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Orange

Citrus sinensis
saftende Verwöhnung der Sinne
Essbarkeit9Heilwirkung7Sonstiger Nutzen6
Baum8,5×8 mZone 10–12volle Sonne🍎 Essbar

Wächst das bei mir?

Orange ist in Mitteleuropa nicht winterhart (Zone 10). Im Freien nur von Frühjahr bis Herbst, sonst als Kübelpflanze mit frostfreier Überwinterung. Zusätzlich braucht sie warme Sommer, wie sie hierzulande nur im Weinbauklima, in Stadtlagen oder an geschützten Südwänden zusammenkommen.

Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:

Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Rutaceae
Wuchsform
Baum
Wuchshöhe
8,5 m
Kronenbreite
8 m
Wachstum
mittel
Lebensdauer
200 Jahre
Erster Ertrag
nach 7 Jahren
Vollertrag
nach 200 Jahren
Ertrag pro Pflanze
bis 200 kg im Jahr
Ertrag im Anbau
bis 40 t/ha
Energieertrag
1800 kcal pro m² und Jahr
Winterhärte
Zone 10–12
Schattentoleranz
volle Sonne
Boden
Sand, Schluff, Lehm
Bodenfeuchte
halbfeucht – sehr feucht
pH-Wert
5,5 – 7
immergrünbedorntduftendNektarquelle

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte
Fruchternte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Sorten (14)

14 Sorten von Orange sind im Permaplans-Sortenfinder hinterlegt — jede mit eigener Seite: Geschmack, Reifezeit, Resistenzen, Abstammung und Verwendung.

Nutzung

Essbar9 von 10
Heilkunde7 von 10
Sonstige Nutzung6 von 10

Essbar: Die Orange ist die meistangebaute Zitrusfrucht der Welt und wird überwiegend als Saft verwertet. Gegessen wird das saftige, in Segmente gegliederte Fruchtfleisch roh, ausgepresst, in Salaten, Desserts und Soßen; die abgeriebene Schale ist ein Aroma für Gebäck und Süßspeisen, die Blüten werden zu Tee und Sirup verarbeitet. Unterschieden werden vier Sortengruppen: die gewöhnlichen Blondorangen, die kernlosen Navelorangen mit dem charakteristischen Nabel am Blütenende, die rotfleischigen Blutorangen, deren Farbe nur bei großen Tag-Nacht-Temperaturunterschieden entsteht, und die seltenen säurefreien Orangen. Für guten Geschmack braucht die Frucht ein Jahresmittel über achtzehn Grad. Geerntet wird in Europa von August bis Mai; nachreifen tut die Frucht nach der Ernte nicht, unreif gepflückte Orangen bleiben sauer.

Heilkunde: Die Orange ist historisch vor allem als Vitamin-C-Quelle bedeutsam: Zitrusfrüchte waren das Mittel, mit dem in der Seefahrt ab dem 18. Jahrhundert der Skorbut bekämpft wurde, und dieser Zusammenhang gehört zu den wenigen an der Pflanze, die naturwissenschaftlich gesichert sind. Daneben steht eine breite Überlieferung. Getrocknete Schalen galten als Bittermittel zur Anregung der Verdauung und gingen in Magenbitter und Likörrezepturen ein. Orangenblütenwasser und das daraus gewonnene Neroliöl wurden in der Volksheilkunde als beruhigendes Mittel bei Unruhe und Einschlafstörungen verwendet, ein Gebrauch, der sich bis heute in Aromapräparaten findet. Für all diese Anwendungen liegt kein Wirknachweis im modernen Sinn vor.

Sonstige Nutzung: Über die Frucht hinaus wird an der Orange praktisch alles verwertet. Aus der Schale wird durch Kaltpressung Orangenöl gewonnen, das in Parfümerie, Kosmetik und Aromenindustrie geht und wegen seines Limonengehalts ein wirksamer, biologisch abbaubarer Reiniger und Entfetter ist; aus den Blüten stammt Neroliöl, aus Blüten und Blättern das Petitgrain-Öl. Die Schale liefert außerdem Pektin für die Geliermittelherstellung und, getrocknet, ein Gewürz. Aus den Samen wird ein Öl gepresst, das zu Seife verarbeitet wird. Die Pressrückstände der Saftindustrie gehen als Trockenschnitzel in die Rinderfütterung. Das Holz ist hart, schwer und beständig, reißt allerdings leicht; es wird gedrechselt, geschnitzt und zu Griffen verarbeitet, und die Späne dienen wie beim Räuchern von Speisen als Aromaholz.

