Permaplans
English
Alle Pflanzen

Erdbeerbaum

Arbutus unedo
stellt Heidelbeeren in den Schatten
Essbarkeit6Heilwirkung7Sonstiger Nutzen7
Baum7×8 mZone 8–11Halbschatten🍎 Essbar

Wächst das bei mir?

Erdbeerbaum ist nur bis Zone 8 winterhart und gedeiht dauerhaft im Freien nur in den mildesten Lagen – Weinbauklima, Ober- und Niederrhein, Küsten, Bodensee, Tessin. Sonst als Kübelpflanze mit geschützter Überwinterung. Zusätzlich braucht sie warme Sommer, wie sie hierzulande nur im Weinbauklima, in Stadtlagen oder an geschützten Südwänden zusammenkommen.

Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:

Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Ericaceae
Wuchsform
Baum
Wuchshöhe
7 m
Kronenbreite
8 m
Wachstum
mittel
Lebensdauer
100 Jahre
Erster Ertrag
nach 4 Jahren
Ertrag pro Pflanze
bis 20 kg im Jahr
Ertrag im Anbau
bis 4 t/ha
Energieertrag
100 kcal pro m² und Jahr
Winterhärte
Zone 8–11
Schattentoleranz
Halbschatten
Boden
Sand, Schluff, Lehm
Bodenfeuchte
sehr trocken – feucht
pH-Wert
5,5 – 7,5
Synonyme
Medronho, Madrone,
immergrünheckentauglichNektarquelle

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte
Fruchternte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Nutzung

Essbar6 von 10
Heilkunde7 von 10
Sonstige Nutzung7 von 10

Essbar: Die Früchte des Erdbeerbaums sind kugelig, etwa zwei Zentimeter groß, scharlachrot und von einer warzig-rauen Oberfläche überzogen, der sie ihren Namen verdanken. Sie brauchen rund zwölf Monate von der Blüte bis zur Reife, weshalb der Baum im Spätherbst gleichzeitig blüht und die Früchte des Vorjahres trägt — ein Bild, das sonst kaum ein Gehölz bietet. Geerntet wird von Oktober bis Dezember, und zwar nur vollreif: Unreife Früchte sind hart und zusammenziehend, reife dagegen weich, mehlig-süß und mild bis nahezu geschmacksneutral. Der Artname unedo, «ich esse nur eine», spielt genau darauf an. Bemerkenswert ist der Vitamin-C-Gehalt von rund 250 Milligramm je hundert Gramm, dazu kommen reichlich Kohlenhydrate und Ballaststoffe. Verarbeitet werden sie zu Konfitüre, Fruchtgelee und Likör; in Portugal wird aus den vergorenen Früchten der Tresterbrand Medronho gebrannt. Überreife Früchte vergären bereits am Baum und enthalten dann geringe Mengen Alkohol.

Heilkunde: Blätter, Rinde, Wurzel (anti-septisch, -biotisch, -diabetisch, - enthält Flavonole wie Quercetin) i (Blasen-& Harnröhrenentzündung, Durchfall, Bluthochdruck, ..), gegurgelt (Halsschmerzen); Früchte (reich an Antioxidantien, Vitamin C, Polyphenolen: Gallussäure, Ellagitanninen,...) i (stark antioxidativ, entzündungs+ krebshemmend, neuroprotektiv, unterstützend bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen & Diabetes); Blüten (schwach schweißtreibend) i (unterstützend bei fiebrigen Erkältungen); Nektar (enthält antiparasitäres Unedon) (natürlicher Schutz für Bestäuber wie Hummeln gegen den Parasiten Crithidia bombi);;

Sonstige Nutzung: Rinde, Blätter und Früchte des Erdbeerbaums sind reich an Gerbstoffen und dienten im Mittelmeerraum lange zum Gerben von Leder. Sein Holz ist hart, fest, feinkörnig und elastisch und wird für Drechslerarbeiten, Werkzeuggriffe, Bögen und Flöten verwendet; als Brennholz und zur Holzkohlegewinnung war es regional bedeutsam. Immergrün, salztolerant und nach Feuer wieder austreibend, eignet er sich im Mittelmeerraum für Hecken, Windschutzpflanzungen in Küstennähe und zur Aufforstung erodierter Hänge. Eine Besonderheit ist der Honig: Weil der Erdbeerbaum im Spätherbst blüht, wenn kaum eine andere Tracht zur Verfügung steht, entsteht aus seinem Nektar ein sortenreiner, ausgeprägt bitterer Honig — das sardische «miele amaro», eine seltene und entsprechend gesuchte Spezialität. Bei uns ist er vor allem ein Ziergehölz, das im Winter gleichzeitig Blüten und rote Früchte trägt.

