Koriander
Wächst das bei mir?
Koriander ist einjährig und wächst in Mitteleuropa problemlos im Freiland – eine Saison von der Aussaat im Frühjahr bis zur Ernte im Herbst. Zusätzlich braucht sie warme Sommer, wie sie hierzulande nur im Weinbauklima, in Stadtlagen oder an geschützten Südwänden zusammenkommen.
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Steckbrief
- Familie
- Apiaceae
- Wuchsform
- einjährig
- Wuchshöhe
- 0,3 m
- Kronenbreite
- 0,5 m
- Wachstum
- mittel
- Lebensdauer
- 1 Jahr
- Erster Ertrag
- nach 1 Jahr
- Winterhärte
- Zone 7–11
- Schattentoleranz
- leichter Schatten
- Boden
- Sand, Schluff
- Bodenfeuchte
- trocken – feucht
- pH-Wert
- 6 – 7,5
Sorten (1)
1 Sorten von Koriander sind im Permaplans-Sortenfinder hinterlegt — jede mit eigener Seite: Geschmack, Reifezeit, Resistenzen, Abstammung und Verwendung.
Nutzung
Essbar: Kraut und Frucht schmecken so verschieden, dass sie einander nicht ersetzen können. Das frische Grün trägt ein kräftiges, moschus- bis zitronenartiges Aroma, das ein Teil der Menschen genetisch bedingt als seifig wahrnimmt — in Südostasien und Lateinamerika ist es ein Alltagskraut, in Mitteleuropa bleibt es Geschmackssache. Gehackt kommt es an Salate, Soßen sowie Käse-, Fleisch- und Fischgerichte und bildet die Grundlage der kanarischen Mojo verde und der chilenischen Pebre. Die getrockneten Früchte duften ganz anders: warm, süßlich, leicht orangig. Sie sollten kurz angeröstet und erst unmittelbar vor der Verwendung gemahlen werden, sonst überwiegen die schwerflüchtigen Bitterstoffe und das Gericht wird bitter statt aromatisch. Sie würzen Brot und Lebkuchen, Kohl, Hülsenfrüchte und Kürbis, stellen den Hauptbestandteil vieler Currypulver und von Harissa und aromatisieren Biere wie Gose und Witbier. In Thailand wird auch die Wurzel wie Wurzelpetersilie verwendet.
Heilkunde: Koriander wird seit dem alten Ägypten in der Pflanzenheilkunde verwendet; als Droge dienen die getrockneten Früchte. Dem ätherischen Öl werden appetitanregende, verdauungsfördernde und krampflösende Eigenschaften bei Magen- und Darmbeschwerden zugeschrieben, weshalb Koriander Bestandteil entsprechender Teemischungen und Zubereitungen ist. Die Wirkung gilt als schwächer als die von Kümmel oder Fenchel. Damit die Öle überhaupt in den Aufguss übergehen, müssen die Früchte vorher gequetscht oder zerrieben werden — ganze Körner geben kaum etwas ab. Traditionell wurde Koriander auch in der Tierhaltung gegen Blähungen eingesetzt. Volksheilkundlich überliefert, ohne Wirknachweis, ist die Verwendung als „Wallkörner“: in Zucker gebackene Korianderkörner, die von Wallfahrtsorten mitgebracht wurden — der Volksglaube schrieb dem Koriander wie anderen stark riechenden Doldenblütlern abwehrende Kräfte zu.
Sonstige Nutzung: Neben der Küche hat Koriander zwei technische Verwendungen. Aus den Früchten wird das ätherische Korianderöl destilliert, das wegen seines warmen, würzigen Duftes in der Parfümerie eingesetzt wird — dort weniger als eigenständige Note, sondern zum Abrunden und Harmonisieren anderer Bestandteile. Daneben enthalten die Früchte 13 bis 23 Prozent fettes Öl, dessen ungewöhnlich hoher Gehalt an Petroselinsäure es technisch interessant macht: Es kommt als Ersatz für Palm- und Kokosöl in Frage und dient als Grundstoff für Waschmittel, Kosmetik und Lederverarbeitung. Im Garten ist der dritte Nutzen der praktischste: Eine blühende Reihe Koriander am sonnigen Beetrand versorgt Schwebfliegen und Schlupfwespen und wird in der Permakultur gezielt als Begleitpflanze am Rand von Obstbaumgilden eingesetzt.
