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Kartoffel – Solanum tuberosum

Kartoffel

Solanum tuberosum
Knolle der Vernunft oder Dummheit
Essbarkeit9Heilwirkung7Sonstiger Nutzen5
Staude1,1×0,6 mZone 3–10leichter Schatten🍎 Essbar

Wächst das bei mir?

Kartoffel ist einjährig und wächst in Mitteleuropa problemlos im Freiland – eine Saison von der Aussaat im Frühjahr bis zur Ernte im Herbst.

Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:

Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Solanaceae
Wuchsform
Staude
Wuchshöhe
1,1 m
Kronenbreite
0,6 m
Wachstum
schnell
Lebensdauer
1 Jahr
Erster Ertrag
nach 1 Jahr
Ertrag pro Pflanze
bis 2 kg
Ertrag im Anbau
bis 40 t/ha
Energieertrag
3000 kcal pro m² und Jahr
Winterhärte
Zone 3–10
Schattentoleranz
leichter Schatten
Boden
Sand, Schluff, Lehm, Ton
Bodenfeuchte
halbfeucht – sehr feucht
pH-Wert
5 – 7

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte
Fruchternte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Nutzung

Essbar9 von 10
Heilkunde7 von 10
Sonstige Nutzung5 von 10

Essbar: Die Kartoffel ist ein vielseitiges Lebensmittel, das auf verschiedene Arten zubereitet werden kann. Sie hat einen milden Geschmack und nimmt leicht den Geschmack anderer Zutaten an. Kartoffeln können roh gegessen werden, aber meistens werden sie gekocht, gebacken, gebraten oder zu Suppen und Eintöpfen hinzugefügt. Man kann sie auch zu Pulver verarbeiten und als Verdickungsmittel verwenden oder in Backwaren wie Brot und Keksen verwenden. Kartoffeln sind reich an Stärke, enthalten aber nicht viele andere Nährstoffe. Die grüne Haut der Kartoffel enthält das Gift Solanin, daher sollte man grüne Stellen vor dem Verzehr entfernen. Es ist unwahrscheinlich, dass der Verzehr einer kleinen Menge grüner Kartoffeln schädlich ist, aber Vorsicht ist geboten.

Heilkunde: Kartoffeln haben medizinische Eigenschaften, die bei verschiedenen Beschwerden helfen können. Kartoffelsaft kann bei Magengeschwüren Linderung bringen, aber in Maßen eingenommen werden sollte. Ein Umschlag aus gekochten Kartoffeln kann bei rheumatischen Beschwerden und Hautproblemen helfen. Kartoffelschalen werden in Indien zur Behandlung von Zahnfleischschwellungen und Verbrennungen verwendet. Die Knollen enthalten geringe Mengen an Alkaloiden, die die Verdauung unterstützen können. Kartoffelpflanzen haben kardiotonische Aktivität und können bei Bluthochdruck helfen. Extrakte aus Kartoffelpflanzen haben antimikrobielle und krampflösende Eigenschaften.

Sonstige Nutzung: Die Kartoffel ist eine wichtige Stärkequelle, die in verschiedenen Industriezweigen verwendet wird. Sie dient zum Schlichten von Baumwolle, zur Herstellung von Industriealkohol und hat viele weitere Anwendungen in der Industrie. Reifer Kartoffelsaft eignet sich hervorragend als Reiniger für Seide, Baumwolle und Wolle. Das Wasser, in dem Kartoffeln gekocht wurden, kann verwendet werden, um Silber zu reinigen und Möbeln Glanz zu verleihen. Kartoffeln werden auch zur Herstellung von Gesichtsmasken verwendet, die die Haut weich machen und reinigen. Sie sind eine gute Quelle für Biomasse, da ihre Stärke in Glukose umgewandelt werden kann, die dann zu Alkohol vergoren werden kann.

Anbau

Standortwahl: Entscheidend ist die Fruchtfolge — mindestens drei, besser vier Jahre Pause, bevor wieder Kartoffeln oder andere Nachtschattengewächse auf dieselbe Fläche kommen, sonst reichern sich Nematoden und Bodenpilze an. Halte Abstand zu Tomaten: Beide erkranken an derselben Kraut- und Braunfäule, und eine befallene Kartoffelreihe steckt die Tomaten nebenan an. Frisch gekalkte Beete meiden, das fördert den Kartoffelschorf. Auf neu angelegten oder verdichteten Flächen ist sie eine gute erste Kultur, weil Häufeln und Ernte den Boden durcharbeiten. Alle grünen Pflanzenteile und die Beeren sind giftig — an Kleintiergehegen, Hühnerausläufen und Spielflächen lohnt eine Reihe Abstand. Platzbedarf: 75 Zentimeter Reihenabstand, 30 in der Reihe. Pflege: Zwei bis drei Wochen vor dem Legen die Knollen hell und bei etwa 10 Grad vorkeimen lassen, das bringt die Ernte um zwei Wochen vor. Gelegt wird ab 8 Grad Bodentemperatur, meist Mitte April, etwa zehn Zentimeter tief. Zweimal anhäufeln: Das schützt die Knollen vor Licht und damit vor dem Grünwerden, fängt Spätfröste ab und lässt zusätzliche Ausläufer ansetzen. Während der Knollenbildung gleichmäßig wässern, Wechsel von Trockenheit und Nässe treibt Hohlherzigkeit und Zwiewuchs. Kartoffelkäfer und ihre Larven von Hand ablesen, solange der Bestand klein ist. Bei feucht-warmer Witterung kündigt sich die Krautfäule durch braune Blattflecken mit weißem Rand an — befallenes Kraut sofort entfernen und nicht kompostieren. Zwei Wochen vor der Ernte das Kraut abschneiden, damit die Schale fest wird. Gelagert wird dunkel, luftig und bei 4 bis 8 Grad.

