich in Ostasien beheimatet, von China und Japan über Korea bis Taiwan und Indochina. Als Faserpflanze wurde die Art früh nach Südostasien und über den Pazifik bis Polynesien verbreitet, wo sie ausschließlich vegetativ weitergegeben wurde. Heute ist sie in weiten Teilen Nordamerikas, Südeuropas und Afrikas eingebürgert und gilt dort vielerorts als invasiv; auch in mitteleuropäischen Stadtklimaten verwildert sie zunehmend.
Wächst als Pioniergehölz an Waldrändern, auf Lichtungen, Brachen und Schuttplätzen, häufig auf gestörten Böden entlang von Straßen, Bahnanlagen und Flussufern. Bevorzugt werden warme, sonnige Lagen auf durchlässigen, mäßig nährstoffreichen Substraten; Stadtklima mit hoher Wärmebelastung und belasteter Luft wird ausgesprochen gut vertragen. In Sekundärwäldern besiedelt die Art rasch offene Flächen und bildet dort dichte, gleichaltrige Bestände.
⚠️ Gefahren
Überliefert ist, dass anhaltender und reichlicher Verzehr der Früchte die Knochen schwächen soll; belastbare Untersuchungen dazu fehlen.
Häufige Fragen
Papiermaulbeerbaum: Wie groß wird die Pflanze?
Papiermaulbeerbaum (Broussonetia papyrifera) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 9 m Höhe bei rund 9,1 m Breite. Das Wachstum ist mittel.
Papiermaulbeerbaum: Welchen Standort braucht die Pflanze?
Papiermaulbeerbaum verträgt volle Sonne. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich halbfeucht – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5,5 und 7,5 liegen.
Papiermaulbeerbaum: Ist die Pflanze winterhart?
Papiermaulbeerbaum ist für die Winterhärte Zone 6–11 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.
Papiermaulbeerbaum: Wächst die Pflanze in Deutschland?
Papiermaulbeerbaum ist bis Zone 6 winterhart. Das reicht für fast alle Lagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz; nur in rauen Höhenlagen (Alpen, Mittelgebirgskämme) ist Winterschutz sinnvoll.
Papiermaulbeerbaum: Ist die Pflanze giftig?
Für Papiermaulbeerbaum ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.
Papiermaulbeerbaum: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?
Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 7/10, Heilkunde 3/10, Sonstige Nutzung 5/10.
Diese Pflanze in den eigenen Garten planen
Permaplans plant deinen Garten maßstabsgetreu auf der Karte — mit Standortcheck, Ernteplan und über 1.000 Pflanzen. Kostenlos für iPhone, Android, Mac, Windows & Linux.
Wächst diese Pflanze bei dir? → Standort prüfen
Erfahrungen aus der Community
Noch keine Erfahrungsberichte zu dieser Pflanze.
Hast du sie im Garten? Schreib in der App, was bei dir funktioniert – dein Beitrag erscheint hier.
💬 App laden und mitschreiben