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Garten-Rhabarber

Rheum x hybridum
Essbarkeit7Heilwirkung4Sonstiger Nutzen2
Staude1,5×1,2 mZone 3–8leichter Schatten🍎 Essbar

Wächst das bei mir?

Garten-Rhabarber ist bis Zone 3 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:

Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Polygonaceae
Wuchsform
Staude
Wuchshöhe
1,5 m
Kronenbreite
1,2 m
Wachstum
schnell
Lebensdauer
15 Jahre
Erster Ertrag
nach 2 Jahren
Winterhärte
Zone 3–8
Schattentoleranz
leichter Schatten
Boden
Sand, Schluff
Bodenfeuchte
halbfeucht – sehr feucht
pH-Wert
5,5 – 7,5
Synonyme
Cultivated Rhubarb, Garden Rhubarb

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte
Blatternte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Nutzung

Essbar7 von 10
Heilkunde4 von 10
Sonstige Nutzung2 von 10

Essbar: Genutzt werden ausschließlich die fleischigen Blattstiele, die von April bis in den Juni geerntet werden. Sie schmecken durch Apfel- und Zitronensäure ausgeprägt sauer und werden deshalb meist gesüßt zu Kompott, Kuchen, Marmelade, Saft, Sirup und Wein verarbeitet; botanisch ein Gemüse, kulinarisch behandelt man ihn als Obst. Rotstielige Sorten enthalten weniger Fruchtsäure und schmecken milder, grünstielige sind ertragreicher und kräftiger. Geerntet wird durch Herausdrehen und Reißen, nicht durch Schneiden, damit im Wurzelstock kein Stummel verfault, und nie mehr als zwei Drittel der Stiele auf einmal. Die Blätter werden nicht gegessen. Als Faustregel gilt der Erntestopp zum Johannistag am 24. Juni, damit die Pflanze bis zum Winter wieder Reserven aufbauen kann.

Sonstige Nutzung: Die oxalsäurereichen Blätter sind zu schade zum Wegwerfen. Traditionell wurden sie zum Blankreiben von Kupfer- und Aluminiumgeschirr benutzt, weil die Säure Oxidschichten löst, und ein Sud daraus galt als Hausmittel gegen Blattläuse; letzteres ist heute pflanzenschutzrechtlich nicht mehr gedeckt und sollte unterbleiben. Sinnvoll ist ihre Größe: Als Mulchauflage decken die Blätter große Flächen ab und unterdrücken Beikraut, im Kompost verrotten sie ohne Weiteres. Im Ziergarten wird der Rhabarber seines Blattschmucks wegen gepflanzt, und die bis zwei Meter hohe, cremeweiße Blütenrispe ist eine beachtliche Erscheinung, wenn man sie ausnahmsweise stehen lässt. Der rote Farbstoff der Stiele dient gelegentlich zum Anfärben von Speisen.

Anbau

Standortwahl: Rhabarber ist ein Starkzehrer, der jahrzehntelang am selben Platz steht, also gehört er an den Rand des Gemüsegartens und nicht in die Fruchtfolge. Eine ausgewachsene Pflanze braucht rund einen Quadratmeter und beschattet mit ihren Blättern alles darunter, was als lebende Mulchdecke nützlich, neben Salat und Möhren aber hinderlich ist. Er liebt sonnige bis halbschattige Lagen auf tiefgründigem, humosem und wasserhaltendem Boden mit pH 5,6 bis 7,2, verträgt aber keine Staunässe. Ein kalter Winter ist Voraussetzung, nicht Risiko: Ohne Kältereiz treibt er im Frühjahr nur zögerlich aus. Die Blätter sind oxalsäurereich und für Kleintiere und Geflügel nicht geeignet, was bei Gehegen und freilaufenden Hühnern zu bedenken ist. Pflege: Im Herbst großzügig mit verrottetem Mist oder Kompost abdecken, das ersetzt die Düngung; im Frühjahr bei Trockenheit durchdringend wässern, denn der Wasserbedarf ist hoch. Blütenstände sofort beim Erscheinen herausbrechen, sonst geht die Kraft in die Samenbildung und der Ertrag bricht ein. Geerntet wird ab dem zweiten Standjahr, im ersten gar nicht, und immer nur durch Herausdrehen. Erntestopp Ende Juni, danach erholt sich der Stock. Alle vier bis sechs Jahre wird der Horst geteilt, sonst vergreist die Mitte und die Stiele werden dünn. Wer früh ernten will, stülpt im Februar einen Eimer oder Treibtopf über den Austrieb. An Krankheiten kommen Mosaikviren und Wurzelälchen vor, dagegen hilft nur gesundes Pflanzgut und Standortwechsel bei Neupflanzung.