Anbau

Standortwahl: In Mitteleuropa entscheidet die Frostfrage alles andere. Der Erdbeerbaum ist selbst im Weinbauklima nicht zuverlässig winterhart, weshalb die sichere Variante die Kübelkultur mit hellem, kühlem und frostfreiem Winterquartier ist; ausgepflanzt braucht er eine geschützte Südwand und Winterschutz. Der Sommerstand soll sonnig bis licht beschattet, vor allem aber warm und windgeschützt sein, auf durchlässigem Boden. Anders als die meisten Heidekrautgewächse verträgt er Kalk, empfindlich reagiert er nur auf Staunässe und verdichtete Erde. Trockenheit, Salznebel und Luftschadstoffe steckt er gut weg — im Mittelmeerraum ist er deshalb ein verbreiteter Straßen- und Hofbaum. Zu bedenken: Die scharlachroten Früchte fallen im Winter ab, zermatschen und färben Pflaster, Terrassen und Holzdecks; über Sitzplätzen und Wegen ist das lästig. Mit fünf bis sieben, selten zehn Metern bleibt der Wuchs übersichtlich. Pflege: Das Winterquartier ist hell und kühl, bei etwa fünf bis zehn Grad; dunkel und warm überwinterte Pflanzen verlieren Blätter und treiben vergeilt aus. Gegossen wird auch im Winter sparsam, aber nie bis zur völligen Austrocknung des Ballens. Schnitt verträgt der Erdbeerbaum gut: Er treibt zuverlässig aus altem Holz und sogar aus dem Wurzelstock wieder aus, sodass auch ein starker Rückschnitt zur Verjüngung möglich ist; geschnitten wird nach der Ernte im Spätwinter, bevor der neue Austrieb beginnt. Gedüngt wird sparsam von April bis August mit einem kalkarmen Dünger. Ins Freie kommt die Pflanze nach den Eisheiligen. Weil Blüte und Fruchtreife in denselben Zeitraum fallen, trägt der Baum im Winterquartier gleichzeitig Blüten und Früchte — die Bestäubung entfällt dort allerdings mangels Insekten, sodass Kübelpflanzen meist nur wenig ansetzen.

Vermehrung

Die Aussaat ist der übliche Weg. Das Saatgut wird aus vollreifen, weichen Früchten gewaschen, weil anhaftendes Fruchtfleisch keimhemmend wirkt, und anschließend etwa sechs bis acht Wochen kühlfeucht stratifiziert. Ausgesät wird flach in ein durchlässiges, nicht zu nährstoffreiches Substrat; die Keimung erfolgt ungleichmäßig über mehrere Wochen bei 15 bis 20 Grad. Sämlinge wachsen anfangs langsam und bleiben die ersten beiden Winter besser frostfrei. Sortenechte Vermehrung gelingt über halbreife Kopfstecklinge im Spätsommer, die unter Folie oder Sprühnebel mit Bodenwärme bewurzelt werden; der Erfolg ist wechselhaft und lässt sich mit Bewurzelungshormon verbessern. Weil die Pflanze willig aus dem Wurzelstock austreibt, sind auch Absenker möglich.

Wert für Tiere

Der Erdbeerbaum blüht von Oktober bis Dezember und damit zu einer Zeit, in der in seiner Heimat kaum etwas anderes Nektar liefert — für spät fliegende Hummeln und Honigbienen ist das eine bedeutende Spättracht, aus der im Mittelmeerraum der herb schmeckende Erdbeerbaumhonig gewonnen wird. Die Blüten sind vorweiblich und werden vor allem von Hummeln bestäubt. Als Raupenfutter spielt die Art in Mitteleuropa fast keine Rolle: verzeichnet sind hier eine Falter- und zwei Wildbienenarten. Die roten Früchte reifen erst ein Jahr nach der Blüte und werden von Elstern und Eichelhähern verbreitet. Das dichte immergrüne Laub liefert ganzjährig Deckung und Nistgelegenheit — im mitteleuropäischen Garten der eigentliche Beitrag dieses Neophyten.