Anbau
Standortwahl: Koriander will Sonne und Wärme auf durchlässigem, eher leichtem Boden; schwere, nasse Erde und Staunässe verträgt er nicht. Er wurzelt mit einer Pfahlwurzel und lässt sich deshalb schlecht verpflanzen — Direktsaat an Ort und Stelle ist der Normalfall, Anzucht im Erdpresstopf die Ausnahme. Mit 30–90 cm Höhe und 20–30 cm Breite passt er in Beetlücken, Rabatten und den Kräutergarten und gedeiht auch in Kübel und Balkonkasten. Als Doldenblütler zieht er in der Blüte Schwebfliegen und Schlupfwespen an und ist damit ein guter Nachbar für Gemüse und junge Obstbäume. An die Fruchtfolge stellt er keine großen Ansprüche. Der Geruch des Krauts ist kräftig und wird nicht von allen geschätzt — wer ihn nicht mag, setzt ihn nicht direkt an den Sitzplatz. Pflege: Entscheidend ist gleichmäßige Feuchte in der Jugend: Trockenstress in der ersten Wachstumsphase löst vorzeitiges Schossen aus, danach ist die Blatternte vorbei. Für laufenden Nachschub wird in Folgesätzen alle zwei bis drei Wochen gesät. Gedüngt wird sparsam, im Topf hilft ein Flüssigdünger. Krankheiten treten vor allem bei feuchter Witterung auf: Doldenwelke, Echter Mehltau und Blattflecken durch Ramularia; tierische Schädlinge sind selten, gelegentlich zeigen sich Weichwanzen. Sehr warme, trockene Witterung bremst das Wachstum und kostet Ertrag. Die Früchte werden von Juli bis Anfang August kurz vor der Vollreife geschnitten, weil sie sonst aus der Dolde rieseln, und luftig nachgetrocknet. Ausgefallene Samen keimen im Folgejahr oft von selbst.
Vermehrung
Koriander wird ausschließlich über Samen vermehrt und einjährig kultiviert. Frisches Saatgut keimt leicht und lichtunabhängig; die Körner werden nur dünn mit Erde bedeckt, damit sie gleichmäßig feucht bleiben. Der günstige Temperaturbereich liegt zwischen 5 und 25 °C, manche Saatgutpartien keimen nur zwischen 10 und 20 °C. Gesät wird in Reihen mit 20 bis 25 cm Abstand; ohne Präzisionssaat wird nach dem Auflaufen auf 15 bis 20 cm vereinzelt. Die Keimlinge vertragen leichten Frost, sodass früh im Jahr begonnen werden kann. Für die Blatternte lohnen Folgesätze alle zwei bis drei Wochen. Von der Aussaat bis zur Fruchternte vergehen etwa 20 bis 28 Wochen. Eigenes Saatgut bleibt sortenecht, solange nicht mehrere Sorten nebeneinander blühen.
Wert für Tiere
Die weißen Doppeldolden sind eine ergiebige Nektarquelle: NaturaDB bewertet den Nektarwert mit 4 von 4 und zählt 18 Wildbienenarten, während der Pollenwert mit 1 von 4 gering ausfällt — Koriander ist also eher Tankstelle als Futterkammer. Der USDA-Bericht zur Bestäubung von Nutzpflanzen stuft ihn für Honigbienen, Hummeln und Solitärbienen übereinstimmend als unter bestimmten Bedingungen attraktiv ein. Der größere Wert im Garten liegt bei den Nützlingen: Wie andere Doldenblütler mit offen zugänglichen Blüten versorgt er Schwebfliegen sowie Schlupf- und Brackwespen, deren Larven Blattläuse und Raupen vertilgen. Deshalb wird er in Permakulturgilden gezielt an den sonnigen Rand von Obstbaumpflanzungen gesetzt. Als einjährige, nicht heimische Art ist er für keine mitteleuropäische Raupe Futterpflanze.