Anbau

Standortwahl: In Mitteleuropa ist die Orange eine reine Kübelpflanze, und die entscheidende Frage ist nicht der Sommer-, sondern der Winterplatz: Sie braucht ein helles Quartier bei etwa fünf bis zehn Grad, kühl und hell, nicht warm und dunkel. Im Sommer steht sie vollsonnig, warm und windgeschützt an einer Südwand oder auf der Terrasse, wo sie zugleich mit ihrem Blütenduft zum Sitzplatz passt. Zu bedenken ist das Gewicht: Ein ausgewachsener Kübel ist zweimal jährlich zu bewegen, ein Rollbrett gehört zur Planung. Frost schädigt sie schon bei etwa minus zwei bis minus fünf Grad, weshalb sie früh hereingeholt wird. Blüten und reife Früchte hängen oft gleichzeitig am Baum, denn die Reife zieht sich über Monate. Herabfallende Früchte färben helles Pflaster. Pflege: Der häufigste Fehler ist das Gießwasser. Orangen brauchen einen sauren Wurzelraum, und kalkhaltiges Leitungswasser hebt den pH-Wert, bis sich die jungen Blätter gelb mit grünen Adern verfärben — diese Chlorose ist mit kalkarmem Wasser und eisenbetontem Zitrusdünger zu beheben. Gedüngt wird von März bis August wöchentlich schwach, im Winterquartier gar nicht, gegossen wird durchdringend und erst wieder, wenn die oberste Substratschicht abgetrocknet ist; Staunässe führt zu Wurzelfäule und plötzlichem Blattfall. Umgetopft wird im Frühjahr in strukturstabiles, durchlässiges Substrat. Geschnitten wird sparsam vor dem Austrieb, wobei nach innen wachsende Triebe entfernt werden. Im Winterquartier sind Schild-, Woll- und Spinnmilbenbefall die Regel, wenn es zu warm und zu trocken steht — kühl halten und regelmäßig kontrollieren. Geerntet wird ab, wenn die Frucht sich leicht löst; nachreifen tut sie nicht.

Vermehrung

Orangen werden praktisch immer veredelt. Aus Kernen gezogene Pflanzen keimen zwar leicht und liefern wegen der Nucellarembryonie meist erbgleiche Klone der Mutterpflanze, brauchen aber acht bis fünfzehn Jahre bis zur ersten Blüte, bleiben in der Jugend stark bedornt und wurzeln flach. Im Erwerbsanbau und in der Baumschule wird deshalb im Sommer auf eine Unterlage okuliert. Die Unterlage entscheidet über Frosthärte, Kalkverträglichkeit und Krankheitsanfälligkeit: Die Dreiblättrige Orange Poncirus trifoliata bringt die größte Winterhärte, reagiert auf kalkhaltigen Boden jedoch mit Chlorose; Citrange als Kreuzung aus Poncirus und Orange gleicht das teilweise aus; die Bitterorange verträgt Kalk gut, ist aber anfällig für das Tristeza-Virus. Stecklinge von halbverholzten Trieben bewurzeln mit Bodenwärme, ergeben aber schwächere und gegen Bodenpilze empfindlichere Bäume.

Wert für Tiere

Die Orange ist eine erstklassige Bienenweide — allerdings eine, die in Mitteleuropa kaum zur Geltung kommt. Der Bestäubungsbericht des US-Landwirtschaftsministeriums bewertet sie mit der Höchststufe sowohl für Nektar als auch für Pollen bei Honigbienen, dazu als attraktiv für Hummeln sowie für Solitärbienen der Gattungen Andrena und Xylocopa; Imker stellen ihre Völker eigens in die Plantagen, um Orangenblütenhonig zu gewinnen. Auf die Bestäubung angewiesen ist sie dabei nicht: Orangen setzen parthenokarp Früchte an, weshalb Sorten ohne Fremdbestäubung kernlos bleiben. Der Wildtierwert steht und fällt also mit der Blütenmenge, und die bleibt an einer Kübelpflanze klein. Immerhin blüht sie im Kübel oft dann, wenn sie im Freien steht, und die stark duftenden Blüten werden von Honigbienen und Hummeln zuverlässig gefunden. Raupenfutterpflanze heimischer Falter ist sie nicht.

