Straucheibisch
Wächst das bei mir?
Straucheibisch ist bis Zone 6 winterhart. Das reicht für fast alle Lagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz; nur in rauen Höhenlagen (Alpen, Mittelgebirgskämme) ist Winterschutz sinnvoll.
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Steckbrief
- Familie
- Malvaceae
- Wuchsform
- Strauch
- Wuchshöhe
- 3 m
- Kronenbreite
- 2 m
- Wachstum
- mittel
- Lebensdauer
- 30 Jahre
- Erster Ertrag
- nach 3 Jahren
- Winterhärte
- Zone 6–9
- Schattentoleranz
- Halbschatten
- Boden
- Sand, Schluff, Lehm
- Bodenfeuchte
- trocken – sehr feucht
- pH-Wert
- 6 – 7,5
- Synonyme
- Althaea frutex, Hibiskus, Scharonrose, Syrischer Eibisch, Garteneibisch
Blüte & Ernte
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| Blüte | ||||||||||||
| Fruchternte |
Nutzung
Heilkunde: In der traditionellen chinesischen und koreanischen Medizin werden Rinde und Wurzelrinde äußerlich als Abkochung gegen Hautpilze und Juckreiz eingesetzt, die Blüten innerlich bei Durchfall. Als Tee wurden die schleimhaltigen Blätter und Blüten bei Reizhusten getrunken. Überlieferung ohne Wirknachweis.
Sonstige Nutzung: Aus den Stängeln wird eine minderwertige Faser gewonnen. Sie dient zur Herstellung von Seilen und Papier. Die Samen enthalten etwa 25 % Öl. Weitere Angaben liegen nicht vor, aber sie sind wahrscheinlich essbar. Aus den Blättern wird ein Haarshampoo hergestellt. Aus den Blüten wird ein blauer Farbstoff gewonnen. Diese Art wird in Südeuropa als Hecke angepflanzt.
Anbau
Standortwahl: Der Straucheibisch braucht volle Sonne und Sommerwärme; im Schatten bleibt die Blüte aus. Ideal ist eine Lage, in der die Wurzeln in kühlem, gleichmäßig feuchtem Boden stehen und die Krone in der Sonne — etwa vor einer geschützten Süd- oder Westwand mit niedriger Unterpflanzung. Er wächst aufrecht und schmal, anderthalb bis drei Meter hoch und selten mehr als anderthalb Meter breit, passt also in Lücken, in die kein Rundstrauch geht, und lässt sich zur blühenden Schnitthecke ziehen. Zwei Punkte gehören in die Planung: Er blüht erst ab August und ist vorher ein unscheinbares Gerüst, verträgt sich also gut mit Frühjahrsblühern zu seinen Füßen. Und die behaarten Samen fliegen weit — in warmen Lagen stehen im Folgejahr Sämlinge in Fugen und Beeten. Wer das nicht will, schneidet die Samenkapseln vor dem Aufplatzen ab; in der Nähe wärmebegünstigter Trockenrasen und Schutzflächen sollte er ohnehin nicht gepflanzt werden. Winterhart ist er nur bedingt, bis etwa minus siebzehn Grad. Pflege: Geschnitten wird im Frühjahr, denn die Blüten entstehen am diesjährigen Holz. Ein kräftiger Rückschnitt auf zwei bis vier Augen ergibt weniger, aber deutlich größere Blüten; wer gar nicht schneidet, bekommt viele kleine Blüten und eine verkahlende Strauchbasis. Wichtig ist Geduld: Der Straucheibisch treibt extrem spät aus, oft erst im Mai oder Juni, und wird jedes Frühjahr von Gärtnern für erfroren gehalten und ausgegraben. Während der Blüte braucht er gleichmäßige Wasserversorgung — Trockenstress lässt ihn seine Knospen abwerfen, das ist der häufigste Ärger mit dieser Pflanze. Eine Mulchdecke hält den Boden feucht. Stickstoff wird zurückhaltend gegeben, damit das Holz vor dem Winter ausreift. Junge Pflanzen bekommen in den ersten Wintern eine Abdeckung aus Laub und Reisig über dem Wurzelbereich. An den Knospen sitzen im Frühsommer regelmäßig Blattläuse, die von Marienkäfern und Schwebfliegen meist allein erledigt werden.
Vermehrung
Die Aussaat gelingt einfach: Samen im zeitigen Frühjahr bei etwa zwanzig Grad aussäen, sie keimen zügig und gleichmäßig. Sämlinge blühen nach drei bis vier Jahren, fallen aber in Blütenfarbe und Füllung unterschiedlich aus und schlagen meist auf das einfache Violett der Art zurück — benannte Sorten lassen sich so nicht erhalten. Dafür liefert die Selbstaussaat in warmen Gärten regelmäßig kostenlose Jungpflanzen, die als Unterlage oder Heckenpflanze taugen. Sortenecht vermehrt wird über Stecklinge: halbreife Triebe im Juli und August, unter Folie oder Sprühnebel mit Bodenwärme bewurzelt, oder verholzte Stecklinge im Winter im geschützten Freilandbeet. Tief angesetzte Zweige lassen sich absenken. Gefülltblütige und sterile Sorten wie Diana kommen ohnehin nur vegetativ weiter, weil sie kaum keimfähigen Samen ansetzen.