Herkunft & Lebensraum

Westliches Mittelmeergebiet und atlantisches Westeuropa: Portugal, Spanien, Südfrankreich, Italien, die Balkanhalbinsel und Nordwestafrika. Der Erdbeerbaum ist eine Kennart der immergrünen Hartlaubvegetation und steigt in den Cevennen bis etwa 600 Meter, im marokkanischen Atlas bis 1500 Meter. Große geschlossene Bestände trägt die Serra de Tramuntana auf Mallorca. Weit abgesetzt vom übrigen Areal liegt das irische Vorkommen bei Killarney, ein Relikt der sogenannten lusitanischen Flora. In Mitteleuropa kommt die Art nicht wild vor; sie wird hier seit dem 19. Jahrhundert als Kübel- und Wintergartenpflanze gehalten und nur in den mildesten Weinbaulagen ausgepflanzt.

Der Erdbeerbaum ist eine Kennart der immergrünen Hartlaubvegetation des Mittelmeerraums — der Macchie und ihrer Übergänge zu lichten Steineichen- und Korkeichenwäldern. Er besiedelt steinige, oft flachgründige Hänge und Felsküsten und wächst auf sauren wie auf kalkhaltigen Böden, was ihn unter den Heidekrautgewächsen zur Ausnahme macht. Sein Jahresrhythmus ist auf das mediterrane Klima zugeschnitten: Die Trockenheit des Hochsommers übersteht er über die lederharten, immergrünen Blätter und ein tiefes Wurzelwerk, geblüht wird erst im Spätherbst, wenn die Regen einsetzen. Zur Hartlaubvegetation gehört auch das Feuer — nach Bränden treibt er kräftig aus dem Wurzelstock wieder aus und ist eine der ersten Arten, die die verbrannte Fläche zurückerobern. In den Cevennen steigt er bis etwa 600 Meter, im marokkanischen Atlas bis 1.500 Meter.

⚠️ Gefahren

Grayanotoxine in der Rinde

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Erdbeerbaum: Wie groß wird die Pflanze?

Erdbeerbaum (Arbutus unedo) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 7 m Höhe bei rund 8 m Breite. Das Wachstum ist mittel.

Erdbeerbaum: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Erdbeerbaum verträgt Halbschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich sehr trocken – feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5,5 und 7,5 liegen.

Erdbeerbaum: Ist die Pflanze winterhart?

Erdbeerbaum ist für die Winterhärte Zone 8–11 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Erdbeerbaum: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Erdbeerbaum ist nur bis Zone 8 winterhart und gedeiht dauerhaft im Freien nur in den mildesten Lagen – Weinbauklima, Ober- und Niederrhein, Küsten, Bodensee, Tessin. Sonst als Kübelpflanze mit geschützter Überwinterung. Zusätzlich braucht sie warme Sommer, wie sie hierzulande nur im Weinbauklima, in Stadtlagen oder an geschützten Südwänden zusammenkommen.

Erdbeerbaum: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von Oktober bis November.

Erdbeerbaum: Wann kann man ernten?

Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im September.

Erdbeerbaum: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?

Erdbeerbaum trägt erstmals nach 4 Jahren. Eine ausgewachsene Pflanze liefert bis zu 20 kg im Jahr, im Anbau bis 4 t pro Hektar. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.

Erdbeerbaum: Ist die Pflanze giftig?

Für Erdbeerbaum sind einzelne Pflanzenteile als leicht bedenklich vermerkt — die Pflanze gilt nicht als giftig. Verlass dich bei Wildpflanzen nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Erdbeerbaum: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 6/10, Heilkunde 7/10, Sonstige Nutzung 7/10.

Erfahrungen aus der Community

Noch keine Erfahrungsberichte zu dieser Pflanze.

Hast du sie im Garten? Schreib in der App, was bei dir funktioniert – dein Beitrag erscheint hier.

💬 App laden und mitschreiben

Diese Pflanze in den eigenen Garten planen

Permaplans plant deinen Garten maßstabsgetreu auf der Karte — mit Standortcheck, Ernteplan und über 1.000 Pflanzen. Kostenlos für iPhone, Android, Mac, Windows & Linux.

Wächst diese Pflanze bei dir? → Standort prüfen

Angaben ohne Gewähr. Standortdaten und Texte aus der Permaplans-Datenbank.

Leg deinen Garten an

Kostenlos ausprobieren — im Browser sofort, ohne Anmeldung.

Im Browser startenApp laden