Besonderheiten

Besonderheiten: braucht über 18°C JahresØ für guten Geschmack; In Tropen bleibt die Schale grün: trotz Reife; Kreuzung aus Mandarine x Zitronatzitrone; So bedeutungsvoll, dass wir die Farbe nach der Frucht benannt haben: nicht andersrum; Es gibt 4 Gruppen: Blondorangen (üblich), Navelorangen (mit Nabel), Blutorangen (rotfleischig), säurefreie Orangen (unüblich);

Herkunft & Lebensraum

Ostasien: Die Orange ist keine Wildart, sondern eine in China oder Südostasien entstandene Kreuzung aus Mandarine und Pampelmuse. Wildvorkommen gibt es deshalb nicht — jede Orange geht auf vegetativ vermehrte Kulturformen zurück. In Europa lässt sie sich nicht vor dem 15. Jahrhundert nachweisen; die schon im Mittelalter in Italien bekannte Bitterorange ist eine andere Art. Ab etwa 1500 verbreiteten portugiesische Seefahrer nach der Entdeckung des Seewegs nach Indien deutlich bessere Sorten, nachdem Vasco da Gama 1498 von überlegenen Orangen in Mombasa berichtet hatte. Heute wird sie in allen Subtropen angebaut; die größten Erzeuger sind Brasilien mit rund 15,7 Millionen Tonnen, China mit 7,6, Mexiko mit 4,8, Ägypten mit 4,2, Indien mit 3,9 und Spanien mit 2,9 Millionen Tonnen jährlich.

Einen natürlichen Lebensraum hat die Orange nicht: Sie ist als Hybride in Kultur entstanden und kommt nirgends wildwachsend vor. Was ihren Standort bestimmt, sind deshalb die Ansprüche des Anbaus. Sie verlangt ein frostfreies subtropisches Klima mit einem Jahresmittel über achtzehn Grad, milden Wintern und langen, warmen Sommern; Frost schädigt Blätter und Früchte bereits bei wenigen Minusgraden. Gebraucht werden tiefgründige, durchlässige, eher leicht saure Böden ohne Staunässe und eine gleichmäßige Wasserversorgung, die in den klassischen Anbaugebieten des Mittelmeerraums und Kaliforniens über Bewässerung sichergestellt wird. Das Klima prägt auch die Frucht: In den Tropen bleibt die Schale trotz Vollreife grün, weil die Nächte zu warm sind, und Blutorangen entstehen nur dort, wo große Tag-Nacht-Unterschiede herrschen.

⚠️ Gefahren

Hautreizung bei Berührung Kaltgepresstes Schalenöl wirkt hautreizend und in Verbindung mit Sonnenlicht phototoxisch; nach dem Abreiben größerer Schalenmengen sollten die Hände gewaschen werden, bevor man in die Sonne geht. Das Fruchtfleisch ist unbedenklich.

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Orange: Wie groß wird die Pflanze?

Orange (Citrus sinensis) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 8,5 m Höhe bei rund 8 m Breite. Das Wachstum ist mittel.

Orange: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Orange verträgt volle Sonne. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich halbfeucht – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5,5 und 7 liegen.

Orange: Ist die Pflanze winterhart?

Orange ist für die Winterhärte Zone 10–12 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Orange: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Orange ist in Mitteleuropa nicht winterhart (Zone 10). Im Freien nur von Frühjahr bis Herbst, sonst als Kübelpflanze mit frostfreier Überwinterung. Zusätzlich braucht sie warme Sommer, wie sie hierzulande nur im Weinbauklima, in Stadtlagen oder an geschützten Südwänden zusammenkommen.

Orange: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von April bis Mai.

Orange: Wann kann man ernten?

Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von Oktober bis April.

Orange: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?

Orange trägt erstmals nach 7 Jahren. Den Vollertrag erreicht sie nach 200 Jahren. Eine ausgewachsene Pflanze liefert bis zu 200 kg im Jahr, im Anbau bis 40 t pro Hektar. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.

Orange: Ist die Pflanze giftig?

Für Orange sind einzelne Pflanzenteile als leicht bedenklich vermerkt — die Pflanze gilt nicht als giftig. Verlass dich bei Wildpflanzen nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Orange: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 9/10, Heilkunde 7/10, Sonstige Nutzung 6/10.

Welche Sorten von Orange gibt es?

Im Permaplans-Sortenfinder sind 14 Sorten von Orange hinterlegt, darunter Cara Cara, Hamlin, Lane Late, Moro, Navelina, Pera, Pineapple, Salustiana, Sanguinello, Shamouti, Tarocco, Trovita und 2 weitere. Jede Sorte hat eine eigene Seite mit Geschmack, Reifezeit, Resistenzen und Abstammung.

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