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Salweide – Salix caprea

Salweide

Salix caprea
schnelle konzentrierende Deckung
Essbarkeit1Heilwirkung5Sonstiger Nutzen6
Baum10×10 mZone 4–9Halbschatten

Wächst das bei mir?

Salweide ist bis Zone 4 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

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Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Salicaceae
Wuchsform
Baum
Wuchshöhe
10 m
Kronenbreite
10 m
Wachstum
sehr schnell
Lebensdauer
60 Jahre
Erster Ertrag
nach 10 Jahren
Winterhärte
Zone 4–9
Schattentoleranz
Halbschatten
Boden
Sand, Schluff, Lehm, Ton
Bodenfeuchte
trocken – sehr nass
pH-Wert
6 – 7,5
heckentauglichNektarquellePollenquelle

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte
Fruchternte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Nutzung

Essbar1 von 10
Heilkunde5 von 10
Sonstige Nutzung6 von 10

Essbar: Innere Rinde kann roh oder gekocht verzehrt werden. Sie kann getrocknet, zu Pulver gemahlen und als Mehl für die Herstellung von Brot verwendet werden. Die Rinde hat einen sehr bitteren Geschmack und wird nur als Notnahrung verwendet, wenn nichts anderes verfügbar ist. Junge Triebe können roh oder gekocht gegessen werden, sind jedoch nicht sehr schmackhaft. Sie sind auch eine Quelle für essbares Manna.

Heilkunde: Die frische Rinde aller Mitglieder dieser Gattung enthält Salicin, das im menschlichen Körper zu Salicylsäure abgebaut wird. Dies wird als Anodyne und Fiebermittel verwendet.

Sonstige Nutzung: Die Salweide liefert vor allem Material und Zeit. Ihre Triebe sind biegsam und werden geflochten, wenn auch weniger geschätzt als die dünnen Ruten der Korbweiden; bei Nutzung für die Flechterei wird jährlich geschnitten. Die Rinde ist zäh und flexibel, diente als Lederersatz und enthält etwa zehn Prozent Tannin, also Gerbstoff. Das Holz ist weich, elastisch und leicht spaltbar, taugt für Körbe, Zäune und Pfähle und liefert hochwertige Holzkohle. Ökologisch wertvoller ist ihre Rolle als Pionier: Sie wächst schnell, besiedelt Kahlschläge und Rohböden und schafft in wenigen Jahren den Schatten und das Mikroklima, unter dem sich Waldpflanzen etablieren können — später wird sie von den Schattbaumarten verdrängt, was ihre Aufgabe nicht schmälert. Die Kätzchenzweige werden im Brauchtum als Schutzdekoration aufgestellt.

Anbau

Standortwahl: Volle Sonne bis lichter Halbschatten — als Pioniergehölz braucht die Salweide Licht und kümmert im Schatten. Feuchte bis frische, eher saure Böden sind ideal, doch anders als die Uferweiden ist sie nicht ans Wasser gebunden und kommt auch auf lehmigen bis steinigen Rohböden zurecht, bleibt dort aber kleiner. Zwei Dinge gehören in die Planung: Sie versamt sich im Mai massenhaft und sollte deshalb nicht neben Kiesflächen, Dachbegrünungen oder Beete gesetzt werden, in denen Sämlinge stören. Und sie ist zweihäusig — nur männliche Pflanzen liefern die Pollentracht, die im Vorfrühling für Wildbienen und Hummelköniginnen entscheidend ist. Großstrauch bis 10 Meter, fünf bis sieben Meter Abstand. Pflege: Sehr gut schnittverträglich. Alle paar Jahre auf den Stock setzen verhindert das Vergreisen und liefert frische Kätzchentriebe; für die Flechterei wird jährlich geschnitten. Sie wächst sehr schnell und ist mit etwa 60 Jahren kurzlebig. Das Holz ist weich und bricht leicht — ältere Stämme über Wegen und Sitzplätzen regelmäßig auf Bruchgefahr prüfen. Für Pollenallergiker ist sie als insektenbestäubtes Gehölz deutlich unproblematischer als die windbestäubten Frühblüher.