Wert für Tiere
Der Straucheibisch ist eine Pollenpflanze, keine Nektarpflanze. Seine großen, offenen Schalenblüten geben reichlich Pollen, den Honigbienen und Hummeln gern eintragen, während Nektar kaum gebildet wird — Schmetterlinge und langrüsselige Wildbienen gehen deshalb weitgehend leer aus. Sein Wert liegt in der Blütezeit: Er öffnet von August bis in den Oktober, also genau in die spätsommerliche Trachtlücke, in der im Garten wenig anderes Pollen liefert. Als Neophyt aus China hat er keine spezialisierten Wildbienen an sich gebunden, und als Vogelnährgehölz spielt er keine Rolle; die trockenen Samenkapseln werden kaum genutzt. Entscheidend für den ökologischen Wert ist die Sortenwahl: Nur einfach blühende Sorten sind für Insekten überhaupt zugänglich. Bei gefüllten Sorten sind die Staubblätter zu Blütenblättern umgebildet, sie liefern weder Pollen noch Nektar und sind für die Tierwelt wertlos.
Besonderheiten
Besonderheiten: Treibt extrem spät aus (Mai/Juni) - nicht voreilig für erfroren halten; blüht am diesjährigen Holz Rückschnitt im Frühjahr; Blütezeit erst ab August bis Oktober, Einzelblüte nur einen Tag offen; Trockenstress Knospenfall; nur einfach blühende Sorten sind für Insekten nutzbar; Nationalblume Südkoreas (Mugunghwa); Artname syriacus ist ein Irrtum - Herkunft China; bedingt winterhart (ca. -17°C) Jungpflanzen abdecken; starke Selbstaussaat in warmen Lagen;
Herkunft & Lebensraum
Ostasien: China. Heimisch ist der Straucheibisch in den Provinzen Anhui, Jiangsu, Zhejiang, Sichuan, Yunnan, Guangdong und Guangxi sowie auf Taiwan. Der Artname syriacus beruht auf einem Irrtum: Die Pflanze erreichte Europa im 16. Jahrhundert über die Handelswege des Nahen Ostens, weshalb man Syrien für ihre Heimat hielt. In Korea wird sie seit Jahrhunderten kultiviert und ist dort als Mugunghwa Nationalblume, auch in Japan und Indien steht sie lange in Kultur. Heute wird sie in nahezu allen Regionen mit tropischem bis gemäßigtem Klima gepflanzt. In Südeuropa und anderen warmen Gegenden verwildert sie aus Gärten und gilt dort als leicht invasiver Neophyt; in Mitteleuropa bleibt sie weitgehend an Anpflanzungen gebunden.
In seiner chinesischen Heimat wächst der Straucheibisch an Küstenklippen, auf Hängen, an Flussufern und Wegrändern bis in Höhen um 1200 Meter — durchweg auf offenen, hellen und warmen Standorten, nie im geschlossenen Wald. Er verlangt Licht und Sommerwärme und erträgt mäßig feuchte bis zeitweise trockene Böden von sandig bis lehmig, sofern sie nährstoffreich und durchlässig sind. Staunässe und Schatten schließen ihn aus, dichte Konkurrenz durch Gehölze ebenso. Seine Samen tragen Haare und werden vom Wind verbreitet, was ihn zu einem Pioniergehölz gestörter, offener Flächen macht — genau diese Eigenschaft lässt ihn in warmen Regionen aus Gärten heraus verwildern.
Häufige Fragen
Straucheibisch: Wie groß wird die Pflanze?
Straucheibisch (Hibiscus syriacus) wächst als Strauch und erreicht ausgewachsen etwa 3 m Höhe bei rund 2 m Breite. Das Wachstum ist mittel.
Straucheibisch: Welchen Standort braucht die Pflanze?
Straucheibisch verträgt Halbschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich trocken – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 6 und 7,5 liegen.
Straucheibisch: Ist die Pflanze winterhart?
Straucheibisch ist für die Winterhärte Zone 6–9 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.
Straucheibisch: Wächst die Pflanze in Deutschland?
Straucheibisch ist bis Zone 6 winterhart. Das reicht für fast alle Lagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz; nur in rauen Höhenlagen (Alpen, Mittelgebirgskämme) ist Winterschutz sinnvoll.
Straucheibisch: Wann ist die Blütezeit?
Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von Juli bis August.
Straucheibisch: Wann kann man ernten?
Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Oktober.
Straucheibisch: Ist die Pflanze giftig?
Für Straucheibisch ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.
Straucheibisch: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?
Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 5/10, Heilkunde 4/10, Sonstige Nutzung 4/10.
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