Wert für Tiere

Für die Fauna ist die Kartoffel eine der leisen Kulturen. Ihre Blüten führen keinen Nektar; nur Pollen ist zu holen, und das selten — in der US-Bestäuberübersicht gilt sie für Honigbienen als nicht attraktiv, während Hummeln und Sandbienen der Gattung Andrena sie unter Umständen anfliegen. Sie holen den Pollen durch Vibrationssammeln aus den porigen Staubbeuteln. Auf Bestäubung angewiesen ist die Kultur ohnehin nicht: Geerntet wird die Knolle, Insektenbesuch zählt allein in der Züchtung. Das Kraut ist durch Solanin geschützt und wird von Wild und Weidetieren gemieden; die auffälligen Tiere daran sind Kartoffelkäfer und Blattläuse, keine Nützlinge. Ein kleiner Beitrag bleibt trotzdem: Der Kartoffeldamm ist über Wochen offener, lockerer Boden, in dem Amsel, Star und andere Bodensucher nach Würmern und Engerlingen gehen, und liegengebliebene Knollen werden nach der Ernte von Mäusen und Krähenvögeln geräumt. Wer im Gemüsegarten etwas für Insekten tun will, setzt es an den Rand der Kartoffelfläche, nicht in sie hinein.

Besonderheiten

Besonderheiten: kühl lagerbar oder gefriergetrocknet wie in den Anden; Gibt Früh- und Spät-, sowie Stärke-, Futter- und Speisekartoffeln. Gut als erste Saat auf noch nicht herausgearbeiteten Beeten: als Heukartoffel dazu Kartoffeln einfach auf der Erde verteilen & gut abgedecken; ansonsten setzt du sie 10-20cm tief (je nach Schwere des Bodens);

Herkunft & Lebensraum

Anden Südamerikas: von Venezuela über Peru und Bolivien bis Argentinien und die chilenische Insel Chiloé. Dort liegt der Ursprung der Gattung — die ältesten Nachweise wilder Kartoffeln werden auf etwa 13.000 Jahre geschätzt, domestiziert wurde sie vor rund 8.000 Jahren durch andine Siedlungskulturen. Im 16. Jahrhundert gelangte sie nach Europa und blieb dort zunächst Zier- und Sammlerpflanze, bevor sie im 18. Jahrhundert zum Grundnahrungsmittel aufstieg. Heute wird sie weltweit in allen gemäßigten Zonen und in den Hochlagen der Tropen angebaut; China und Indien führen die Erntemengen an, in Europa sind Deutschland, Polen, Frankreich und die Ukraine die größten Erzeuger.

Die Kartoffel ist eine reine Kulturpflanze und hat in Mitteleuropa keinen eigenen Lebensraum — sie verwildert nicht dauerhaft, weil die Knollen den Winter im Freien nur in milden Lagen überstehen. Ihre wilden Verwandten wachsen in den Hochtälern und an den Waldrändern der Anden, überwiegend zwischen 2.000 und 4.000 Metern: nährstoffreiche, gut durchlüftete Böden, starke Tag-Nacht-Schwankungen, kurze Vegetationszeiten und ein gleichmäßig feuchtes, kühles Klima ohne Sommerhitze. Daraus erklären sich ihre Ansprüche im Garten: lockerer, eher saurer Boden bei pH 5 bis 6, gleichmäßige Wasserversorgung und Temperaturen, die im Hochsommer nicht dauerhaft über etwa 25 Grad liegen, weil die Knollenbildung darüber stockt.

⚠️ Gefahren

Giftigkeit: giftig

Alle grünen Teile der Pflanze, einschließlich der grünen Teile von Knollen, sind giftig und enthalten ein Alkaloid namens 'Solanin'. Diese Solanine werden auch in Kartoffelsprossen produziert, wenn sie keimen, auch wenn die Kartoffel im Dunkeln ist und die Sprossen nicht grün sind.

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Kartoffel: Wie groß wird die Pflanze?

Kartoffel (Solanum tuberosum) wächst als Staude und erreicht ausgewachsen etwa 1,1 m Höhe bei rund 0,6 m Breite. Das Wachstum ist schnell.

Kartoffel: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Kartoffel verträgt leichter Schatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm, Ton. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich halbfeucht – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5 und 7 liegen.

Kartoffel: Ist die Pflanze winterhart?

Kartoffel ist für die Winterhärte Zone 3–10 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Kartoffel: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Kartoffel ist einjährig und wächst in Mitteleuropa problemlos im Freiland – eine Saison von der Aussaat im Frühjahr bis zur Ernte im Herbst.

Kartoffel: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von Juni bis Juli.

Kartoffel: Wann kann man ernten?

Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von Juli bis Oktober.

Kartoffel: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?

Kartoffel trägt bereits im ersten Jahr. Pro Pflanze sind bis zu 2 kg drin, im Anbau bis 40 t pro Hektar. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.

Kartoffel: Ist die Pflanze giftig?

Kartoffel ist als giftig eingestuft. Verlass dich bei Wildpflanzen nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Kartoffel: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 9/10, Heilkunde 7/10, Sonstige Nutzung 5/10.

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