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Japanischer Papiermaulbeerbaum

Broussonetia x kazinoki
Kozo — Hybride aus Hime-Kozo und Papiermaulbeerbaum
Strauch4,5×4 mZone 6–9volle Sonne

Wächst das bei mir?

Japanischer Papiermaulbeerbaum ist bis Zone 6 winterhart. Das reicht für fast alle Lagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz; nur in rauen Höhenlagen (Alpen, Mittelgebirgskämme) ist Winterschutz sinnvoll.

Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:

Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Moraceae
Wuchsform
Strauch
Wuchshöhe
4,5 m
Kronenbreite
4 m
Wachstum
mittel
Lebensdauer
50 Jahre
Erster Ertrag
nach 4 Jahren
Winterhärte
Zone 6–9
Schattentoleranz
volle Sonne
Boden
Sand, Schluff, Lehm
Bodenfeuchte
halbfeucht – sehr feucht
pH-Wert
5,5 – 7,5
Synonyme
Broussonetia kazinoki Siebold

Nutzung

Essbar: Die roten, rundlichen Früchte werden bei Vollreife klebrig und sehr süß; ihr Aroma wird als Mischung aus weißer Maulbeere mit einem leichten Feigenton beschrieben. Anders als beim nah verwandten Papiermaulbeerbaum ist die Frucht vollständig genießbar und nicht auf die fleischigen Auswüchse beschränkt. Entscheidend ist der Reifegrad: Nicht ganz ausgereifte Früchte schmecken grasig und wenig angenehm. Die Einzelfrüchte bleiben mit etwa einem Zentimeter klein und liefern wenig Fruchtfleisch, das Aroma gilt aber als ausgesprochen fein. Junge Blätter werden gekocht als Gemüse verwendet, die Blüten gelten ebenfalls als essbar.

Sonstige Nutzung: Der Bast liefert seit über tausend Jahren die Faser für hochwertige ostasiatische Büttenpapiere und gilt dort als bevorzugte Quelle für diesen Zweck. Daneben werden aus den Fasern Stoff und Seile hergestellt. Die Angaben zur Faserqualität im Vergleich zum Papiermaulbeerbaum gehen auseinander; für feine Papiere wird in den Herkunftsgebieten jedoch diese Art bevorzugt.

Anbau

Verlangt einen sonnigen, warmen Platz auf durchlässigem Boden mittlerer Güte; Luftverschmutzung wird gut vertragen. Der Wuchs bleibt strauchig und offen, in Kultur werden zwei bis viereinhalb Meter erreicht. Der junge Austrieb im Frühjahr ist frostempfindlich — ein Standort ohne frühe Morgensonne mindert die Schäden nach Nachtfrösten. Die Winterhärte wird uneinheitlich angegeben: Übliche Einstufungen reichen bis etwa minus fünfzehn Grad, ein Praxisbericht aus einem Garten mit mehrjähriger Erfahrung nennt dagegen minus fünfundzwanzig Grad ohne Schäden durch Spätfröste oder andere Wetterextreme. Für rauere Lagen lohnt der Versuch also, ohne dass Verlass darauf wäre. Die Pflanzen sind einhäusig oder zweihäusig; für Fruchtansatz werden in der Regel beide Geschlechter gebraucht.

Vermehrung

Halbreife Stecklinge im Juli und August bewurzeln zuverlässig und sind der einfachste Weg. Stecklinge aus ausgereiftem Holz werden im November geschnitten; ebenso möglich sind Wurzelstecklinge und das Absenken von Trieben im Frühjahr. In den Anbaugebieten für die Papierherstellung wird traditionell fast ausschließlich vegetativ vermehrt, weil die Triebe vor der Blüte geerntet werden. Eine Aussaat ist möglich: Gesät wird im Herbst oder Frühjahr unter Glas, die Keimung erfolgt bei etwa fünfzehn Grad innerhalb von ein bis drei Monaten. Da es sich um eine Hybride handelt, fallen Sämlinge uneinheitlich aus — wer eine bestimmte Form erhalten will, ist auf die vegetative Vermehrung angewiesen.

Besonderheiten

Eine Hybride aus Hime-Kozo und dem Papiermaulbeerbaum, die lange für eine eigene Art gehalten wurde; molekulare Untersuchungen haben die Kreuzungsherkunft erst in jüngerer Zeit belegt. Beide Elternarten tragen denselben deutschen Namen, was die anhaltende Verwechslung erklärt. Vom großwüchsigen Papiermaulbeerbaum unterscheidet sie sich durch den durchweg strauchigen Wuchs, kürzere Blattstiele, kürzere männliche Blütenstände und deutlich weniger behaarte junge Triebe. Der praktische Unterschied liegt in der Frucht: Sie ist hier vollständig genießbar, während beim Papiermaulbeerbaum nur die fleischigen Fruchtfäden etwas hergeben.

Herkunft & Lebensraum

Ostasien: Die Hybride tritt im natürlichen Verbreitungsgebiet beider Elternarten auf und steht in Japan und Korea seit Jahrhunderten in Kultur. Nach Europa kam sie vermutlich im neunzehnten Jahrhundert, blieb hier aber stets im Schatten des größerwüchsigen Papiermaulbeerbaums und ist im Handel selten.

Wächst in wärmebegünstigten Lagen an Waldrändern, in lichten Gehölzen und auf Brachflächen, meist auf durchlässigen, mäßig nährstoffreichen Böden. Als Kulturpflanze steht sie überwiegend in gepflegten Anbauflächen, in denen die Triebe jährlich geerntet werden, sowie in Gärten. Stadtklima und belastete Luft werden gut vertragen.

⚠️ Gefahren

Überliefert ist, dass anhaltender und reichlicher Verzehr der Früchte die Knochen schwächen soll; belastbare Untersuchungen dazu fehlen.

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Japanischer Papiermaulbeerbaum: Wie groß wird die Pflanze?

Japanischer Papiermaulbeerbaum (Broussonetia x kazinoki) wächst als Strauch und erreicht ausgewachsen etwa 4,5 m Höhe bei rund 4 m Breite. Das Wachstum ist mittel.

Japanischer Papiermaulbeerbaum: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Japanischer Papiermaulbeerbaum verträgt volle Sonne. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich halbfeucht – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5,5 und 7,5 liegen.

Japanischer Papiermaulbeerbaum: Ist die Pflanze winterhart?

Japanischer Papiermaulbeerbaum ist für die Winterhärte Zone 6–9 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Japanischer Papiermaulbeerbaum: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Japanischer Papiermaulbeerbaum ist bis Zone 6 winterhart. Das reicht für fast alle Lagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz; nur in rauen Höhenlagen (Alpen, Mittelgebirgskämme) ist Winterschutz sinnvoll.

Japanischer Papiermaulbeerbaum: Ist die Pflanze giftig?

Für Japanischer Papiermaulbeerbaum ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

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