Besonderheiten
Besonderheiten: Kraut und Frucht schmecken völlig verschieden und ersetzen einander nicht; der Seifengeschmack des Krauts ist genetisch bedingt und wird nur von einem Teil der Menschen wahrgenommen; Früchte erst nach der Trocknung aromatisch; Ernte kurz vor Vollreife, sonst Rieselverluste; Pfahlwurzler -> Direktsaat statt Verpflanzen; Trockenstress in der Jugend löst vorzeitiges Schossen aus; Nützlingsmagnet am Rand von Obstbaumgilden
Herkunft & Lebensraum
Vorderasien: Türkei, Levante, Sinai-Halbinsel, Arabische Halbinsel bis Pakistan. Als eine der ältesten Gewürzpflanzen überhaupt wurde Koriander schon im pharaonischen Ägypten genutzt und über die Handelswege früh im gesamten Mittelmeerraum verbreitet; nach Mitteleuropa kam er mit den Römern und steht hier seit dem Mittelalter in Klostergärten. Heute wird er weltweit in gemäßigten und subtropischen Gebieten angebaut, mit Schwerpunkten in Indien, Marokko, Osteuropa und Kanada. In Mitteleuropa verwildert er gelegentlich aus der Kultur, hält sich aber selten dauerhaft; in der Schweiz wurde er verwildert noch in 1730 m Höhe beobachtet.
Koriander ist eine Pflanze warmer, offener und regelmäßig gestörter Standorte. In seiner Heimat wächst er auf trockenwarmen Ruderalfluren, an Feldrändern und auf offenen Hängen; in Mitteleuropa tritt er fast nur als Kulturflüchtling auf Äckern, Schuttplätzen und Wegrändern auf. Er bevorzugt warme, mäßig trockene, nährstoff- und basenreiche, aber humusarme Lehm- und Lössböden und meidet Staunässe ebenso wie starke Beschattung. Als einjährige Art mit kurzer Vegetationszeit besetzt er Lücken, bevor ausdauernde Konkurrenz sie schließt, und verschwindet wieder, sobald die Fläche zuwächst. Nach den Zeigerwerten von Landolt gilt er als Lichtpflanze sehr warmer Lagen auf schwach saurem bis neutralem Grund.
⚠️ Gefahren
Hautreizung bei Berührung Der Pflanzensaft kann bei empfindlichen Menschen unter Einwirkung von Sonnenlicht Hautreaktionen auslösen. Beim Ernten größerer Mengen und beim Schneiden blühender Bestände an heißen Tagen sind Handschuhe und langärmelige Kleidung die einfache Abhilfe; Hautkontakt mit dem Saft vor direkter Sonne abwaschen.
Häufige Fragen
Koriander: Wie groß wird die Pflanze?
Koriander (Coriandrum sativum) wächst als einjährig und erreicht ausgewachsen etwa 0,3 m Höhe bei rund 0,5 m Breite. Das Wachstum ist mittel.
Koriander: Welchen Standort braucht die Pflanze?
Koriander verträgt leichter Schatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich trocken – feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 6 und 7,5 liegen.
Koriander: Ist die Pflanze winterhart?
Koriander ist für die Winterhärte Zone 7–11 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.
Koriander: Wächst die Pflanze in Deutschland?
Koriander ist einjährig und wächst in Mitteleuropa problemlos im Freiland – eine Saison von der Aussaat im Frühjahr bis zur Ernte im Herbst. Zusätzlich braucht sie warme Sommer, wie sie hierzulande nur im Weinbauklima, in Stadtlagen oder an geschützten Südwänden zusammenkommen.
Koriander: Ist die Pflanze giftig?
Für Koriander ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.
Koriander: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?
Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 7/10, Heilkunde 7/10, Sonstige Nutzung 7/10.
Welche Sorten von Koriander gibt es?
Im Permaplans-Sortenfinder sind 1 Sorten von Koriander hinterlegt, darunter Pokey Joe. Jede Sorte hat eine eigene Seite mit Geschmack, Reifezeit, Resistenzen und Abstammung.
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