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Korbweide – Salix viminalis

Korbweide

Salix viminalis
für Wandbau & Flechtwerk
Essbarkeit1Heilwirkung8Sonstiger Nutzen9
Baum6,5×4 mZone 4–8leichter Schatten

Wächst das bei mir?

Korbweide ist bis Zone 4 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

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Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Salicaceae
Wuchsform
Baum
Wuchshöhe
6,5 m
Kronenbreite
4 m
Wachstum
sehr schnell
Lebensdauer
600 Jahre
Erster Ertrag
nach 5 Jahren
Winterhärte
Zone 4–8
Schattentoleranz
leichter Schatten
Boden
Sand, Schluff, Lehm, Ton
Bodenfeuchte
halbfeucht – am Wasser
pH-Wert
4,5 – 7
Synonyme
Kopfweide
heckentauglichNektarquellePollenquelle

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Nutzung

Essbar1 von 10
Heilkunde8 von 10
Sonstige Nutzung9 von 10

Essbar: Innere Rinde kann roh oder gekocht verzehrt werden. Sie kann getrocknet, zu Pulver gemahlen und als Mehl für die Herstellung von Brot verwendet werden. Die Rinde hat einen sehr bitteren Geschmack und wird nur als Notnahrung verwendet. Junge Triebe können gekocht werden, sind jedoch nicht besonders schmackhaft.

Heilkunde: Antirheumatikum, fiebersenkend. Die frische Rinde aller Mitglieder dieser Gattung enthält Salicin, das im menschlichen Körper zu Salicylsäure abgebaut wird. Dies wird als schmerzlinderndes und fiebersenkendes Mittel verwendet.

Sonstige Nutzung: Die Stiele der Pflanze sind sehr biegsam und werden beim Korbflechten verwendet. Die Pflanze wird normalerweise jährlich beschnitten, wenn sie für die Korbflechterei angebaut wird. Es ist auch möglich, sie alle zwei Jahre zu beschneiden, wenn dicke Stangen als Stützen benötigt werden. Der Jahresertrag kann etwa 12 Tonnen pro Hektar betragen, wovon 40 % Klasse 1 sind. Die Rinde enthält etwa 10 % Tannin. Oft wird die Pflanze an Ufern von Flüssen und Seen gepflanzt, um Bodenerosion zu verhindern.

Anbau

Die Korbweide braucht Licht und Wasser — im Schatten kümmert sie, auf trockenen Böden bleibt sie kurz. Ideal sind tiefgründige, schwere, basen- und nährstoffreiche, oft kalkhaltige Böden an Gewässern, auch solche mit regelmäßiger Überflutung; Staunässe stört sie nicht. Gegen Luftschadstoffe ist sie unempfindlich. Ihr Zuwachs ist enorm: In Kurzumtriebsplantagen liefert sie fünf bis zehn Tonnen Trockenmasse je Hektar und Jahr und wird alle drei bis sechs Jahre im Winter geerntet, über zwanzig Jahre hinweg drei- bis sechsmal. Für Flechtruten schneidet man jährlich oder alle zwei bis drei Jahre. Als Kopfweide gezogen muss sie regelmäßig geschneitelt werden, sonst reißen die schwer gewordenen Kronen auf. Das Wurzelsystem sucht Feuchtigkeit und kann Drainagen und Leitungen zusetzen — genug Abstand zu Gebäuden halten.

Vermehrung

Kaum ein Gehölz vermehrt sich leichter. Im zeitigen Frühjahr geschnittene Steckhölzer aus einjährigen Ruten — zwanzig bis dreißig Zentimeter lang, zu zwei Dritteln in den Boden gesteckt — bewurzeln innerhalb weniger Tage bis Wochen; die Rinde enthält wurzelfördernde Stoffe, weshalb Weidenruten auch als Bewurzelungshilfe für andere Arten dienen. Ganze Setzstangen von ein bis zwei Metern wachsen ebenso an, was lebende Zäune, Flechtwerke und Uferverbauungen möglich macht; für Kurzumtriebsplantagen werden die Stecklinge maschinell gesetzt. Die generative Vermehrung spielt praktisch keine Rolle: Die Korbweide ist zweihäusig, blüht im März und April vor dem Laubaustrieb, und die haarigen Samen keimen nur auf offenem, feuchtem Rohboden und bleiben oft nur wenige Tage keimfähig.