Vermehrung

Anders als die meisten Weiden lässt sich die Salweide kaum über Steckholz vermehren — sie bewurzelt aus verholzten Stecklingen nur schlecht, was sie von Korb- und Uferweiden unterscheidet und regelmäßig für Fehlschläge sorgt. Zuverlässiger sind weiche Kopfstecklinge aus dem Frühsommer unter Folie oder Nebel, Abrisse mit etwas Wurzelanteil sowie das Absenken bodennaher Triebe. Die Aussaat ist einfach, aber eilig: Die Samen reifen im Mai und bleiben nur wenige Tage keimfähig, sie müssen also sofort nach dem Aufspringen der Kapseln oberflächlich auf feuchtes, offenes Substrat gesät werden und keimen dann binnen Tagen. Eine Stratifikation ist nicht nötig. Am einfachsten ist meist, sich anfliegende Sämlinge auf einer offenen Fläche selbst ansiedeln zu lassen.

Wert für Tiere

Die Salweide ist das wichtigste Frühjahrsgehölz für Insekten überhaupt. Sie blüht im März und April, lange vor dem Laubaustrieb, und liefert dann Nektar und Pollen in großer Menge zu einem Zeitpunkt, an dem sonst kaum etwas blüht. Rund 41 Wildbienenarten wurden an den Kätzchen nachgewiesen, zehn davon ausschließlich an Weiden; dazu kommen Hummelköniginnen, die damit ihre Völker gründen, und 20 Schwebfliegenarten. Noch größer ist der Wert für Falter: 207 Schmetterlingsraupen fressen an den Blättern, 49 davon nur an Weiden. 34 Käferarten sind an die Art gebunden. Alte, höhlenreiche Salweiden bieten zudem Brutraum für Meisen und Spechte. Da die Art zweihäusig ist, spenden nur die männlichen Sträucher Pollen.

Besonderheiten

Besonderheiten: Bewächst Brachflächen, Schutthalden und Kahlschläge auf lehmigen / steinigen Rohböden; Leitet die Waldentwicklung ein; Kätzchenzweige werden im Brauchtum als Schutzdeko aufgestellt... Mit Eiche bedeutendste Pflanze für die heimische Schmetter- lingsfauna: ~100 Arten ernähren sich von der Salweide;

Herkunft & Lebensraum

Europa und gemäßigtes Asien. Die Salweide ist von Nordskandinavien bis Spanien und Italien und ostwärts über ganz Russland bis Nordostasien verbreitet; im Süden reicht das Areal bis Kleinasien. In Mitteleuropa gehört sie zu den häufigsten Gehölzen überhaupt und steigt in den Alpen bis etwa 1800 Meter. Anders als die meisten Weiden ist sie nicht an Gewässer gebunden, sondern eine Art der Waldränder, Kahlschläge und Brachen — deshalb findet man sie auch weitab von Bach und Fluss. Sie besiedelt Rohböden so schnell, dass sie auf offengelassenen Flächen regelmäßig zu den ersten Gehölzen gehört.

Die Salweide ist ein Pioniergehölz offener, gestörter Standorte. Sie besiedelt Kahlschläge, Waldränder und Waldlichtungen, Brachflächen, Schutthalden, Kiesgruben, Bahndämme und Böschungen auf lehmigen bis steinigen Rohböden und leitet dort die Waldentwicklung ein. Sie ist lichtbedürftig bis halbschattenverträglich und wird im geschlossenen Wald rasch von Schattbaumarten verdrängt; entsprechend kurzlebig ist sie mit etwa sechzig Jahren. Bevorzugt werden feuchte bis frische, nährstoffreiche, eher saure Böden, doch sie kommt auch auf Rohböden mit geringem Nährstoffangebot zurecht. Staunässe und langes Überstauen verträgt sie schlechter als die Ufer-Weiden.

Häufige Fragen

Salweide: Wie groß wird die Pflanze?

Salweide (Salix caprea) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 10 m Höhe bei rund 10 m Breite. Das Wachstum ist sehr schnell.

Salweide: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Salweide verträgt Halbschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm, Ton. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich trocken – sehr nass liegen. Der pH-Wert darf zwischen 6 und 7,5 liegen.

Salweide: Ist die Pflanze winterhart?

Salweide ist für die Winterhärte Zone 4–9 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Salweide: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Salweide ist bis Zone 4 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Salweide: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im März.

Salweide: Wann kann man ernten?

Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Mai.

Salweide: Ist die Pflanze giftig?

Für Salweide ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Salweide: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 1/10, Heilkunde 5/10, Sonstige Nutzung 6/10.

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