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Granatapfel – Punica granatum

Granatapfel

Punica granatum
biblische alte Stillkur
Essbarkeit9Heilwirkung6Sonstiger Nutzen4
Baum5,5×5 mZone 8–11leichter Schatten🍎 Essbar

Wächst das bei mir?

Granatapfel ist nur bis Zone 8 winterhart und gedeiht dauerhaft im Freien nur in den mildesten Lagen – Weinbauklima, Ober- und Niederrhein, Küsten, Bodensee, Tessin. Sonst als Kübelpflanze mit geschützter Überwinterung. Zusätzlich braucht sie warme Sommer, wie sie hierzulande nur im Weinbauklima, in Stadtlagen oder an geschützten Südwänden zusammenkommen.

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Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Lythraceae
Wuchsform
Baum
Wuchshöhe
5,5 m
Kronenbreite
5 m
Wachstum
schnell
Lebensdauer
120 Jahre
Erster Ertrag
nach 3 Jahren
Winterhärte
Zone 8–11
Schattentoleranz
leichter Schatten
Boden
Sand, Schluff, Lehm
Bodenfeuchte
sehr trocken – sehr feucht
pH-Wert
6 – 7,5
heckentauglichNektarquellePollenquelle

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte
Fruchternte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Sorten (3)

3 Sorten von Granatapfel sind im Permaplans-Sortenfinder hinterlegt — jede mit eigener Seite: Geschmack, Reifezeit, Resistenzen, Abstammung und Verwendung.

Nutzung

Essbar9 von 10
Heilkunde6 von 10
Sonstige Nutzung4 von 10

Essbar: Essbar ist am Granatapfel nicht das Fruchtfleisch im üblichen Sinn, sondern die saftige Samenschale: Jeder der 300 bis 400 Samen steckt in einer durchscheinenden, rosa bis tiefrot gefärbten Hülle, die süß-säuerlich und aromatisch schmeckt. Die ledrige Fruchtschale und die häutigen Trennwände sind bitter und bleiben liegen. Zum Öffnen schneidet man die Frucht mehrfach ein und bricht sie in Spalten auseinander. Der Saftanteil liegt bei etwa 37 Prozent; er lässt sich auch mit der Zitruspresse gewinnen und dient als Grundlage für Sirup, Sorbets und Grenadine. In der orientalischen Küche gehören die Kerne zu Fleisch, Fisch und Salaten, außerdem in Obstsalate und Gelees. Je 100 Gramm enthält die Frucht rund 16 Gramm Kohlenhydrate und 10 Milligramm Vitamin C. Der Saft hinterlässt auf Textilien Flecken, die sich mit Wasser nicht mehr entfernen lassen.

Heilkunde: Der Granatapfel gehört zu den am längsten medizinisch genutzten Kulturpflanzen. Traditionell wurden Frucht und Schale bei Durchfall und Geschwüren eingesetzt; Wurzel-, Stamm- und Fruchtschale galten bis ins Mittelalter als starkes Bandwurmmittel und stehen in der Pharmazie als Cortex Granati. Wirksam sind dabei Alkaloide vom Pelletierin-Typ. Der Frucht selbst werden entzündungshemmende und antioxidative Effekte zugeschrieben, getragen von Polyphenolen wie Punicalagin, Punicalin und Ellagsäure sowie von Anthocyanen.

Sonstige Nutzung: Färbe Blumen und Schalen von unreifen Früchten (rot/schwarz) für Tinte, getrocknete Schalen für gelbe Farbe; Tannin-Gehalt über 20% (aus getrockneter Schale, Rinde, Wurzelrinde) für Tinte; Holz (sehr hart, kompakt, dichtfaserig, langlebig, gelb) für landwirtschaftliche Geräte.

Anbau

Der Granatapfel braucht einen langen, heißen Sommer, um seine Früchte auszureifen — fünf bis sieben Monate vergehen zwischen Blüte und Ernte. Er verlangt volle Sonne, einen sehr geschützten Platz und durchlässigen, mäßig nährstoffreichen Boden; auf schweren, nassen Substraten reagiert er empfindlich, Trockenheit dagegen erträgt er gut. Winterhart ist er nur bedingt: Eingewachsenes Holz verträgt etwa minus zehn Grad, womit die Auspflanzung auf Weinbauklima mit zusätzlichem Winterschutz beschränkt bleibt. Der übliche Weg in Mitteleuropa ist die Kübelkultur mit heller, kühler und frostfreier Überwinterung um fünf Grad. Sorten aus Zentralasien und Südrussland wie Salavatski oder Kazake gelten als deutlich frosthärter und werden bis Klimazone 6 angegeben. Geschnitten wird im Frühjahr; die Pflanze lässt sich als Strauch führen oder auf einen kurzen Stamm aufasten.