Wert für Tiere

Die Korbweide gehört zu den wertvollsten Gehölzen für Insekten überhaupt. Sie blüht früh, noch vor dem Laubaustrieb, und liefert dann Nektar wie Pollen in großer Menge — für Wildbienen, die im Vorfrühling aus der Überwinterung kommen, ist das oft die erste verlässliche Tracht. Rund 33 Wildbienenarten nutzen sie, zehn davon sind auf Weiden spezialisiert, darunter mehrere Sandbienen. Noch größer ist die Bedeutung als Raupenfutter: etwa 154 Schmetterlingsarten fressen an Weidenlaub, 33 von ihnen ausschließlich an Weiden. Dazu kommen rund 33 Käferarten, viele davon Blatt- und Bockkäfer, sowie knapp zwanzig Schwebfliegenarten. Dicht gepflanzte oder regelmäßig auf den Stock gesetzte Korbweiden bilden zudem ein Brutdickicht, in dem Rohrsänger, Grasmücken und Neuntöter Deckung finden.

Besonderheiten

Besonderheiten: wind+schadstoff+überschwemmungstolerant; Flechtzaun; Schwelle zwischen Land/Feuer und Wasser; 4 Meter Wachstum im Jahr möglich; Wurzelsystem kann Rohrleitungen+Wände angreifen→genug Abstand wahren; besser über dem Boden köpfen, als schneiteln; reich an Insektenleben; enthält ein Wurzelwachstumshormon→leicht gelingende Stecklinge;

Herkunft & Lebensraum

Kontinentaleuropa und Nordasien: von den Pyrenäen bis zum Ural und weiter über Sibirien nach Ostasien. In Mitteleuropa ist die Korbweide heimisch und im Tiefland verbreitet; sie steigt bis etwa 800 Meter. In Nordwesteuropa und Skandinavien wurde sie für die Korbflechterei eingeführt und ist dort eingebürgert. Ihr natürlicher Schwerpunkt liegt entlang der großen Flusssysteme, wo sie zusammen mit Purpur- und Mandelweide die Weichholzaue aufbaut und eigene Pflanzengesellschaften bildet. Durch jahrhundertelange Kultur in Weidenhegern und als Kopfweide ist die Grenze zwischen Naturvorkommen und Anpflanzung vielerorts nicht mehr zu ziehen.

An Flüssen und Bächen, auch auf tiefen feuchten Auenböden, wobei sehr saure Böden vermieden werden. Die Pflanze bevorzugt Standorte mit hoher Luftfeuchtigkeit und gut durchlässigem Boden.

⚠️ Gefahren

Von der Korbweide selbst geht kaum eine Gefahr aus; ihre Rinde enthält Salicylate, die in größeren Mengen den Magen reizen und bei Salicylat-Unverträglichkeit oder gleichzeitiger Einnahme blutverdünnender Mittel problematisch sein können. Praktisch relevanter sind bauliche Risiken: Das Wurzelsystem sucht aktiv Feuchtigkeit und dringt in undichte Drainagen, Abwasserrohre und Sickerschächte ein. Kopfweiden, die über Jahre nicht geschneitelt wurden, reißen unter dem Gewicht der Kronen auf und brechen aus. Frisch gesetzte Steckhölzer und Flechtwerke wachsen zuverlässig an — auch dort, wo das nicht erwünscht ist.

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Korbweide: Wie groß wird die Pflanze?

Korbweide (Salix viminalis) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 6,5 m Höhe bei rund 4 m Breite. Das Wachstum ist sehr schnell.

Korbweide: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Korbweide verträgt leichter Schatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm, Ton. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich halbfeucht – am Wasser liegen. Der pH-Wert darf zwischen 4,5 und 7 liegen.

Korbweide: Ist die Pflanze winterhart?

Korbweide ist für die Winterhärte Zone 4–8 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Korbweide: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Korbweide ist bis Zone 4 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Korbweide: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im April.

Korbweide: Ist die Pflanze giftig?

Für Korbweide ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Korbweide: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 1/10, Heilkunde 8/10, Sonstige Nutzung 9/10.

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