Vermehrung

Garten-Rhabarber wird ausschließlich vegetativ vermehrt, denn er ist ein Hybride und fällt aus Samen nicht sortenecht. Der Weg ist die Teilung des Wurzelstocks im späten Herbst nach dem Einziehen oder im zeitigen Frühjahr vor dem Austrieb. Man gräbt den Horst aus und zerteilt ihn mit dem Spaten oder einem kräftigen Messer so, dass jedes Stück mindestens eine kräftige Knospe und ein ordentliches Stück fleischiges Rhizom behält; kleinere Teilstücke brauchen zwei Jahre bis zur ersten Ernte. Die Schnittflächen lässt man einen Tag abtrocknen, damit sie nicht faulen, und pflanzt dann so, dass die Knospe knapp unter der Erdoberfläche sitzt, nicht tiefer. Im Erwerbsanbau wird zusätzlich über In-vitro-Kultur vermehrt, um virusfreies Ausgangsmaterial zu erhalten.

Wert für Tiere

Im Garten kommt der Rhabarber selten zum Blühen, weil die Blütenstände zur Ertragssicherung ausgebrochen werden, und damit fällt sein wichtigster Beitrag zur Fauna meist weg. Lässt man eine ältere Pflanze ausnahmsweise blühen, entsteht eine bis zwei Meter hohe, cremeweiße Rispe mit Tausenden kleiner Einzelblüten, die von Honigbienen, Schwebfliegen, Käfern und kurzrüsseligen Wildbienen stark beflogen wird; als Kulturpflanze ohne heimische Verwandtschaft hat er allerdings keine spezialisierten Arten an sich gebunden. Die großen, oxalsäurereichen Blätter werden von Schnecken und Wild gemieden, was den Rhabarber zu einer der wenigen verlässlich verbissfreien Gartenpflanzen macht. Unter dem dichten Blattdach finden Laufkäfer, Spinnen und Amphibien im Sommer eine kühle, feuchte Deckung.

Besonderheiten

Besonderheiten: Botanisch Gemüse, kulinarisch als Obst behandelt; Erntestopp zum Johannistag 24. Juni ist Bauernregel + fachlich richtig, danach muss der Stock Reserven für den Winter bilden; moderne Sorten sind tetraploid (2n=44), die Wildarten diploid; Treibrhabarber wächst im Dunkeln so schnell, dass man es knacken hört; ein Horst trägt 10-20 Jahre.

Herkunft & Lebensraum

Kulturpflanze ohne Wildareal, weltweit in kühl-gemäßigten Klimaten angebaut. Der Garten-Rhabarber ist keine Wildart, sondern ein Züchtungsprodukt: Er ging aus Kreuzungen zwischen Rheum rhabarbarum aus Südsibirien und Rheum rhaponticum vom Balkan hervor, die sich leicht miteinander verbinden. Weil die Sorten über Jahrhunderte aus offen abgeblühtem Saatgut ausgelesen wurden, lässt sich die genaue Abstammung nicht mehr rekonstruieren. Seit dem frühen 18. Jahrhundert wird er in England und Skandinavien als Gemüse angebaut, in Deutschland gewerblich seit 1848 in Hamburg-Kirchwerder. Heute steht er in ganz Europa, Nordamerika, Neuseeland und Ostasien in Kultur und verwildert gelegentlich aus Gärten, ohne sich auszubreiten.

Der Garten-Rhabarber hat keinen natürlichen Lebensraum, er kommt ausschließlich in Kultur und an Gartenauswürfen vor. Seine Ansprüche verraten aber die Herkunft der Elternarten aus den kontinentalen Steppen und Gebirgen Asiens: Er braucht einen ausgeprägten Kältereiz im Winter, um im Frühjahr zügig auszutreiben, und verträgt Fröste bis weit unter minus zwanzig Grad problemlos, während heiße, trockene Sommer ihn in vorzeitige Sommerruhe zwingen. Gedeiht er, steht er auf mittelschweren, tiefgründigen, wasserhaltenden Böden mit pH 5,6 bis 7,2 und hoher Nährstoffversorgung. In subtropischen Klimaten ist er nicht kultivierbar, weil ihm der Winter fehlt.

⚠️ Gefahren

Giftigkeit: giftig

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Garten-Rhabarber: Wie groß wird die Pflanze?

Garten-Rhabarber (Rheum x hybridum) wächst als Staude und erreicht ausgewachsen etwa 1,5 m Höhe bei rund 1,2 m Breite. Das Wachstum ist schnell.

Garten-Rhabarber: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Garten-Rhabarber verträgt leichter Schatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich halbfeucht – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5,5 und 7,5 liegen.

Garten-Rhabarber: Ist die Pflanze winterhart?

Garten-Rhabarber ist für die Winterhärte Zone 3–8 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Garten-Rhabarber: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Garten-Rhabarber ist bis Zone 3 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Garten-Rhabarber: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von Mai bis Juni.

Garten-Rhabarber: Ist die Pflanze giftig?

Garten-Rhabarber ist als giftig eingestuft. Verlass dich bei Wildpflanzen nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Garten-Rhabarber: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 7/10, Heilkunde 4/10, Sonstige Nutzung 2/10.

Erfahrungen aus der Community

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