Vermehrung

Am einfachsten vermehrt sich der Granatapfel über Steckhölzer: Im späten Winter geschnittene, etwa zwanzig Zentimeter lange Stücke gut ausgereifter einjähriger Triebe bewurzeln bei Bodenwärme zuverlässig und liefern sortenechte Pflanzen. Halbreife Stecklinge im Sommer funktionieren ebenfalls, brauchen aber hohe Luftfeuchte. Da die Pflanze willig aus der Basis austreibt, lassen sich auch Absenker und abgetrennte Wurzelschosse nutzen. Die Aussaat gelingt problemlos — vom Fruchtfleisch befreite frische Samen keimen warm innerhalb weniger Wochen —, ergibt aber keine sortenechten Pflanzen und führt erst nach mehreren Jahren zur ersten Blüte. Sie lohnt vor allem dann, wenn man gezielt auf frosthärtere Sämlinge selektieren möchte.

Wert für Tiere

Die auffälligen korallenroten Blüten des Granatapfels öffnen sich im Juni und Juli und liefern reichlich Nektar. Neben Honigbienen und den drei in Mitteleuropa an ihm nachgewiesenen Wildbienenarten sind es vor allem Blütenkäfer der Gattungen Cetonia und Trichodes, die für Fremdbestäubung sorgen; die zwittrigen Blüten können sich zusätzlich selbst bestäuben. Als Raupenfutterpflanze spielt der Granatapfel bei uns keine Rolle, heimische Falter sind nicht an ihn angepasst. Sein ökologischer Beitrag im mitteleuropäischen Garten beschränkt sich damit auf die Sommertracht, die immerhin in eine blütenärmere Phase fällt. Da er hier fast ausschließlich im Kübel steht und im Winter unter Dach kommt, entfällt jede Funktion als Deckung oder Nistplatz.

Besonderheiten

Besonderheiten: Braucht 5-7 Monate von Blüte bis Fruchtreife → nur Weinbauklima oder Kübelkultur; winterhart nur bis ca. -10°C, Sorten Salavatski+Kazake bis Zone 6; Blüten an den Spitzen der diesjährigen Triebe → im Frühjahr nur leicht auslichten, sonst Ertragsverlust; drei Blütenformen (bauchig-urnenförmig zwittrig fruchtbar, glockig männlich steril) → nur die bauchigen setzen an; Kreuzbestäubung verbessert den Ertrag; Früchte reifen nach der Ernte nicht nach → am Strauch ausfärben lassen, dann bei 0-5°C monatelang lagerbar; Saft+Fruchtschale färben dauerhaft;

Herkunft & Lebensraum

Südosteuropa bis Ostasien - Himalaya.

Trockene Kalksteinböden bis zu 2700 Metern im Himalaya.

⚠️ Gefahren

Die Wurzel- und Stammrinde ist kein Hausmittel: Die enthaltenen Pelletierin-Alkaloide wirken stark auf das Nervensystem und können bei Überdosierung Krämpfe, Sehstörungen und Kreislaufversagen auslösen. Klinisch bedeutsamer ist eine Wechselwirkung — Inhaltsstoffe des Granatapfelsafts hemmen arzneistoffabbauende Enzyme in Darm und Leber, sodass sich Wirkstoffe wie Sildenafil oder Gerinnungshemmer vom Typ Phenprocoumon und Warfarin anreichern können. Wer solche Medikamente einnimmt, sollte größere Saftmengen ärztlich abklären. Handelssäfte sind zudem häufig verfälscht und teils mit Pestizidrückständen belastet.

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Granatapfel: Wie groß wird die Pflanze?

Granatapfel (Punica granatum) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 5,5 m Höhe bei rund 5 m Breite. Das Wachstum ist schnell.

Granatapfel: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Granatapfel verträgt leichter Schatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich sehr trocken – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 6 und 7,5 liegen.

Granatapfel: Ist die Pflanze winterhart?

Granatapfel ist für die Winterhärte Zone 8–11 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Granatapfel: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Granatapfel ist nur bis Zone 8 winterhart und gedeiht dauerhaft im Freien nur in den mildesten Lagen – Weinbauklima, Ober- und Niederrhein, Küsten, Bodensee, Tessin. Sonst als Kübelpflanze mit geschützter Überwinterung. Zusätzlich braucht sie warme Sommer, wie sie hierzulande nur im Weinbauklima, in Stadtlagen oder an geschützten Südwänden zusammenkommen.

Granatapfel: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von Mai bis Juli.

Granatapfel: Wann kann man ernten?

Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im November.

Granatapfel: Ist die Pflanze giftig?

Für Granatapfel ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Granatapfel: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 9/10, Heilkunde 6/10, Sonstige Nutzung 4/10.

Welche Sorten von Granatapfel gibt es?

Im Permaplans-Sortenfinder sind 3 Sorten von Granatapfel hinterlegt, darunter Acco, Parfianka, Wonderful. Jede Sorte hat eine eigene Seite mit Geschmack, Reifezeit, Resistenzen und Abstammung.

Erfahrungen aus der Community

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